"Längerfristig bin ich für die Abschaffung des 'in'"

7. März 2009, 17:19
  • Pusch: "Die feministische Sprachkritik hat die Grammatik tatsächlich verändert."
    foto. der standard

    Pusch: "Die feministische Sprachkritik hat die Grammatik tatsächlich verändert."

"Das Maskulinum ist nicht mehr das, was es mal war," sagt die Pionierin der feministischen Sprachkritik Luise F. Pusch im dieStandard.at-Interview

Die Zeiten, in denen sich Frauen durch die Verwendung des Maskulinums auch angesprochen fühlen mussten, sind vorbei. Ob Selbstverständlichkeit oder Ärger über die "Umständlichkeiten", Thema ist die sprachliche Repräsentation von Frauen allemal und das schon ziemlich lange.

Die häufigsten Formen sind die Doppelformen (Freundin und Freund), die Schrägstriche (Freund/in) oder das Binnen I (FreundInnen). Darüber hinaus gibt es noch Methoden wie das Sternchen statt Endungen, wie "er" "in" (statt Liebe Leserin, Lieb* Les*), oder den Unterstrich, der einen Leerraum zwischen der männlichen und der weiblichen Form markiert (Leser_innen).

Im deutschsprachigen Raum ist die Sprachwissenschafterin Luise F. Pusch eine der wichtigsten Wegbereiterinnen für feministische Sprachpolitik. Beate Hausbichler sprach mit der feministischen Sprachkritikerin der ersten Stunde über die Entwicklungen der letzten Jahre, über mögliche Unterschiede in den deutschsprachigen Ländern und eine "Neutralisierung" der Sprache in ferner Zukunft.


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dieStandard.at: Frau Pusch, welche Verbesserungen - oder Verschlechterungen - konnten Sie in den letzten dreißig Jahren beobachten? Sind Frauen sprachlich heute besser repräsentiert?

Luise F. Pusch: Die feministische Sprachkritik hat die Grammatik tatsächlich verändert. Das Maskulinum ist nicht mehr das, was es mal war. Es wurde ja fraglos bis in die 60iger und 70iger Jahre als geschlechtsneutral akzeptiert. Keiner und keine hat daran etwas ausgesetzt, ich ja auch nicht. Dann kam die Sprachkritik aus den USA zu uns, wir schauten uns unsere Sprache an und waren entsetzt. Die daraufhin gemachten Vorschläge wurden dann auch recht bald umgesetzt.

Natürlich ist die Handhabung in den verschiedenen Gesellschaftskreisen unterschiedlich, aber es wissen doch mittlerweile alle, dass diese Kritik existiert und dass es als unhöflich gilt, eine gemischte Gruppe - ob auf dem Papier oder direkt - nur mit dem Maskulinum anzuherrschen.

dieStandard.at: Wie erklären Sie sich den weit verbreiteten Ärger, oder auch den Hohn und Spott, über feministische sprachpolitische Maßnahmen?

Luise F. Pusch: Das hat verschiedene Gründe. Die Verbesserung in Richtung mehr Gerechtigkeit in der Sprache führt zu unterschiedlichen Schwierigkeiten. Diese Schwierigkeiten, etwa, dass es vielleicht unbequem ist, gefallen den Leuten natürlich nicht. Das ist so, wie wenn sie plötzlich mehr Steuern zahlen müssten, zwar für einen guten Zweck, den sie auch als wichtig erachten, aber dennoch gefällt es ihnen nicht.

Ich erkläre das auch oft so: Stellen Sie sich eine Familie vor, zwei Kinder, zwei Erwachsene. Die kaufen sich ein Auto, einen Zweisitzer. Dann fällt ihnen ein, 'ach da sind ja noch die Kinder, die müssen ja auch noch irgendwie rein'. In diesem Auto wird es natürlich sehr eng und unbequem. Das kann aber nicht den Kindern vorgeworfen werden, sondern die Eltern haben nicht richtig nachgedacht. So ist das mit der Männergesellschaft, die völlig übersehen hat, dass da auch Frauen sind.

