Vergleichsstudie zerpflückt "Post Abortion Syndrome"

20. August 2008, 14:05
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    Dass ein freiwilliger Schwangerschaftsabbruch psychische Beschwerden zeitigt, dafür gibt es keine wissenschaftlichen Beweise.

Alle seit 1989 publizierten Studien zu Abtreibung und möglichen Folgen wurden untersucht - Fazit: Andere Risiko-Faktoren unbeachtet

Boston - Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis, dass ein freiwilliger Schwangerschaftsabbruch psychische Beschwerden bei erwachsenen Frauen zur Folge hat. Dies geht aus einem Bericht der American Psychological Association (APA), der weltweit größten Vereinigung von PsychologInnen, hervor. Der Bericht wurde vergangene Woche bei der Jahresversammlung der Einrichtung in Boston präsentiert.

Die Arbeitsgruppe zu mentaler Gesundheit und Abtreibung bezieht ihre Schlussfolgerungen aus einer Vergleichsstudie, die alle seit 1989 in wissenschaftlichen Fachzeitschriften auf Englisch publizierten Studien zu dem Thema untersucht hat. Dazu gehören Studien, die den psychischen Gesundheitszustand von Frauen, die abgetrieben hatten, mit Vergleichsgruppen verglichen (50 Stück), ebenso wie Studien über Faktoren, die zu psychologischen Problemen bei Frauen nach einer Abtreibung in den USA führen können (23).

Gleiches relatives Risiko

Der Gruppe zufolge wiesen zahlreiche in dieser Periode publizierten Studien große methodische Probleme auf. Deshalb hielt man sich in der Untersuchung an jene Studien, die am methodisch ausgereiftesten erschienen. "Die Aussage mit der höchsten wissenschaftlichen Evidenz ist, dass unter erwachsenen Frauen, die ungewollt schwanger sind, das relative Risiko zu mentalen Gesundheitsproblemen nicht größer ist, wenn sie eine einmalige Abtreibung innerhalb der ersten drei Monate durchführen oder das Baby austragen", so die Vorsitzende der Arbeitsgruppe, Brenda Major. Bei Mehrfachabtreibungen seien über das relative Risiko keine sicheren Angaben zu machen, fügte sie hinzu.

In mehreren Studien sei beschrieben worden, dass einige Frauen Trauer, Trostlosigkeit und Verlustgefühle nach einer Abtreibung erfahren. Bei manchen Frauen würden die Probleme bis zu klinisch signifikanten Beschwerden reichen, inklusive Depression und Angstgefühlen. Laut der Arbeitsgruppe fehlten aber die wissenschaftlichen Belege für die Behauptung, dass die beobachtete Verbindung zwischen Abtreibungsgeschichte und mentaler Gesundheit durch die Abtreibung per se verursacht wurde, im Gegensatz zu anderen Faktoren.

Andere Risikofaktoren

Der Bericht weist darauf hin, dass gleichzeitig auftauchende Risikofaktoren wie Armut und Gewalterfahrungen, bereits in der Vergangenheit aufgetretene emotionale Probleme sowie Drogen- und Alkoholkonsum, aber auch zuvor durchlebte ungewollte Geburten Frauen sowohl zu ungewollten Schwangerschaften als auch zu mentalen Problemen nach einer Schwangerschaft - unabhängig davon, wie sie ausgeht - prädestinieren. Fehler bei der Kontrolle dieser zusätzlichen Risikofaktoren hätten zu Ergebnissen geführt, die eine Verbindung zwischen Abtreibungsgeschichte und mentaler Gesundheit feststellen.

Die Arbeitsgruppe betont, dass Frauen aus vielen verschiedenen Gründen abtreiben und die Entscheidung dazu in verschiedenen persönlichen, sozialen, ökonomischen und kulturellen Umständen treffen. Alle diese Faktoren können die mentale Gesundheit von Frauen nach einer Abtreibung beeinflussen. Globale Aussagen über die psychologischen Auswirkungen von Abtreibung seien deshalb irreführend, so die APA. Aus den Studien sei hervorgegangen, dass Frauen, die Druck von anderen verspürten, die Schwangerschaft zu beenden, oder die die Notwendigkeit verspürten, eine Abtreibung vor ihrer Familie und FreundInnen geheim zu halten, eher negative psychologische Folgen durch den Abbruch verspürten.

