HPV: Vakzine soll auch bei älteren Frauen zum Einsatz kommen

13. November 2008, 15:09
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    foto: apa/dpa/deutsches krebsforschungszentrum

    Eine Infektion mit dem HP-Virus, der für 99,7 Prozent aller Gebärmutterhalskarzinome verantwortlich gemacht wird, könne durch Impfungen verhindert werden, betonten die ExpertInnen. Umfragen würden Wissensdefizite zeigen, die bei vielen Frauen für Angst und Panik sorgten.

    Auch durch mangelnde Informationen würden jährlich nach wie vor rund 280.000 Frauen weltweit an dem Krebsleiden sterben. Gebärmutterhalskrebs ist weltweit die zweithäufigste Todesursache bei Frauen, pro Jahr wird rund 500.000 Frauen die Diagnose verkündet.

ExpertInnen-Konferenz konstatiert, dass Europäerinnen zu wenig über Virus wüssten - Impf-Offensive als eine Lösung

Nizza - Dass viele Frauen kaum über Gebärmutterhalskrebs und den Karzinome verursachenden HPV (Human Papilloma Virus) Bescheid wissen, lautete das Fazit einer Konferenz der europäischen Forschungseinrichtung EUROGIN (EUropean Research Organization on Genital Infection and Neoplasia) am Dienstag in Nizza. Bessere Aufklärungen und Information seien in EU-Ländern dringend notwendig.

"Seltsame" österreichische Prävention

Hervorgehoben wurde bei der Konferenz vor allem die zweigleisige Prävention durch Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen gegen das HPV-Virus. Die derzeitige Situation in Österreich, welches eine Immunisierung zwar empfehle, aber nicht finanziere sei "seltsam", sagte der italienische Mediziner Paolo Bonanni vom Europäischen Zentrum für Krankheitskontrolle (ECDC) am Rande der Veranstaltung. "Es ist wichtig auch für das zu zahlen, was empfohlen wird." Klar sei aber auch, dass eine Impfung die Untersuchungen nicht ersetzen könne.

Bis auf Finnland und die Alpenrepublik hätten alle westeuropäischen Länder die HPV-Impfung mittlerweile empfohlen und eine Finanzierung gestartet bzw. würden eine solche planen, erklärte Bonanni. Finnland wolle wegen seiner überdurchschnittlich guten Screening-Ergebnisse derzeit kein Geld in weitere Präventionsmaßnahmen stecken. Für Österreich gilt dieses Argument nicht: Nur 30 Prozent der Frauen gehen zu regelmäßigen Kontrollen bei GynäkologInnen.

Zahl der Abstriche sinkt nicht durch Immunisierung

Die Befürchtung, dass bei einer flächendeckenden Impfung weniger Frauen zu Vorsorgeuntersuchungen gehen würden, sei nicht belegbar, betonte der Mediziner. Studien - zum Beispiel in Australien - würden vielmehr zeigen, dass das Bewusstsein durch HPV-Immunisierungen erhöht werde und die Zahl der Voruntersuchungen dadurch steige.

Das Argument, der Impfstoff sei zu teuer, ist laut Bonanni ebenfalls nicht schlafkräftig. Der derzeitige Preis von 600 Euro für alle drei Teilimpfungen würde durch eine Groß-Bestellungen über den Staat massiv gesenkt werden. Dies sei auch in Italien der Fall gewesen. Dort werden alle zwölfjährigen Mädchen flächendeckend gegen HPV immunisiert, weil die Vakzine vor den ersten sexuellen Kontakten am wirksamsten gilt.

Impfung auch bei älteren Frauen

Laut ersten Untersuchungsergebnissen soll die Impfung aber nicht nur bei Mädchen und jungen Frauen, sondern auch bei älteren hoch wirksam sein. Der Impfstoff Gardasil habe gegen Krebsvorstufen bei den 24- bis 45-Jährigen eine Wirksamkeit von 92 Prozent, hieß es am Donnerstag im Rahmen der Konferenz bei einer Diskussion mit US-Wissenschafterin Nubia Munoz. Der Vierfachimpfstoff Gardasil wirkt laut diesen ersten Untersuchungsergebnissen bei älteren Frauen gegen die HPV-Stämme 6, 11, 16 und 18 fast genauso gut wie bei jüngeren Frauen.

