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Pro+++
Schon mehrere Male wurde ich auf Partys von politisch interessierten Männern gefragt, ob sie - die Männer - denn eigentlich auch Feministen sein könnten. Ich antwortete - sobald sich der Nebel der Pseudo-Provokation gelichtet hatte - meist mit einer Gegenfrage: "Kannst du dir das als Mann nicht selbst beantworten?"
Okay, auf den ersten Blick kann er das natürlich nicht. Immerhin gibt es eine Frauenbewegung, die sich aus der Politisierung der geteilten Unrechtserfahrungen von Frauen herauskristallisiert hat - wo sollen sich Männer da im angeborenen Besitz ihrer "hegemonialen Männlichkeit" schon positionieren?
Andererseits hat sich in den letzten 30 Jahren auch einiges getan, was die Beschaffenheit der Geschlechter betrifft. Einmal abgesehen von der Sex-Gender-Debatte, die die strenge Unterteilung von Männern und Frauen in sozialer, biologischer und sexueller Hinsicht verwischt hat, sind es zunehmend auch dezitierte "Männlichkeitsentwürfe", die ehemals weibliche Eigenschaften und Rollenmuster, wie zum Bespiel die Bereitschaft zur Übernahme von Betreuungspflichten, integrieren.
Genauso wenig wie Frauen einem Anforderungskatalog entsprechen müssen, um sich selbst Feministinnen nennen zu können, sollte es einen für Männer geben. Ausgrenzung, Stigmatisierung und Diskriminierung sind Erfahrungen, die auch Männer machen können und vieles deutet darauf hin, dass diese sich zunehmend an der Achse arm-reich auftun. Warum sollte sich der Feminismus, der Gleichberechtigung für die Geschlechter aber auch eine bessere Welt für alle fordert, einer potentiellen Mitglieder-Vermehrung verwehren? (freu)
---Contra
Das kann wohl nur rhetorisch gemeint sein! Denn die Frage, ob Männer Feministen sein können, ist eigentlich nur im Konjunktiv möglich. Sie könnten, wenn sie wirklich wollten, sie würden, wenn sie nicht so selbstverliebt und voller Phobien wären, sie täten es, wenn Abstraktion und Reflexion ihrer selbst ernannten Herren- und Herrschernatur nicht derart schmerzte ... aber.
Kennen Sie einen Mann, der freien Willens seiner "Verweichlichung" zustimmt? In diesem Sinne wurde nämlich bis in die 1970er-Jahre der Begriff "Feminismus" in deutschen Wörterbüchern übersetzt: als "Verweichlichung oder Verweiblichung des Mannes"! Ein Zustand, den die Männer - als Gegenteil ihres Mannseins - gemeinhin auf das Härteste zu vermeiden trachten. Und so ein möglicher Feminist wäre dann ja sofort auf die andere Seite katapultiert. Ins feindliche Lager geschleudert. Entmannt. Eine Be-Drohung seines Geschlechts ersten Ranges also.
Und darum, wenn auch nicht nur deshalb, erscheint mir nichts suspekter als die Spezies der selbst ernannten Feministen. Jene Sorte Männer, die mit treuem, ja nahezu flehentlichem Blick bekennt, wie gut sie es mit uns Frauen meinen. Und sogleich Lösungen parat haben, die ihnen selbst am meisten nützen.
Zugegeben, es gibt sie. Männer, die bemüht sind, die sozialen und politischen Bedingungen, unter denen Frauen leben müssen, zu verstehen. Die versuchen, sich einzufühlen in die weibliche Situation, in den Wahnsinn sexistisch patriarchaler Strukturen. Männer, die Hilfe und Unterstützung anbieten. Ohne Gegenleistung. Die gibt es und ich schätze sie sehr. Feministen sind sie dadurch noch lange nicht. Denn auch wenn diese Männer theoretisches Wissen über Feminismus, Frauenbewegung & Co angehäuft haben, eines werden sie nie erfahren (müssen): wie es ist, Frausein an Leib und Seele zu merken, zu denken und zu fühlen. (dabu)
21.10.2008
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"Sie könnten, wenn sie wirklich wollten, sie würden, wenn sie nicht so selbstverliebt und voller Phobien wären, sie täten es, wenn Abstraktion und Reflexion ihrer selbst ernannten Herren- und Herrschernatur nicht derart schmerzte ... aber."
Provokation oder Idiotie? welches der Beiden hat diesen Sager hervorgebracht?
Feministinnen streben nach Gleichberechtigung...
sollen sie doch endlich mal bei sich selbst anfangen!
diese Diskussion erinnert mich an die mit den Priestern von wegen Zölibat und Frauen als Priester...
Hatte die Standart da keine klare Meinung?
ja ..es gibt/gab sie.. die männlichen feministen.
z.B. john stuart mill > die hörigkeit der frau
oder August Bebel > frau und sozialismus
was wir leider i.r. erleben, sind sog.
