Anorexia Athletika: Hungern für den Sieg

11. August 2008, 12:56

Essstörungen bei jungen SportlerInnen im Vormarsch - Ästhetische Sportarten besonders gefährdend

Graz - Schneller, höher, stärker - dünner: Auf der Jagd nach sportlichen Triumphen besteht die Gefahr, dass sich SportlerInnen schlank hungern, um bessere Leistungen zu bringen. Die absichtlich herbeigeführte Magerkeit kann Beginn einer lebenslangen Essstörung sein - und sie greift auch schon bei Kindern und Jugendlichen um sich, warnte ein Team von MedizinerInnen an der Uniklinik für Kinder- und Jugendheilkunde in Graz.

"Anorexia Athletica"

Sportliche Spitzenleistungen werden oft mit leichten, schlanken Körpern in Verbindung gebracht. "Der Übergang vom 'Hungern für den Sieg' in eine Essstörung ist fließend", warnte Peter Scheer, Leiter der psychosomatischen Station und Ambulanz der Abteilung für Pädiatrie der Grazer Kinderklinik. Die "Anorexia Athletica", die gewollte Abnahme des Körpergewichtes bzw. des Körperfettanteils bei SportlerInnen, wurde in den 1980er Jahren erstmals als Essstörung bei LeistungssportlerInnen beschrieben. Sie kommt aber in zunehmendem Maße auch bei Breitensportlern vor - und das auch schon in jungen Jahren.

"In der Hoffnung auf Höchstleistungen hungern sich auch schon Kinder und Jugendliche immer häufiger zu einem schädigenden Niedriggewicht herunter. Viele sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal in der Pubertät", schilderte Scheer im APA-Gespräch. 50 Prozent der seiner Station zugewiesenen magersüchtigen Mädchen und fast 100 Prozent der Buben betreiben Leistungssport und leiden unter direkten oder indirekten Folgen der Mangelernährung: Ihre körperliche und soziale Entwicklung ist eingeschränkt, das Wachstum verzögert, die Knochendichte herabgesetzt.

"Ästhetische" Sportarten besonders gefährdend

"Jugendliche sind besonders gefährdet, weil sie ihre Grenzen noch nicht kennen. Der Sieg kann ihnen wichtiger werden als die Gesundheit", so Scheer. Besonders risikobehaftet seien Jugendliche, die "ästhetische" Sportarten (z.B. Ballett, Eiskunstlauf, Kunstturnen usw.) betreiben, die sich in gewichtsabhängigen Disziplinen wie Judo, Karate und Skispringen engagieren oder in Ausdauersportarten (Skilanglauf, Schwimmen, Radrennen) aktiv sind. Kommen hohe persönliche Unsicherheit, hohe Leistungsbereitschaft und eventuell auch ein schon verzerrtes Körperbild dazu, steige das Risiko, in eine Essstörung hineinzuschlittern. Bei der Entwicklung von manifesten Essstörungen spielen laut Scheer gesellschaftliche und innerfamiliäre Faktoren eine Rolle - möglicherweise auch, wie TrainerInnen mit den jungen SportlerInnen umgehen.

Angesichts der Zunahme der Magersucht bei jungen SportlerInnen wurde an der Grazer Klinik mit Unterstützung des Landes Steiermark ein Informations-Projekt zur Früherkennung der "Anorexia Athletica" bei Betroffenen, Gefährdeten und SporttrainerInnen gestartet und eine entsprechende umfangreiche Informationsbroschüre erstellt. "Wir freuen uns mit den jungen Sportlern, ihren Familien und Trainern, wenn sich Erfolge einstellen. Ihnen allen sollte aber auch klar sein, welchen Preis sie dafür bezahlen - und versuchen zu verhindern, dass der Preis die Gesundheit ist", so Scheer. (APA)

 

Link

Die 40-seitige Broschüre "Verhinderung von Essstörungen bei jungen Sportlerinnen und Sportlern" ist kostenlos an der Uniklinik für Kinder- und Jugendheilkunde erhältlich bzw. online unter www.kinderpsychosomatik.at abrufbar

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Posting 1 bis 25 von 29
1 2
Landmann
00
12.2.2011, 17:53
Und was hat der Bericht mit der Sportlerin am Bild zu tun?

ich habe mich gerade gefragt was der Bericht mit der abgebildeten Sportlerin zu tun hat?
Außerdem frage ich mich auch ob diese überhaupt weiß, dass ihr Bild für so einen unsinnigen Bericht hergenommen wurde?

chilli p.
01
24.8.2008, 12:54
heute las ich sogar von "pregnorexia" -

immer mehr schwangere wollen bis zum 6. monat in "normale" jeans passen, und die bedürfnisse ihres körpers und des fötus sind ihnen wurscht.

die welt ist verrückt.

presonic
00
25.8.2008, 12:13

sehr modern. heidi klum und co machens vor.

ja, wirklich verrückt.

Der kuschelige Hulk
62
12.8.2008, 16:23
Die sehen wenigstens besser aus als diese unappetitlichen Gewichtheberinnen.

presonic
13
12.8.2008, 17:06

hast dir das hirn schon weggehungert?

Der kuschelige Hulk
41
16.8.2008, 13:48
Oh, Entschuldigung.

Wieviel reißen Sie?

presonic
00
17.8.2008, 19:26

herzig, diese vorurteile in deinem kopf.... ;-)

presonic
23
11.8.2008, 16:52

sollte man allen schicken, die behaupten, sport in kombination mit diät sei ja SOOOO gesund....