Nun wollen Frauen auch zu Wort kommen und jetzt schimpfen sie alle. Das Unbequeme ist aber nicht unsere Schuld. Ich finde, die Männer sollten froh sein, dass wir nicht einfach den Spieß umdrehen und nur mehr im Femininum reden, sondern uns die Mühe mit dieser Doppelform machen.

dieStandard.at: Die Methoden sind inzwischen vielfältig: Das Sternchen, der Unterstrich usw. Der Unterstrich will z.B. auch auf die Sichtbarkeit von Transgender-Personen aufmerksam machen. Was bedeuten diese Bestrebungen für die feministische Sprachkritik?

Luise F. Pusch: Das bedeutet, dass die Kritik an der Sprache lebendig und kreativ ist. Seit bereits zwanzig Jahren bekomme ich diese Vorschläge, die besonders von Männern kommen. Das mit dem Sternchen kam auch schon vor zwanzig Jahren. Das Sternchen kann man aber nicht aussprechen, das ist nur eine schriftliche Lösung. Und es ändert auch überhaupt nichts an dem männlichen Erscheinungsbild. Insofern ist diese Sache mit dem großen I am unbeliebtesten, weil es stark an das Femininum erinnert. Das mögen die Männer sehr ungern.

Es ist ein kreatives Gerangel und ich würde sagen, dass sich das schon irgendwie zurechtentwickelt. Gut ist, dass die Diskussion da ist. Persönlich meine ich, dass es entscheidend ist, Frauen sichtbar und hörbar zu machen. Das "in" und "innen" ist im Deutschen gegeben und daran können wir anknüpfen, längerfristig bin ich aber für die Abschaffung des "in". Ich bin also für folgende Art von Neutralität: die, der und das Antiquar (Anm. statt die Antiquarin).

dieStandard.at: Sie plädieren also für eine völlige Neutralisierung der Sprache?

Luise F. Pusch: Ja, aber wie gesagt: nicht sofort. Also ungefähr in ein paar hundert Jahren, wenn sich die Menschheit daran gewöhnt hat, dass es auch Frauen gibt. Das muss intensiv in die Gehirne eingeimpft werden, mit viel Gebrauch von "in" im Deutschen.

Selbst bei Personen, von denen wir das Geschlecht nicht kennen, wird von einem "er" ausgegangen: 'was macht der da vorne im Auto', obwohl wir nicht sehen, wer da drinnen sitzt. Dagegen müssen wir wirklich vielfältig andenken und ansprechen.

dieStandard.at: Für den jetzigen Zeitpunkt ist für Sie aber das große I die beste Lösung?

Luise F. Pusch: Für den schriftlichen Gebrauch, ja. Noch besser finde ich jedoch das umfassende Femininum, das erfordert aber natürlich Mut und lässt sich in Zeitungen, die meistens von Männern beherrscht sind, nicht durchsetzen. Aber in Frauenkreisen benutzen wir das fleißig, die Männer sind natürlich immer mitgemeint.

Zentral in meinem Denken ist, dass eine Neutralisierung aber erst der zweite Schritt ist, der möglicherweise in zweihundert Jahren stattfinden kann.

dieStandard.at: Häufig wird eine "reale Benachteiligung" einer "symbolischen" Benachteilung - wie eben über Sprache - gegenübergestellt. Nach dem Motto: "Wir müssen es uns ja leisten können, über so was nachzudenken...". Ist die Auseinandersetzung mit geschlechtergerechter Sprache ein Luxus?

Luise F. Pusch: Das ist sehr kurzschlüssig gedacht, denn eine symbolische Benachteiligung ermöglicht erst eine reale Benachteiligung. Zumindest greift es ineinander. Frauen sind sprachlich als Menschen zweiter Klasse definiert und werden auch "real" so behandelt. Denken Sie an die Parallele "schwarze SklavInnen und ihre Besitzer". Ein Sklave, nennen wir ihn Jim, hieß nach seinem Besitzer, sagen wir Smith. Wurde Jim an Mr. Irving verkauft, hieß er Jim Irving. Und so wechseln auch die meisten Frauen mit dem Besitzer, pardon: Ehemann, den Nachnamen.

