Kein Bedarf am "Goldenen Schnitt"

24. Juni 2008, 12:56

Gabriele Reidinger ist mittlerweile 46 und fürchtet sich höchstens vor "zielgruppenspezifischer Werbung"

Liebe Altersfreundinnen und Jüngere,

Keine Sorge, mit dem 40er ändert sich eigentlich gar nichts. Inzwischen habe ich vor einigen Tagen den 46. gefeiert und fühle mich noch immer eher 10 Jahre jünger als "klimakterisch aufgerundet 50" (wie ein netter Freund anmerkte). In unserer Generation hält man sich einfach fit, ist modisch und gewohnt, sich zu pflegen. Was machen da erste Fältchen oder einzelne weiße Haare schon aus? Zusätzlich habe ich das Glück, selbständig in einem Beruf zu arbeiten, in dem jedes Jahr Erfahrung wertvoll ist und der mir wahrscheinlich auch mit 65 noch Spaß machen wird.

Amüsant sind allerdings Erfahrungen mit "zielgruppenspezifischer Werbung". So bekam ich vor einigen Jahren einen netten Modekatalog "Goldener Schnitt", in dem launig angesprochen wurde, dass wir Frauen ab 40 ja so langsam unsere Figurprobleme hätten, wie schwer es sei, gut (und dabei bequem!) angezogen zu sein. Die Lösung lag scheinbar in madamiger, "figurumspielender" Mode in gedeckten Farben, Röcke und Hosen mit praktischem Dehnbund.

Ich freue mich schon, wenn ich in vier Jahren der Gruppe 50+ angehöre und Einladungen zu diversen Seniorenmessen und Heizdeckenfahrten bekomme.

Nachdem ich vorhabe 90 zu werden, habe ich aber noch das halbe Leben vor mir und viel Zeit für neue Erfahrungen, interessante Aktivitäten und Spaß mit Partner, Familie und Freunden.

Von Gabriela Reidinger