Lord Chaos
00
15.9.2008, 13:05


Sport in Kombination mit Bewegung IST gesund.
So wirklich ungesund sind 40 kg Übergewicht, 0 Bewegung und 3 Packungen Chips pro Tag. Dann braucht frau mit 50 eine Gehhilfe weil das unterentwickelte Skelet das Gewicht nicht mehr tragen kann.

presonic
00
16.9.2008, 09:25
Sport in Kombination mit Bewegung????

gibts denn sport OHNE bewegung???

übrigens: sport und diät fördert essstörungen. und essstörungen sind alles andere als gesund.

Erika Gutjahr
02
11.8.2008, 19:01
Sport in Kombination mit Diät

Jemand der das nicht kennt, kann sich kaum vorstellen, wie toll sich "Sport und Diät" auf das Gehirn auswirken, da ist das "Sport-High" noch um vieles größer, wenn daneben auch noch eine Diät gemacht wird. Eine Diät verstärkt das "sport-High" enorm und wahrscheinlich verstärkt Sport auch umgekehrt das "Hunger-High" enorm. Ist ein blöder Teufelskreislauf.
Die einzige Möglichkeit daraus zu entfliehen ist vielleicht, sich eine Sportart zu suchen, bei der es dann nicht mehr nötig ist, zusätzlich noch das "high" zu verstärken, eine Sportart, die alleine schon so toll wirkt, dass eine Diät gar nicht mehr nötig ist, um das tolle Gefühl zu verstärken.

presonic
01
12.8.2008, 10:23

aber es reicht ja nicht, wenn seriöse wissenschaftler schon seit jahren davor warnen, was sport in kombination mit diät alles anrichten kann....
http://www.das-eule.de/html/eu_l... -6_21.html

Petzi Petz
11
15.8.2008, 11:01

SIE kennen keine seriösen Wissenschaftler, alles was Sie zitieren können, sind leicht auf das Eule und auf der Pollmer Homepage zu finden.

Der kuschelige Hulk
50
15.8.2008, 12:49
10 Jahre "Angst vor Essen" - das sind die bleibenden Schäden.

presonic
01
17.8.2008, 19:27

die wievielte person bist du als "der kuschelige hulk" schon?
es gibt heutzutage wirksame therapien gegen schizophrenie.

Der kuschelige Hulk
20
18.8.2008, 11:41
Es kann nur einen geben.

Iss wos gscheits!

presonic
00
12.8.2008, 09:46

so was sollte eigentlich nur unter ärztlicher aufsicht möglich sein, nicht?
ich mein: jemanden dazu veranlassen, drogen zu nehmen, ist bei uns strafbar, aber jemanden zu veranlassen, dinge zu tun, bei denen der körper ähnlich drogen (die den körper nebenbei schädigen) auszuschütten, ist gesund.
krankes weltbild hier in mitteleuropa. :-(

Erika Gutjahr
00
12.8.2008, 16:59

Dann müßte man genau genommen so gut wie alles verbieten. Es ist ja nicht so, dass jeder, der Sport betreibt, sich damit langfristig schädigt.
Und zum Thema "Das Gehirn schüttet Glückshormone aus": Das passiert mir zb auch bei Mathematik und Physik, wenn ich ein tolles Beispiel geschafft habe. Ich wiederhole dann jene Situationen immer wieder und immer wieder, aber schaden tut´s mir langfristig eben nicht, obwohl die "Drogen" im Gehirn mir gut tun.
Es ist halt schwierig: Wo zieht man die grenze, ab welchem Moment ein Verhalten schädlich ist?

presonic
00
12.8.2008, 17:04

nein, nur nachweislich schädliches, wie die kombination von sport und diät. (und diäten alleine bzw. die bewerbung von selbigen)

Erika Gutjahr
01
11.8.2008, 18:57

Ich kenne das sehr gut.
Bei mir ist es zB so, dass jedesmal, wenn ich Sport betreibe oder an Sport denke (!) (oder auch etwas von Sport höre oder lese), sofort wieder der unbändige Drang in mir aufkommt, wieder mal eine Diät zu machen. Es ist einfach unbeschreibbar, wie toll Sport und Diät das Gehirn "so toll überglücklich" machen. Ich kann da kaum widerstehen. Tue es aber oft doch. Aber nicht immer. Sobald ich wieder mal mit Sport beginne, kommt sofort wieder auch der Drang "ich sollte auch daneben noch Diät machen oder wenigstens gesünder essen" Nur leider artet "gesünder essen" so gut wie immer in "Diät" aus. Alleine wenn ich jetzt drüber schreibe, kommt sofort wieder der Drang nach "Sport und Diät"

presonic
00
12.8.2008, 09:44

ich liebe deinen zynismus. ;-)

Erika Gutjahr
00
12.8.2008, 16:53

Welchen Zynismus denn genau? Das mit dem "alleine wenn ich drüber schreibe..."? Oder das mit dem Extremsport weiter oben?

Das ist bei mir nicht Zynismus, das ist einfach die Realität ;-)

presonic
00
12.8.2008, 17:05

nein, nur das, wo du schreibt, jedesmal wenn du über sport liest, komme in dir der unbändige drang auf, eine diät machen zu wollen. ;-)

Erika Gutjahr
00
12.8.2008, 18:00

Da gehts wohl zB auch Alkoholikern ähnlich, die den Drang verspüren, wieder etwas zu trinken, wenn Berichte über Alkohol lesen.

presonic
00
13.8.2008, 09:36

warst du mal sportsüchtig?

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