Eine außergewöhnliche Physikerin nicht vergessen

22. Oktober 2008, 14:27
  • Artikelbild: Lise Meitner gehörte zu den ersten in Österreich zum Studium zugelassenen Frauen und war 1906 die zweite Frau, die an derUniversität Wien promovierte. - Foto: Universität Wien

    Lise Meitner gehörte zu den ersten in Österreich zum Studium zugelassenen Frauen und war 1906 die zweite Frau, die an derUniversität Wien promovierte.

Der Volltext dieses auf Agenturmeldungen (z. B. APA und REUTERS) basierenden Artikels steht aus rechtlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung.
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19 Postings
presonic
18.10.2008 12:47
diese frau war echt großartig

wie schade, dass sie opfer der nazis wurde.
der nobelpreis hätte ihr gegolten.
das wissen darum, wer was entdeckt hat, sollte aufrecht erhalten werden. darum halte ich diese veranstaltungsreihe für besonders toll!

ARO5   
18.10.2008 17:30

Bin bei Ihnen. Als ein in Wissenschaftsgeschichte Interessierter, kann ich echt behaupten, dass sie den Nobelpreis UNBEDINGT verdient hätte. Na ja, offensichtlich war die Wissenschaftgemeinde noch nicht so weit ;-(

presonic
18.10.2008 17:33

manchmal fürchte ich, die wissenschaftsgemeinde ist auch heute noch nicht so weit. wenn wir uns die nobelpreisverleihungen ansehen, kommen mir manchmal ganz böse gedanken auf. (und dabei gehts nicht nur um mann-frau, sondern auch v.a. um die hintergründe, warum man in welchem jahr welchen preis vergibt.... ich schätz mal, in den meisten fällen erhofft man sich damit profit.)

ARO5   
18.10.2008 19:34

Sie haben tendenziell sicher recht. Allerdings habe ich während meines naturwissenschaftlichen Studiums nicht allzu viele Frauen getroffen. Wirklich fasziniert von der Wissenschaft oder gar enthusiastisch war fast keine davon. Erklärt nicht alles, ist aber ein Teil des Kuchens.

presonic
19.10.2008 11:00

tja, wir erziehen halt unsere kinder noch immer sehr geschlechtsspezifisch. mädchen, die begeisterung für physik haben, werden heute noch gerne umerzogen, wie einst linkshänder auf die rechte hand....

wir müssten endlich mal aufhören, den kindern schon als babys rosa mascherl oder blaue strampler anzuziehen. es muss sich noch viel ändern im denken der menschen, bis endlich gleichberechtigung stattfindet.

ARO5   
19.10.2008 17:23

Bin voll bei Ihnen. Alleine das ungläubige Staunen meiner Verwandtschaft, wenn ich meinem Sohn wiedermal eine Puppe mitbringen, gibt zu denken. Mein Junior spielt mit allem, das er in die Finger bekommt (und Puppen liebt er). Bis die "geschlechterspezifische" Erziehung Geschichte ist, werden noch viele Klischees zu überwinden sein.

presonic
20.10.2008 11:47

aber wenn ich dich so höre: wir sind auf einem guten weg. :-)

ARO5   
20.10.2008 14:00

Tut mir leid, es wird nicht funktionieren.
Ich bin nämlich ohne Vater aufgewachsen, d.h. meine Einstellung unterscheidet sich signifikant von denen "herkömmlicher" Familien.
Zu meinem Glück ist es bei meinem Sohn nicht so.
Die Auswirkung werden wir erst später feststellen ;-)

presonic
20.10.2008 17:18

hm. viele kinder wachsen heute bei nur einem elternteil auf.... ich wäre ja sogar für ein adoptionsrecht von homosexuellen (mit den selben strengen regeln wie bei heterosexuellen paaren).
dann hätten wir irgendwann eine schöne bunte gesellschaft.

