Polnische Regierungsinitiative gegen Abtreibung: Kontrolle der Schwangeren

12. September 2008, 14:51

Gesundheitsministerium will schwangere Frauen registrieren, um kontrollieren zu können, dass das Kind geboren wurde

Der Volltext dieses auf Agenturmeldungen (z. B. APA und REUTERS) basierenden Artikels steht aus rechtlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung.
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PatriotInnen sind IdiotInnen
16.10.2008 14:37

Ich bind fassungslos angesichts solcher Ideen! Hier könnte es aber für polnische Frauen ein großer Vorteil sein das Polen in der EU is. Sollte das Gesetzt nämlich wirklich kommen wird es glaub ich recht schnell vom EGMR kassiert werden, die StrassburgerInnen sind da recht strikt wenns um solch misogyne Fantasien in Gesetzesform geht.

parolenmeteor
18.09.2008 12:35

nach dieser geschichte, der forderung nach zwangskastration von sexualstraftätern und dem homosexuellen-bashing, bin ich endgültig für den ausschluss polens aus er EU! und/oder wenigstens sanktionen... so geht das nicht! wollen die einen chrstlichen mariaanbetenden gottesstaat?

emanze c
29.09.2008 13:47

Die STASI erscheint als Amateurverein im Vergleich zu diesem lückenlosen Netz aus Kontrolle über Menschen (seltsamerweise scheinen die Kontrollierten ausschließlich weiblich zu sein, über Registrierung der männlichen Bordellbesucher, zB, habe ich auch im tief "moralischen" Polen nichts gehört - Männer werden höchstens gejagt und geprügelt, wenn sie sich homosexuell betätigen, oh ich vergass, oder Rabbiner sind).

Hat in diesem Land irgendjemand von dem Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patientin gehört?

So viel Amerika in Foren wie diesem gebasht wird - da lobe ich mir ein Land, das dieses Vertrauensverhältnis verfassungsmäßig schützt.

Wie konnte bloß die Osterweiterung "im Paket" geschehen u ein derart wertfremdes Land beitreten?

Halka
16.09.2008 11:56
Sehr gut!

Ein Embryo ist ein Mensch (siehe jedes Embryologielehrbuch). Die Deklaration der Menschenrecht spricht jedem Mensch ein Recht auf Leben zu. Aufgabe des Staates ist es die Rechtes jedes Menschen zu beschützen. Die frühe Lebensphase des Menschen ist besonders gefährdert, also ergreift der Staat berechtigte Maßnahmen zum Schutz.

Ich glaube diese Argumentation ist schlüssig.

emanze c
29.09.2008 13:48

Ich bin keine Medizinerin, dafür Juristin.

Alle Menschenrechtsdeklarationen sprechen von Menschen, die gleich an Rechten und Würde *geboren* sind. Ergo gelten alle Menschenrechte schon nach dem Wortlaut der Texte für Geborene.

Gilt für das ö ABGB im Übrigen auch.

Halka
29.09.2008 14:02
Ich bin auch Jurist

Ich zitiere aus einem Dokument der UN "Convention on the Rights of the Child" das auf die "Declaration of the Rights of the Child" Bezug nimmt, die sich wiederum auf die "Declaration of Human Rights" bezieht.

"Bearing in mind that, as indicated in the Declaration of the Rights of the Child, "the child, by reason of his physical and mental immaturity, needs special safeguards and care, including appropriate legal protection, before as well as after birth",

Also vorher und nacher Mensch und vorher und nachher Träger von Rechten.

g'stieß
19.09.2008 18:09
nein, ist sie nicht.

der fötus ist den größeren teil der schwangerschaft außerhalb des körpers der schwangeren nicht lebensfähig. er kann sich außerhalb der ovarien bzw. des uterus nicht zu einem lebensfähigen ganzen entwickeln.

ein embryo hat nur menschliche potentialität. (und ja: ich bin für stammzellforschung.)

noch dazu braucht es für eine gelingende schwangerschaft das körperliche und mentale engagement der schwangeren. schwangerschaft und mutterschaft sind die bedeutendste einschränkung der autonomie, die einer frau passieren können.

es ist die bloße potentialität des embryo gegen die existenz der lebendigen frau abzuwägen. der zeitliche rahmen der fristenlösung ist angemessen.

referent lovejoy
17.09.2008 15:27

hast auch immer so einen brennenden schmerz in der brust wenn wieder mal so ein kleines unschuldiges ding abgetrieben wird? also mir gehts sekündlich so. pfeif auf die hungernden dieser welt, die ungeborenen brauchen uns!!