Ein weiteres Argument dagegen, dass das alles nichts bewirkt oder unwichtig sei, ist: Wir wissen, dass Sprache sehr viel bewegt, denn wenn wir den Spieß umdrehen und nur mehr im Femininum sprechen, halten das die Männer überhaupt nicht aus. Wenn das alles nichts bewirkt, dann sollte es ja kein Problem sein, nur im Femininum zu reden.

dieStandard.at: Können Sie den Eindruck bestätigen, dass geschlechtergerechtes Sprechen in Deutschland weniger verbreitet ist als in Österreich? Beobachten Sie Unterschiede zwischen den deutschsprachigen Ländern?

Luise F. Pusch: Diese Frage ließe sich nur beantworten, wenn eine große Studie gemacht worden wäre, dafür gibt es aber kein Geld. Insofern kann ich Ihnen nur antworten, was mein Eindruck ist. In Österreich ist tatsächlich zurzeit das Bewusstsein ziemlich lebendig. Dieses Bewusstsein wird auch durch dieStandard.at mitgeprägt, eine Zeitung, die doch eine schöne Online-Präsenz hat und bekannt ist. Früher war es umgekehrt, da war Österreich völlig uninteressiert und in Deutschland kochte das Thema, noch mehr aber in der Schweiz. Das kann daran liegen, dass sie dort mit ihren vielen Sprachen sprachsensibler sind. In Deutschland und der Schweiz ist die Debatte aber nicht mehr so lebhaft, in Österreich hingegen, wo das Thema zuletzt aufgegriffen wurde, ist sie es noch immer.

dieStandard.at: Wie könnte "feministisches Sprechen" aus feministischen Kreisen in den Mainstream hinausgetragen werden?

Luise F. Pusch: Viele bemühen sich emsig und jede einzelne Tat trägt dazu bei, wie beim Widerstand im Allgemeinen. Anders geht es wohl kaum. Das Thema ist ja immer noch da und beunruhigt die Gemüter. Ich weiß keine andere Möglichkeit, außer natürlich die Top-Down- Methode. Das Dumme ist nur, dass Frauen an der Spitze oft nicht ankommen und wenn, dann sind das eher so Thatcher-Typen, die solche Themen nicht wichtig finden. Aber manchmal haben wir Glück und eine feministische Frau kommt oben an. Ich erinnere mich zum Beispiel an Yvette Roudy, das ist auch schon wieder zwanzig Jahr her, die als Innenministerin in Frankreich die Feminisierung der französischen Personenbezeichnungen durchgesetzt hat. Da gab es auch endlosen Widerstand. Der US-amerikanische Kongress hat im Januar übrigens geschlechtergerechte Sprache für all seine Verlautbarungen offiziell vorgeschrieben - top-down!

Ich persönlich bin auch wieder durch meine Glossen viel tätiger geworden. In den Neunzigern schrieb ich pro Jahr eine, jetzt haben wir das Internet und ich mein eigenes Sprachrohr. Meistens lasse ich mich bei den Glossen sprachlich inspirieren. Von dieser Art Gesellschaftskritik im Gewande der Sprachkritik sind schon zwei Bände erschienen. Jene Glossen, die ganz speziell Innovationen und feministische Neologismen vorschlagen und vorstellen, kommen im Herbst gesondert als Buch heraus.

dieStandard.at: Wie werden Sie den Frauentag verbringen? Werden sie ihn feiern?

Luise F. Pusch: Also ich neige sowieso wenig zum Feiern, ich bin zu faul zum Feiern. Das macht oft viel mehr Stress als Freude. Am 8. März bin ich zufällig bei meiner Familie, die stehen dem Feminismus recht fern, er ist für sie nicht so wichtig. Aber ich werde auf den 8. März bestimmt ein Glas Wein - oder mehrere - trinken.

(Beate Hausbichler, dieStandard.at, 7.3.2009)

Zur Person:

Luise F. Pusch schrieb zahlreiche Bücher über feministische Sprachkritik. Die promovierte und habilitierte Sprachwissenschafterin arbeitet heute als freie Autorin. Luise F. Pusch feierte im Jänner dieses Jahres ihren 65. Geburtstag.

