"Weil sie einfach Frauen sind"

21. Jänner 2009, 19:02

Auch Frauen, die für Karriere auf Kinder verzichten, sind gegen Männer chancenlos: Von "ganz klarer Diskriminierung" spricht auch eine neue Studie

Wien – Die Universitäten, wo gerade die einzige Frau unter 21 Rektoren ihre Position räumte, sind kein Einzelfall. Mickrige 5,8 Prozent beträgt der Frauenanteil laut OECD in Österreichs Vorstandsetagen.

Eine Misere, für die viele Erklärungen kursieren: Frauen würden weniger Karriere machen, weil sie nebenbei Haus und Kinder hüteten. Weil sie sich die falschen Jobs aussuchten. Und weil die Männer einfach karrieregeiler seien.

Gängige Argumente zum Gutteil Vorwände

Ähnliches hat Guido Strunk früher auch geglaubt – bis ihn zwei Kolleginnen dazu überredeten, das Reizthema wissenschaftlich zu beackern. Seither hält der Psychologe von der Wiener Wirtschaftsuni die gängigen Argumente zu einem Gutteil für Vorwände, um die bittere Realität zu verschleiern. "Es gibt eine ganz klare Diskriminierung", sagt Strunk: "Frauen haben deshalb geringere Aufstiegschancen, weil sie einfach Frauen sind."

"Eine Frau muss ein Mann sein, um Karriere zu machen", haben Strunk, Annett Hermann und Susanne Praschak ihre Studie getauft, in der sie Karrieren von WU-AbsolventInnen über einen Zeitraum von zehn Jahren analysierten.

Um möglichst alle Faktoren auszuschließen, die eine Laufbahn neben dem Geschlecht noch beeinflussen könnten, bildeten die ForscherInnen 52 Zwillingspaare mit praktisch identischen Voraussetzungen: Verglichen wurden Frauen und Männer mit gleichem Alter, Studienerfolg, sozialem Hintergrund, Ehrgeiz, Netzwerk und so weiter – 24 Variablen bezogen die WissenschaftlerInnen ein. Die Ergebnisse, sagt Strunk, "sind dramatisch".

Rückfall nach drei Jahren

In den ersten drei Jahren kletterten die Geschlechter im Gleichschritt die Karriereleiter empor – doch dann zogen die Männer davon: Sie bekamen mehr Verantwortung, mehr Geld. Nach zehn Jahren hatten die männlichen WU-Abgänger schließlich im Schnitt 15,2 Angestellte unter sich, die weiblichen Kolleginnen nur 3,7.

Oder, nach finanziellen Kriterien: Die Frauen verdienten in der Dekade um 70.000 Euro weniger als die Männer. Trotz gleicher Qualifikation. Rechnet man jene Frauen heraus, die im Vergleichszeitraum in Karenz waren, liegt der Einkommensunterschied immer noch bei stolzen 61.000 Euro.

Das heißt: Kinder spielen zwar eine Rolle, aber offenbar nicht die entscheidende. Auch Frauen, die bewusst Karriere statt Kinder wählen, fallen hinter die Männer zurück.

An den dumpfen Macho im Chefbüro glaubt Strunk dennoch nicht und vermutet "subtilere" Formen der Benachteiligung. Während der Mann bei Firmenauftritten etwa die Bilanzen präsentieren dürfe, würde die Frau halt gebeten, sich ums Ambiente zu kümmern. "Da werden künstliche Qualifikationen geschaffen, die dann bei Beförderungen eine Rolle spielen."

"Quoten funktionieren"

Was die ForscherInnen aber auch feststellten: Frauen sind trotz Diskriminierung im Beruf nicht unzufriedener als Männer – wohl auch, weil sie die Arbeitskonditionen ihrer Kollegen nicht kennen. Öffentlich einsehbare Gehälterlisten am schwarzen Brett der Unternehmen hält Strunk deshalb für eine Methode, für mehr Gerechtigkeit zu sorgen.

Eine andere seien die umstrittenen Frauenquoten: "Wo immer es sie gibt, zeigt sich nun einmal: Quoten funktionieren." (Gerald John/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.1. 2009)

Kommentar posten
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Karam Al-Ghossein
23
25.1.2009, 09:33
Wenn Männlein und Männlein

schon zuviel konkurenz in dieser Welt sind, was glauben sie dann wenn Männlein auf eine Karrierefrau trift, passiert.
Vor nicht allzulanger Zeit waren Karrierefrauen Hexen.

Der Mann (Mensch) kann in seinem Rudel die von sprechenden Schlangen und Paradiesen mit 70 jungfrauen erzaehlen gut überleben. Doch auch hier gibt es aussenseiter die dann den Kampf ums überleben antreten sobald sie sich gegen das Weltbild stellen.

