"Sie bleibt erregt und unbefriedigt"

28. Oktober 2008, 17:39
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    foto: archiv

    Die Schottin Marie Stopes wurde am 15. Oktober 1880 geboren und starb am 2. Oktober 1958.

Bei ihrem Bemühen weibliche Lust, Verhütung und Abtreibung zu enttabuisieren, stieß die Frauenrechtlerin und Autorin Marie Stopes zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf enorme Widerstände - ein Porträt

"Nicht selten üben heutzutage die Ehemänner, aus Furcht vor den Beschwerden der Frau durch ein weiteres Kind und den erhöhten Ausgaben für den Haushalt, das was man den Coitus interruptus nennt: der Mann zieht hart vor der Ejakulation das Glied zurück, in einem Erregungszustand, in dem die Entladung sich dann von selbst vollzieht ... Von dieser Praxis ist aufs dringendste abzuraten: sie mag die Frau von der Angst vor unerwünschter Nachkommenschaft befreien, aber sie ist nach anderer Richtung für sie sehr schädlich. Sie hat nämlich die Tendenz, die Frau gewissermaßen in der Luft hängen zu lassen; sie bleibt erregt und unbefriedigt", schrieb Marie Stopes Anfang des 20. Jahrhunderts, zu einer Zeit, als die öffentliche Thematisierung von Sexualität - im Speziellen jener der Frau -, Geburtenkontrolle und Abtreibung noch sehr dürftig und voller Tabus war.

Die Sexualaufklärerin, die Geologie, Botanik und Geografie am University College studiert, in München promoviert und als erste Frau Naturwissenschaften an der Universität Manchester unterrichtet hatte, wollte vor allem das Verständnis der Geschlechter für einander und die Kenntnisse der physiologischen Differenzen verbessern. Zu diesen Themen publizierte sie 1918 das Buch "Married Love" (dtsch: Das Liebesleben in der Ehe. Ein Beitrag zur Lösung der sexuellen Frage) und 1927 "Wise Parenthood".

Periodisches Liebessehnen

Marie Stopes ging den Vorurteilen ihrer Zeit hartnäckig nach: "Das Weib ist durchaus nicht seiner Natur nach launenhaft. Längst hätte man mehr über die Gesetze seines Wesens erfahren können, wenn man nur danach geforscht hätte. Aber es hat den Männern besser in den Kram gepasst, die Frauen als unvernünftig hinzustellen und ihre Launen mit einem Achselzucken spöttisch abzutun". Und wann endlich, echauffierte sie sich weiter, "werden des Menschen Söhne und Töchter die Gezeiten der Geschlechtlichkeit im Weibe erforschen und die Gesetze erkennen, nach denen das Liebessehnen der Frau periodisch auf- und abschwillt?".

Um das Wissen über die sexuellen Bedürfnisse und deren Folgen unter die Menschen zu bringen, gab Marie Stopes das Magazin "Birth Control News" heraus, in dem auch über Methoden der Abtreibung berichtet wurde. Mutige Aufklärungsarbeit also. Als Dank dafür erntete sie vor allem herbe Kritik von Kirchenvertretern, gesellschaftliche Degradierung und verlor einen Prozess gegen Verleumdung, in dem ein gewisser Dr. Halliday Sutherland Stopes' Popularisierung der Verhütungsmethoden als "abartiges Verbrechen" bezeichnet hatte.

Marie Stopes beschäftigte sich Zeit ihres Lebens mit Sexualaufklärung, interessierte sich für die neuesten Konzepte zur Verhütung wie beispielsweise einen kleinen Stoppel zum Verschluss der männlichen Harnröhre, wie es das Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch belegt. 1921 eröffnete sie zudem das erste britische Zentrum für Geburtenkontrolle in London, das zum Vorbild in anderen Ländern wurde. (dabu/dieStandard.at, 28.10.2008)

 

Informationen Über Marie Stopes finden sich im Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch. Auch der im Artikel erwähnte "Stopel" zum Verschluss der männlichen Harnröhre ist dort ausgestellt.
Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch
Mariahilfer Gürtel 37/1. Stock
1150 Wien
www.verhuetungsmuseum.at

Kommentar posten
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1 2
1000 Kopfläuse können nicht irren
01
29.10.2008, 14:55
Die Lösung ist doch ganz einfach:

zuerst die Frau befriedigen und danach zurückziehen! (C:

Es wird doch hoffentlich auch vor 100 Jahren schon Ehepaare gegeben haben die sorgsam miteinander umgegangen sind. Da wird der Mann dann schon auch auf das Verlangen der Frau eingegangen sein. Nur in der Gesellschaft hatte man halt den starken Mann zu markieren und die Frau sich unterzuordnen.

