Nachlese

"Der Begriff Muschi ist ja eine Porno-Domäne"

Dagmar Buchta, 5. Juni 2008, 07:00
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    Monika Herschberger mit einer Venus-Frucht des "Baumes der Erkenntnis"
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    herschberger
    Der Baum des Anstoßes

Installation "Früchte der Venus" im Rahmen des Projekts "Muschis on Tour" von einer Bäuerin abgehängt - Die Künstlerin Monika Herschberger im Gespräch mit dieStandard.at über den "Skandal" im Mostviertel

"Des g'hört vor an Puff, des is ka Kunst!". Die Empörung von Maria Stehr, Besitzerin jenes Grundstücks, auf dem ein Baum als Objekt der Installation "Früchte der Venus" Verwendung gefunden hatte, war groß. So groß, dass sie einen Tag nach der Eröffnung am 23. Mai - dieStandard.at berichtete - die fünfzig Objekte einfach abgeschnitten hat. Und dies trotz vorheriger Einwilligung, ihren Baum, der sich in Peutenburg bei Scheibbs befindet, zur Verfügung zu stellen.

Die Künstlerin Monika Herschberger erfuhr von dieser Aktion erst tags darauf und sucht nun dringend einen neuen Baum im Mostviertel, der die "Früchte der Venus" bis Ende August beherbergen möchte. Angebote gerne an unser Postfach: dieredaktion@diestandard.at.

Im Gespräch mit Dagmar Buchta erzählt Monika Herschberger von ihren Vermutungen, wie es dazu kommen konnte sowie von der Symbolik des weiblichen Genitale, ihre Intentionen und Wünsche.

dieStandard.at: Sie sind von der Bäuerin nicht informiert worden, dass sie die Objekte entfernen wird?
Herschberger: Ich nicht, die Frau Stehr hat die Organisatorin Heidemarie Just-Bauer angerufen und von ihr erfuhr ich es dann.

dieStandard.at: War Frau Stehr nicht ausreichend informiert? Wusste sie nicht, wie die Installation aussehen wird?
Herschberger: Natürlich wurde sie genau aufgeklärt, wie die Objekte ausschauen und was sie darstellen. Sogar Begriffe wie Vulva, Vagina, Muschi sind gefallen.

dieStandard.at: Wie erklären Sie sich dann die Aufregung?
Herschberger: Ich habe scheinbar unterschätzt, dass es am Land schwieriger ist. Die Tabus größer. Die Bäuerin sagte auch, dass die Schulkinder vom "Muschi-Baum" reden und das ginge nicht. Und viele andere Anrainer bezeichneten meine Installation als pornografisch.

dieStandard.at: Obwohl die Objekte total harmlos aussehen?
Herschberger: Ja, es ist wirklich verrückt. Aber anscheinend reicht allein die Vorstellung schon aus. Sexualität wird nur in ein bestimmtes Eck gestellt, seien es pornografische Seiten im Internet, die Seite 3 in der Krone oder die Omnipräsenz des (weiblichen) Körpers in der Werbung. Wenn man das verlässt, stößt man anscheinend auf Widerstand.

dieStandard.at: Glauben Sie, dass dabei die vaginalen Termini das Problem bilden?
Herschberger: Der Begriff "Muschi" ist ja eine Porno-Domäne. Ich wollte ihn mir aneignen, liebevoller, mit einem eigenen Zugang zum eigenen Geschlechtsorgan. Es geht darum, den Frauen ein positives Körper-Selbst-Bild zu vermitteln.

dieStandard.at: Tabus aufheben bzw. von patriarchalen Konnotationen wegführen?
Herschberger: Ich beschäftige mich schon lange mit der Symbolik der Vagina in Geschichte, Religion und Kunst. Und jetzt hab' ich gesehen, dass sie mit den Design-Vaginas aktuelle Relevanz hat, erschreckend. Das hängt mit dem Schönheitswahn zusammen, überall wird geschnipselt, ein natürliches Schönheitsempfinden gibt es nicht. Auf der anderen Seite die Genitalverstümmelungen. Auch die Menstruation darf ja nicht sein, Frauen müssen immer perfekt, immer sauber sein.