überlegt man jedoch mal so, dass man sich als Fräulein in einen Kindergarten voller Männer einquatiert die vor Ihrem auftauchen sich gegenseitig noch gemobbt haben und nichts als zu suddern hatten dann versteht man die männlein etwas. denn nun müssen sie erwachsene spielen.


Paid by Weight
21
26.1.2009, 07:54
Bittschön, ein Viertel aller Opfer der Hexenprozesse waren Männer!

Tuns uns da nicht ausblenden, Sie Radioalföminist ;-)

grauekatze
21
24.1.2009, 16:06
rant-a-bit
15
25.1.2009, 15:21
ach eine richterIn sind sie auch?

also ich hab mir die tabelle angesehen und verstehe nicht wirklich worüber sie sich aufregen, die second wave hat es also für frauen ermöglicht richter zu werden... gut so... aber 1999 ist 10 jahre her, der gesamtanteil liegt mom. bei 47% und der frauen-anteil der neuzugänge liegt bei 67% so what...? das klingt für mich übrigens eher nach einer institutionalisierten bevorzugung der frauen...

aber im öffentlichen dienst dürft ihr von mir aus ja gerne quoten haben, in der privatwirtschaft wird´s dann allerdings tatsächlich kontraproduktiv. aber der feminismus hat ja seine wurzeln im marxismus und ist deshalb immanent wirtschaftsfeindlich.

und übrigens: wollt ihr eine egalitäre gesellschaft oder eine die von frauen dominiert wird?

Emil i Lönneberga (advocatus diaboli)
01
23.1.2009, 22:53
" 52 Zwillingspaare mit praktisch identischen Voraussetzungen: "

Aha, Versuchsdesign, damit man nachher einen matched pair Test machen kann?

grauekatze
89
23.1.2009, 19:51
ich plauder jetzt mal aus der nadelkiste

ebenfalls das erlebt, ebenfalls frau mit karriere im techn. bereich..
es wäre ja noch ertragbar, das gezwungene mitlachen über sexistische "witzelchen" bzw. die neuesten "geschäftsreisen", beim essen nach sitzungen mit den alphamännchen. die selbstverständliche taxierung und, jawoll, auch erlebt, die frage wieso man in meinem alter (knapp vor 30) noch nicht verheiratet und reproduzierend zuhause beim mandi sitzt.
was mich allerdings rasend macht ist das ewige beweisen müssen, zuerst 200% mehr als jeder mann leisten damit man ca. 50% der anerkennung+wer weiss wieviel weniger an gehalt dafür bekommt.

Spieler5
812
24.1.2009, 14:22
wenn Sie geschrieben hätten, daß Sie

mehr als 20000% mehr leisten würden als alle Männer in der Firma zusammen, dann wären wir alle noch viel beeindruckter von Ihrer Superfraulichkeit und könnten Sie noch viel besser bedauern, Sie, die Sie von der unbarmherzigen, allmächtigen Faust des allgegenwärtigen Patriarchen niedergeschmettert worden sind (trotz Superkräften)

derEismann
01
28.1.2009, 14:26

Einfach genial :), von mir auf jeden Fall ein grünes Stricherl dafür.

Hibiskus
46
24.1.2009, 11:38
Nicht schikanieren lassen!

Die ewige Leier a la: "Wann gehst denn jetzt endlich in Karenz?" dient nur zu sadistischen Belustigung mancher Kollegen die ihren Arbeitsplatz sichern wollen in dem sie sich als zuverlässiger weil nicht weiblich darstellen wollen. Statt sich zu ärgern würde ich die Typen einfach ignorieren. Das ärgert sie am meisten. Was das Taxieren betrifft kann ich nur zurücktaxieren empfehlen. Am besten auf die Haare oder auf den Schritt schauen (und dann die Augenbrauen hochziehen)! ;)

Jack Jones
46
24.1.2009, 11:24
Entspannen Sie sich bei einer Tasse Tee und

denken Sie sich eine neue, glaubwürdigere Geschichte aus.

grauekatze
52
24.1.2009, 17:14
hehe

eine blockwartin hat nie pause :)

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29
24.1.2009, 07:34
Sie müssen 200% leisten um auf die 100% eines Mannes zu kommen?

Mac Smith
25
26.1.2009, 10:38
Nein sogar (gefühlte?) 300%

"200% mehr als jeder mann"
200% mehr = 100% + 200% = 300%
und das für 20-40% weniger Gehalt.

