Verbotsbemühungen in South Dakota und Colorado gescheitert

05. November 2008, 09:31

Mehrheit der WählerInnen gegen Neuregelung, die Abbruch nur in Härtefällen erlaubt hätte - Auch kein Lebensrecht von befruchteten Eiern als "Personen"

Der Volltext dieses auf Agenturmeldungen (z. B. APA und REUTERS) basierenden Artikels steht aus rechtlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung.
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21 Postings
Quintus Beckloeffel 
06.11.2008 10:01

Den Befruchtungszeitpunkt als Beginn des Menschseins zu betrachten ist zwar sachlich falsch (erst gut zwei Wochen später ist ein individueller Organismus vorhanden). Um das beurteilen zu können sind aber immerhin nicht ganz selbstverständliche biologische Kenntnisse erforderlich. Völlig lächerlich ist hingegen die verbreitete Ansicht, die Geburt stelle die entscheidende Grenze zum Menschsein dar.

Wenn also Spott zu verteilen ist, dann gebührt er den Anhängern des Geburtskriteriums, nicht denen des Befruchtungskriteriums.

emanze c
04.12.2008 18:18

"Völlig unlogisch" ist der Geburtszeitpunkt nicht.
In den Menschenrechtstraditionen ist jeder Mensch "gleich an Rechten geboren" - und eben nicht empfangen.

Abgesehen vom bloßen Wortlaut dieser Texte, die ja abänderbar wären, macht es auch Sinn, einen werdenden Menschen, dessen Fortentwicklung am Leben und an der Gesundheit der schwangeren Frau hängt, und deren Gesundheit die Schwangerschaft auch bis zum letzten Tag massiv gefährden kann (noch immer sterben auch in Europa, zwar nur vereinzelt, Frauen während der Geburt), anders zu behandeln als einen wenn auch kleinen Menschen, der unabhängig von einem "Wirtskörper" existieren kann.
Dass im Fall des Ungeborenen immer die Interessen der Mutter zu beachten sind, sollte klar sein.

g'stieß
29.11.2008 10:11
immer dasselbe von reaktionärer seite -

sie könnten wenigstens mal an ihren formulierungen arbeiten, wenn sie schon die argumente nicht variieren.

jokergirl
07.11.2008 17:12

Deshalb ist die Grenze für Abtreibungen auch nicht die Geburt, sondern einige Zeit davor.
Der Ausdruck "viability", also der erste Zeitpunkt, von dem an man den Fetus als ausserhalb des Körpers für überlebensfähig einstufen könnte, drängt sich da auf.

;)

Quintus Beckloeffel 
07.11.2008 21:06
Mein Hinweis war an gewisse Poster gerichtet, die in der Geburt die entscheidende Grenze sehen.

Aber auch die von der Mutter unabhängige Überlebensfähigkeit ist kein plausibles Kriterium. Zwei Gründe dafür:

1) Diese unabhängige Überlebensfähigkeit hängt vom aktuellen Stand der medizinischen Technik ab. Heute kann man ungeborene Kinder wesentlich früher unabhängig am Leben erhalten als vor hundert Jahren und man braucht kein großer Prophet zu sein, um vorherzusagen, dass sich dieser Zeitpunkt in Zukunft noch wesentlich weiter verschieben wird. Es wäre aber gelinde gesagt merkwürdig, wenn zwei Organismen mit gleichen intrinsischen Eigenschaften allein aufgrund der technischen Möglichkeiten unterschiedliches Lebensrecht haben sollen.
2) Es gibt auch Fälle, in denen das Leben eines Erwachsenen speziell von einer Person abhängt. Forts.

presonic
08.11.2008 23:14

1) dann wird die spirale als verhütungsmittel wohl irgendwann verboten werden? ;-)
und erst das kondom!!! :-0 - irgendwann wird man sicher kinder im reagenzglas erzeugen können - every sperm is sacred!!!

Moralischer Nihilist
06.11.2008 13:47

Ah, wirklich? Was ist dann die definition des lebens, nach 2 wochen? Extraembryonisches mesoderm?

Quintus Beckloeffel 
06.11.2008 15:58

Ab diesem Zeitpunkt haben wir es mit einem individuellen Organismus zu tun, der seiner DNA nach zur Spezies Mensch gehört und der sich bis zu seinem Tod entwickelt. Die bemerkenswertesten Entwicklungsschritte finden dabei weder nach 12 Schwangerschaftswochen noch bei der Geburt statt.

Vor diesem Zeitpunkt haben wir es hingegen mit einem anderen Organismus zu tun, der sich noch teilen kann. Und wäre einer der Teilungsnachfolger mit diesem identisch, dann wäre es der andere aus Symmetriegründen auch, weshalb transitiverweise die beiden nachfolger miteinander identisch wären. Das ist aber nicht der Fall, weshalb die Voraussetzung falsch, also der Organismus nicht mit einem seiner Nachfolger identisch ist.)

Moralischer Nihilist
07.11.2008 12:07

Vor diesem Zeitpunkt hast du auch DNA der zur spezies mensch gehört.