Squiddy
17.09.2008 12:25
alles, was sich in einem körper abspielt

ist untrennbar mit diesem verbunden und daher sache des betreffenden (körpers), da hat sich niemand mit noch so absurden vorstellungen einzumischen. ein mensch ist man/frau erst ab erfolgreich überlebter geburt, so sieht es auch der gesetzgeber und das ist gut so.
die zeiten, wo sich andere macht über intimste körperlichkeiten hatten, sind vorbei, auch wenns so manchem nicht ins konzept passt.

Minou Larson
16.09.2008 14:11

...aber mit den Wertigkeiten und dem Schutz wird es jetzt schwierig...

...oder ist das Leben des Babys, wenn der Papa ein Vergewaltiger ist, auch weniger wert?

...oder ist das Leben der Mutter mehr wert als das, des Babys, wenn die Mutter bei der Geburt sterben könnte...

Wann ist das Gesundheit der Mutter "genug" gefährdet, dass das Leben des Babys an zweite Stelle rückt?

Eine drohende Erblindung ist für den Staat ok, wie wir ja wissen.

Jedenfalls darf die Frau dann nicht mehr über ihren Körper bestimmen. Sie ist dann nur mehr der Austräger, der vom Staat kontrolliert wird. Schöne Vorstellung!

...hier verliert das Leben der Frau seine Bedeutung, wenn die Überwachung beginnt...

Schwachsinn!

emanze c
29.09.2008 13:52

Aus religiöser Sicht möchte ich was zu den Punkten 2, 3, 4 sagen (Abwägung des Lebens der Mutter oder deren Gesundheit):

Die katholische Lehre ist gegen einen Eingriff zugunsten des Lebens der Mutter - "Gott" soll die Entscheidung treffen, wer lebt oder stirbt.

Vielleicht ist es das gestrige Wahlergebnis - aber ich muss hier die islamische Lehre loben, wo es ihr aus Frauensicht einmal gebührt:
Der Islam gibt dem Leben und der Gesundheit der Mutter als vollwertigem Menschen den unbedingten Vorzug.

Halka
16.09.2008 14:22

Auch wenn ich mit den meisten ihrer vorgebrachten Punkte nicht übereinstimme, gebe ich doch zu, dass sie berechtigt sind. Das sind wirklich Extremfälle und wenn es die Mehrheit der Bevölerung wünscht, dann kann das Gesetz darauf eingehen. Aber diese Fälle machen nur einen minimalen Prozentsatz der Abtreibungen aus. Wären Sie also einverstanden das Leben des Babys zu schützen, solange keine der von ihnen vorgebrachten Punkte zutrifft? Sagen wir, von mir aus, dass als Gesundheitsgefährdent jeder bleibende schwerer gesundjeitlicher Schaden gelten soll.
Also keine Abtreibungen, außer ein Arzt oder ein Gericht bestätigen die besonderen Bedingungen.

Squiddy
18.09.2008 10:45
da wird frau dann den ärzten viel zahlen müssen, damit sie das bestätigen wollen

und die gerichte lassen sich ja sowieso zeit bis nach der geburt. einfach toll, solche vorstellungen, können wir sehr froh sein, dass sie nur im kopf so mancher spinner existieren.

referent lovejoy
17.09.2008 15:50

abgesehen davon, dass dich niemand zwingen kann und soll, halte ich eine ungewollte schwangerschaft für einen extremfall. wie solls weitergehen? dem kind einen superstart bereiten indem es in einem heim untergebracht ist? in einer familie zu leben, inder alle unzufrieden und überfordert sind..ist das dann das neue klientel der prolife bewegung?

