Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Die Sonderausstellung im NHM "Venus von Willendorf - Rätsel der Steinzeitkunst" samt Plakat-Kampagne versucht diese "Rätsel" in Sexistenmanier zu "lösen".

Venus von Willendorf, ca. 25.000 Jahre alt
Den halben Sommer über war sie zu sehen. Und leider nicht zu übersehen. Großflächig an jeder Ecke Wiens plakatiert. Seziert. Zersplittert in die für einen weiblichen Körper als maßgeblich erachteten Teile. Brüste, Bauch, Vulva, Po. In Großaufnahme. Die Körperteile mit Symbolen versehen. Markierungen, worauf zu achten ist. Eyecatcher (!), um noch den Dümmsten unter den Dummen den Pfad zu weisen. Wir kennen das leider zur Genüge. Wien und die halbe Welt ist ja voll damit. Auch dann, wenn nicht gerade das "Venus-Jahr" ausgerufen wurde.
Zu diesem Anlass hat sich das Naturhistorische Museum (NHM) einen Geniestreich der besonders rüden Patriarchenart geleistet. Das hundertjährige Jubiläum der Ausgrabung der Venus von Willendorf wurde mit einer fünfteiligen Werbekampagne so richtig deftig in Szene gesetzt. Der "Wachauer Lockenkopf" auf dem ersten Plakat ungeniert albern betitelt, setzt mit der Unterzeile "Kleine Frau ganz groß" noch eine Diskriminierung drauf.
Bei der "Dicken Fortuna" auf dem zweiten Sujet konnten "20 Venus-Sets" (?) gewonnen werden, beim Plakat "Frauensache(n). Mehr zur Venus einfach aufs Handy" geholt werden. Das ging so: "Einfach eines der gekennzeichneten Details fotografieren und als MMS" an eine bestimme Telefonnummer schicken. Plakat Nummero vier nahm "Österreichs kleinsten Popo" unter die Lupe: "Mit QR-Code mehr darüber erfahren!". Und das fünfte Sujet titelte: "Körpchengröße 15 FF. Noch mehr scharfe Kurven im "Venus Memory", dem kniffligen Handy game - jetzt per Bluetooth!".
Das "Venus-Jahr 2008" ist zwar zu Ende, die Sonderausstellung im Naturhistorischen Museum jedoch noch bis 1. Februar zu sehen. Und darin wird, wahrscheinlich um das Sexistenmaß der Gesamtpräsentation nicht zu schmälern, die Venus von Willendorf nicht weniger dümmlich und degradierend dargestellt. Wer zum Beispiel wissen möchte, was die Venus bedeutet, kann unter sechs Möglichkeiten auf die Antwort "Steinzeit-Pin-up" tippen.
Nun ist es ja wirklich nichts Neues, dass den Patriarchen kaum etwas heilig ist. Erst recht nicht, wenn es sich um Weiblichkeit handelt. Auch das kennen wir leider zur Genüge. Dass aber bereits eine der ältesten Frauendarstellungen der Welt von voyeuristischen Dummköpfen auf die ihnen scheinbar einzig verständliche Art des primitivsten "peep, peep" dargestellt und somit auf das Gemeinste entweiht wird, darf nicht unwidersprochen bleiben.
(dabu/dieStandard.at, 27.01.2009)
Not loving it: McDonald's umwirbt Frauen mit seinem Salatsortiment
Leider nein: Die neueste Kampagne des Limo-Herstellers ist alles andere als "erfrischend anders"
Die Firma "Afro Coffee" wirbt mit Bikini, Afrolook und sexistischen Sprüchen von vorgestern - Zitrone für "No Money no Ladies" und mehr
Selten so gelacht oder doch eher fremdgeschämt? Zitrone für Nordsee und seinen platten Sexismus
Hohn und Spott für alle von Gewalt betroffenen Frauen und jene, die seit Monaten für mehr Rechte der Frauen auf die Straße gehen
Bei Tchibo/Eduscho putzen Frauen und relaxen Männer gegen die Frühjahrsmüdigkeit
Das Magazin "In Style" empfiehlt eine "Drinkdiät": Abends nichts essen, den Hunger einfach mit einem Gläschen Weißwein bezwingen und am nächsten Tag über das Blackout lachen
Sixx wurde als "Frauensender" vorstellig - Mögliche Interessierte ausschließlich über das Geschlecht ansprechen? Das kann nur schiefgehen
Alles Zitrone: Mit "Forever Young" wird es an der Josefstadt unappetitlich, und die Kette FitInn läd zum Turnen, damit auch Ihnen nachgepfiffen wird
Das Koch-Magazin "Beef" sorgt dafür, dass sich Männer trotz Interesses am Kochen keine Sekunde "unmännlich" fühlen - Das Ergebnis ist schlicht lächerlich
Platte Sexismen lassen alteingesessene Biermarken alt aussehen: Der "Gösser Fan-Arena" in Schladming wurde nun selbst digital eingeheizt