Links:

Homepage von Luise F. Pusch

Glossen von Luise F. Pusch

Luise F. Pusch ist 65

Eine Auswahl von Büchern von Luise F. Pusch:

- Das Deutsche als Männersprache: Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik, Suhrkamp, ISBN 3-518-11217-1, EUR 8,80

- Alle Menschen werden Schwestern: feministische Sprachkritik, Suhrkamp, 1990, ISBN 3-518-11565-0, EUR 10,30

- Die Frau ist nicht der Rede wert: Aufsätze, Reden und Glossen. Suhrkamp, 1999, ISBN 3-518-39421-5, EUR 7,80

- Berühmte Frauen: Kalender, Erscheint seit 1987 jährlich bei Suhrkamp, (Hg.), ISBN 3-518-45896-5, EUR 10,30

- Mütter berühmter Männer: Zwölf biographische Portraits, Insel, 1994. (Hg.), ISBN 3-458-33056-9, EUR 12,90

- WahnsinnsFrauen, Band 2, Suhrkamp, 1999. (Hg. mit Sibylle Duda), ISBN 3-518-38993-9, EUR 11,90

- Die Eier des Staatsoberhaupts und andere Glossen, Wallstein, 2008, ISBN 3-8353-0280-9, EUR 10,20

- Der Kaiser sagt Ja und andere Glossen, Wallstein, 2009, ISBN 3-8353-0455-0, EUR 10,20

Kommentar posten
Posting 526 bis 575 von 722
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...ist doch alles ein Krampf! Wenn das alle Sorgen sind, die die gute Frau hat, würde ich sofort mit ihr tauschen!

Ich mache bei so einem Schwachsinn nicht mit,

denn sonst müsste ich SchwachsinnInnen schreiben und das will ich nicht.

Für Dumme ist die Diskussion vielleicht gar nicht gedacht.

PROTEST!

Im namen von millionen geschlechtsgenossInnen protestiere ich gegen die schlampige und laxe ausdrucksweise von frau pusch! Wie kann sich dieser mensch herausnehmen, ein sprachvorbild und lingualfeministischer vorreiter zu sein, wenn er selbst in diesem kleinen obigen text es nicht zusammenbringt, die primitivsten und einfachsten wörter genderexakt zu formulieren?

Zur klarstellung: Es muss natürlich "besitzerInnen" heißen!

Was ist so schwierig an "sklavInnenbesitzerInnen"? Dieses wort muss doch genauso mühelos über die lippen kommen wie mörderInnen, nichtsnutzInnen oder ba/äuerInnenfängerInnen.

Also bitte beim nächsten interview ein bisserl mehr auf die sprache achten, frau pusch!


sie waren nicht geschäftsfähig. Deswegen konnte sie auch keine Sklaven kaufen.

Schade, dass sie diese erkenntnis nicht mr. mark twain mitteilen konnten.

Der hat doch tatsächlich in seiner ahnungslosigkeit im "huckleberry finn" der miss watson den jim als sklaven angedichtet. Wenn er strudelteigs tipp schon damals mitbekommen hätte, wäre ihm dieser fehler sicher nicht passiert.

Vielfalt? welche Vielfalt?

Es hat sich nur eine Form durchgesetzt. Und das ist die konsequent schlechteste: die mit dem Binnen-I
Früher hat nur die explizit männliche Form gefehlt, jetzt fehlt auch die weibliche Form, weil man ausgesprochen nicht mehr weiß ob das verwendete "i" nun groß oder klein war.
Das einzige was Frau Pusch richtig beobachtet hat: Die Geschlechterendungen sind nutzlos geworden - das Ausdrucksmittel ist tot. Nicht in 100 Jahren, sondern schon heute. Man könnte sofort damit beginnen konsequent darauf zu verzichten - "die Zeitung für die die was gerne lesen" könnte mal wieder Vorreiter spielen.

Mehr Zeichen mit weniger Inhalt, der feuchte Traum vieler Journalisten.

Tipp: Das heißt (zummindes für die Freien) mehr Kohle! Und wer kürzt sich schon selbst die leicht gewonnene Gehaltserhöhung wieder weg?

Insofern würde ich mich schonmal dran gewöhnen...

für die die was...

Also eine Dialektzeitung? Keine schlechte Idee.

