Treibstoff aus Algen

5. Dezember 2007, 11:17
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    FEMtech-Expertin Heike Frühwirth stellt aus Algen Biodiesel her.

Die Naturwissenschafterin Heike Frühwirth forscht an alternativen Energieträgern

Die Mission: die Alternative zur Alternative finden. Das Schlagwort: Treibstoff. Die Operateurin: Heike Frühwirth.

Schon seit 2006 arbeitet die Naturwissenschafterin beim Grazer Hersteller Bio Diesel International (BDI) und beschäftigt sich mit Methoden der alternativen Biodiesel- Herstellung aus Mikroalgen statt aus Pflanzen-, Altspeiseölen und Tierfetten. "Wir fassen das Gebiet ständig weiter und sind immer auf der Suche nach neuen Rohstoffen", sagt die 36-Jährige. "In meiner Gruppe geht es um mikrobiell hergestellte Fette und Öle. Wir kultivieren Mikroalgen, die Fette und Öle produzieren, und führen diese der Biodieselherstellung zu."

Dabei darf man sich aber keineswegs eine Plantage vorstellen, wie es bei Rapsanbau der Fall ist. Diese Mikroalgen werden in Rohrreaktoren gehalten, wo sie sich rasend schnell vermehren und gezielt dazu gebracht werden, Fett einzulagern. Das Fett benötigen Mikroalgen physiologisch zur Bestimmung ihrer Schwimmlage. Durch die Kultivierung schaffen sie es, 50 bis 70 Prozent ihres Zellvolumens mit Fett aufzufüllen.

Bei der Ernte ist der Vergleich mit einem Rapsfeld aber zulässig: "Die Algen haben hohe Wachstumsraten und auch viel mehr Erntezyklen. Ein Rapsfeld kann man zum Beispiel nur einmal im Jahr ernten. Die Algen hingegen alle paar Tage", erklärt die Forscherin die Vorteile der Methode, die sie entwickelt hat.

Unter anderem wurde sie auch dafür FEMtech-Expertin des Monats August 2007. Mit der Auszeichnung (FEMtech ist eine Initiative des Infrastrukturministeriums, um auf Frauen in der Forschung aufmerksam zu machen) steht Frühwirth in einer Reihe mit anderen anerkannten Forscherinnen, die sich auch für Frauen im eigenen Unternehmen einsetzen. Heike Frühwirth hat ein Praktikantinnen-Programm ins Leben gerufen, bei dem sie einerseits versucht, Nachwuchsforscherinnen und Technikerinnen ins Unternehmen zu holen und andererseits Frauen für Technik und Wissenschaft zu begeistern. Demzufolge können die Praktikantinnen sowohl noch Schülerinnen als auch schon Studentinnen sein. Vergangenen Sommer hatte Frühwirth schon zwei Studentinnen, die sie heuer wieder ins Boot holen möchte.

Als die Mutter zweier Söhne noch studiert hat, konnte sie froh sein, dass sie an der Technischen Universität Graz im Hörsaal voller Männer überhaupt auffiel. "Heute hat sich das wundersam geändert", sagt sie. An der TU Graz hat sie auch ihre Dissertation zum Thema "Aufarbeitungsprozesse biotechnologischer Produkte" geschrieben, die der Forscherin den Weg zu ihrem jetzigen Arbeitsfeld geebnet hat.

So alternativ die Biodieselherstellung zu den fossilen Energieträgern, deren Tage schon gezählt sind, auch sein mag, von Kritik bleibt sie nicht verschont. So befürchtet man, dass der Anbau von Alternativtreibstoff den Hunger in vielen Regionen noch wachsen lässt und wirtschaftsschädigend ist, weil damit die Anbaufläche für Nahrungsmittel deutlich verringert wird.

Frühwirth beruhigt: "Weder die von uns kultivierten Algen noch das daraus gewonnene Öl werden als Lebensmittel verwendet." Außerdem sind die Algen sechzigfach effizienter als Landpflanzen. Für ihr Wachstum benötigen sie CO2 . Das Treibhausgas hat somit wenigstens einen umweltfreundlichen Aspekt. (DER STANDARD, Printausgabe 05.12.2007)

 

Macho04
00
5.12.2007, 08:07
Mich würde eine gesamte Ökobilanz dieses Treibstoffs aus Algen interessieren

Der Kohlenstoff in dem Treibstoff muss ja von irgendwoher kommen - ich kannn mir schwer vorstellen, das der CO2-Gehalt des Wassers ausreicht.

ravenna
00
5.12.2007, 03:57
Weshalb musste sie im Hoersaal auffallen?

Und weshalb war sie froh, dass sie auffiel?

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