Karriere und Frauen

"Müssen der Männerwelt entsprechen"

06. März 2009 18:58
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    Foto: standard/hendrich

    Es diskutierten: Rosemarie Miller-Weber (nicht im Bild), Gundi Wentner, Elisabeth Bleyleben-Koren, Johanna Stefan, Ingrid Streibel-Zarfel und Alexandra Föderl-Schmid.

Uneinigkeit zum Sinn einer Frauenquote und die Frage, inwiefern Karrierefrauen ihren männlichen Kollegen nacheifern sollen, prägten die Diskussion "Mehr Frauenpower im Finanzsystem"

Wien - "Das ist mir zu hypothetisch", stellte Elisabeth Bleyleben-Koren, Generaldirektorin der Erste Bank Österreich, am Donnerstag energisch fest. Sie halte nichts von der Debatte, ob die Wirtschaftskrise "stärker, schwächer" oder einfach "anders" verliefe, wenn mehr Frauen an den Schaltstellen gesessen wären. Fakt sei: "Es waren nur wenige an der Macht - vielleicht hätten sie ähnlich entschieden."

Die Frage, ob "eine Frau ein Mann sein muss, um Karriere zu machen", bildete bei der Diskussion "Mehr Frauen-Power im Finanzsystem: Risiko oder Chance?" bald das Kernthema. Standard-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid moderierte die Kooperationsveranstaltung mit dem Finanz-Marketing-Verband.

"Frauen müssen sich wie Männer verhalten, um voranzukommen", sagte Deloitte-Österreich-Partnerin Gundi Wentner, unterstützt von Johanna Stefan, Vorstandsmitglied der Donau Versicherung AG Vienna Insurance Group. Manchmal „müssen sie der Männerwelt entsprechen", so Stefan: kein Understatement, aktive Sorge um angemessene Bezahlung.

Die Einkommensschere in Banken- und Versicherungen spiegle den heimischen Schnitt (25 Prozent) wider, so Wentner, und tue sich ab dem Alter von 30 Jahren auf, wenn es mit den Beförderungen losgehe, wobei Männern Netzwerke zugutekommen und Frauen ein Kinderwunsch zum Nachteil gereiche.

Laut dem Wirtschaftsforum der Führungskräfte gibt es in Österreich 15 Prozent weibliche Führungskräfte. Die Wiener Arbeiterkammer stellt aktuell fest, dass bei den 200 umsatzstärksten Unternehmen der Anteil der Geschäftsführerinnen (4,8 Prozent) und Aufsichtsrätinnen (8,7 Prozent) auf niedrigem Niveau stagniert.

Frauenförderung als ein Unternehmensziel wie die Führungskräfteentwicklung wünscht sich Ingrid Streibel-Zarfl, Zentralbetriebsratsvorsitzende der Bawag PSK, womit sie die Diskussion der Frauenquote einleitete. Für Bleyleben-Koren wäre eine solche „diskriminierend", und auch Rosemarie Miller-Weber, Vorstandsmitglied der deutschen Leutkircher Bank, sagte: „Wenn ich nur eine Quotenfrau wäre, dann wäre das furchtbar." Sie vertraue dem „sanften Druck" der Gesellschaft. (mad, DER STANDARD, Print, 7.8.3.2009)

Kommentar posten
15 Postings
anders and
 
09.03.2009 09:37
"wir wären gut, anstatt so roh - doch die Verhältnisse, sie sind nicht so!"

Jetzt singen also auch die Frauen diesen uralten Männer-Song, und sie tragen ihn meisterhaft vor.

Eigentlich gäbe es ja genügend Betriebe und staatliche Stellen, die seit Jahren von Frauen dominiert werden, wo also keine Anpassung der Frauen an die Männerwelt erzwungen wird.
Natürlich traut sich niemand diese Bereiche mit Männerbetrieben zu vergleichen. Die Aussage wäre nicht besonders schmeichelhaft.

200 Jahre Darwin
08.03.2009 00:04
Sollte man sich nicht nach dem Wettbewerb statt nach den Männern richten?

her wig
08.03.2009 07:34

Männer "sind so", nicht nur weil sie Männer sind sondern wenn sie sich in ihrer Weise der Situation gemäß verhalten. Solange Frauen nicht dasselbe tun, sondern nur die Männer kopieren, naja, es ist ein schwieriger Anfang.

Galina Ulanowa
07.03.2009 18:10
Frauen müssen sich wie Männer verhalten, um voranzukommen

najaaa, das problem ist halt das management eine andere (manchmal brutalere) herangehensweise erfordert als kinderbetreuung. das ist bereits strukturell in der art und weise angelegt wie gewirtschaftet wird. konkurrenz gehört da dazu und geschenkt wird einem nix. das erfordert natürlich "männlich konnotierte" verhaltensweisen, aber ohne dem gehts halt nicht.

und ich würde ja auch nicht von einer prinzipiellen sanftmütigkeit und größeren einfühlungsvermögen der biologischen frauen ausgehen, prinzipiell können das alle.

die spannende frage ist doch eher warum berufe (z.B. pflege) bei denen "weibliche qualifikationen" gefragt sind schlechter bezahlt werden als berufe (z.B. mechaniker) bei denen "männliche qualifikationen" gefragt sind.

hoggy
08.03.2009 10:31

also ein ausgebildete pflegekraft wird sicher mehr verdienen als ein mechanikergeselle.

mein onkel ist mechanikermeister (chef über 15 leute) und verdient weniger als meine tante - die ist lehrerin ohne studium.

aber generell haben sie wohl recht - vorallem weil eben die typischen technischen berufe werte schaffen. da ist es für die firma leichter ein angemessenes gehalt zu zahlen (ein projektingenieur bringt der firma vielleicht 500 000€ im jahr - zwei ausländische pflegekräfte kümmern sich rund um die uhr um eine person - die familie kann da eben nicht jeder 50 000 im jahr zahlen.)