Dass ausgerechnet der Standard Vorreiter spielt halte ich für unwahrscheinlich. Schließlich kann man im Standard in jedem zweiten Artikel das Binnen-I lesen. Mein persönlicher Favorit ist das Wort BürgerInnenrechtlerInnen(tatsächlich so im Standard gelesen)

Oder "BenutzerInnenoberfläche"

einer Software.

Die gute Frau Pusch sagt oben: "Insofern ist diese Sache mit dem großen I am unbeliebtesten, weil es stark an das Femininum erinnert. Das mögen die Männer sehr ungern."

Ja, sicher, vorallem in Beispielen wie diesen. Bei "BenutzerInnenoberfläche" fühlte ich mich in der Tat kastriert. Kastriert von einer lesbaren und verständlichen Sprache, die ich sonst sehr schätze.

Ich halte viel von geschlechtsneutralen Formulierungen wenn es etwa um Jobausschreibungen oder generell um Bewußtseinsschaffung in Bereichen geht, in denen Frauen unterrepräsentiert sind.

Aber im normalen Sprachgebrauch ist das binnenI (v.a. in der Mehrzahl) wirklich ein Graus. Es führt zu sprachlich unpräzisen Verrenkungen wie "Studierende" statt "Studenten" (was nicht dasselbe ist). Wenn ich "Studenten" denke, sind per se ca. 50 Prozent weiblich.

Außerdem ist das "in" auch historisch nicht argumentierbar. Die Müllerin war doch nicht das weibliche Pendant zum Müller, die hat zum Müller dazugehört (ähnlich, wie etwa die -ova Form in slawischen Sprachen, gegen die viele kritische Bekannte von mir etwas haben, da besitzstandsanzeigend)

die sachschaften schönsprecherinnen

und schönschreiberinnen sollen sich doch mal um die schwallartige überwältigung der deutschen sprache/in durch anglizistische un-ausdrückinnen kümmern, um so die verbal zentrierte o_rale lust nicht durch sogenanntes neudeutsches kauderwelsch zu korrumpieren, und die Deutsch so zu einer sprache mit besonderen bedürfnissInnen zu machen.
man sieht ja von wems kommt.

Ich will endlich TerroristInnen

KollegInnen, WissenschaftlerInnen, PolitikerInnen, JournalistInnen... all das hört und liest man täglich. TerroristInnen, GewaltverbrecherInnen, StraftäterInnen, AttentäterInnen... die Wörter kommen mir allerdings eher selten unter die Augen.
Wenn schon gendergerecht-vergewaltigte Sprache dann bitte bedingungslos!

Das ist ja das Paradoxon

Das gendergerecht nur dort verwendet wird, wo es positiv für Frauen empfunden wird.

Eigentlich purer Sexismus!

6istInnen geht schon, man hört nur noch grüne Frauen heraus



Tja, es gibt einfach weniger VerbrecherInnen als Verbrecher! Das ist nun mal Fakt :-)

gibt auch weniger politikerinnen und trotzdem wirds immer gegendert ;)

Und was sollen wir jetzt dagegen tun?

Sollen wir vielleicht Quoten einführen?

...und:

BanditInnen, (Massen-)MörderInnen, SozialschmarotzerInnen, VerräterInnen, (Neo-)NationalsozialistInnen, DiktatorInnen und was mir besonders am Herzen liegt: TrottelInnen und IdiotInne...

Das "...Innen" ist ja groß im Kommen.

Aber seltsamerweise sieht man diese Form nie im Zusammenhang "der/die noch unbekannte GewaltverbrecherIn".
Wenn schon Gleichberechtigung, dann selbstverständlich auch bei negativ behafteten Wörtern.

Frauen können ja laut feministischer Diktion auch nur Opfer sein, niemals Täterinnen.

Bei Männern hingegen verhält es sich genau umgekehrt.

Daher kann es die von Ihnen geforderten Formen selbstverständlich nicht geben - Sie Rüpel, Sie!

*Achtung, Sarkasmus*

Opferinnen, um Göttinnen willen!

in einem frühen feminismus der 60er oder 70er ist das vielleicht so. einem modernen feminismus graut es davor, frauen als opfer zu sehen.

Interessant, dass Sie das erwähnen.