Im Internet gibt es viel zu wenig Bilder von Brüsten. Dem wird mit einer Brustkrebs-Awareness-Kampagne abgeholfen. Außerdem: Prima Hitze, Frauen-Box und keine Kinderpose
Was haben blasser Scheibenkäse und das weibliche Dekolleté gemeinsam? Genau: Gar nichts
Und weil er so geil ist, macht er auch geil. Speziell Frauen, lässt sich der ORF in einem Teaser zum Schluss hinreißen - Anstoß für eine Zitrone
Ein Werbespot will junge Männer dazu animieren, in Chemieberufe einzusteigen - Mädchen kommen gar nicht oder extrem stereotyp vor
Haben wir das wirklich verdient? ATV führt uns in "Ein Leben für die Schönheit" und verleiht damit dem Sozialporno einen neuen Look
Heimat bist du großer Söhne (im Kleinformat), echte Frauenliebhaber zahlen für große Brüste und eine Weihnachtsfrau
Der "Hausverstand" der Billa-Werbung erteilt allzu lebensnahe Lektionen: (Ober)G'scheite Mädchen sollen lieber still sein
Palmers will selbst dem BH einen BH verpassen - Erholung für den von Pölstern und Drähten gestressten Busen ist nicht in Sicht
Für phallische Fantasien ist Werbemachern nichts zu heilig - Ein Plakat der Disco "empire" verbindet eine Banane lutschende Frau mit Affengeilheit
Ferrero startete im August mit einem Überraschungsei "nur für Mädchen" - Die Begründung dieser "Maßnahme" ist völlig widersinnig
Die Marke Tally Weijl bedient weibliche Teenager und wirbt mit dem verhängnisvollen Klischee der passiven Verführerin
Breitenwirksam für Geschlechterklischees: die Rossbacher-Kampagne braucht Männer wieder "kompromisslos"
Profilierungsversuche gegen einen vermeintlichen Mainstream, dem sexistische Werbung stinkt: "profil"-Chef macht aus Sexismus ein Frauenrecht
Die FH Oberösterreich wirbt mit Web-Filmen und verabsäumt so manche Regieanweisung - Liebe Kinder, es gibt auch Frauen in dem Beruf!
frau erlebt wie überall das übliche dominanzgebaren vieler männer - dieStandard von frauen für frauen - nur tummeln tun sich auch hier wie üblich überwiegend männer.
die qualität der postings lässt darauf schliessen...
bin ich froh, dass dieStandard nicht derStandard ist.
Als Anregung zur Güte würde ich auch gern einen MachoStandard haben, wo wütende Männer ihrem Zorn über tatsächliche und vermeintliche Verletzungen und zugestossene Unbill Luft machen können - frei von der Leber weg, mit solchen Sätzen wie:
Ich finde die E-Cards der jungen ÖVP in der ich als Freund, wenn ich den Verkehr für meine volljährige Freundin nicht ihren matriachalen Wünschen entsprechend plane, wie ein obsoletes Objekt einfach weggeworfen würde, für Männer entwürdigend, auf jeder Ebene - dass diese Entwürdigung des Mannes noch getoppt wird, indem man sie als reinen Sexismus gegen die Frauenwelt verkauft is einfach nur noch zum Reiern...
Der Focus verletzter Tiere ist sehr eng
--Der "Wachauer Lockenkopf" auf dem ersten Plakat ungeniert albern betitelt, setzt mit der Unterzeile "Kleine Frau ganz groß" noch eine Diskriminierung drauf.--
also ich dachte ja immer eine Diskriminierung isses dann wenn wer benachteiligt wird ...
und is das problem von der AutorIn (fand den namen nicht), dass auf einem plakat eine Stein Vulva gezeigt wird? oh neeein!
wenn sich frauen schämen so auszusehen kann die werbung doch auch nix dafür!
Erschreckend wie niedrig das Niveau der Postings großteils ist. Hier wird nicht argumentiert und reflektiert, sondern der Sexismus in der Werbung mit Krallen und Zähnen verteidigt.
Diese 25 000 Jahre Alte Darstellung löst keine "ideologeische[n] reflexe" bei den Redakteurinnen aus. Wer diesen Artikel so verstanden hat ist entweder selbst ideologisch Verblendet und hält jeden Sexismusvorwurf für ideologische Verwirrtheit, oder hat einfach nicht genau gelesen, sondern einfach gleich drauflos gepostet.
Mein Rat: Lesen, nachdenken, schreiben
Gerade durch die plumpe Bewerbung - frei nach dem Motto: "Sex-sells" wird dieses "Symbol für die Fruchtbarkeit" enträtselt. Nich dem Steinzeitmenschen wird hier Sexismus vorgeworfen, sondern den Machern dieser dümmlichen Po und Ti**en Kampagne.