Wo finde ich solche Mitarbeiterinnen?
Wie ich hier immer lese, müßten sie mir die Bude einrennen, aber leider bewerben sich bei uns nur Männer. :(

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02
26.1.2009, 19:20
Na dann bewerbe ich mich hiermit bei Ihnen

Bin männlich, könnte also auch mehrere Frauenberufe parallel ausüben. Komme aus dem technischen Fachbereich, kann also auch den Kopierer bedienen.

Nachteil: Vertippe mich gelegentlich, wie einige der Damen hier gerne bemängeln wenn sie sonst nichts finden können. Macht das was?

ShockAndAwe
26
24.1.2009, 01:00
Hören Sie doch auf hier G'schichteln zu erzählen...

Ein Klischee nach dem anderen...booooooooooooring!

rant-a-bit
13
23.1.2009, 21:32
hab mein posting kopiert und hier nochmal einfgefügt

weils so gut passt, mal schaun ob die zensur das zulässt:

mal ganz ehrlich glauben sie dass es männern anders geht? man(n) hat im arbeitsleben einfach teilweise mit leuten zu tun mit denen man(n) sich privat nicht umgeben würde.

ich interessiere mich zum beispiel kein bisschen für fussball oder autos, halte mich aber informiert um mitreden zu können... dass ist aber keine männliche unterdrückung sondern einfach wirtschaft ;) ausserdem was erwarten sie wenn sie in eine männerdomäne vordringen?

gehts bei euch eigentlich um feministische kritik oder um wirtschaftskritik?

Hibiskus
03
24.1.2009, 16:06
Jein.

Sie haben was die Wirtschaftskritik betrifft sicherlich recht. Männer müssen sich genauso tagtäglich "beweisen". Aber sie tun sich damit leichter. Warum auch immer. Frauen glauben wirklich dass es nur auf die Leistung ankommt und sind dann sauer wenns nicht so ist. Statt ständig davon zu faseln dass die Frauen eh auf Kinder verzichten und so gut ausgebildet sind sollte man eher einmal das Augenmerk darauf richten dass die meisten Frauen keine Ahnung von der Selbstdarstellung haben. Gilt es doch immer noch als unweiblich ständig mit den eigenen Fähigkeiten und Leistungen zu prahlen. Aber das MUSS man sonst setzt man sich eben nicht durch! Wehleidigkeit ist sowieso im Job das Schaufeln des eigenen Grabes.

arouet2
319
23.1.2009, 17:48
Kennt jemand die Antwort?

Viele hochkompetente weibliche Führungspersönlichkeiten werden also durch Sexismus am Aufstieg gehindert.
Warum lassen sie sich das bieten?
Warum gehen sie nicht zur Bank, besorgen sich einen Kredit, gründen ihren eigenes Unternehmen, stellen nur Frauen ein, denen sie für die gleiche Leistung ja laut ähnlicher Studien 23 % weniger zahlen können, zahlen denen aber aus Frauensolidarität nur 15 % weniger, fegen mit diesem Lohnkostenvorteil und die Männerkonkurrenz vom Markt und beschämen alle Männer durch Erfolg.
Warum passiert das nicht?
Weil es die Diskriminierten gar nicht gibt?
Weil sie alle so zufrieden sind , daß sie nicht kündigen wollen?

pagat ultimo
52
24.1.2009, 12:47

nicht jede frau ist zur unternehmerin geeignet - genauso wenig wie jeder mann.

zum glück muss man sagen, denn sonst gäbe es in ö lauter häuptling und keine indianer - was nur in konkurrenzkämpfen bis zum tode enden könnte...

Spieler5
23
24.1.2009, 14:24
zwischen "nicht jede" und "gar keine" ist aber schon noch eine Spannweite, oder?

rant-a-bit
00
24.1.2009, 14:36

na eh... hat ja auch niemand behauptet oder? ;)

Paid by Weight
34
24.1.2009, 10:55
Banken geben Frauen keinen Kredit!


Selbst wenn Ihnen eine Ihre geniale Geschäftsidee klaut und dort als Geschäftsmodell vorstellt. Die Bankbeamtin wird schon aus Rivalität alles tun um die Umsetzung zu verhindern.

Kennt man ja.

rant-a-bit
12
24.1.2009, 14:36
*lol* jetzt wirds aber schon ein bisserl konspirativ... ;)

banken wären dumm wenn sie gute geschäfte ablehnen würden....

meinen sie nicht dass daran eher die "entsprechendes feinbild einsetzen" schuld sind?

Paid by Weight
22
24.1.2009, 16:06
Tschuldigung, die grosse Weltverschwörung, Sie verstehen ...

rant-a-bit
25
23.1.2009, 18:41

tja, das hab ich mich bei der debatte auch schon öfters gefragt... ;)

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