Zwischen Mensch und Maschine

6. Mai 2008, 17:53
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    andy urban
    Brigitte Krenn bevorzugt die weiche Definition von „Artificial Intelligence“.

Die Computer-Linguistin Brigitte Krenn setzt auf künstliche Intelligenz und lässt Computer mit NutzerInnen sprechen

Sind Computer eher ein Hindernis oder eine Hilfestellung? Macht sich der Benutzer das Programm untertan oder umgekehrt? Verstehen sich Mensch und Maschine im Alltag einwandfrei? Diese Fragen entscheiden sich täglich an den Arbeitsplätzen und Freizeitkonsolen der Nation. An der Verbesserung des Verhältnisses arbeitet Brigitte Krenn. Sie setzt dabei auf künstliche Intelligenz und entwickelt die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine weiter. Die Sprachwissenschafterin will mit virtuellen Agenten etwa erreichen, dass sich (Computer-)Systeme dem Anwender anpassen, durch die Interaktion mit ihm lernen und den User dann auch gezielt unterstützen können. Computerlinguistik als Spezialgebiet war für sie "naheliegend", die Simulation menschlicher Fähigkeiten am Computer interessierte sie schon während ihres Lehramt_studiums (Deutsch und Psychologie/Philosophie).

Damit outet sie sich als Anhängerin der "weichen" Definition von Artificial Intelligence (AI), während die "harte" den Nachbau menschlicher Fähigkeiten favorisiert. Seit zehn Jahren forscht sie in Wien am Österreichischen Forschungsinstitut für Artifical Intelligence (ÖFAI) und seit März 2006 parallel als Leiterin des Research Studios Smart Agent Technologies.

Die Computerlinguistin beschäftigt sich mit Sprach- und Textverarbeitung. Das reicht von der Analyse von Texten bis hin zur Entwicklung von Embodied Conversational Characters, also "Figuren, die an der Schnittstelle von Mensch und Maschine über natürliche Sprache, Gestik und Mimik kommunizieren". Sie versucht auch mithilfe statistischer Verfahren etwas über die menschliche Sprache zu lernen: "Unsere Erkenntnisse dienen dazu, unterschiedliche Texte automatisch zu verarbeiten, also etwa zahllose E-Mails oder Postings zu sortieren oder filtern", konkretisiert Krenn.

Die 44-Jährige betreut eine Reihe von Projekten: zur Entwicklung von virtuellen Agenten oder ausgefeilten Lernspielen für das Mobiltelefon. Zum Glück passt die Grundausstattung für ihre Arbeit an zwei Schauplätzen zwischen Wien-Ottakring und Innerer Stadt in eine etwas größere Handtasche: Laptop, Handy und Datenkarte.

Lehrerin als Hauptberuf war für Brigitte Krenn eigentlich nie eine Option, die Forschung lockt sie immer noch täglich. Dennoch gingen Lernen und Lehren bei ihr lange Zeit Hand in Hand. Auch Testtheorie, Statistik, Emotions- und Persönlichkeitsmodellierung sind Fertigkeiten aus dem Erststudium, die sie für die Arbeit mit künstlichen Systemen nützt. Am ÖFAI liegt ihr Schwerpunkt mehr auf Grundlagenforschung, im Smart Agent Studio auf der Anpassung von Ergebnissen für die Anwendung - "eine gute Ergänzung".

Während des Probejahrs sondierte die Füstenfelderin mögliche Ausbildungsstätten, die Uni Saarbrücken bot bereits Ende der 1980er-Jahre einen Studiengang Computerlinguistik an. In dem entstehenden Forschungsfeld konnte sie entsprechend rasch an Projekten mitarbeiten. In Österreich kommt ihr Thema "bis heute universitär nur am Rande vor", so Krenn. (Astrid Kuffner/Der STANDARD, Printausgabe 07.05.2008)

jokergirl
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Das ist interessant, ich habe die AI noch nie so in "weich" und "hart" unterteilt gesehen. Ist "hart" jene, die den Turing-Test als Ziel hat?
AI ist ein sehr viel weiteres Feld, als es hier dargestellt wird, und beschränkt sich nicht nur auf User-interaktion und Simulation menschlicher Persönlichkeiten.

Aus wiki: "Major AI textbooks define artificial intelligence as "the study and design of intelligent agents," where an intelligent agent is a system that perceives its environment and takes actions which maximize its chances of success. AI can be seen as a realization of an abstract intelligent agent (AIA) which exhibits the functional essence of intelligence."

Würde trotzdem gerne mehr über diese Forschergruppe erfahren.

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