Vor diesem Zeitpunkt hast du auch lebendige zellen, die sich bis zu ihrem Tod entwickeln.

Was du als "bemerkenswert" einstufst, ist das ein kriterium für die definition? Was passiert nach 2 wochen, was so bemerkenswert ist, mehr als nach 11, 12 oder 13 tage z.B?

Bezüglich deine teilungsphilosophien, es kann nicht sein dass die differenzierung der zellen in nicht-identische zellen, weniger mit der teilung selbst zu tun hat (abgesehen von mosaiken), und mehr mit umweltsfaktoren z.b einströmen von blut, spaltung von zellverbände, absonderung von zytokine, etc?

Quintus Beckloeffel 
07.11.2008 17:55
Das sind keine "Teilingsphilosophien", sondern das ist nüchterne Logik. Der Organismus vor der genannten Frist kann aus rein logischen Gründen

nicht mit dem identisch sein, der später im Bauch der Mutter und noch später außerhalb desselben lebt. Ihr Vergleich ist deshalb falsch. Danach aber ist ein durchgehender Entwicklungszusammenhang ein und desselben Organismus gegeben, wobei die bedeutsamsten Entwicklungsschritte weder nach 3 Monaten noch bei der Geburt stattfinden.

Das Vorhandensein einer speziestypischen DNA ist ein notwendiges, aber kein hinreichendes Kriterium für die Spezieszugehörigkeit. Letztere ist u.a. durch eine sexuelle Vermehrungsfunktion des Typus charakterisiert. Organismen vom Typus, wie sie vor der genannten Frist existieren, erfüllen solche Kriterien nicht und sind deshalb keine Angehörigen der Spezies Mensch.

Moralischer Nihilist
07.11.2008 19:56

Welcher vergleich von mir ist falsch? Habe ich überhaupt was verglichen? Was soll das?

Die frage ist immer noch nicht beantwortet:
Welche embyonische ereignis markiert der anfang des organismus per definition für dich? Du hast bloss eine willkürliche zeit angegeben, aber nicht beschrieben, was zellulär nach 14 tagen auf einmal passiert.

Quintus Beckloeffel 
07.11.2008 20:54

Falsch war der Vergleich "Organismus mit DNA vor der Frist" mit "Organismus mit DNA nach der Friest".

Der zeitliche Anfang des Organismus ist mit dem Zeitpunkt gegeben, mit dem der Organismus die Systemeigenschaft erwirbt, dass kein Twinning (keine Zwillingsteilung) mehr möglich ist.

g'stieß
29.11.2008 10:18

you put your foot on a very slippery slope there.

byron sully
05.11.2008 23:58
die menschen im mittleren westen

sind zwar ultrakonservativ, aber nicht unmenschlich. erfreulich.

presonic
08.11.2008 23:18

ups. dein posting war ja zum text, nicht zum vorposter..... dann natürlich: im gegenteil!!! ;-))

presonic
08.11.2008 23:16

ja, es ist in der tat sehr menschlich, wenn man frauen, die abtreiben wollen, jegliche medizinische hilfe verwehrt und sie zu engelmacherinnen schickt, auf das sie diesen eingriff hoffentlich überleben.

Para Dox
05.11.2008 15:59

Daran sieht man (wiedereinmal), dass die Abtreibungsgegner nur eine sehr kleine aber dafür umso lautere Minderheit sind. Sollte man eigentlich gar nicht ernst nehmen.

Colorado ist übrigens ein eher konservativer Staat im konservativen Amerika.

Pygar 
05.11.2008 21:31

Bis zu einem bestimmten Grad müssen auch Menschenfeinde dieser Sorte ernst genommen werden.

Denn, wenn die ignoriert werden, wähnen sich alle sicher, dass die mit ihren Forderungen sowieso nicht durchkommen. Dann gehen im schlimmsten Fall nur diese Menschenfeinde selbst zur Wahl/Abstimmung und schon haben sie gewonnen ...

Viktoria Roth
05.11.2008 15:58
Diese "Schutz für befruchtete Eier-Tour" versucht die vereingte Antiabtreibungscamarilla auf vielfältige Weise:

einerseits mit einem Moratorium zur Todesstrafe: damit die armen befruchteten Eizellen nicht ohne Urteil zum Tode verurteilt würden, nachzulesen hier:
http://www.abtreibungsmoratorium.de/
und aktuell mit Unterschriften in Bezug auf die Menschenrechte. Auch hier dasselbe Bild:....von der Befruchtung bis zum natürlichen Tode" hier:
http://www.c-fam.org/publicati... efault.asp

Frauen, als selbständig denkende und entscheidende menschliche Wesen, spielen diesen Typen absolut keine Rolle.
Dafür soll aber die heilige Familie per Gesetzen und Verfassungen, etc. geschützt werden.

Und auch die US-Wahlen wollten die "Lebensschützer" entscheiden - in maßlosem Eifer und ebensolcher Selbstüberschätzung.

Infosferne: Hurra Obama!

Susanne_B
05.11.2008 13:07

Hurra!

Black Widdow
05.11.2008 13:35
D'accord

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