"Ohne Druck", dafür aber mit Leistung an die Spitze

29. Juni 2008, 19:05
  • Artikelbild: Konservatives Rollenmodell: Maria Schaumayer - Foto: REUTERS/HEINZ-PETER BADER
    Konservatives Rollenmodell: Maria Schaumayer
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Hildegard Burjan, Marga Hubinek, Angela Merkel, Elisabeth Noelle-Neumann, Margarethe Ottilinger, Ayn Rand, Grete Rehor, Schwester Maria Restituta, Maria Schaumayer, Condoleezza Rice, Margaret Thatcher, Ursula von der Leyen, Ursula Plassnik und Erika Weinzierl. - Foto: Verlag noir
    Vorgestellt werden Hildegard Burjan, Marga Hubinek, Angela Merkel, Elisabeth Noelle-Neumann, Margarethe Ottilinger, Ayn Rand, Grete Rehor, Schwester Maria Restituta, Maria Schaumayer, Condoleezza Rice, Margaret Thatcher, Ursula von der Leyen, Ursula Plassnik und Erika Weinzierl.

In "Stichwortgeberinnen" werden Vorbilder für Frauen vorgestellt und einem "konservativen Feminismus" das Wort geredet

"Die "konservative Frauenpolitik", es gibt sie - folgt man den HerausgeberInnen des Buches "Stichwortgeberinnen", das im Juni im ÖVP-Verlag „Noir" erschienen ist. Porträtiert werden darin 14 herausragende Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft, die allesamt mit einer konservativen Agenda im weitesten Sinn ausgestattet sind.

"Spannender Begriff"

Zuletzt trat der "konservative Feminismus" ja in Deutschland in Erscheinung, als Familienministerin Ursula von der Leyen ihn als "spannenden Begriff" für ihre eigene politische Linie zur Diskussion stellte. Mit den ausgewählten Lebensläufen im Buch "Stichwortgeberinnen" wollen die HerausgeberInnen nun dem wenig akzentuierten Begriff Leben einhauchen: Maria Schaumayer, Österreichs erste Nationalbankpräsidentin, die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, Ursula von der Leyen, die neoliberale Vordenkerin Ayn Rand und US-Außenministerin Condoleezza Rice zählen ebenso zu den Porträtierten wie Erika Weinzierl und Schwester Maria Restituta. Was eint alle diese Frauen?

Für Christian Moser, der das Buch gemeinsam mit Carmen Wappel konzipiert hat, liegt der rote Faden bei der Auswahl in den eigenständigen Lebenswegen, die die porträtierten Frauen gegangen sind. "Die Auswahl ist bewusst heterogen, aber sie alle können als Vorbilder für Frauen verstanden werden," erklärt er gegenüber dieStandard.at Dass dabei sehr unterschiedliche politische und moralische Vorstellungen nebeneinander stehen, stört demnach nicht.

Rosa Faden

Wenngleich die porträtierten Frauen nicht immer direkt auf Emanzipation oder ihre Stellung als Frau in der Gesellschaft Bezug nehmen, ergibt sich für die aufmerksame LeserIn doch ein rosa Faden, was das Menschenbild dieser Vorbilder betrifft. Viel ist von Leistung die Rede, von Leistungsbereitschaft und dem Glauben in die eigenen Fähigkeiten. Maria Schaumayer lehnt Frauenquoten etwa als "leistungsfeindlich" ab, auch wenn sie sonst Fördermaßnahmen für Frauen begrüßt.

Meint konservativer Feminismus also, dass Frauen alles erreichen können, wenn sie nur genug Leistung und das nötige Selbstvertrauen mitbringen? Moser will die strukturelle Dimension von weiblicher Diskriminierung nicht ignorieren, aber: "Den strukturellen Zwängen können Menschen mit Eigenständigkeit ein Stück weit entfliehen. Das beweisen ja die Lebensläufe dieser Frauen." Außerdem sei der Leistungsbegriff im Buch sehr weit gefasst, also nicht nur auf Geld und Karriere bezogen: "Wenn Frauen entscheiden, ins Kloster zu gehen oder nur für ihre Familie dazusein, dann ist das in unseren Augen genauso eine Leistung," so Moser.

Den Druck nehmen

Frauen den Druck zu nehmen, in allen gesellschaftlichen Feldern "top" zu sein, also neben der perfekten Karriere auch noch die liebende Mutter und Ehefrau geben zu müssen, sei dabei entscheidend. Ob dieser Anspruch allerdings durch die Auflistung herausragender Persönlichkeiten erfüllt werden kann, bleibt fraglich.

