Grüner Preis für Palestinian Gay Women

06. November 2008, 16:45

Von Ulrike Lunacek gestifteter "GO Visible Award" geht an Palästinenserinnen in Israel - Ebenfalls ausgezeichnet: Oganisationen aus Kirgisien und Libanon

Wien - Der "GO Visible"-Award geht in seinem ersten Jahr an die Organisation ASWAT - Palestinian Gay Women, eine Initiative von und für lesbische und bisexuelle Palästinenserinnen in Israel und in den besetzten Gebieten. Ebenfalls ausgezeichnet wurden die Oganisationen Labrys aus Kirgisien und MEEM aus Libanon.

"Großer Mut"

"ASWAT" bedeutet "Stimme" auf Arabisch. Und "ASWAT ist eine mutige Stimme in der Region - genauso wie MEEM im Libanon," so Lunacek. "In Gesellschaften, wo für Frauen ein unabhängiges Leben, ohne heiraten zu müssen, nicht vorgesehen ist, braucht es großen Mut, die vorgeschriebenen Geschlechterrollen zu durchbrechen," erklärte Ulrike Lunacek, stv. Klubchefin der Grünen sowie Vorsitzende der Europäischen Grünen Partei und Initiatorin des Preises.

ASWAT und MEEM, aber auch Labrys in der Ex-Sowjet-Republik Kirgisien, unterstützen und schützen lesbische, bisexuelle und transgender Frauen in ihrem Aufbruch gegen das Schweigen und gegen Unterdrückung. "Der GO-Visible-Award soll die schwierige Arbeit von jungen les/bi/schwulen Initiativen besonders in jenen Ländern würdigen, wo einiger Mut dazugehört, im persönlichen und beruflichen Umfeld offen mit der eigenen Homosexualität umzugehen," erklärte Lunacek, die betonte, dass der Preis in seinem ersten Jahr bereits Bewerbungen von 27 Organisationen aus 21 Ländern aus dem Nahen Osten, Lateinamerika, Afrika, Europa und Zentralasien erhielt.

Eine international zusammengesetzte Jury entschied über die GewinnerInnen. "All diese Aktivistinnen treten in ihren Familien, im Freundeskreis, im Beruf und in der breiteren Öffentlichkeit Schritt für Schritt aus der Unsichtbarkeit heraus - und sie verändern damit die patriarchalen und homophoben Sicht- und Denkweisen ihrer Gesellschaften," betonte Lunacek.

Ab jetzt alle zwei Jahre

Der Preis soll in Zukunft alle zwei Jahre vergeben werden. Geplant ist die Vergabe immer zum Zeitpunkt der Weltkonferenz der International Lesbian and Gay Association ILGA, die diesmal von 3. bis 6. November in Wien stattgefunden hat. (red)

Links

Mehr Informationen über die drei Preisträgerinnen-Organisationen unter:

www.aswatgroup.org/english

kyrgyzlabrys.livejournal.com

www.meemgroup.org

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Mein Senf dazu:
07.11.2008 13:35
Frl. Lunacek will wieder mal auf der sicheren Seite stehen

Der elegante Herr von nebenan
07.11.2008 11:38

Oh nein Frau Lunacek - Nicht in Israel braucht man dafür mutig sein. Auch nicht in den USA.
Mut braucht man in ALLEN arabischen Ländern aber auch in Kuba.

Timagoras 
07.11.2008 13:19
gerechterweise muss man sagen,

dass sich die situation für lesben und schwule in Kuba in den letzten jahren entspannt hat.

man wird nicht mehr für jahre in kerker und arbeits- bzw. umerziehungslager gesteckt, über deren eingang stand "arbeit macht dich zum mann" (diese lager hat übrigens Che Guevara angeregt).

http://oe1.orf.at/highlight... 24234.html

langsam aber sicher gibt es in dieser richtung echte fortschritte in Kuba (nicht zuletzt aufgrund Raul Castros eigener neigungen)


Timagoras 
06.11.2008 17:23


in den nachbarstaaten gibt's doch bestimmt auch solche organisationen, oder?

a grünes stricherl 
06.11.2008 23:06
in den nachbarländern hätten solche mutigen menschen eine sehr kurze halbwertszeit ...

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