Das Immunsystem "heruntergeregelt"

10. Februar 2009, 18:45
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    foto: privat

    Judith Mandl hat die Community mit einer Arbeit in "Nature Medicine" überrascht.

Judith Mandl erforscht, warum Tiere mit dem HI-Virus leben, ohne zu erkranken

Viele Viren, so zu Beispiel die Erreger von Ebola, Influenza, Sars und Aids, sind nachweislich von tierischen Wirten auf den Menschen übergesprungen. Während Fledermaus, Vogel oder Affe in der Regel ohne Symptome mit diesen Viren leben, verursachen ihre Erreger im Menschen oft schwere Krankheiten, die tödlich enden können. "Wir wollen wissen, warum Tiere, die Reservoirwirte für Viren sind, trotz ihrer Infektion nicht erkranken", beschreibt Judith Mandl ihr Ziel. Die 27-jährige Wienerin hat an westafrikanischen Affen erforscht, warum deren Variante von HIV - genannt SIV (für Simianes Immundefizienz-Virus) - nicht zum Ausbruch von Aids führt. Ihr Zugang ist, "von Affen zu lernen, die mit diesem Virus zusammenleben". Einen Teil ihrer Dissertation an der Emory University in Atlanta publizierte sie Anfang Oktober 2008 in "Nature Medicine", was für einiges Aufsehen in der Fachwelt sorgte.

Die am Primatenzentrum in Georgia, USA, lebenden Sooty Mangaben sind gesund und beschwerdefrei trotz SIV-Infektion. Ihr Immunsystem wird nicht hyperaktiv, wie es bei chronisch HIV-infizierten Menschen der Fall ist, sondern "heruntergeregelt". Eine effektive Antwort auf ein Virus, an dem antivirale Strategien des Immunsystems abprallen.

Johanna Mandl und ihre Kollegen haben dabei herausgefunden, dass die dendritischen Zellen der Mangaben, die eine Immunantwort starten, das Virus anders "sehen".

Die Wissenschaftssprache Englisch ist bei der Immunologin solid verankert. Sie besuchte bereits den Kindergarten der Vienna International School. Aufgrund ihrer ausgeprägten Interessen - Viren und Mathematik - belegte sie an der University of Warwick in Großbritannien das Fach Computational Biology. Die mathematische Beschreibung von komplexen biologischen Systemen brachte sie auch im Labor der Emory University erfolgreich zum Einsatz. Im September des vergangenen Jahres fing sie ihren Postdoc im Immunologie Labor des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) in Washington an.

"Dinge unter einem anderen Gesichtspunkt zu betrachten ist für mich der Beginn neuer Ideen" - also führt die Biologin gern interdisziplinäre Gespräche und wird weiterhin Experimente im Labor mit mathematischen Modellen verknüpfen, um immunologische Prozesse nach viralen Infektionen zu verstehen. Forschung ist für sie eine Tätigkeit, in der "man ständig Neues lernt, dauernd auf Herausforderungen stößt, ungehindert seinen Interessen nachgehen kann und die Chance hat, Wissen beizutragen, das einen Unterschied macht - im konkreten Fall vielleicht wichtige Grundlagen zur Entwicklung eines HIV-Impfstoffs".

Zu ihrer Publikation meint sie: "An dieser Studie waren viele beteiligt, ohne die diese Studie kaum möglich gewesen wäre. Man braucht auch Glück und Geduld, um den verschiedenen Ideen und Hypothesen nachzugehen." (Astrid Kuffne/DER STANDARD, Printausgabe 11.02.2009)

 

AlBundyFan
 
02
11.2.2009, 10:38
sehr gut

aber ich denke es gibt auch viren die der mensch ohne probleme in sich hat, die aber bei anderen tierarten dann zu einer schweren erkrankung führen können.
der grund:haben sich die viren an die bedingungen im lebewesen angepasst oder nicht.

logischerweise kann es eigentlich kein ziel eines virus sein seinen wirt zu töten-denn mit dem wirt stirbt er auch selbst.
viren die zum tod führen haben sich noch nicht erfolgreich an den wirten angepasst....in einigen jahrzehnten/jahrhunderten werden wir vielleicht fast alle die aidsereger im körper tragen ohne überhaupt was davon zu spüren.
so wie schon heute viele viren in uns leben von denen wir garnichts mitbekommen...vor 5000 jahren haben sie aber vielleicht noch reihenweise menschen getötet

metall81
00
13.2.2009, 08:40
Das ist nicht ganz treffend.

Infektiosität eines Virus oder Bakteriums und der Verlauf der auftretenden Erkrankung sind nicht unabhängig voneinander. Ein Virus, das so wenig infektiös ist wie HIV, seinen Wirt aber innerhalb weniger Tage tötet, würde rasch aussterben. Viel wichtiger nämlich als seinen Wirt nicht zu töten ist für einen Krankheitserreger, dass er zum nächsten Wirt weitergegeben wird - schließlich stirbt jeder Wirt irgendwann einmal.
Ob ein Virus ÜBERHAUPT soetwas wie eine Krankheit auslöst ist wieder ein anderes Kapitel. Ebenso wie die Fixierung auf einen bestimmten Wirt.

presonic
00
11.2.2009, 17:20

da denk ich genau wie du.
nicht umsonst sterben wir hierzulande an den sogenannten infektionskrankheiten nicht mehr, vor ein paar hundert jahren war das noch anders. es gibt eine anpassung von beiden seiten her. sofern der mensch nicht - was er ja gerne tut - dazwischenfunkt.

metall81
11
13.2.2009, 08:41
Sie könne sich gerne zum Wohle künftiger Generationen opfern.

Wenn ich an einer gefährlichen Infektion leide, lasse ich den Menschen gern dazwischenfunken.

presonic
00
16.2.2009, 11:38

nein, du lässt schon dazwischenfunken, wenn du noch völlig gesund bist. das ist etwas völlig anderes.

metall81
00
16.2.2009, 14:36
Punkt 1: Nein, ist es nicht.

Punkt 2: Mich interresiert nur, dass ICH nicht an Krankheiten leide oder sterbe, die Sie und Ihresgleichen so oft und gerne verharmlosen.

presonic
00
16.2.2009, 14:46

1. lüg nicht. oder bist du ungeimpft?
2. keiner ist gerne krank. keiner geht gerne in die schule..... lernen ist hart - auch für den körper. und an kleinen krankheiten lernt der körper. ist wie sport. training machts.

Toeris
00
11.2.2009, 10:20
Wie heißt sie nun wirklich?

Johanna Mandl wie in der Bildunterschrift oder Judith Mandl, wie im Text?

Toeris
00
11.2.2009, 17:32
Danke für die Korrektur!

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