Großdemonstration in Rom nach Kritik des Heiligen Stuhls an von Frankreich angedachter EU-Kampagne gegen Strafbarkeit der Homosexualität
Rom - Auf dem Petersplatz in Rom haben am Samstag mehrere hundert Menschen gegen die Haltung des Vatikans gegenüber Homosexuellen demonstriert. Der Heilige Stuhl hatte sich geweigert, eine Initiative Frankreichs bei den Vereinten Nationen zur weltweiten Abschaffung von Strafen für Homosexualität zu unterstützen.
Kein Vergehen
Es sei eine "schlechte Wahl" der katholischen Kirche, gleichgeschlechtliche Liebe immer noch als Vergehen anzusehen, sagte der Chef der Schwulenorganisation Arcigay, Aurelio Mancuso. Weltweit gebe es immer noch neun Länder, in der Homosexualität mit dem Tode bestraft werde.
Ehe-Frage
Der Vatikan, der formell gar kein UNO-Mitglied ist, hatte den französischen Vorschlag mit dem Argument abgelehnt, er stärke die Position von BefürworterInnen der Homosexuellen-Ehe. Frankreichs Entwurf einer "Erklärung über die sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität" wird von den Niederlanden, Norwegen, der Ukraine, Gabun, Japan und anderen Ländern besonders unterstützt.
Initiative
Frankreich will am 10. Dezember anlässlich des 60. Jahrestags der UNO-Menschenrechtserklärung seinen Vorschlag zur Aufhebung der Strafbarkeit der Homosexualität vorlegen. (APA)