Europäisches Sozialforum sieht Rückschritte bei Frauenrechten

19. September 2008 19:35
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    Foto: Esf

    Das Logo des Europäischen Sozialforums 2008.

AktivistInnen-Treffen in Malmö: Fundamentalismus und Neoliberalismus bedrohen Gleichberechtigung in ganz Europa

Malmö - Rückschritte bei der Gleichberechtigung der Frauen in ganz Europa haben GlobalisierungskritikerInnen am Rande des Europäischen Sozialforums (ESF) in Malmö am Freitag bemängelt. Neoliberalismus und religiöser Fundamentalismus gingen immer häufiger auf Kosten der Frauenrechte, sagte Maria Hagberg von der Europäischen Feministischen Initiative. "Die Entwicklung hat seit langem begonnen und wir stellen in den vergangenen Jahren einen Rückschritt fest. Das gilt für Europa, aber auch für Schweden, wo die Gleichheit nur an der Oberfläche herrscht", sagte Hagberg.

Als Beispiel nannte die Aktivistin die Zunahme der Gewalt gegen Frauen in dem skandinavischen Staat. Vor fünf Jahren habe es 20.000 solcher Fälle pro Jahr gegeben, heute seien es schon 30.000 jährlich. Besonders betroffen seien Einwanderinnen, erläutert Soleyman Ghasemiani, ein aus dem Iran stammender Sozialarbeiter. Die liberale Grundhaltung der meisten skandinavischen Länder gegenüber Religionen würden den Fundamentalisten in die Hände spielen, meinte der Aktivist.

Verschärfungen treffen alle Frauen

Rückschritte in der Gleichberechtigung seien "in ganz Europa zu beobachten. Das sehen wir im täglichen Leben", sagte Soad Bekkouche von der französischen Gruppe "Laicite". Sie geht allerdings davon aus, dass sowohl Migrantinnen als auch einheimische Frauen ähnliche Probleme haben. Als Beispiel nannte sie die Polinnen, die im Gegensatz zu früher kaum noch Abtreibungen vornehmen könnten. Die Strafbarkeit des Schwangerschaftsabbruchs in Irland und Malta zeigten, "dass dieser Kampf noch nicht gewonnen ist", sagte Bekkouche.

Unter dem Motto "Ein anderes Europa ist möglich!" werden in Malmö noch bis Sonntag 250 Seminare und 400 weitere Veranstaltungen organisiert, an denen 850 Vereine, Nicht-Regierungsorganisationen, Gewerkschaften und andere Netzwerke beteiligt sind. Es ist das fünfte Mal, dass Globalisierungsgegner das ESF veranstalten. (APA/AFP)

 

Clochard
 
27.09.2008 09:59
der rückgang der frauen-sonderrechte ist ein sichtbares

und wichtiges signal in richtung antifaschismus.

Cassius
21.09.2008 21:14
Tja villeicht sind sie die enizigen

die "dieses andere Europa" wollen. Erbost sein das sich nicht alle gleichschalten lassen, das geht doch nicht. Es wäre doch auch sehr merkwürdig wenn die Abtreibung, die ja doch ein sehr ist, bei all der Kontroverse Flächendeckend erlaubt wäre.

Das ist so als müsste jeder die Todesstrafe haben, weil America sie hat.

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