dieStandard.at: Also ist das weibliche Genitale auf der einen Seite tabuisiert, auf der anderen Seite pornografisiert?
Herschberger: Ja, so etwas wie ein Mysterium, weil es ja von außen nicht sichtbar ist. Da fällt mir das Buch ein "Unten rum, die Scham ist nicht vorbei". Männer dagegen wachsen damit auf, nehmen beim Pinkeln den Penis in die Hand, vergleichen sich. Bei Mädchen regiert nach wie vor die Scham.

dieStandard.at: Die so genannte "sexuelle Revolution" im Zuge der 68er hat also nichts gebracht.
Herschberger: Nur den Männern. Die Mädchen sind zwar alle früh aufgeklärt, aber extrem unter Druck. Sie haben den Eindruck, dass sie so früh wie möglich mit jemandem schlafen müssen und auch immer einen Orgasmus haben. Das sagen ja alle Zeitschriften. Die Mädchen sind extrem unter Druck.

dieStandard.at: Und die weibliche Eigenmacht und Lust bleiben dabei auf der Strecke. Was war der Einstieg für Ihre Beschäftigung mit der vaginalen Symbolik?
Herschberger: Ich hab' die Geschichte über die Baubo gelesen. Baubo kann mit ihrer Vagina sprechen, sie erzählt Witze und bringt Demeter damit zum Lachen. Mir gefällt diese sinnliche Lebensbejahung voller Witz.

dieStandard.at: Sie möchten mit Ihren Muschi-Objekten ein starkes weibliches Körperbild transportieren, den Mädchen und Frauen zum eigenen Körper Mut machen. Ein Spruch zum Abschluss?
Herschberger: Liebe deine Vagina wie dich selbst! Lerne, den Körper zu lieben und seine Grenzen zu setzen!

Nachlese
Muschis am Baum

Website der Künstlerin
www.herschberger.at/

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floehli
00

dazu passt noch das buch "feuchtgebiete" von charlotte roche.. ;)

also der kommentar mit den schulkindern is ja schon zum schenkelklopfen...wo lebt die frau denn? in dem alter wissen kinder mitlerweile schon mehr und haben schon viel mehr gesehen als ausschließlich die äußeren geschlechtsmerkmale.
aber ja, da ist österreich wieder zu prüde. das wär in einem "puff" besser aufgehoben, wo das ganze zeug weggesperrt werden kann und dann tun wir alle so als wären wir noch grün hinter den ohren.
die frau tut mir leid. die kann wahrscheinlich nicht mal muschi aussprechen...
der künstlerin viel glück - vielleicht in einem anderen land...

Rosa Stahl
03
10.6.2008, 09:19

Wissen?????

Erst kürzlich hat mir eine Schulärztin bestätigt, dass Pubertierende so gut wie nichts wissen, weder hinsichtlich der Funktionen ihrer Körper noch hinsichtlich Verhütung. Das einzige, was man - laut Schulärztin - vielen kids deutlich anmerkt, ist eine unglaubliche Hypersexualisierung: dreiviertelnackert im Unterricht, aufreizend bis ordinär ... aber mit WISSEN oder gar verantwortungsvollem Umgang mit Sexualtiät hat das absolut nichts zu tun.

floehli
00
11.6.2008, 14:38

ich stimme ihnen da shcon zu. ich meinte dieses "wissen" nicht in hinsicht auf einen verantwortungsvollen umgang mit sexualität, sondern meinte eher, dass kinder u jugendliche wohl durch die übersexualisierung eher nicht vom wort oder bild "einer muschi" schockiert oder überfordert sind.
wobei mit mädchen noch immer glaube ich über "da/das da unten" gesprochen wird. ich glaub da gibts beide extreme...

deiml
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ich frag mich

ob die dame jemals mtv gesehen hat.