"Stichwortgeberinnen" bietet eine leicht lesbare Innenansicht über Vorbilder im konservativen Gewand. Ein stärkerer Fokus auf Geschlechterbilder hätte die Lektüre bereichert zur Klärung der Frage, was "konservativer Feminismus" eigentlich sein soll. Das partnerschaftliche Geschlechterverhältnis, wie im Vorwort als Charakteristikum angeführt, kann es nicht allein sein ... schließlich ist es den anderen Feminismen auch nie um die Unterwerfung der XYler gegangen. (Ina Freudenschuß, dieStandard.at, 29.6.2008)

 

Stichwortgeberinnen
14 Porträts erfolgreicher Frauen aus Politik und Wirtschaft
edition noir
Wien 2008
ISBN: 978-3-9502494-9-1

 

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22 Postings
dr. henry metzger
02.07.2008 11:27

es ist sicher kein zufall, dass mit ayn rand eine apologetin des geschlechter-essentialismus in die portraitsammlung aufgenommen wurde.

Mac Smith
01.07.2008 13:59
Die Auswahl ist bewusst heterogen, aber sie alle können als Vorbilder für Frauen verstanden werden

So, so, Kriegstreiberin Rice als feministisches Vorbild?
Warum nicht noch Maggie Thatcher oder Ilse Koch?

saxophon
30.06.2008 11:34

[...]Meint konservativer Feminismus also, dass Frauen alles erreichen können, wenn sie nur genug Leistung und das nötige Selbstvertrauen mitbringen?[...]
Unerhört.
Man erinnere sich welche Neid- und Haßgefühle Arnie ausgelöst hat, weil er, aus dem Land der Parteibonzen und Quotenfrauen stammend, die Frechheit hatte es aus eigener Leistung zu schaffen.
Kaum ein Verbrecher wiegt schwerer als es durch eigene Leistung zu etwas zu bringen. Das wird als Verrat angesehen.

sociovation
30.06.2008 13:52
Das Wort "Leistung"

im Zusammenhang mit dem "Lebenswerk" von Arnold Schwarzenegger ist eine unerhörte Provokation für jene, die in ihrem Leben wirklich schuften müssen, um sich und ihre Familie durchzubringen.

María José
01.07.2008 09:28
Da zahlt man ständig brav die Parteisteuer und kuscht brav in der Gerwerkschaft oder beim Bauernbund und dann schafft es einer mit Leistung und Talent. EINE FRECHHEIT!


Der Neid ist ein Hund. Und er tut soooo weh und verdirbt und jede Freude am Leben. :-)

Warum haben Sie es nicht so gemacht wie Arnie? (Oder wenigstens so wie wie DJ Ötzi?)

zu untalentiert oder zu faul?

Ich hätte das nicht geschafft, was Arnie geschafft hat und ich gönne ihm seinen hart erarbeiteten Erfolg.
Es ist kein Zufall, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein.

Der Hasenflüsterer
06.07.2008 18:53
Der Mann hat eine Weltkarriere gemacht die ihresgleichen sucht.


Eine beeindruckende Biographie.

sociovation
30.06.2008 08:24
"Konservativer Feminismus"

ist, wenn Frau Manager ihre Kinder bei Frauen zur Betreuung abgibt, welche keine 1000 Euro im Monat verdienen und neben dem Job im Kindergarten einen zweiten brauchen, um ihre eigenen 4 Kinder durchzubringen.
So ist die Realität im Pfarrkindergarten bei uns in der Gemeinde.

mrs. gloria patch
30.06.2008 09:22
und weiter?

aber sie meinen ja wohl nicht, dass "frau manager" die schlechte bezahlung des personals des pfarrkindergartens zu verschulden hat. soll sich "frau manager" stellvertretend für den arbeitgeber ein schlechtes gewissen machen?
und wieder: die erfolgreiche frau und mutter als klassenfeind.

sociovation
30.06.2008 13:51
Die erfolgreiche Frau und Mutter

steht hinter jenen gesellschaftlichen Kräfte,
welche für die hemmungslose Ausbeutung erfolgloser Frauen und Mütter verantwortlich ist.
Ja, die erfolgreiche Frau und Mutter ist der größte Feind jener Frauen, welche hart arbeiten müssen, um ihre Familie durchzubringen.
Die Frauensolidarität über Klassengrenzen hinweg ist in diesem Land gleich Null.
Aber: Nennt mir ein Land, wo das anders ist...

dr. henry metzger
02.07.2008 11:28

heißt das, sie sind der meinung, dass erfolgreiche frauen nicht hart arbeiten müssen?

Mac Smith
01.07.2008 14:32
"Aber: Nennt mir ein Land, wo das anders ist..."

Fragen Sie "mond01", sie wird Ihnen dutzende Beispiele für vergangene und aktuelle Beispiele für funktionierende Matriachate nennen können (oder auch nicht).