Verwirrende Zahlen

Kritisiert wurde von den Wissenschafterinnen außerdem die Darstellung der Zahlen über mentale Probleme nach einer freiwilligen, legalen Abtreibung in den USA. Der Prozentsatz sei nämlich gleich hoch wie das Vorkommen von vergleichbaren mentalen Problemen bei der weiblichen Gesamtbevölkerung in den USA.

Um der nötigen Erkenntnis von potentiellen psychologischen Folgen von Abtreibung auf die Spur zu kommen, sei der Einsatz von geeigneten Vergleichsgruppen (Frauen, die sich alternativ für Mutterschaft oder Adoption entschieden haben) notwendig, betonte die Arbeitsgruppe. Diese hätten den meisten Studien jedoch gefehlt. Die WissenschafterInnen forderten abschließend eine Forschung zu dem Thema, die dazu beiträgt, die ineinandergreifenden Faktoren zu entflechten. Ziel sei die Definition relativer Risikofaktoren von Abtreibung im Vergleich zu ihren Alternativen. (red)

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Posting 1 bis 25 von 193
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abau
02
30.8.2008, 21:12
Es gibt kein PAS

Keine seriöse Studie konnte dieses aufzeigen.

Es gab keine messbaren signifikanten Zusammenhänge/Unterschiede usw.

Daher muss davon ausgegangen werden, dass ein PAS nicht existiert.

Ist doch nicht so schwer.

Im Übrigen: Korrelationen sagen NICHTS über Kausalitäten aus.

Auch wenn man z.B. bei abtreibenden Frauen eine Häufung psychischer Erkrankungen finden würde, so hieße das nicht zwangsläufig, dass die Abtreibung selbst zur Erkrankunge führte.

presonic
00
31.8.2008, 17:21
danke für diesen wertvollen hinweis

heutzutage wird ja gerne mit korrelationen und weniger mit kausalitäten argumentiert.
darauf lassen sich schöne vorurteile aufbauen.

ernst-rosmer
 
00
25.8.2008, 17:38
Neues von Alice Schwarzer

"Ein kurzer Prozess könnte die Wiedereinführung des § 217 sein, aber diesmal nicht eingeschränkt auf die Tötung "unehelicher", sondern für alle Neugeborenen. Der alte § 217, der im 19. Jahrhundert ins Strafgesetzbuch aufgenommen wurde, ging davon aus, dass nur ledige Mütter Probleme haben. [...] Doch die juristische Unterscheidung im alten Recht zwischen "Kindsmord" – also der Tötung eines Neugeborenen [...] – und der Tötung eines ­bereits eigenständig ­leben­den Kindes oder Erwachsenen war richtig. Es war falsch, diesen Paragraphen ersatzlos abzuschaffen.Ein neuer § 217 muss her, der diese einsamen und verzweifelten Mütter nicht auch noch für Jahrzehnte ins Gefängnis schickt."

http://emma.de/einsamkei... 008_5.html

presonic
11
26.8.2008, 12:01

schwarzer spricht die dinge beim namen an. das trauen sich nicht viele. und sie hat wieder mal recht.

Roman Seidl
00
26.8.2008, 00:19
der artikel

ist durchaus gut denke ich - die verkürzung so wie hier dargestellt sagt gar nichts und ich sehe auch nicht den kontext. außer man sieht es so, dass möglicherweise - dafür bräuchte es nun einen seriösen anthropologen - früher das die gängige methode war als abtreibungen nicht möglich waren. das muss aber in unseren breiten dann schon recht lange her sein. aber am ende ist das auch möglicherweise eine konsequenz die mitgenommen wird wenn abtreibung kriminalisert oder stigmatisiert wird.

hurchzua
51
21.8.2008, 16:49
"Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis..."