Bettgestell fliegendes 
16.09.2008 20:14
Das Problem ist halt nur,

dass wir dann genauso weit sind, wie wir früher schon einmal waren, wenn es nach Ihren Vorstellungen geht. Dann wird wieder im Hinterzimmer mit Stricknadeln im Unterleib herumgestochert, mit allen sattsam bekannten Konsequenzen.

So sehr ich Ihr Anliegen verstehe, so wenig wünsche ich mir so eine Situation wieder herbei.

theres mallinger 
15.09.2008 18:14
Man kann eine Frau nicht zur Schwangerschaft zwingen

Will man die Anzahl der Schwangerschaftsabbrüche senken, so geht das nur, indem man Empfängnisverhütung vermittelt und nicht brandmarkt, wie das klerikal-konservative Kreise häufig tun.
Wichtig wäre auch, endlich einmal ein familienfreundliches Umfeld zu schaffen. Kinder dürfen für angehende Eltern nicht zur Armutsfalle werden und Kinder und Karriere dürfen einander nicht ausschließen. Nur so lässt sich wirksam die Anzahl der Schwangerschaftsabbrüche reduzieren, nicht mit totalitären Methoden.

presonic
15.09.2008 16:38
und was wird man damit erreichen?

dass frauen, die sich nicht sicher sind, ob sie schwanger sind, KEINESFALLS den arzt aufsuchen werden, sondern gleich zur engelmacherin gehen werden.
das nenne ich mal staatlich angeordnete verweigerung der medizinischen notbetreuung.
ist das denn kein grund für einen ausschluss aus der so menschenrechtsverhafteten EU???

Duskson 81   
15.09.2008 12:56

Auch mal wieder die absolute intelligenzleistung bei so nem Aritkel eine hochschwangere (die wohl garantiert in keiner "Frist" mehr ist) abzubilden.

Winni Wahn
16.09.2008 11:26
bin gerade hochschwanger und hatte genau diese assoziation

bei der polnischen forderung nach schwangerenkontrolle.
eine horrorvorstellung zu einer schwangerschaft gezwungen zu werden, die man nicht will.
ich bin froh, dass ich diese schwangerschaft gerne durchlebe und ich bin froh, davor schon die möglichkeit gehabt zu haben, eine unerwünschte schwangerschaft abzubrechen.
es geht um die freie entscheidung oder eben pro-choice.

g'stieß
14.09.2008 20:18

das muss doch der feuchte traum eines jeden pro life-aktivisten sein: volle kontrolle.

edgar einstein
13.09.2008 18:29
ich finde das man die polen einfach aus der EU werfen sollte

was machen die in der EU, EU ist wenigstens einigermaßen 21.jhd. die polen sind 19. jhd die passen nicht zu uns, die sollen sich doch mit dem vatikan zusammenschließen und ins 16.jhd. verduften, ab mit diesen typen ! halten die hand auf und kassieren aber wenn sie was bringen sollen finden die dies als zumutung.

g'stieß
14.09.2008 20:19

es wäre für die eu aber schade um die vielen netten, weltoffenen polen, denen ihre kirch wurscht und die regeirung peinlich ist (obwohl: wenn es bei der nächsten wahl keine eindeutige mehrheit für den fortschritt gibt, bin ich dafür, ihren vorschlag zu überdenken).

i halts ned aus
14.09.2008 14:23

Die "Pro Birth"-Vereine sollte man aus der EU schmeißen, nicht die Polen.

presonic
15.09.2008 14:18

die polen haben diese regierung DEMOKRATISCH gewählt. also: raus damit.

Duskson 81   
16.09.2008 12:18

*lol*
Wir haben Schüssel und blauange selbst nicht nur demokratisch gewählt sondern sogar WIEDER gewählt..

Ich wär mit solchen aussagen also vorsichtig.

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