Keine einfache Lösung

Verglichen mit anderen Staaten gehöre Österreich in Punkto Vorsorge weder zu den schlechteren, noch zu den besseren, erklärte Gunta Lazdane von der WHO. Die derzeitigen Bemühungen, Untersuchungen bei GynäkologInnen zu verbessern, seien nicht schlecht. "Vielleicht ist es ein erster Schritt", betonte sie. Die größten Probleme in Europa gebe es derzeit in östlichen Ländern wie Rumänien. "Es gibt keine einfache Lösung, wenn es um Kampf gegen Gebärmutterhalskrebs geht", betonte Philippe Brunet, Kabinettschef des EU-Kommissariats für Gesundheit, bei der Konferenz. Die Impfung sei kein Ersatz für regelmäßige gynäkologische Kontrollen, diese müssten neben der HPV-Immunisierung weiter forciert werden.

Aufnahme in den Impfplan Priorität

In Österreich setzt sich seit 2007 die Initiative www.gebaermutterhalskrebs.at unter der Federführung von Schauspielerin Katharina Stemberger für eine bessere Aufklärung und die staatliche Finanzierung der HPV-Impfung ein. Derzeit wird die 600 Euro teure Immunisierung zwar im Impfplan empfohlen, allerdings nicht von öffentlicher Hand finanziert. 

75 Prozent der Bevölkerung werden mit HPV infiziert. Pro Jahr führt dies bei 6.000 Frauen zu Krebsvorstufen, die mittels Konisation operativ aus der Gebärmutter herausgeschnitten werden müssen. Dies sei bei weitem keine Kleinigkeit, sonder laut dem AKH-Mediziner Wolfgang Maurer eine innere "Genitalverstümmelung". Stemberger setzte einen Vergleich: Müssten Männer einen Teil ihres Penis entfernen lassen, würde es einen riesen Aufschrei geben.

Trotz der Gefahr von Frühgeburten nach dem Eingriff und möglichen Neuinfektionen, wurde die Impfung in Österreich bisher nicht in den Impfplan aufgenommen, kritisierte Stemberger. "Viele Frauen müssen mehrere Konisationen durchführen, sich die Gebärmutter ganz entfernen lassen und schaffen es doch nicht."

Österreicherinnen "bisschen besser" aufgeklärt

Ziel der Initiative sei daher vor allem eine bessere Aufklärung. Viele Frauen wüssten nicht einmal, warum sie regelmäßig einen Gynäkologen, eine Gynäkologin besuchen sollten oder das Gebärmutterhalskrebs durch einen Virus hervorgerufen werde. In Spanien wissen laut EUROGIN nur zehn Prozent der Frauen über HPV Bescheid. "Es ist bei uns nur ein bisschen besser", meinte Stemberger über Österreich.

Hautkontakt genügt

Nicht bekannt sein dürfte auch die Tatsache, dass Kondome nur bedingt vor der sexuellen Übertragung des Virus schützen. Bereits Hautkontakt genügt für eine Infektion. Neben Aufklärung ist laut Stemberger auch das Schließen der Informationslücke nach einem schlechten Abstrich-Befund  wichtig. GynäkologInnen hätten nur bedingt Zeit für Erklärung, erarbeitet werde daher gerade ein Infopaket mit Kontaktdaten zu Fachleuten, so die Schauspielerin. Dieses soll künftig bei den ÄrztInnen aufliegen, zusätzlich veranstaltete die Initiative einmal im Monat Info-Treffen mit ExpertInnen. (APA)

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EUROGIN

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Posting 1 bis 25 von 38
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ElisaHa
01
13.11.2008, 21:23
Was ist mit den Männern?

Warum gibt es keine Impfung für Männer. Sind die doch genauso Überträger. Warum hängt immer alles an der Frau? Wie wäre es mit einer Kampagne für Männer, dass die 2 x im Jahr zum Urologen gehen, um sich zu testen? Außerdem gibt es noch ganz andere Infektionen, die sie unerkannt weitertragen. Aufruf an die Urologen, den Mann zum Schutze der Frau zum Arzt zu bewegen.

Dagmar Rehak
 
00
14.11.2008, 23:47
Nicht nur Überträger.

