Bayern: Scharia wird laut FDP-Abgeordneten bereits praktiziert

31. Oktober 2008 10:59
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    Foto: APA / GUENTER R. ARTINGER

    Georg Barfuß verdeidigt sein Aussage. Er sich explizit nur auf die Teile der Scharia bezogen, die mit dem Grundgesetz vereinbar seien.

CSU fordert Abgrenzung gegen "Vielehe und die Benachteiligung der Frau im Erbrecht" - Georg Barfuß: Teile der Scharia sind mit dem Grundgesetz vereinbar

München - Einen ersten Koalitionskrach hat es gleich am Tag der Kabinettsvereidigung in Bayern gegeben. Die CSU reagierte am Donnerstag mit scharfer Kritik auf Äußerungen des FDP-Abgeordneten Georg Barfuß zur islamischen Rechtsordnung Scharia. Barfuß hatte nach eigenen Angaben gefordert, anzuerkennen, dass Teile der Scharia bereits praktiziert würden. Dies müsse man akzeptieren, soweit es mit dem Grundgesetz vereinbar sei.

Inakzeptabel

Die CSU reagierte scharf: Der stellvertretende CSU-Fraktionsvorsitzende Karl Freller bezeichnete die Äußerungen als "vollkommen inakzeptabel". Nach seiner Lesart habe der FDP-Abgeordnete erklärt, dass Teile der Scharia auch hierzulande angewandt werden könnten. "Damit stellt Herr Barfuß unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung auf den Kopf", kritisierte Freller und forderte eine klare Abgrenzung von der Scharia. "Auch vermeintlich zivile Bestimmungen dieser Rechtsordnung wie Vielehe und die Benachteiligung der Frau im Erbrecht sind für uns inakzeptabel", erklärte er.

Auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann wies die Äußerungen des FDP-Abgeordneten zurück. Er sprach von einer Forderung zur teilweisen Einführung der Scharia durch Barfuß. "Die Scharia wird niemals Bestandteil unserer Rechts- und Werteordnung werden. Dies für Bayern zu fordern, ist mehr als abwegig", erklärte Herrmann.

Fasten- oder Gebetsvorschriften seien vereinbar

Barfuß verteidigte seine Aussage. Er habe nichts gefordert, sagte er der AP. Zudem habe er sich explizit nur auf die Teile der Scharia bezogen, die mit dem Grundgesetz vereinbar seien. Als Beispiele nannte er Fasten- oder Gebetsvorschriften. Was nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sei, wie das Abhacken einer Hand, dürfe nicht akzeptiert werden, betonte er. Doch ob jemand fünf, sieben oder 27 mal am Tag bete, könne einem doch vollkommen egal sein.

In einem am Donnerstagabend veröffentlichten Statement erklärte Barfuß: "Interpretationen, wonach ich die 'Einführung der Scharia in Bayern' gefordert hätte, entsprechen nicht der Realität und sind ein Missverständnis." Er habe "lediglich darauf aufmerksam machen wollen, dass es für eine funktionierende Bürgergesellschaft selbstverständlich sein und kein Problem darstellen sollte, wenn Mitbürgerinnen und Mitbürger moslemischem Glaubens religiöse Prinzipien beherzigen und praktizieren, die nicht im Gegensatz zu den verfassungsmäßigen Grundlagen unseres Staates stehen". (APA/AP)

Mentos666
01.11.2008 10:04
Wenn jemand 27mal am Tag betet...

...hab ich schon ein Problem damit, denn Arbeit wird er dann keiner nachgehen können.

Chien de Pique
31.10.2008 18:45
Dem Mann - der offenbar nicht einmal weiß,

dass die Türkei einmal christlich war und es dort noch immer ChristInnen gibt (eine Information, die hier fehlt), deshalb kaum sehr ernstgenommen werden kann - ist zugute zu halten, dass er die geleugnete, verdrängte Realität ins Bewusstsein ruft - allerdings ist dieser bedauerliche Zustand mitnichten kampflos hinzunehmen.

silvio pellico
31.10.2008 16:54
erbrecht in sodtirol

die südtiroler praktizieren die scharia schon seit ihrer ankunft im etschland vor 1300 jahren. die bayrische csu soll sich doch nachhilfestunden in sachen erbrecht geben lassen.

polzinho
31.10.2008 17:14
wo ist ihr problem ?

südtiroler dürfen in südtirol wohl machen was sie wollen. araber in bayern aber nicht und habens sich an die regeln der bayern zu halten.

genauso wie bayern und südtiroler in 'arabien' an die dortigen regeln zu halten haben.

ist das so schwierig zu verstehen ?

Gibts Denn Das
31.10.2008 14:01
er rudert verzweifelt zurück.

hat irgendwer bestritten, daß muslime nicht fasten und beten? das ist wohl nicht der teil der schariah, der heftig diskutiert wird.

aber viele andere teile, die z.b. die gesellschaftliche stellung der frau oder strafmaßnahmen beschreiben, widersprechend total einer freiheitlichen, demokratischen, humanistischen gesellschaftsidee. die müssen wir stoppen, im interesse unserer frauen und kinder!

Timagoras
 
31.10.2008 12:50


herr Barfuß hat recht.

genauso, wie in bestimmten katholioschen kreisen die vorschriften des katechismus zur anwendung kommen, gilt das natürlich auch für andere ideologische und religiöse gemeinschaften.

was soll das geschrei?

byron sully
31.10.2008 13:25
na ja,

also ich find seine aussage völlig unnötig. deutschland ist kein totalitärer staat, deswegen droht wohl niemandem, der nach islamischen regeln fastet oder betet, das gefängnis. wozu er das also extra betont, ist mir schleierhaft. und vor allem hat er es anfangs mit einer völlig mißglückten formulierung getan. denn wenn man fordert, die scharia teilweise "anzuerkennen", dann schrillen bei mir die alarmglocken. so formuliert, bedeutet es nämlich was völlig anderes als das, was er eigentlich gemeint hat.

Timagoras
 
02.11.2008 02:20
"also ich find seine aussage völlig unnötig"


das ist sie in der tat.

deshalb ist sie aber nicht falsch.

und das gezeter der csu ist genauso unnötig.

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