Professor Hase_
07.03.2009 12:26

Echo Chamber

Alter Knacker
06.03.2009 23:10

sie wollen ja auch Päpstin werden, aber warum sind sie nicht froh, daß sie nicht der Jesus sind ? Und der hat ja Einiges inszenieren müssen, damit er nicht nur gekreuzigt wird, sondern daß man auch nachher noch über ihn redet und trotzdem glauben nicht gar viele an ihn. Und der männliche Gott selber, dieser Gottvater, der die Welt erschaffen hat: Der gibt alles aus seiner Schöpfung her an uns und gibt und gibt und wir ruinieren alles und er gibt weiter. Also ich könnte das nicht.

her wig
07.03.2009 19:27

Naja, der Gott ist ja auch eine Frau. Nur kommt das nicht so gut an und deshalb ist er eben nur ein Mann. So läuft das bei den Führungskräften.

Alter Knacker
07.03.2009 20:27

die Geschäftswelt ist ja eine Roboterisierung des Menschen, weil die Roboter in manchen Gebieten noch nicht das leisten wie der Mensch. Nachher werden die Menschen dann kein Einkommen mehr haben und an dem arbeiten sie selber schon sehr intensiv. Aber daß die Frauen so ein Gott sein wollen wie der Mann, den Eindruck habe ich schon lange. Nur daß der Mann nicht Gott ist und Jesus hat ja einiges tun müssen, damit er überhaupt gnädigst ein bißchen akzeptiert wird. Wie die Frauen das mit der linken Hand im Negligee machen werden, damit sie eine eigene Religion kriegen, das bin ich schon neugierig.

her wig
08.03.2009 07:44

Dabei ist die Trennung von Männlich und Weiblich irgendwo am Anfang jeder Religion. Ab dann scheiden sich die Wege, eine patriachale Religion hebt das Männliche positiv hervor, Frauen sind irgendwie schlecht. Für Frauen geht's logischerweise gegengleich.

Es geht also um die Rollenfindung, und die Frage, wer was besser kann und was eine günstige Arbeitsteilung ist. Auf dem Weg dorthin probiert man herum, will einmal errungene Aufgaben nicht mehr hergeben, etc. Kleinkrieg eben.

Alter Knacker
08.03.2009 14:47

Sie brauchen nur eine x-beliebige Zeitung aufmachen und schon steht von vorn bis hinten nur noch was die Frauen sind und was sie nicht sind und nachdem sie das 20 Jahre gemacht haben, haben sie noch immer keine Gleichberechtigung. Und ich kann's mir schon vorstellen: Sie wollen in allen hohen Posten nackt herum hüpfen. Aber ich hindere sie nicht daran aber es wird halt dann eine seltsame Art der Machtausübung sein. Und ich bin schon alt, ich brauch mir keine Sorgen mehr machen.

her wig
08.03.2009 18:22

Und zum Ausgleich werden männliche Quoten-Corenttos in hohen Posten herum posen. Das wird lustig. Schade, dass Sie schon alt sind und das nicht mehr so geniessen werden können. ;-)

Alter Knacker
08.03.2009 14:13

also wissen Sie, die Frauen sind sehr lieb und sie gefallen mir, aber manchmal geht mir die ewige weibliche Selbstverherrlichung schon auf den Wecker und ich wundere mich, daß den Frauen das nicht selbst auf den Wecker geht. Und außerdem ist ja das alles völlig zwecklos, weil ich lebe schon seit 35 Jahren ohne Frau und was sich die in dieser Zeit nicht alle nackert ausgezogen haben und ohne daß sie damit irgend etwas weiter gebracht haben. Ich habe gar keine moralischen Gründe, sondern es ist nur eine reine Zeitvergeudung.

ping pong1
08.03.2009 17:09

das erklaert so einiges.....

Alter Knacker
08.03.2009 18:22

das hab ich mit Absicht geschrieben, weil ich bin schon alt und das ist mein Dienst an der Gesellschaft, ihr zu sagen, wie die Welt wirklich ist. Und drum muß man froh sein, wenn es noch das Zölibat gibt, damit man nicht den Geschlechterkampf hat, den Kampf in der Familie und um die materiellen Güter und den Generationenkonflikt zwischen Väter und Söhnen usw. Und der Staat bildet das in der Öffentlichkeit nicht ab, er spielt den Leute eine Idylle vor zwischen den Geschlechtern und bei 65% Scheidungen schert er sich in 30 Jahren nicht um die Gründe.

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