Senkrechtstarterin mit Gen der Wiener SPÖ

24. November 2008 16:54

Die erst 27-jährige Laura Rudas wird in der neuen Regierung Bundesgeschäftsführerin der SPÖ - ein Porträt

Wien - Als sie ein kleines Mädchen war, wollte sie werden wie Herbert Prohaska. Nun, wo sie eine erwachsene Frau ist, wird sie die Nachfolgerin von Doris Bures. Laura Rudas, geboren am 10. März 1981 und damit gerade einmal 27 Jahre alt, übernimmt gemeinsam mit Günther Kräuter die Bundesgeschäftsführung in der SPÖ.

Echte Senkrechtstarterin

Damit tritt sie unter anderem in die Fußstapfen ihres Onkels Andreas, der unter Viktor Klima bis ins Jahr 2000 die selbe Aufgabe überhatte. Rudas ist eine echte Senkrechtstarterin in der SPÖ. Schon mit 22 fand sie sich in der Bezirksvertretung von Rudolfsheim-Fünfhaus wieder, ein Jahr später wechselte sie bereits in den Gemeinderat.

Und als im Jänner 2007 ein Platz im Nationalrat frei wurde, rückte Rudas nach. Sie war der Partei sogar so wichtig, dass nach der Wiederkehr von Doris Bures ins Parlament mühsam herumgeschoben wurde, um den Sessel der Jugendsprecherin zu sichern. Andreas Schieder schaffte es bei der Rochade bis ins Staatssekretariat.

Wenig Erfolg bei den Jungen

Dass aus Rudas in der SPÖ etwas wird, war endgültig klar, als Werner Faymann seine Kampagne für die Nationalratswahl aufrollte. Der Zukunftshoffnung wurde Platz drei auf der Bundesliste zu Teil. Bei Faymanns Tour durch Österreich war Rudas durchgehend an seiner Seite. Ob sie bei den Jungen gut ankam, ist schwer zu sagen. Allzu gut schnitt die SPÖ in dieser Altersgruppe jedenfalls nicht ab.

Dafür heimste Rudas bei SeniorInnenveranstaltungen der Sozialdemokraten immer kräftigen Applaus ein. Wen wundert es - im Gegensatz zur ohnehin schon nicht besonders revolutionären Jungen ÖVP setzte sich Rudas immer dafür ein, dass bei den SeniorInnen keine Einschnitte vorgenommen werden dürften. Die Generationen dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden, lautet eines ihrer Credos.

Rudas ist sicher nicht die Vertreterin des rebellischsten Flügels der sozialdemokratischen Jugendlichen. Als ihre Hobbys gibt sie an: Mit FreundInnen treffen, Ballsport, Spiele. Ihr Lieblingskünstler ist Robbie Williams. Feminismus sieht Rudas als "notwendiges Instrument". Ihre Studien sind Publizistik, Politikwissenschaft und Internationale Betriebswirtschaftslehre.

"Gen der Wiener SPÖ"

Wie sich die Tochter des bekannten Psychiaters Stephan Rudas, in der Bundesgeschäftsführung tun wird, ist ganz schwer zu sagen. Erfahrung bringt sie wenig mit, Anleitung aus dem Kanzleramt wird wohl nötig sein. Aber Rudas hat den Zug zur Macht, das hat sie bewiesen. Und sie hat das Gen der Wiener SPÖ in sich, und das hat nur die wenigsten untergehen lassen. (APA)

 

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10 Postings
Gerhard Schwarz
 
06.12.2008 14:22

Meine Assoziationskette zum Namen "Laura Rudas": Nepotismus- Wahlkampftour im Discobus".

Gerhard Schwarz
 
06.12.2008 14:04

Barbara Blaha wäre eine inhaltliche Bereicherung für die SPÖ gewesen, Laura Rudas ist ein Beweis inhaltlicher Verarmung.

grüne für sippenhaft
27.11.2008 19:46

aha der papa hatte den job auch schon

das kommt mir vor wie in einer erbmonarchie, und das bei den roten - einfach unglaublich

Gerhard Schwarz
 
06.12.2008 14:03

Es war der Onkel - nicht der Vater -, aber der Nepotismus in der SPÖ nimmt immer bedenklichere Formen an (Sima, Schieder, Rudas...).

Das fünfte Element
29.11.2008 11:31
sie sollten artikel erst lesen bevor sie dazu posten

Graph Bobby
27.11.2008 16:03
Entlockt mir

ehrlich gesagt momentan auch nur ein müdes Gähnen.

Den ernstgemeinten Wunsch nach Veränderung würde ich vielmehr Barbara Blaha zutrauen - aber da hat sich scheinbar nichtmal jemand Mühe um eine Gesprächsbasis mit ihr gegeben, als sie berechtigterweise wegen der Studiengebühren ang'fressen war, und schließlich sogar aus der Partei austrat, weil ihr in der SPÖ offensichtlich keiner zugehört hat.

Rudas ist vermutlich PR-tauglicher, die SPÖ scheint in ihr jemand gefunden zu haben, die nach außen publikumswirksam als Rebellin vermarkt bar ist, aber gleichzeitig nach innen bequemerweise nicht zuviel Wind macht.

Dabei könnte sie ihre Beliebtheit in der Partei durchaus nutzen, um mal anständig auf den Tisch zu hauen...

emanze c
01.12.2008 09:57

"Rudas ist vermutlich PR-tauglicher"

Glaube ich gar nicht.

Blaha hat sich immerhin aus eigener Kraft bei Hochschulwahlen bewährt und ist schon rein optisch weniger "angepaßt".
Ganz zu schweigen davon, dass Rudas bisher so gar nicht mit ideologischer Eigensinnigkeit bzw eigenen Ideen für die Klientel aufgefallen ist im Gegensatz zu Blaha.

Angepaßt sein ist halt ein Wert an sich in einer Großpartei.

Stussi Funkmasten
27.11.2008 17:48

Und so ganz aus eigener Kraft schafft sie das alles.:))

Schubidu
27.11.2008 09:31
"sie hat das Gen der Wiener SPÖ in sich"?

Und darauf kann sie stolz sein? Das heißt ja, dass sie wie ein roter Wiener denkt.
Wieso wird nicht ein Geburtsmann der SPÖ für den Job herangezogen, sondern eine Frau, die lt. Bericht, zu einem Wiener umerzogen wurde?
Böse Zungen könnten bei der Überschrift fast behaupten, dass Frauen zu Männern umerzogen werden müssen, um einen Chromosomenschaden zu beheben :)

Anton der Letzte
24.11.2008 20:45

Na ja, man kann schimpfen, aber es ist doch eine tolle Karriere.

Nur wie das mit Karrieren ist, manchmal wäre es gut, wenn man den einen Schritt zu viel nicht geacht hätte.

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