
Mistkübel, Molotowcocktails, faules Gemüse und Eier flogen in Richtung Polizei und Teilnehmer der Gay-Parade. PolitikerInnen wurden geohrfeigt, bespuckt und mit Bier übergossen.
Die Bierdose in der linken Hand, die rechte zur Faust geballt, das Gesicht vor Hass verzerrt, brüllte der Mittvierziger im schwarzen T-Shirt, das seinen Bauch kaum verhüllte: "Schwules Pack, kommt doch her, wenn ihr euch traut!" - "Wieso schützt ihr die schwule Gyurcsány-Regierung?", schrie neben ihm eine spindeldürre, vor Trunkenheit bereits wankende Gestalt mit nacktem Oberkörper in Richtung des Polizeikordons am Heldenplatz. Hundert Meter weiter, in der Mitte des Platzes, griff eine Gruppe vermummter Neonazis einen Polizeitrupp an. Es regnete Molotowcocktails, Pflastersteine und Bierdosen. Die Ordnungshüter drängten die Angreifer mit Tränengas und Wasserwerfern ins angrenzende Stadtwäldchen zurück.
"Schwule verreckt!"
Die Gay-Pride-Parade der ungarischen Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen ging am Samstag dennoch einigermaßen geordnet über die Bühne. Die Polizei schützte den Umzug der rund 1500 TeilnehmerInnen, so gut sie konnte. Der rechtsextreme Mob, der seit den regierungsfeindlichen Unruhen vom Herbst 2006 zur Konstante des öffentlichen Lebens in Ungarn geworden ist, wollte Blut sehen. "Dreckige Schwule, verreckt!", erschallte es vom Rand der mit Gittern verstellten Strecke, die vom Stadtzentrum zum Heldenplatz führte. Immer wieder flogen Eier, faules Gemüse und Bierdosen gegen den farbenfrohen Umzug.
57 Festnahmen, zwölf verletzte PolizistInnen, zwölf beschädigte Polizeifahrzeuge, lautete die Bilanz der Budapester Sicherheitskräfte am Sonntag.
Von einer "Lynch- und Pogromstimmung" sprach die sozialistische Europaabgeordnete Katalin Lévai. Sie und der frühere Staatssekretär Gábor Szetey wurden am Ende der Parade von einem Polizeiwagen in Sicherheit gebracht. Szetey hatte sich im Vorjahr als homosexuell geoutet, das bisher prominenteste Coming-out in Ungarn. Der liberale Politiker Gábor Horn wurde nach Verlassen der Veranstaltung von Neonazis bespuckt, geohrfeigt und mit Bier übergossen. Der bekannte Radioreporter József Orosz bekam Prügel.
Bereits im Vorfeld der Parade hatten einschlägige Internet-Foren zu Gewalt aufgehetzt. In der Woche davor waren zwei Molotow-cocktail-Anschläge auf Schwulen-Lokale verübt worden. Dabei findet der Umzug bereits seit zwölf Jahren statt. Zu gröberen Übergriffen war es erstmals im Vorjahr gekommen, wo sich die Polizei eher passiv verhalten hatte. Heuer nahm sie die Parade in Schutz. Dass es dennoch so gewalttätig zuging, zeigt, wie sehr die gewaltbereite, rechtsextreme Szene in Ungarn inzwischen erstarkt ist. (Gregor Mayer aus Budapest, DER STANDARD, Print, 7.7.2008)
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Will da jemand auf dem Rücken anderer Propaganda betreiben?
Ist denn der Anlass wirklich nur purer Anlass eben?
Mir kommt jedenfalls vor, dass beiden Seiten das gegenseitige Mobbing ganz gut gelegen kommt.
Und das alles auf dem Rücken der friedvollen Majorität.
"Kriege" zetteln immer Frustrierte an. Das Gros gefällt sich ja untereinander.
In vielen Ländern ist zB Inzest nicht verboten.
Was würden all die Freunde der `Libidoschisten´ von einer Parade halten, wo Geschwister, Mütter mit Söhnen, Väter mit Töchtern Hand in Hand für eine Gleichberechtigung, ja gar für das Recht auf Ehen demonstrieren würden?
Gar dabei geborene Kinder dem Publikum als Pfand vorführen würden?
Lässt sich denn sexueller Zoff auf der Strasse entledigen?
ich habe seit 3 jahren bereits einen wasseranschluss mit armatur und 10 meter wasserschlauch um auf den innenhof die besoffenen und fussball-spielende kinder
ab 22 uhr bis 6 uhr frueh zu vertreiben. wasser ist noch das einfachste mittel und in wien sehr hilfreich, kann ich nur empfehlen.
... gegen homosexuelle in europa zunimmt.
allerdings werden diese rechtsradikalen dabei von diversen parteien wie der z.b. unserer allseits geschätzten övp unterstützt. verbale gewalt und diskriminierung ist scheinbar gesellschaftstauglich geworden. damit ist ein nettes feindbild geschaffen worauf sich rechtsradikale dann stürzen können.
und du leidest wohl unter selektiver wahrnehmung.....bei den g8-gipfel protesten werden von tausenden teilnehmern ein paar wenige festgenommen und diese werden, egal ob rechts oder links, niemals belangt und spätestens am nächsten morgen wieder in freiheit gegeben.
tausende menschen stehen um ein polizeiauto mit ein paar polizisten darin.
das auto wird attakiert, mit eisenstangen wird aufs auto eingeschlagen, mit einem rammbock werden die fensterscheiben eingeschlagen um ins wageninnere zu gelangen.
und ein polizist, der vor dutzenden von menschen, die mit eisenstangen und baseballschlägern umringt ist, die schon in den wagen eindringen, weiß aus angst sich nicht anders zu helfen als zu schiessen....
desweitern-wieviele von geschätzt 80.000 demonstranten wurden verhaftet? und wieviele wurden mehr als 12 h festgehalten?
Sie vergessen, dass der Polizist über den Erschossenen zur Sicherheit noch zwei mal drübergefahren ist.
Davon abgesehen, dass bei einer nächtlichen Aktion friedlich in Schulen übernachtende Aktivisten von der Polizei systematisch zusammengeschlagen wurden, einige ins Koma. Bei dieser Aktion haben einige bleibende Schäden davongetragen, einem Jornalisten wurden 14 Zähne rausgeprügelt.
Danach wurden ihnen von der Polizei Falsche Beweismittel untergeschoben (was gerichtlich bestätigt wurde).
Weiters wurden 45 Staatsbedienstete (Polizisten, Gefängniswärter und Ärzte) schuldig gesprochen, gefangene Aktivisten im Gefängins von Bolzaneto mental und Körperlich misshandelt zu haben.
Gefordertes Strafmaß für die AktivistInnen: insg. 225 Jahre.
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