
Wien - Eine Singer-Songwriterin und Pianistin mit roten Haaren und fantasievollen Texten mischt derzeit die europäischen Charts ein wenig auf. Es handelt sich dabei aber nicht um Tori Amos, sondern um die in Seattle geborene Alison Sudol, bekannt als "A Fine Frenzy". Ihre Single "Almost Lover" reüssiert vor allem im deutschsprachigen Raum, gleichfalls ihr Debütalbum "One Cell in the Sea" (EMI). Sprachliche Barriere sieht die 22-Jährige keine: "Ich glaube, dass die Emotionen für sich sprechen", meint sie im Gespräch mit der APA in Wien.
Derzeit ist die inzwischen in Los Angeles ansässige Sängerin auf Promotour durch Europa und absolvierte im Zuge dessen diese Woche ein einstündiges Konzert im Moulin Rouge für den Privatsender Puls 4. Dabei durfte natürlich auch die erfolgreiche Herz-Schmerz-Ballade nicht fehlen, die Sudol im Alter von 19 Jahren schrieb und die in Österreich bis in die Top 5 vorstoßen konnte.
Traum, der ein wenig Angst einflößt
Ihre Karriere begann mit einem Major-Label-Deal Mitte 2006, den sie nicht - wie heutzutage fast schon üblich - mit einer Myspace-Seite ergatterte, sondern mit dem Versenden einer Demo-CD an diverse Plattenfirmen. Diese landete "zur richtigen Zeit bei der richtigen Person", sagt die Sängerin. Die erste Reaktion des nach eigener Definition "altmodischen Mädchens" war naturgemäß ambivalent: "Einerseits erfüllte sich für mich ein Traum, andererseits war es auch ein wenig angsteinflößend, dass dieser wahr wurde. Wenn man noch am Ziel arbeitet, ist noch alles abstrakt."
Vor den Stooges
Der Karrierestart verlief aber gut, ein Jahr später spielte sie schon als eine der Vorbands am letzten Tag des in den USA renommierten South by Southwest-Festival (SXSW) - und zwar vor den legendären Stooges. Angst vor dem Publikum und wie dieses auf ihre doch eher ruhige Musik reagieren würde, hatte sie aber nicht: "Für mich war das das Coolste überhaupt. Ich bin keine Person, die mit etwas prahlt, aber in dem Fall erzählte ich es jedem, den ich kannte."
Im Gegensatz zu Tori Amos
Vergleiche mit einer anderen Kollegin, der obig genannten Tori Amos, sieht sie eher als Kompliment: "Ich glaube, es hängt davon ab, was man vergleicht. Manche sehen nur meine Haare und das Piano. Es gibt sicher diese Liebe zu Märchen, die wir beide gemeinsam haben, auch wenn ich im Gegensatz zu Amos die hellere Seite dieser Märchen bevorzuge."
Grundsätzlich tut sich Sudol aber eher schwer, sich selbst zu beschreiben: "Ich dachte eigentlich nie viel über mich nach, aber ich glaube, ich kann sehr hart arbeiten und mich auf Dinge konzentrieren. Ich wollte die Schule schnell hinter mich bringen, damit ich mich auf die Musik beschränken kann. Ein Wunderkind bin ich deswegen nicht." (APA)
Clip zu Song "Born Free" von YouTube gebannt: "Es ist interessant zu sehen, wie wir die Realität beiseiteschieben und den Fake wie Realität behandeln"
Mit "Sellout" kehrt die US-Musikerin dem Pop den Rücken: Jetzt trifft Soul R'n'B und Funk und sie besingt die "Beauty of the World"
Clara Luzia veröffentlicht mit ihrer Band das Album "The Ground Below" und geht damit auf Tour. Sie spielt Popmusik, der die österreichische Provinzialität gänzlich fehlt
Ihre Musik wurde einst verboten, heute singt sie in der ganzen Türkei. Im Herbst besuchte die kurdische Sängerin Aynur Europa
Der US-amerikanische Neo-Folk-Star Joanna Newsom: Zirp, zirp! Harf, harf! oder Keine Schönheit ohne Schmerz
Cherry Sunkist schreibt auf "Ok Universe" Rebellion groß und fängt damit bei sich selber an - die Linzer Musikerin im dieStandard.at-Interview
Die umstrittene 40-jährige irische Sängerin meldet sich mit dem spirituellen Doppelalbum "Theology" zurück
US-Songwriterin schlüpfte für ihr neuntes Studioalbum in Rollen griechischer Göttinnen, um Dualität der christlichen Sicht auf Frauen aufzubrechen
...doch von der subversiven Energie ist heute nur mehr wenig zu spüren: 30 Jahre Rock-Poetin Patti Smith
Die 3 CD-Box "Girl Monster" aus dem Hause Chicks on Speed porträtiert feministische Musikgeschichte von Punk bis Electro-Pop
Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.