Sollte die Zitrone dann nicht, logischer weise, für alle die sein, die auf diese und ähnliche Werbungen reagieren? Die Werbeagenturen bedienen ja nur ein vorhandenes Muster/Schema/Markt.
Aber doch, man sollte die Steinzeitmenschen zur Verantwortung ziehen.
Hätten die damals einen anderen Pfad eingeschlagen, würde unser, männliches, Kleinhirn (es ist mächtig, dem Namen zu trotz) heute evolutionsbedingt anders Ticken.
Also, böser Höhlenmensch! Da has´t ne Zitrone, aber nicht alles auf einmal, gell?
es gibt hier keinerlei sexismus - (inwieweit werden sie oder irgendjemmand anderer wegen seines geschlechtes durch die venus und die plakate unterdrückt? dass dicke frauen so ähnlich ausschauen wissen wir auch alle also warum die aufregung?
warum glauben sie stellen menschen in mühevoller arbeit kunstwerke her die nackerte menschen abbilden - wel angezogene gemeint sind? weil das geschlecht ausgeklammertr werden soll? ich denk genau das gegenteil ist bezweckt . immer. also fruchtbarkeit, erotik, sex - alles nix schlimmes sondern wunder unseres lebens!
Ja, ist gar nicht schlimm, hab ich auch nicht gewusst bis vor Kurzem.
Überigens wollte ich mich noch bei dir bedanken. Es war oft so lustig in den letzten Jahren mir dir. Eigentlich möchte ich die Zeit nicht vermissen, obwohl es sicher eine Notlösung war, aber interessant, lehrreich und oft absolut unterhaltsam.
Vielleicht gelingt es doch mal, alle Ebenen zusammen erlebbar zu machen, wenn du sonst nix vor hast?:)
Diese Kampagne macht sich lustig über die alltäglichen, allgegenwärtigen "dümmlichen Po und Ti**en Kampagnen" indem sie deren Elemente übernimmt, diese aber in einen völlig unerwarteten Zusammenhang (die Statuette) stellt.
Aber wie üblich ist Ironie auf dieStandard wieder einmal ein Fremdwort.
Ich würde mir gerne den Aufschrei anhören, wenn diese Figur nicht als "Venus" bekannt geworden wäre, sondern als "Maria". Dann hätte sie vermutlich schon ein blaues Mäntelchen an und die Katholischen würde jedem ihre Kreuze um die Ohren schlagen, wenn sie mit so einer sexualisierenden Kampagne beworben worden wäre ...
wenn die venus von willendorf mit auf sex zentrierten sujets beworben wird, geschieht das mit gutem grunde: es geht bei diesem kunstwerk aller wahrscheinlichkeit nach in der einen oder anderen form um sex.
mein mitleid gilt allen redakteurinnen, bei denen dieses verstörend simple und dennoch (oder deshalb) rätselhafte produkt früher menschlicher kreativität, das allen wahrscheinlichkeiten zum trotz die zeitalter überdauert hat, nicht mehr auslöst als ideologische reflexe.
Lesen Sie mal hier:
http://tinyurl.com/8zjnbp
(Tipp: unbedingt den Teil "Kontra" lesen! Da wird Ihnen einiges klar)
sind 2 unterschiedliche Paar Schuh'!
Abgesehen davon, niemand hat verlässliche Informationen wozu diese Figur gemacht wurde, weil niemand von uns damals gelebt hat.
Damit sind all die Mutmaßungen hinfällig.
Sie ist in unserer Gesellschaft einfach ein Dokument aus dieser Zeit. Es ist schön, dass sie da ist und wir Österreicher sie haben.
Es ist nicht erforderlich, diese Figur auch noch zwanghaft zu sexualisieren. Das tun nur Menschen, für die Nacktsein bereits was sexuelles ist, was es definitiv nicht ist. Diese Menschen haben ein Problem mit ihrer Sozialisierung, aber das hat nichts mit der Figur der Venus zu tun.
habe soeben telepathischen kontakt zum jungsteinzeitlichen erschaffer aufgenommen.
er gibt ihnen recht: bei der venus handelt es sich um die darstellung der ersten präsidentin der jugendliga gegen sexualität, wie aus der suppressiven gestaltung der sekundären geschlechtsmerkmale zweifelsfrei hervorgeht.
und dann hat er noch so komisch gelacht.
Wenn Sie den jungsteinzeitlichen Erschaffer kontaktiert haben, dann hat er Ihnen sicher erzählt, dass er nichts damit zu tun hat oder dass er bereits über 20 000 Jahre alt ist! Hier sieht man ein Problem der Bewerbung dieser Ausstellung - offensichtlich regt sie zu unglaublichen Sexismusdiskussionen an, mehr Wissen konnte sie den TeilnehmerInnen dieser Diskussion leider nicht vermittelt. Eigentlich schade!
Das böse Patriarchat hat dann in weiterer Folge die unterdrückerische Penetration erfunden - siehe hier:
http://tinyurl.com/8zjnbp
("Kontra" lesen!)
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.