PS: Was war denn das für eine "Feedback"-Aktion von dieStandard? Macht dieStandard jetzt schon Versuche mit ihrer Leserschaft? *g*

bulbjet
01
29.10.2008, 22:20

dienstag ist forumfreier tag, daher nur feedbackmöglichkeit.

Mein Senf dazu:
11
30.10.2008, 20:02
btw: Da haben andere auch gepsotet ...

Muss am Browser liegen ...

Sergeant Cooper, NYPD
11
30.10.2008, 20:17
Am Browser? Komisch...

Also ich verwende den Firefox, und mit dem ist es am Dienstag tadellos zu posten gegangen.

Mein Senf dazu:
00
30.10.2008, 20:48
Ich auch ...

Sergeant Cooper, NYPD
00
31.10.2008, 00:24
Eine wirklich tadellose Heimatseitenbetrachtungsweichware.

Sie haben es ja sicher schon installiert - radiert lästige Binnen-Is aus: http://tinyurl.com/5r2vm9

Mein Senf dazu:
00
31.10.2008, 10:59
Vielleicht liegt es am Add-On

Bin schon auf den nächsten Di gespannt. Wäre ja genial wenn dieses brillante Werkzeug auch noch ...

Mein Senf dazu:
11
30.10.2008, 10:03
Das kann aber nicht stimmen


http://tinyurl.com/dienstag

Das hat man doch wieder aufgehoben!

bulbjet
01
30.10.2008, 19:40

wiesos bei ihnen am dienstag geklappt hat, müssten sie bei diestandard erfragen.ich kann mich genau erinnern, dass dienstag abend bei allen artikeln soweit ich das gesehen habe, keine postings zu lesen waren und auch nicht die möglichkeit zu posten gegeben war.bei in eigener sache war auch zu lesen, dass dies bis auf widerruf so beibehalten wird.

Mein Senf dazu:
00
31.10.2008, 10:58
Na es haben aber noch andere gesehen und gepostet

Welchen Browser verwenden Sie denn?

C.Schmitt
00
29.10.2008, 13:39

mir leuchtet das logische moment nicht ein: wenn er rauszieht, kurz bevor er kommt, bleibt sie unbefriedigt, kommt er aber in ihr ist sie mehr oder weniger befriedigt?

Sergeant Cooper, NYPD
21
30.10.2008, 00:41
Nur wenn die Befriedigung des Mannes auch der Frau

Befriedigung verschafft...so ist die Natur des Waibes!

A.B. Artig
 
00
27.12.2008, 22:38

A so aschas...Hier gehts doch klar und deutlich darum, dass BEIDE einen Lustgewinn haben sollen und nicht bloss eine/r...

Elio Ambrosi
 
00
29.10.2008, 21:02
also

ich versteh das schon.

Rosa Stahl
00
29.10.2008, 21:12

ich auch

*grins*

nix ist widerlicher als kurz vorher "raus"

hurchzua
25
29.10.2008, 09:09
Am Zitronenfreien Tag

darf wieder gepostet werden.

Interessant- sind die Argumente heute etwa stark genug um einem kritischen Diskurs stand zu halten?

presonic
12
29.10.2008, 10:58

hast du denn welche?

hurchzua
22
29.10.2008, 16:14
gegen dieses Medium

fällt das nicht schwer...

Tethys
01
29.10.2008, 16:18

Ich glaube, Argumente zum Thema waren gemeint?

presonic
01
29.10.2008, 16:31

richtig!

Mathbau
010
29.10.2008, 07:56

Was in einer Beschreibung der Person Marie Stopes' nicht fehlen sollte ist eine, zumindest kurze, Betrachtung ihre befürwortenden Haltung gegenüber "Rassenhygiene" und Zwangssterilisation.

Rosa Stahl
00
29.10.2008, 21:14

und weiter? was sagt sie dazu?

Mac Smith
00
31.10.2008, 08:28
tut mir leid, meine Antworten kommen nicht durch

Die Wahrheit tut eben manchmal weh.

Mein Senf dazu:
10
29.10.2008, 20:22
So tief hat man hier nicht nachgeforscht


BTW: Warum ist hier eigentlich die Hinergrundfarbe blau?

Mac Smith
00
29.10.2008, 11:12
Ihre Einstellung zu Kinderarbeit war auch interessant..

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