Susi Stattnam
30.06.2008 14:25
wieso ist es nur so typisch, dass der erfolgreiche Mann und Vater

hier keinerlei Verantwortung zu uebernehmen hat?

MarioV 
01.07.2008 07:33

Männer sollen
a)wirtschaftlich erfolgreich sein und möglichst viel Geld heimbringen
b)sich nebenbei nicht auf die Karriere konzentrieren und möglichst viel Zeit mit den Kindern verbringen.
Ein Widerspruch!

Zudem legt eine absurde Doppelmoral fest:
Mann der Geld verdient um Familie zu ernähren und die Kinder von der Kindesmutter betreuen lässt
->BÖSE
Frau die zwecks Selbstverwirklichung die Kinder von Fremden betreuen lässt
->GUT

dr. henry metzger
02.07.2008 11:31
falsch:

eltern, die sich arbeit und verantwortung aufteilen -> gut.

väter, die sich die weißen hemden von ihrer hausfrau bügeln lassen -> fragwürdig.

schlagwortkeule selbstverwirklichung -> nicht nur polemisch sondern auch altmodisch.

MarioV 
03.07.2008 10:10

[...<]eltern, die sich arbeit und verantwortung aufteilen -> gut. [>...]
Somit eine Frau die arbeiten geht und mit einem Hausmann verheiratet ist böse?

Abgesehen davon ist eine gleiche Aufteilung von den Rahmenbedingungen her kaum möglich. Kein Mann kann sagen: "Morgen Nachmittag kommt meine Frau statt mir ins Büro."

[...<]schlagwortkeule selbstverwirklichung -> nicht nur polemisch sondern auch altmodisch.[>...]
Es ist eine Tatsache das es Bestrebungen gibt Kinderbetreuungsplätze zu schaffen, damit die Frau etwas dazuverdienen kann. Im Gegensatz zum Versorungsgehalt herrscht hier keine unbedingte Notwendigkeit.
Warum also ist diese Form der Kindsabgabe gut, während die des Mannes zwecks Familienerhalt böse ist?
Doppelmoral!

dondiva
30.06.2008 18:48

vielleicht weil männer nicht thema dieses buches sind?

sociovation
30.06.2008 17:10
Weil das hier

nicht das Thema ist.
Natürlich ist es so, dass Mann Frau seit Jahrtausenden ausbeutet - was ist aber feministisches daran, wenn Frau Frau ausbeutet. Können Sie mir das erklären?
Und glauben Sie mir - in der Frage der Kinderbetreuung ist genau das der Fall.
Daher fordere ich Frauensolidarität, Frauensolidarität und noch einmal Frauensolidarität - und zwar gerade über alle Standesgrenzen hinweg!!

Lectrice
02.07.2008 23:30
Also das war eine gegenseitige "Nutzniessung" mit genau festgelegten Rollen ohne Abweichungsmöglichkeit für Mann o. Frau. Auch Frauen haben Männer genutzt um ihre soziale Lage zu verbessern usw.

Und soll ich jetzt mit Frauen solidarisch sein, weil sie weniger Erfolg im Leben haben? Soll ich solidarisch sein, weil sie Frauen sind u. zB noch immer ihren Job danach auswählen eben zB Ferien zu haben usw.
Soll ich ein schlechtes Gewissen haben, weil ich 10-12 Std. arbeite und jemand, weil er mehr Freizeit will weniger arbeitet u. verdient? Das ist ja höchst lächerlich. Konsequenterweise müsste ich dann auch mit jedem BillaverkäufER solid. sein.

Fordern Sie lieber Solidarität von den Vätern bei der Kindererziehung u. Aufteilung d. Haushalts und v. Frauen das Rückgrat hinter ihren Wünsche u. Zielen zu stehen u. diese um- und durchzusetzen . Das brächte i.d. Realität weit mehr u. würde mehr ändern als das ewige Patriarchengewäsch.

MarioV 
01.07.2008 07:33

Der Mann beutet die Frau aus? Wann und wo?

advent advent
28.12.2008 22:21

wieviel vaeter kennen sie die die haelfte der kindererziehungsarbeit uebernehmen?

Winni Wahn
30.06.2008 14:39
danke für den "einwurf" !

diese diskussion weiter oben hats wieder schön gezeigt: die verschiedenen frauentypen werden gegeneinander aufgehetzt, obwohl sie sich wohl alle den allerwertesten aufreissen und die lieben väter könnten sich zurücklehnen und über die zickenkriege lachen!

Mac Smith
01.07.2008 14:35
"die verschiedenen frauentypen werden gegeneinander aufgehetzt"

Werden gegeneinander aufgehetzt?
Da braucht's keine "lieben Väter", das schaffen "die Frauen" (Herrman und Schwarzer sind beide welche) auch selber.

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