
Wien - Hillary Clinton eint nicht alle Frauen - auch nicht alle Feministinnen: "Mir wär' Barack Obama lieber", gesteht Lea Susemichel. Überraschende Zugänge sind das Rezept der feministischen Zeitschrift an.schläge, die heuer ihren 25. Geburtstag feiert. Susemichel produziert die knapp 50 Seiten der Monatsschrift mit Saskya Rudigier seit rund zwei Jahren. Beide bringen die nötige Grundskepsis gegen alteingesessenen Rolemodels mit. Susemichel: "Wir sind bei allen relevanten Themen anderer Meinung als Alice Schwarzer."
Ob Pornografie oder Kopftuchverbot: Die an.schläge fordern differenziertere Sicht ein und wollen damit vor allem jüngere Frauen und auch Männer ansprechen. "Wir wollen das verstaubte Image loswerden und zeigen, dass Feminismus nichts mit Schwanz-ab und BH-Verbrennen zu tun hat", sagt Susemichel. Mit klarem Layout und gesellschaftspolitisch relevanten Themen, die auf ihren weiblichen Aspekt abgeklopft werden, gelingt das ziemlich klug und abwechslungsreich.
Politik und Promis
Nachzulesen etwa in der März-Ausgabe: Frauen im Nahostkonflikt, ein Interview mit TV-Köchin Sarah Wiener, ein Porträt der Filmemacherin Yvonne Rainer. an.schläge entstand 1983, unter den film-affinen Gründungsmitgliedern waren Synema-Leiterin Brigitte Mayr und die Filmemacherin Andrea Krakora. Mayr erfand den Titel.
Dass der seit Al Kaida einen nicht mehr so tollen Beigeschmack hat, wissen die beiden Redakteurinnen: "Gemeint waren Schreibmaschine, Kundmachung und der gewaltlose Anschlag auf das Patriarchat." Wäre ein neuer Titel nicht zeitgemäß? "Wir haben es diskutiert", sagt Susemichel. "Aber es ist schwierig, einen bekannten Namen aufzugeben." Anfangs erschienen die an.schläge vierteljährlich, ab 1989 monatlich, allerdings mit Turbulenzen: Wurde die finanzielle Not zu groß, erschien die Zeitschrift mitunter gar nicht oder auf nur wenigen Seiten. Seit 1994 gibt der feministische Medienverein Checkart das Magazin nun regelmäßig heraus. Geld ist aber noch immer zu wenig da. Knapp 30.000 Euro bekommen sie vom Frauenbüro der Stadt Wien, vom Bund kamen 2007 tausend Euro, dafür gab's keine Publizistikförderung.
Selbst ist die Frau
Die Redaktion bestreiten Susemichel und Rudigier als Zweifrauenbetrieb: Sie wählen Themen, engagieren Autorinnen, suchen Fotos, kümmern sich ums Layout und betreuen die Produktion bis zur Endfertigung. Sechsmal im Jahr gibt es an.schläge im Wiener Bürgerfernsehen Okto. Die Beiträge stammen ebenfalls von Rudigier und Susemichel. 60 Stunden pro Woche gehen dafür drauf, die Fördergelder reichen nur für je 20 Stunden. Entsprechen sie so nicht dem Klischee der selbstausbeuterisch arbeitenden Frau? "Es ist eine Herzenssache", sagt Rudigier und schmeißt so das nächste Klischee über Bord. (Doris Priesching, DER STANDARD, Print, 8./9.3.2008)
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Eine Auswahl im Aufbau
Only for the records: Zu den Gründerinnen und Mitarbeiterinnen der ersten Stunde der an.schläge zählten, neben Andrea Krakora und Brigitte Mayr, Ingrid Lengheim, Beate Soltesz, Brigitte Morscher, Sabine Perthold und Gabriele Szekatsch. Die allerbesten Wünsche dem engagierten jungen Team, viel Ausdauer trotz langer Durststrecken, jede Menge neue Leserinnen und Abonnentinnen, auch weiterhin so fein zu lesende Artikel, mehr Geld von öffentlicher Hand - Auf die nächsten 25 Jahre!
Und warum tut sie dann alles, um es Männern schwer zu machen, die Anliegen zu unterstützen?
Vor 10 Jahren und davor war ich noch durchaus Unterstützer mancher Forderungen der Feministinnen. Manche früheren gesetzlich verankerten Benachteiligungen waren wirklich durch nichts zu rechtfertigen. Und auch manche Unterstützung für Frauen, um alte Rollenbilder aufzuweichen bin ich durchaus positiv gegenüber gestanden.
Aber was jetzt von den Feministinnen kommt ist nur mehr Jammerei und der krampfhafte Versuch bei allem und jedem als Opfer dazustehen um den Männern ein schlechtes Gewissen einzureden.
Zurecht. Eine Frau, die Gleichberechtigung will, muss sich auch dafür einsetzen, dass die Frauen auch die Wehrpflicht haben. Gleiche Rechte heisst auch gleiche Pflichten.
Und was Versicherungsprämien betrifft: Die Feministinnen wären die ersten, die jammern würden, wenn irgendwo Männer weniger zahlen müssten, wenn sie laut irgendeiner Statistik weniger Risiko hätten.
Aber das ist nach der neuen EU-Regelung ja wieder sehr Gender-Gerecht gelöst: Frauen dürfen bevorzugt werden, aber nicht benachteiligt. Naja. Gleichberechtigung aus feministischer Sicht eben.
der an.schläge und die diskussionen hier zeigen wie wichtig so eine zeitung nach wie vor ist. anscheinend hat der großteil derer die hier ihren senf abgeben, noch nie auch nur einen blick hineingeworfen. ich lese diese zeitung gerade weil sie viel kritischer und feministischer ist als die emma. alles gute, anschläge! weiter so!
dafür,daß sie diese zeitschrift garnicht kennnen,haben sie aber eine menge posting abgelassen,in denen sie ziemlich deutlich stellung gegen diese zeitschrift beziehen...
vielleicht können sie sich in zukunft ja vorher informieren,bevor sie zu einem thema,von dem sie keine ahnung haben,hier das forum zuspammen...
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