Auch Männer erkranken an gutartigen und bösartigen Genitalwarzen.
http://images.google.at/images?um... rts%22+hpv
Bei uns ist das kein Thema, aber natürlich gibt es das im deutschsprachigen Raum genauso.

die rote baronin
01
14.11.2008, 12:37

Ich habs schon mal angeführt: eine solche Kampagne würde bei Männern/Buben nicht ziehen. Da müsste es schon eine verpflichtende Impfung sein. Die Gegenargumente (gegen Imfungen bei Männern) kann man sich ja denken: die Frau ist davon betroffen, soll sie sich doch drum kümmern, oder Kondome verwenden, oder auf Sex verzichten,... . Nicht mal bei der Verhütung funktioniert das, wobei hier Männer direkter betroffen sind (Kind, soziale Verpflichtungen,...).
Zudem kann eine geimpfte Frau sicher sein, dass ihr dieser Virus nicht anhaben kann, während es bei einer Männerimpfung (sofern nicht für jeden verpflichtend) nicht der Fall wäre (der eine ist geimpft, der andere nicht - macht die Impfung an sich nicht sinnvoll).

presonic
00
14.11.2008, 20:32

"zudem kann die geimpfte frau sicher sein, dass ihr der virus nichts anhaben kann"

wenn dem so wäre, schön wärs. leider sieht die realität so aus, dass es darüber weder studien noch beweise gibt.
was gewiss ist bei der impfung: die nebenwirkungen.

Susi Stattnam
00
14.11.2008, 12:05
Ich bin voll und ganz Ihrer Meinung.

die rote baronin
00
13.11.2008, 15:47

Ich gehör zu den ältern Frauen ;-(

presonic
21
13.11.2008, 11:29
10 % wissen über HPV bescheid?

ich würd jetzt mal sagen: und genau das sind diejenigen, die von der pharmaindustrie per angstmachender werbung "informiert" wurden.

da gehört man doch lieber zu den 90% "uninformierter".

guggi102
00
13.11.2008, 15:03

Und läßt sich vom Krebs zerfressen. Hast Du so was überhaupt schon einmal in echt gesehen? Ist kein schöner Tod.

presonic
00
13.11.2008, 15:10

nein, frau geht besser zum screening. und zwar jährlich. (was nicht usus ist, weswegen bei uns mehr frauen an gebärmutterhals sterben als anderswo)

guggi102
00
13.11.2008, 19:07

Natürlich jährlich zum Screening, aber den Ablauf hab ich unten schon geschildert. Man macht 30 Kontrollen und 3 Konisationen, dann die Hysterektomie, jahrelange Ängste, und Verstümmelung, und bei einigen ist es trotzdem nicht genug.

Susi Stattnam
01
14.11.2008, 12:06
es ist aber nicht erwiesen, dass dieses Virus immer

der Ausloeser ist. Oder ueberhaupt wie oft der der Ausloeser ist. Den Krebs wird es so oder so geben. Das wird nicht ausreichend hervorgehoben.

E. Pagliacchi
00
14.8.2009, 15:27

Es ist nachgewiesen, dass fast alle Arten des GHK durch HPV verursacht sind.

presonic
00
14.11.2008, 20:39

erstens das und 2. hat die studie nur 4 jahre gedauert.
während der studie kamen in der impfgruppe bei versehentlichen schwangerschaften großteils schwer behinderte kinder zur welt, in KEINER gruppe (weder impf- noch placebogruppe) gab es einen gebärmutterhalskrebsfall - auch logisch, man hat nur ganz junge frauen als probandinnen hergenommen, gebärmutterhalskrebs ist aber erst bei über 60-jährigen ein thema - wir müssten also noch 56 jahre warten auf ein erstes ergebnis)
das ludwog-boltzmann-institut hat das ganze noch mal untersucht: hier das ergebnis:http://eprints.hta.lbg.ac.at/760/2/HTA... ht_009.pdf (das dazu geführt hat, dass es keine emfehlung an die krankenkassen ausging, die impfung zu zahlen)

guggi102
02
14.11.2008, 13:31

Doch es ist erwiesen, daß die Stämme, gegen die die Impfung wirkt, 70% aller Karzinome auslösen. Sie können das in Leben umrechnen, die jährlich gerettet werden.

Susi Stattnam
00
16.11.2008, 13:59
meinem Informationsstand nach

ist es vermutet, dass ausschliesslich dieser Stamm fuer die Ausloesung verantwortlich ist. Es ist ja ein Unterschied, ob ich weiss, dass NUR das Virus der Ausloeser in 70% ist und sonst nichts anderes, oder ob ich vermute, dass es der Virus ist, aber ich kann nicht ausschliessen, dass nicht auch andere Faktoren in diesen 70% Faellen dabei sind. Und in den 30% kann ich halt ausschliessen, dass der Virus der Ausloeser ist, egal ob alleine oder mit anderen Faktoren.

presonic
00
23.11.2008, 22:25

in den studien gab es KEINE gebärmutterhalskrebserkrankung - weder in der geimpften, noch in der ungeimpften gruppe.
nur so zur info.