Die Ursache innerer menschlicher Vorgänge lassen sich nicht beweisen. Nach Jahrzehnten intensiver Forschung weiß man etwa noch immer nicht, was "Depressionen" wirklich hervorruft.

Klar ist, dass Frauen, die angetieben haben häufiger unter psychischen Problemen leiden als der Durschnitt aller Frauen. Das bestreitet auch die hier zitierte Studie nicht, sondern bezweifelt nur, dass hier ein direkter Zusammenhand mit der Abtreibung bewiesen wäre.

Beweise sind hier aber unmöglich. Aber wie heißt es so schön- wenn etwas aussieht, wie ein Elefant und riecht wie ein Elefant, dann ist es vermutlich ein...

Roman Seidl
02
25.8.2008, 14:25
lesen ist glückssache

die studie sagt:
das risiko psychsicher erkrnakungen ist bei ungewollter schwangerschaft gleich hoch egal ob abgetrieben wird oder nicht.

so einfach ist das.

presonic
10
26.8.2008, 12:49

danke.

presonic
20
23.8.2008, 16:40
klar ist....

das alles nicht.

und:
du musst schon frauen mit einer ungewollten schwangerschaft, die abgetrieben haben mit frauen mit einer ungewollten schwangerschaft, die das kind bekommen haben, vergleichen.

und dann bitte noch an die unglücklichen ungewollten kinder denken, die zur welt kamen und um die sich keiner richtig kümmert (oder die sogar missbraucht oder ermordet werden!) und die oft ihr leben lang kein normales leben führen können.

Dagmar Rehak
 
03
23.8.2008, 19:54

Dass sich um ungewollte, nicht abgetriebene Kinder niemand kümmert, ist ein Vorurteil. Ich hab sogar den Eindruck, dass Mütter, denen zB nur das Geld für eine Abtreibung gefehlt hat, dann vom Kind positiv überrascht sind und viel entspannter sind als zB Mütter, die das Kind so richtig schön mit Papa und Wohnung und richtigem Zeipunkt geplant haben.

g'stieß
00
31.8.2008, 17:33
ihr eindruck ist aber keine wissenschaftliche gewissheit.

sondern einfach individuelle wahrnehmung, mit allen ungewissheiten, mit der so was eben belastet ist.

mein eindruck von der elternbeziehung "überraschender" kinder ist dagegen, dass die eltern, vorrangig die mütter, ihnen oft gelichgültig gegenüber stehen.

dass auch solche kinder ein gelingendes leben führen können, spricht me eher für menschliche widerstandskraft als für plötzlich auftretenden elterliche qualitäten.

presonic
21
25.8.2008, 10:29

geld für eine abtreibung fehlt? 400 euro treibt heutzutage jeder auf, wenn er nur will.... das ist also keine ausrede. (oder vielleicht die von frauen, die sich gar nicht sicher sind, ob sie das kind a. wollen oder nicht)

Dagmar Rehak
 
11
25.8.2008, 13:29

ICH könnte zur Zeit keine 400 Euro aufbringen.
Eine Schülerin/Studentin, die es ihren Eltern nicht sagen will, wahrscheinlich auch nicht.

Braucht man jetzt echt schon eine Ausrede, um NICHT abzutreiben?

Areopagit
11
25.8.2008, 14:31
Abtreibung ein Recht???

So war aus Sicht selbst der Sozialdemokraten nie angedacht.
Abtreibung ist eindeutig Tötung, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt straffrechtlich nicht verfolgt wird.
Von den Begleitmassnahmen ist der Großteil bis heute nicht umgesetzt:
1. Verbesserung der Lebenssituation junger Familien um Abtreibungen überflüssig zu machen.
2. Begleitung der Frauen zur Entscheidungsfindung und - durchführung.

Letztlich:
Verhütung, wenn ich Sex ohne Kind will. Sowohl als Mann als auch als Frau.