"leise treter machos" die uns frauen sagen wollen, wie wir die gleichstellung von frauen & männer zu definieren haben.
interssanter weise ist der mann damit automatisch wieder bevorzugt.
im übrigen sei gesagt: mann muss frauen nieder machen, damit sie aufs gleiche niveau kommen ;-)
Was ich super finde ist dass der Feminismus unter anderem versucht, verstaubte Vorurteile aufgrund des Geschlechts aufzubrechen und jedem Menschen die gleichen Chancen zu geben, ohne auf sein Geschlecht zu achten.
Und dann gibt es Menschen wie Sie, die sich selbst wahrscheinlich als glühende Feministin sehen und mit so einer Einstellung herkommen. Sie sind keinesfalls nur einen Zentimeter besser als die schlimmsten Machos vergangener Zeiten, die Frauen auch nichts zutrauen wollten, weils halt Frauen sind. Und Sie haben einfach das alte Voruteilssystem übernommen und nur die Inhalte ausgetauscht. Wenn Sie ein Mann wären und damals gelebt hätten, wären Sie wahrscheinlich einer der schlimmsten Machos gewesen.
[...<]Denn auch wenn diese Männer theoretisches Wissen über Feminismus, Frauenbewegung & Co angehäuft haben, eines werden sie nie erfahren (müssen): wie es ist, Frausein an Leib und Seele zu merken, zu denken und zu fühlen.[>...]
Als ob es so schlimm wäre eine Frau in Ö zu sein. Nur weil man wegen der vielen Bevorzugungen und Sonderrechte mit schlechtem Gewissen leben muss und weil es so anstrengend ist sich in angeblichen Problemen zu sonnen?
"Sie [Männer] könnten [FeministInnen werden], wenn sie wirklich wollten, sie würden, wenn sie nicht so selbstverliebt und voller Phobien wären, sie täten es, wenn Abstraktion und Reflexion ihrer selbst ernannten Herren- und Herrschernatur nicht derart schmerzte ... "
Ich schnappe nach Luft, verarbeite den ersten Schreck darüber, dass der/die/dasStandard so unverblümten Hass fördert und hoffe darauf, dass Sie, "dabu", mich nicht eines Tags im Schlaf überraschen.
ein ganzer haufen lila pudel werden sich jetzt ziemlich auf den schlips getreten fühlen.
andererseits :
was für eine motivation sollte dahinterstehen, einer menschenfeindlichen, r@ssistischen, f@schistischen, außerhalb der verfassung stehenden und gegen die menschenrechte gerichteten bewegung angehören zu wollen ?
nein, können sie nicht, denn dazu müssten sie frauen sein. sie können auch keine behindertensprecher sein, wenn sie nicht behindert sind. sie können aber kämpfer für gleichberechtigung und gegen diskriminierung sein.
es ist wünschenswert, dass sich der stärkere für den schwächeren einsetzt, wo immer er kann.
das biologische geschlecht ist angeboren, das soziologische geschlecht wird einem von klein auf anerzogen. es gab schon versuche, buben wie mädchen zu erziehen. allerdings hat das nie funktioniert, da ja da die ganze umgebung mitspielen müsste und diesen fall gabs noch nie.
das heißt
-ich kann kein sozialist sein weil ich kein arbeiter bin.
-jemand kann kein österreicher sein wenn er nicht in österreich geboren wurde
-ich kann nicht wissen was rassismus bedeutet weil ich nicht schwarz/türke... bin.
-ich kann kein zionist sein weil ich kein jude bin
usw. usf.
das ist eine denkweise die ich verabscheue.
ein sprichwort besagt: "heimat ist nicht dort wo man geboren wurde sondern wo man sterben möchte"
so sollte auch gehandelt werden.
ich kann
ich würde die argumente, die du da sagst, alle unterschreiben. wer nicht unterdrückt wird oder wurde, kann sich unterdrückung nicht vorstellen, genauso wenig, wie sich jemand, der nie hunger hatte, hunger vorstellen kann.
was aber nicht bedeutet, dass ein mensch mitgefühl entwickeln kann und für eine gruppe eintritt.
ich würde aber mit sicherheit einen behinderten als behindertenvertreter haben wollen, eine frau als frauenministerin und einen türken (reden wir mal von österreich) als ausländervertreter.
also eh alle - denn jedeR hatte schon mal hunger usw.
was soll ein frauenministerium? die anliegen der frauen männern "verklickern"? in ihrem sinn wär dann aber dort dann unbedingt auch ein mann nötig weil ja seine geschlechtsgenossenb nur auf ihn hören.... - erkennen sie ihren denkfehler?
Männer die sich als Feministen bezeichnen und mit anderen Feministen (also Männern) organisieren um dieser Überzeugung Rechnung zu tragen, sind tatsächlich welche.
Die Männer, die sich in Frauenräumen aufhalten wollen um den Frauen zu "helfen" (ihr Ego als Gockel im Korb zu pflegen) sind definitiv keine.
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