Herr Prof. Amendt wunderte sich in seinem "Kommentar der Anderen" vom 3.1.2008 ("Was Doris Bures zu Weihnachten den Männern bescherte") über die seiner Meinung nach ungerechte Plakatkampagne der Frauenministerin Doris Bures, die damit auf die immer noch tabuisierte häusliche Gewalt aufmerksam machte, sowie die österreichweite Nummer der Frauenhelpline gegen Männergewalt 0800 222 555 bewarb.
Befremdlich wirkt die Argumentation des Prof. Amendt, wonach er mit einer Männerbefragung (Amendt zitiert eine durch sein Institut durchgeführte Befragung von 3600 Männern) zu subjektiven Gewalttheorien internationale Studien widerlegt sieht. Die Bewerbung der Frauenhelpline, die im Jahr 2006 über 7000 Anrufe beantwortete, passierte im Zuge der Europaratskampagne "Stoppt häusliche Gewalt gegen Frauen", die von November 2006 bis Juni 2008 in allen 47 europäischen Mitgliedsländern läuft. Laut internationalen Zahlen von UNO und Europarat sind 12-15 Prozent aller Frauen regelmäßig von häuslicher Gewalt betroffen und bis zu 25 Prozent aller Frauen mindestens einmal im Laufe ihres Lebens durch den eigenen Partner. Alleine in Wien gingen 2006 bei der Polizei 4189 Anzeigen bezüglich häuslicher Gewalt ein, wobei 91 Prozent der Opfer weiblich und 92 Prozent der Gefährder männlich waren. Diese realen Zahlen (siehe die Statistik der Interventionstelle Wien) sind europaweit verblüffend ähnlich und stellen keine "vereinzelten Erfahrungen oder Episoden" dar. (Amendt)
Der Bereich Gewalt und vor allem Gewalt in Beziehungen ist extrem komplex und ist von gesellschaftlichen und daher auch von patriarchalen Strukturen beeinflusst. Bis vor zehn Jahren war häusliche Gewalt in Österreich noch nicht strafbar und ist es in den meisten Ländern immer noch nicht, da dies "Privatangelegenheiten" sind. Die Argumentation, dass die Opfer selbst Schuld an der erlebten Gewalt und Bedrohung haben, ist ein für die Täter hilfreiches psychologisches Konstrukt der Projektion und wurde in der von Prof. Amendt durchgeführten Männerbefragung schön illustriert. Die Notwendigkeit von gezielter Männlichkeitsarbeit besteht jedoch nach wie vor, wobei durchaus auch Männer aktiv an einem alternativen Männerbild und Konfliktverhalten arbeiten und beitragen können, wie z.B. innerhalb der White Ribbon Kampagne.
Julia Girardi, Advocacy Officer WAVE (Women against Violence Europe) im Verein AÖF
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Kernaussage: Nicht alle Männer/Väter prüglen. Das tut eine Minderheit. Aber es gibt Männer/Väter, die es tun. Darüber muß gesprochen werden. Punkt.
Und weil einige offenbar männliche Poster wieder aufheulen, dass die überbordende Gewalt von Frauen gegen Männer nicht thematisiert wird und geschlagene Frauen eine "Massenlobby" hätten:
Fragt Euch, wo diese "Massenlobby" wohl herkommt. Kann es sein, dass Frauen nach Jahrhunderten des Schweigens und Duldens einfach die Schnauze voll hatten und sich endlich auf die Hinterbeine stellten? Dass sie anfingen sich zu engagieren, zu handeln und dass dahinter sehr viel Arbeit steckt(e)?
Männer: Wo ist Euer Engagement für die Geschlechtsgenossen? Wo? Tut was!
Und nein, das nicht ironisch gemeint.
sieht man doch hier eh - ich hab keine probleme über männer zu sprechen die gewalt ausüben - ich hab aber probleme wenn so getan wird als ob alle gewalt z.b. in der familie von männern ausgeht.
vor gericht wird es sicher relativiert - im "volksmund" kommt mir vor dass die physische überlegenheit von männern dazu führt dass die psychische gewalt die von frauen ausgehen kann verniedlicht wird.
macht derlei dinge aber noch lange nicht zum massenphänomen!
dass so etwas vorkommt, ist richtig.
dass man darüber reden (und etwas dagegen tun) sollte, ebenfalls.
aber versuchen Sie doch nicht immer, das gegen die - weitaus häufigere und im durchschnitt weitaus brutalere - gewalt von männern an frauen aufzurechnen!
die sich sich durch mein nonverbales statement gegen gewalt in der familie verunglimpft und diskriminiert fühlten.
seltsam, dass so etwas selbst männer, die glaubhaft versichern, selber nicht zu prügeln, zu heftigen abwehrreaktionen treibt. mit dem selbstwert meiner kollegen dürfte es nicht allzu weit her sein...
... dann koennten Sie auch ohne schleifchen herumlaufen und ein vollwertiges mitglied der gesellschaft sein. der ueberwiegende teil der maenner ist naemlich niemals gewalttaetig.
forder Sie von frauen ein schleifchen: bringen meine kinder nicht um.
http://taeterinnen.de/
Wer sich etwas in diesen Link vertieft, kommt nicht nur zwingend zur Erkenntnis, das weibliche Wesen sehr wohl und sehr häufig prügeln, sondern auch, dass Knaben nicht vor sexuellen Übergriffen durch Frauen verschont werden.
*Unsere Gewalt-Definition:
Wir verwenden hier den Gewaltbegriff als Handlungsbegriff.
Gewalt ist die Bezeichnung für jedes Handeln einer Person, das zur Verletzung der körperlichen Integrität einer Person führt.
Gewalt bezieht über körperliche Gewalthandlungen hinaus auch psychische Formen mit ein, insoweit diese von physischer Gewalt begleitet wird oder auf deren Androhung beruht.*
wenn ich z.B. *schmutz* als jedes flankerl definiere, dass auf dem fußboden landen kann, komme ich mit dem putzen nicht mehr nach (oder wer halt nach plan grad dran ist).
das heißt aber noch nicht, dass mein mitbewohner, der *schmutz* enger auslegt und später putzt, schmutzfink ist.
zu hoch?
ich empfehle ein methodenseminar in sozialwissenschafte
>>Frauen sind einfach körperlich nicht dazu in der Lage gegen Männer körperliche Gewalt auszuüben.
Auch das ist ein Vorurteil, das so nicht stimmt. Damit meine ich nicht nur Fälle mit kräftiger Frau und schmächtigem Mann sondern auch und vor allem Fälle, wo die Frau Waffen (Aschenbecher, Teller usw. als Wurfgeschosse, Nudelholz tec.) verwendet oder sich der Mann nicht getraut zu wehren, weil die Frau schnell blaue Flecke bekommt und ihn dann als Täter anzeigt. Wem wird man dann wohl eher glauben?
http://tinyurl.com/2ft7we
... besteht ein Grund aufzuzeigen, dass sich beide Geschlechter ändern müssen.
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