
So trinkt mann ein Ottakringer, "entweder in der Flasche, oder auch in der Dose." Die Herren aus dem Ottakringer-Spot, einer mit Schnauzer, der andere, ein immer still im Hintergrund sitzender Schau-Trinker, klären über die Möglichkeiten auf, wie so ein Bier getrunken werden kann. Auf die Frage, wer das Bier kaufen muss, kennen die beiden im neuesten Spot nur eine Antwort: Frauen. Der Schnauzer zum Schau-Trinker: "Unsere Frauen haben das falsche Bier eingekauft, das hatte ein Nachspiel".
Wortwitz?
Nicht alle fußballspielenden und/oder biertrinkenden Menschen fanden das lustig. Ein der Marke nicht abgeneigter Wiener Hobby-Fußballclub wollte sich nicht in die Triade "Fußball - Bier - Sexismus" drängen lassen und beschwerte sich saftig. Außerdem wurde schneidig mit Ottakringer-Boykott und mit der Verteilung der unrühmlichen Werbetrommlerei in diversen Mailinglisten gedroht. Die Antwort aus der Marketing-Abteilung ließ nicht lange auf sich warten.
Überraschende Begründung
Die Verantwortlichen veranlassten die sofortige Absetzung des Spots, die Begründung für die Absetzung überraschte aber. Nach einer Entschuldigung für eventuell entstandene emotionale Verletzungen ging die Marketingleiterin zur Erklärung über, warum dieses Sujet unpassend sei und kam zu dem Schluss, dass zum Zeitpunkt der Kampagnengestaltung "die derzeitige negative Berichterstattung (causa Amstetten)" nicht vorherzusehen war. "Der Spotinhalt sollte niemals auch nur annähernd zur Gewaltanwendung anregen" hieß es aus der Marketingabteilung weiter. Es wäre nur verständlich, wenn der Spot nun in Zusammenhang mit den Medienberichten der vergangenen Wochen falsch verstanden werden würde.
Unter welchen Umständen kann der Spot richtig verstanden werden?
Prahlerische Pose
Wäre das Sujet, wenn dieser Fall von Gewalt innerhalb familiärer Strukturen nicht ans Licht gekommen wäre, in Ordnung gewesen? Gewalt gegen Frauen ist schließlich nicht mit Amstetten über Österreich gekommen.
Die Verantwortlichen waren sich außerdem bestimmt schon des längeren bewusst, dass es sich hier um ein "Spiel" mit Worten handelt, das Gewalt an Frauen verniedlicht - in prahlerischer Pose noch dazu.
Im Nachhinein so zu tun, als ob der Spot erst durch "die Berichterstattungen" bestimmten Implikationen ausgesetzt gewesen wäre, ist mehr als kühn. Sicher, mit solchen Auswüchsen familiärer Gewalt will ein Unternehmen nichts zu tun haben, den "Herrn im Haus" spricht man aber freilich gern weiterhin als Kunden an. (beaha, dieStandard.at, 27.5.2008)
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eine entschuldigung - mit einem verweis darauf, dass ich niemensches gefühle damit habe verletzen wollen, aber noch nichts wissen konnte von den jüngsten fällen von rassismus wo (sagen wir mal) asylantInnen misshandelt wurden - würde wohl nicht reichen.
die zielgruppe sind männer? 1. warum sind männer automatisch sexisten? ist das so cool? 2. schau dir mal an wieviel frauen bier trinken!
Nirgendwo steht, dass es Watschn regnet... oder hab ich was überlesen?
Und ja Männer sind bei Bier die primäre Zielgruppe... Weil es einfach mehr männliche Biertrinker gibt. Bei Kosmetik reg ich mich ja auch nicht auf, dass Frauen die Zielgruppe sind.
Sexistische Wortspiele (Männerklischees bemühend) würde ich in Kosmetikspots ebenso ablehnen.
Übrigens boomt d Männerkosmetikmarkt seit Jahren, ebenso wie aus meinem Bekanntenkreis annähernd gleich viele Frauen Bier trinken.
Also würde ich die jeweiligen Zielgruppenschätzungen mal revidieren vgl mit den Zahlen vor 10, 20 Jahren.
Und ganz offensichtlich fanden viele Männer (oder wird angenommen, der angesprochene Fußballverein könne nur aus Frauen bestehen?) den Spot offensichtlich unpassend - auf Amstetten hat sich dabei verständlicherweise niemand bezogen, per Umkehrschluss aus dem Artikel ersichtlich.