ARO5   
20.10.2008 21:32

An sich bin ich mit Ihnen einer Meinung. Allerdings orte ich hier ein Henne-Ei Problem: Wenn die Gesellschaft so weit ist, dass die Betroffenen Kinder nicht leiden unter überkommenen "moraleinstellungen". Allerdings wird das nicht der Fall sein, wenn die Leute nicht daran gewöhnt sind und es als "normal" empfinden, was es ja auch ist. Kann mich noch erinnern wie ich Fragen anderer Kinder gehaßt habe, warum ich keinen Vater habe.

presonic
22.10.2008 09:05

kann ich nachvollziehen.
glaubst nicht, wir können so mauern durchbrechen?
ich weiß, wir menschen verändern uns nur ganz langsam, aber wenn ich bedenke, was wir in den letzten 50 jahren so weitergebracht haben, dann bin ich zuversichtlich. (nicht mehr für mich, aber für meine enkelkinder. ;-))

ARO5   
22.10.2008 22:15

Ich bin da ehrlich gesagt nicht so optimistisch im Hinblick auf die Enkerln (weiß aber auch nicht, wie alt Ihre Kinder sind ;-)
Bis die gelernten Verhaltensmuster überarbeitet sind, kann es dauern. Leider stelle ich fest, dass ein guter Teil dieser Muster von Frauen (ist jetzt kein Abputzen) weitergegeben werden (Ohrringe im Babyalter, hübsche Kleidchen usw.), da, meine persönliche Vermutung, wenn sie anders handelten, sie ein wenig ihrer eigenen Welt schlechtmachen würden.
Wie auch immer, die Richtung ist richtig, den Zug hält man nicht mehr auf, aber es braucht Geduld.

presonic
27.10.2008 14:02

ich hab noch keine kinder.... ich hab also noch zeit - mich erst selbst zu festigen und dann nicht den genderwahnsinn ungefiltert weiterzugeben. ;-)

und ich hab meinem mann schon gesagt: sollte unser kind mal blaue oder rosa klamotten bekommen von ihm, gäbe es krieg. ;-)))

ARO5   
27.10.2008 18:31

Dein Mann wird das schon richtig machen. Die wahre Herausforderung werden die lieben eltern/Tantchen usw. sein, die an euren "neumodischen" Einstellungen einiges zu kritisieren wissen. Aber dieser Kampf hat wenigstens zum Ziel ein Bewußtsein zu schaffen ;-)

presonic
29.10.2008 09:11

was für ein glück, dass die verwandtschaft sehr weit weg wohnt (bei beiden!!).
mein freundeskreis tickt eher so wie ich. ;-))
ich glaub, spätestens ab dem kindergarten wird der kampf aber beginnen.... wenn andere kinder z.b. zu anderen buben sagen "bäh! rosa? das kannst du doch nicht anziehen! rosa ist eine mädchenfarbe!" :-/

ARO5   
30.10.2008 10:45

Nachdem wir das Forum hier offensichtlich für uns haben (mangels Interesse der anderen), noch ein kleiner Nachtrag:
War letzte Woche mit meinem Junior im Speilzeugladen, wegen Adventkalender. Er durfte sich einen aussuchen. Zielsicher hat er auf den Barbie-Kalender gezeigt, mit den Worten: Genau den will ich haben. ich persönlich finde barbie Puppen ja nicht das Gelbe vom Ei, aber das behalte ich für mich.
Da er seine Puppen als seine Töchter bezeichnet, bin ich also schon Großpapa (mit 41 !! shit). Er selbst sieht sich als ihre Mama, nicht als Papa. Ein Anzeichen für mich, dass mein Sohn den Unterschied zwischen Mama und Papa nicht vom Vorhandensein irgendwelcher Geschlechtsmerkmale abhängig macht.

presonic
30.10.2008 13:42

haha. mein mann arbeitet auch mit kindern und hat einen kleinen, der partout immer rosa sachen aussucht, wenns belohnungssachen gibt. ;-)))
er bekam schon von anderen kindern die rüge, dass das "nichts für buben" sei.
als mein mann die kinder gefragt hat, warum denn, waren die kinder sprachlos. super. man sollte schon die kleinen zum denken anregen. (die lassen sich nämlich eh nicht gern mit "das ist halt so und das war schon immer so" abspeisen)

übrigens. eine sehr schöne geschichte ist das!

Raubkopierer 
17.10.2008 15:45

da fühl ich mich als schüler des lise-meitner-realgymnasiums richtig stolz.

ARO5   
20.10.2008 21:36

Das können Sie auch. Lise Meitner war nicht nur ein Vorbild an wissenschaftlicher Integrität (und glauben Sie mir, das heißt schon was), sondern sie hat Bahnbrechendes geleistet, ohne sich in den Vordergrund zu spielen. Frau Meitner kann getrost als Leitbild für alle Naturwissenschafter/innen gelten.

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