Wenn das Thema Abtreibung - Kinder- Kindertötung schon so vereinfacht wird, dann eine ebenso banale Frage.
Wenn ich zu fett bin (übergewichtig) ist weder der Staat noch der Gastwirt verantwortlich ein mageres Fleisch zu servieren oder gar meine Abmagerungskur zu

Dagmar Rehak
 
00
25.8.2008, 23:52
volle Zustimmung

Roman Seidl
00
25.8.2008, 14:23
was absurderes kann ich mir nicht vorstellen

€400 ist nichts im vergleich zu dem finanziellen risko das ein kind bedeutet. ich kann mir kaum vorstellen das die häufig die grundlage einer entschedung ist. und wenn ja dann gute nacht.

mARTin HINTERDORFER
 
01
26.8.2008, 15:18
vor demGBute Nacht sagen ...

'mal nachdenken, wie einfach es für einen nicht einmal so geringen Bevölkerungsanteil (muss gar nicht nur die Schülerin sein, die es den Eltern nicht sagen will/kann) wirklich ist, 400,- EUR "aufzustellen", finanzielle Riskioabwägung hin oder her?!

Stichwort/e für Recherche "wieviel geld im monat zur verfügung?", wenn da 20 oder 30% verschiedener Gruppierungen "unter 700,- EUR netto" liegt, kann man sich recht schnell ausrechnen, wie leicht dann "400,- EUR" abzweigbar sind.

Roman Seidl
00
26.8.2008, 15:47
wer sowenig soziales kapital hat

um das zu lösen und/oder es nicht möglich ist darüber mit jemandem zu sprechen bei dem stelle ich mir die perspektive dann mit einem kind dazusitzen äußerst günstig vor. Natürlich mag es Menschen geben die da ein Problem haben aber genau deswegen bräuchte es da wohl eine institutionelle Lösung (oder gibt es die in irgendeiner Form? - wenn ja würden die fundamentalisten sicher aufschreien).

mARTin HINTERDORFER
 
00
26.8.2008, 16:09
Fundamentalismus ...

- da sindwir dann schon zeimlich OffTopic, wenn wir den Begriff noch näher betrachten - zur letzten Frage aber: ich glaube nicht, dass es eine Unterstüztung für die Härtefälle bei der Abtreibung gibt, sehr Wohl aber gibt es aber Hilfen - auch finanzielle - für die "ungünstige" Situation mit (einem) Kind dazusitzen. Stichwort/e für Recherche "Schwangerenhilfe" u.ä. ... und das finde ich persönlich schon allein begrifflich den besseren Ansatz als "Härte-" oder "ungünstige Fälle" zwischen Pro- und Contra aufzureiben.

Dagmar Rehak
 
00
25.8.2008, 23:52
Doch, gibt's.

Roman Seidl
00
26.8.2008, 00:10
na dann

gute nacht

presonic
00
25.8.2008, 13:36

das glaub ich dir nicht.

wolkenberg
14
22.8.2008, 08:06
welche überheblichkeit!

natürlich lassen sich innere vorgänge belegen: wenn sie die erfahrungen jener ernst nehmen, die sie gemacht haben.

aber klerikalen ideologen und reaktionären pronatalisten ist es wohl nich zuzumuten, die erfahrungen von frauen zur grundlage von irgendwas zu machen.

und da wundern sich die maskulinisten, dass es feministinnen gibt...

Rote Zecke
00
21.8.2008, 17:56
Woher nehmen Sie das "Klar ist, dass ..."?


Ich halte es allerdings für möglich, dass Frauen mit psychischen Problemen öfter abtreiben als psychisch "gesunde" Frauen.

Was, wenn man zB weiß, welche Auswirkungen es auf ein Kind hat, von einer depressiven Mutter großgezogen zu werden, wohl nur als das kleinere Übel angesehen werden kann.

hurchzua
40
22.8.2008, 14:47
lesen sie den Artikel

und zwar auch aufmerksam das, was zwischen den Zeilen steht.

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