Ich für meinen Teil kenne zum Glück keine biertrinkenden Männer, die Spots/Witze über "holma 1 Bier" oder "Nachspiel" lustig finden.
sexistische witze sind demnach vollkommen in ordnung für dich.
ich weiss jetzt ja nicht, ob du zufällig ein kleiner nazi bist. tatsache ist aber, dass es auf dieser welt noch viiiiel mehr sexistInnen als rassistInnen gibt.
keines von beidem ist gut, und doch wird das eine angeblich geächtet und das andere ist vollkommen salonfähig. ist ja eh nicht ernst gemeint. dass aber gewalt gegen frauen, entgegen dem wie sie tun, alltägliche tatsache ist, wissen alle nur zu gut.
und trotzdem, würde ich eine werbung machen mit: 'und letztens im bus, da wollt so a neger nicht aufstehen vom sitz wie ich kommen bin, na des hot oba konsequenzn für ihn gehabt', würd ich wahrscheinlich in richtigen schwierigkeiten stecken.
genau damit löst Du bei Vielen den Reflex "Jetzt erst recht " aus. Ich lach über rassistische Witze, über sexistische, sowie über komische Dinge des Lebens, die sich daraus ergeben,wenn die nicht zu plump für mich sind und eben "Witz" haben. Es ist so viel Vergnügen in der menschlichen Kleinlichkeit. Tabus erlege ich mir garnicht erst auf - und ich glaube, dass es wichtig ist, die Menschen an ihren Taten zu messen, nicht an ein Wenig deppertem Gelächter über "falsche" Inhalte und da kann ich mir für mich bürgen. Wenn Du in dieser Grundstimmung Dein Leben fristest, denn von "Bestreiten" kann dabei ja keine Rede sein, tut mir das leid für Dich - glücklich wirst Du so niemals werden. Schade.
Nur eine Frage:
Sind Sie schwarz oder eine Frau?
Ich kenne keinen Schwarzen und keine politisch interessierte Frau (leider kommt bei viel zu vielen Frauen u va. Mädchen der "Kicherzwang" bei sexistischen Witzen - weil s ja "eh normal" und sie selbst "keine Emanze" ist), die über Machtverhältnis"witze" lachen.
ich finde nicht das "nachspiel" (achtung wortwitz - haha, was haben wir gelacht) blöd, sondern - so typisch klischee - das die frauen das bier für die typen einkaufen. schlimm find ich den spot garnicht, nur eben blöd... und ein bissl schade, weil ich mag die ottakringer linie und nicht zu vergessen das bier :)
(und wenns das eigene ist...).
Natürlich kann man sich´s auch einfach machen, und den Wortwitz in diesem Spot negativ darstellen.
Wie hat Nestroy schon gesagt:
"de wöd steht auf kan foi mehr laung laung laung ...."
Also ich schüttel oft den Kopf worüber man sich auf hier so aufregt, aber den spot fand ich auch irgendwie ungut..
Weil "das hatte ein nachspiel" heißt "es gibt ärger/detschn weil die oide is foische bier kauft hat" und daran gibt es nix herumzudeuten. Das ist für mich alles andere als witzig sondern armseelig.
Abgesehen davon, dass ich mich über diesen primitiven Spot seit der ersten Ausstrahlung geärgert habe, frage ich mich in welchem Jahrzehnt diese unmöglichen Werbefritzen leben! Und weiters allgemein wem die diversen miesen Spots vorgeführt werden und welche Idioten sie für gut befinden.Ob die auftraggebenden Firmen und die Werbeagenturen je einen echten lebenden Kunden der ihre diversen Erzeugnisse kauft (freiwillig oder aus purer Notwendigkeit) gesprochen haben um ein authentisches Bild zu bekommen,wie der Endverbraucher über den Mist wirklich denkt,der ihm da tagtäglich ungefragt per Fernsehen serviert wird!
Ich kann dieses Bier empfehlen:
http://www.youtube.com/watch?v=ZibxcCZWSHI
Ich -Frau - find den Spot witzig. Das Zitat ist aus dem Zusammenhang gerissen, es gibt mehr oder minder Interpretationsspielraum. Als Ganzen ist das Wortspiel schon lustig, genauso wie das aus dem letzten Spot mit "wenn es draußen wieder Helles...". Man muß echt nicht jede Mücke zum Elephanten aufblasen.
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