Indisches Gericht entschied gegen ihre Besetzung in Frauenämter
Jabalpur/Indien - Ein indisches Gericht hat am Montag
entschieden, dass Eunuchen keine für Frauen reservierten Ämter
anstreben dürfen. Eunuchen seien Männer, urteilte das Oberste Gericht
der Provinz Madhya Pradesh.
Streit ums Bürgermeisteramt
Kamla Jaan, der erste Eunuch, der in Indien eine Wahl gewonnen
hat, darf demnach sein Amt als Bürgermeister der Stadt Katni nicht
antreten. Der Posten war für Frauen vorgesehen, um deren politische
Mitwirkung zu stärken. Jaan kündigte an, er werde den Obersten
Gerichtshof anrufen.
Eunuchen stehen auf der untersten Stufe der Indischen
Kastengesellschaft. Sie leben von Trinkgeldern, die sie für
Tanzauftritte bei Hochzeiten, das Segnen neugeborener Babys und
andere Zeremonien erhalten. Die meisten indischen Eunuchen wurden
schon als Babys kastriert, damit sich ihre Körper möglichst weiblich
entwickeln. Sie selbst betrachten sich als Frauen.
Wahlsiege für Eunuchen
Kamla Jaan war 1999 zum Entsetzen des politischen Establishments
zur "Bürgermeisterin" gewählt worden. "Sie" hatte als Unabhängige
kandidiert und errang einen Überraschungssieg, weil viele WählerInnen die
als korrupt geltenden etablierten Parteien leid waren. Jaans Erfolg
löste eine Serie von Wahlsiegen von Eunuchen aus. Drei wurden in
Gemeindeverwaltungen verschiedener Städte gewählt, und vor zwei
Jahren schaffte es erstmals ein Eunuch ins Provinzparlament von
Madhya Pradesh. (APA/AP)