Dagmar Rehak
 
00
14.11.2008, 23:53

Eins zu eins kann man das aber nicht umrechnen, weil Impfungen manchmal einfach nicht wirken und der Schutz nur durch eine Antikörper-Untersuchung festgestellt werden kann, und das passiert fast nie.

Wodurch entstehen eigentlich die restlichen 30%? Durch andere Viren, die in der Impfung nicht drin sind, oder durch ganz andere Ursachen?

presonic
00
23.11.2008, 22:26

und was ist eigentlich mit den anderen frauen? fast 90% der frauen haben in ihrem leben MINDESTENS einmal eine infektion. wenn das virus die erkrankung wirklich verursacht, dann müssten alle frauen gebärmutterhalskrebs kriegen (wie das z.b. bei herpes ist.)

Dagmar Rehak
 
00
24.11.2008, 10:53

Der Körper wird normaler Weise mit den Viren fertig. Nur, wenn das Immunsystem geschwächt ist, haben die Viren eine Chance. Das ist bei Fieberblasen genauso.

presonic
00
14.11.2008, 20:35

das will uns sanofi/merck so verkaufen.
nur weil viren gleichzeitig mit erkrankungen auftreten heißt nicht, dass diese sie auslösen.
immerhin haben 90% aller frauen in ihrem leben mindestens einmal eine infektion mit genau diesen 4 virentypen. seltsamerweise sterben aber nicht 90% der frauen an gebörmutterhalskrebs sondern nur 3 promille.
der großteil der von HPV-viren verursachten veränderungen sind - ähnlich wie fieberblasen - vergänglich, selbst zurückbildend und alles andere als krebsvorstufen.

Dagmar Rehak
 
00
14.11.2008, 23:39

Die Fieberblasen vergehen zwar wieder, aber der Virus bleibt das ganze Leben lang im Körper. Der lasst sich auch nicht mit den HPV vergleichen.

Auffallend ist vor allem, das nur 1-2% der Frauen Zellveränderungen kriegen, obwohl praktsch alle infiziert sind, aber nach einer Konisation "im Gesunden" bekommen es ganze 15% wieder. Ok, die Frauen, die sie gekriegt haben, haben sicher Probleme mit ihrem Immunsystem, aber praktisch das Zehnfache als Wiedererkrankungrate ist doch ein bissl krass.

Dagmar Rehak
 
00
15.11.2008, 16:16
Aja und nochwas:

Wegen der hohen Wiedererkrankungsrate wird bei den Nachuntersuchungen häufiger untersucht als bei "normalen" Frauen. Die sollen jede halbe Jahr kommen, die operierten alle drei Monate. Allerdings weisen diese Nachuntersuchungen eine seltsame Eigenheit auf: Im 24. Monat nach der Operation bekommt frau praktisch keinen Termin, hingegen ein paar Tage und zwei Jahre danach. So soll der Rückfallstatistik ein bissi eine Chance gegeben werden.

Dagmar Rehak
 
04
13.11.2008, 01:01
"75 Prozent der Bevölkerung werden mit HPV infiziert. Pro Jahr führt dies bei 6.000 Frauen zu Krebsvorstufen, die mittels Konisation operativ aus der Gebärmutter herausgeschnitten werden müssen."

Das stimmt nicht.
Der allergrößte Teil wird als gutartig identifiziert. Es handelt sich also nicht um Krebsvorstufen. Dass trotzdem eine Konisation gemacht wird, ist leider so, geschieht aber nicht, weil es sein muss. Im Gegenteil ist das Narbengewebe viel anfälliger für virusbedingte Veränderungen.
Es ist auch nicht eine Konisation notwendig, um sich die Zellen genauer anzuschauen, sondern es reicht eine Knipsbiopsie. Oft handelt es sich bei den den Pap-Befund verändernden Zellveränderungen nur um ein winziges Warzerl, das, wenn es gefunden ist, ebenfalls einfach ausgeknipst werden kann.

presonic
03
13.11.2008, 11:27

richtig. warum man diese frauen unnötig quält, ist mir ein rätsel.

guggi102
10
13.11.2008, 07:50

Na und wenn das Warzerl eben nicht sichtbar ist, wie bei der Mehrzahl der Fälle? Dann mußt erst recht Konisieren. Angst. Kontrollen. Neuinfektion.Angst.Nochmal Konisation. Kontrollen, Angst, Wieder Infektion, Gebärmutter raus. Oder Kontrolle zu spät, es sind leider schon Lymphknoten befallen. Totaloperation, Chemo, Bestrahlung. Vielleicht überleben, vielleicht auch nicht.

Könnte frau sich oder ihrer Tochter alles ganz einfach ersparen.

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