Generaldirektorin der Staatsbibliothek Berlin neu im Vorstand des Informationszentrums zur Geschichte der Emanzipation
Der FrauenMediaTurm (FMT) hat eine neue Frau an der Spitze: Neben Journalistin Alice Schwarzer und Autorin Ursula Scheu ("Nicht als Mädchen geboren") ist Barbara
Schneider-Kempf nun Vorstand des Archivs und
Dokumentationszentrums für Frauenfragen. Seit 2004 ist sie Generaldirektorin der
Staatsbibliothek zu Berlin, der größten wissenschaftlichen
Universalbibliothek im deutschsprachigen Raum, seit 2006 war sie bereits im Beirat des FMT.
"Echte Wunderkammer"
Anlässlich der FMT-Ausstellung "Frauen, die forschen" hielt
Schneider-Kempf einen Vortrag über "die Notwendigkeit von
Spezialbibliotheken". Die Herrin über zehn Millionen Bücher betonte
darin die Notwendigkeit eines solchen "bewahrenden" und informierenden
Archivs zur Frauenemanzipation, das mit seinen Büchern und Dokumenten
eine "echte Wunderkammer" sei sowie "forschungsanregend": Im FMT würden
Themen für tausende von Seminar- und Doktorarbeiten stecken.
Stärkere Öffentlichkeitsarbeit
Schneider-Kempf begrüßte weiters die Absicht, dass der
FrauenMediaTurm ab 2009 mit dem Hochschulbibliothekzentrum (hbz) von
NRW kooperieren wird und das künftig aktivere Engagement des FMT im Umfeld von
Debatten, Kolloquien und Ausstellungen.
25 Jahre FMT
Das umfassendste und
modernst erschlossene Archiv zu Frauenfragen, Geschlechtergerechtigkeit und Genderforschung im deutschsprachigen Raum FMT wurde 1984 von Alice Schwarzer gegründet, mit Hilfe einer
Anschubfinanzierung von Jan Philipp Reemtsma, und feiert heuer sein 25-jähriges Bestehen als gemeinnützige Stiftung. Das Archiv ist seit 1994
in dem modern ausgebauten, mittelalterlichen Bayenturm zu Köln am Rhein
beherbergt und wird seit 2008 institutionell vom Land
Nordrhein-Westfalen gefördert.