Felix Pichlmayer1
 
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Muschi ist Dany Sigel

in dem Film Mariandls Heimkehr (1962)

vonwegen Porno-Domäne

. g.bac
00
text

herbstwetter
00

Windbäckerei mit Mascherl

GOTT (himself)
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Schade, hätte 3 riesige Kastanienbäume anzubieten

bin aber nicht im Mostviertel zu Hause.

Andernmal vielleicht...

Simplicius Simplicissimus
55
Eigentlich ...

... sind alle Geschlechtsorgane ziemlich hässlich und unästhetisch. Wäre da nicht der Trick mit der Hormonausschüttung durch optische und gerüchliche
Reize, wir würden aussterben. Ansonsten scheinen mir
die auf Bäumen wachsenden Verklärungen zu wenig nass.

Leo Laokoon
00

zu wenig nass?
die feuerwehr muss her!

Der Hasenflüsterer
05
Sie können einen wunderschönen, strammen Penis doch nicht mit einer...dings...vergleichen!

4simo
04
der wunderschöne stramme penis hat nur einen nachteil

er verwandelt sich recht schnell in ein schlapp hängendes schwanzerl....was er die meiste zeit des tages dann auch bleibt....
:))))

Voronwe
00

Also das er die meiste Zeit nur "abhängt", ist wohl besser so. Noch schlimmer als Viagraabhängigkeit muss nämlich eine Dauererektion sein.. ^^

4simo
01
:)

um bequemlichkeit gibgs aber nicht.. sondern um *schönheit*

:)

Lady Prudence of Fairfax
01

und in dem anderen zustand wirkens immer so desperat und aufdringlich...wie damals in der schule die streber aus der ersten reihe "bitte, bitte, bitte!!!!" na ja, schönheit liegt im auge des betrachters.

PLAYER 1
00
Wenn Ihnen der Ganztagesstramme zum Vorteil gereichen würde

haben Sie wohl sonst keine anderen Hobbys.

4simo
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es besteht ein unterschied zwischen

anschauen
und begreifen wollen!

PLAYER 1
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Da haben Sie recht

Die nennt man (zumindest bei den Männern) Spanner.
Wenn es nur zum anschauen ist, tuts einer zum aufblasen auch.
Frauen begreifen zu wollen, hab ich auch schon aufgegeben, da verstehe ich den Unterschied durchaus. :-)

doppelhelix
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10.6.2008, 10:54

...anscheinend begreifen Sie ALLE Männer....

cooooool

PLAYER 1
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10.6.2008, 12:19

Ist ja nicht mein Ding. Dafür verstehe ich aber den Großteil der Männer.

Rote Zecke
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Es war hier vom (angeblich besseren) Aussehen (des männlichen Glieds) die Rede.

- siehe Posting "Hasenflüsterer" oben -

PLAYER 1
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Und siehe Beitrag

von '4simo' wurde auf ein Manko verwiesen, welches im normalfall doch mehr eines in der Nutzung, denn in der Optik darstellen würde.
'Der Hasenflüsterer' schrieb 'Sie können ..... doch nicht mit einer...dings...vergleichen' und nicht vergleichen können, bedeutet für mich auch, eines nicht als besser oder schlechter aussehend zu bewerten.
Warum auch immer, finde ich persönlich, das ....dings... doch reizvoller, nur nicht als Teil meines Körpers.

4simo
00
10.6.2008, 15:49
ich hab auf kein manko verwiesen

ich hab über eine realität verwiesen.....

und im grunde war das nur eine schmunzel antwort der zwischengeschlechtlichen schönheitswettbewerbs....

:))))))))

4simo
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10.6.2008, 19:35
ich seh schon sie dürfen nicht mehr....

:)
ich bemühe mich die einseitigkeit zu vermeiden...
aber in wahrheit ist es der versuch gleichzeitig sich und der welt in die augen zu schauen, und das funktioniert per se nicht....

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