Am 18. Dezember wird seit 2000 der Internationale Tag der MigrantInnen begangen. Für Peter Traschkowitsch, Bundes- und Wiener Landesvorsitzender der SoHo (Sozialdemokratie und Homosexualität), nimmt ihn zum Anlass, um auf lesbische und schwule MigrantInnen hinzuweisen: "Ein weiterer Tag, an dem wir über das gemeinsame Zusammenleben nachdenken und Ängste und Bedürfnisse der Betroffenen ernst nehmen sollten", erklärte der Bundesrat am Donnerstag gegenüber dem SPÖ Pressedienst.
Ablehnung gegenüber Lesben und Schwulen mit Migrationshintergrund
Ein klarer Indikator, inwieweit Integration gelungen und die Toleranzentwicklung in der Bevölkerung fortgeschritten ist, sei das Verhältnis zwischen homo- und heterosexuellen österreichischen MitbürgerInnen, so Traschkowitsch. Gerade in der Community der MigrantenInnen würden Ressentiments und Ablehnung gegenüber Lesben und Schwulen mit Migrationshintergrund am deutlichsten spürbar.
Enttabuisieren
"In den meisten Einwanderercommunities ist Homosexualität stark tabuisiert oder wird gar ganz abgelehnt", erklärte Traschkowitsch. "Gewalt in MigrantInnenfamilien und unter MigrantenInnen ist keine Seltenheit, gegengeschlechtliche Zwangsverheiratung auch bei lesbischen Frauen und schwulen Männern an der Tagesordnung. Das darf nicht verniedlicht und verheimlicht werden, sondern muss offen thematisiert und Handlungsperspektiven erarbeitet werden."
Coming Out ohne Hilfestellungen
Vor allem betroffen seien Jugendliche in ihrer oftmals schweren Coming Out-Phase, die zu einem großen Teil ohne konkrete Hilfestellung alleine da stehen, führte Traschkowitsch aus: "Daher wird es hinkünftig notwendig sein, nicht nur um Schutz anzubieten, sondern auch um ein positives Selbstbewusstsein zu erarbeiten, ein Coming-Out-Zentrum für lesbische, schwule und transgender Jugendliche anzubieten." Psychosoziale, rechtliche, sowie gesundheitliche Beratung müssten deshalb in diesem Sektor neu überdacht und ausgebaut werden, so der SoHo-Vorsitzende.
Finanzspritze
Von Seite der Politik erwartet Traschkowitsch finanzielle Unterstützung für private Vereine und NGOs. Aber auch diese müssten selbst auch immer wieder nachjustieren, um ein entsprechend hohes Beratungsniveau anbieten zu können: "Wir investieren hier in die Zukunft der Jugend und unserer Mitmenschen und da darf es zu keinen Einschränkungen kommen", so Traschkowitsch abschließend. (red)
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