Warum werden dann immer sämtliche Frauenbevorzugungen damit gerechtfertigt, dass Frauen die Opfer der bösen patriarchalischen Unterdrückung seien?

Warum werden dann Fantasiestatistiken zum Thema häusliche G€walt verbreitet ("jede 4. Frau Opfer"), während die Tatsache, dass G€walt zwischen den Geschlechtern annähernd gleich verteilt ist, konsequent verschwiegen wird?

Warum werden dann ganze Bücher von Autorinnen (!) wie Beate Kricheldorf oder Astrid von Friesen der Thematik weiblichen Opferverhaltens gewidmet?

Muss alles Zufall sein...

wenn sie sich mit feminismus außereinandergesetzt haben, dann müssten sie wissen, dass in der meisten literatur sowohl die mittäteschaft der frauen bei diesem korrupten system erwähnt wird

... als auch was?

Woher wollen sie wissen, dass userIn salenoz ein mann ist?

Deshalb muss die beleidigung exakt und genderneutral rüpelIn heißen. (Mit 1. "l" = L wie ludwig, 2. "I" = I wie ida)

Bitte haben Sie nicht mitgelesen? Frauen können nur OPFER sein, daher kann nur ein Mann so etwas rüpelhaftes schreiben!

*Achtung, schon wieder Sarkasmus!*

Der, die Antiquar

Damit könnte ich sehr gut leben...aber erst in ein paar Jahrhunderten? Bis dahin soll die Sprache einer ästhetischen Zumutung unterzogen werden? Grauenhaft!

Der, die Antiquar

Diese Lösung würde ich auch begrüßen, ebenso wie die Möglichkeit, abwechselnd die männliche und weibliche Form zu verwenden. Diese verkrampfte -Innen, Sternchen etc. stört nicht nur die Lesbarkeit eines Textes, sie beleidigt auch den Schönheitssinn; ganz wie hiems schreibt.
So, und jetzt muß ich schnell meine Wasserhenne zudrehen gehen!

Und wie heisst jetzt die pol. korrekte Bezeichnung für die "Schülervertreter"?

Ist das jetzt "SchülervertreterInnen" oder gar "SchülerInnenvertreterInnen"?

Das kann es doch auch nicht sein!

Ich würde lachen wenn es nicht so schrecklich traurig wäre. Vor kurzem war im Standard tatsächlich eine solche Verstümmelung der deutschen Spreche zu lesen: BürgerInnenrechtlerInnen

bei uns in der schule als ich noch jung war hieß es immer schülerInnenvertretung

Einzig vertretbar wäre SCHÜLERVERTRETUNG

Eine Vertretung ist aber etwas anderes als ein Vertreter

Die "Schülervertretung" bezeichnet Organisation, der "Schülervertreter" hingegen eine konkrete Person.

Stimmt. Dann halt die Schülervertretenden *g*

"Schülervertretenden"? - Scheint mir auch nicht sehr alltagstauglich zu sein

Mir auch nicht.

Darum sag ich Schülervertreter. :-)

ich will mich ja nicht einmischen, wenn die frauen das große I fordern, sollen sie es auch bekommen.
Aber, wieso sollte das Deutsche so ausgeprägt sexistisch sein? Gibts da einen Zusammenhang, das das Maskulinum in einer Sprache(da gibts ja Unterschiede) dazu führt, das ideologische Schalter im Kopf umgelegt werden?
Irgendwie folgt die Sprache noch immer der Realität in der Gesellschaft, und zu fordern, das jetzt die Sprache umgebaut wird, das dann die gesellschaft ihr folgen soll ist zwar nett, aber ich muss dazu nur in die Aufsichtsräte der Unternehmen schauen, um zu wissen, wie erfolgreich diese Methode ist.

Ein Sklave, nennen wir ihn Jim, hieß nach seinem Besitzer, sagen wir Smith. Wurde Jim an Mr. Irving verkauft, hieß er Jim Irving. Und so wechseln auch die meisten Frauen mit dem Besitzer, pardon: Ehemann, den Nachnamen.

Männer sind aber auch die, die auf Knien um die Hand anhalten, die Frau über die Schwelle tragen, ihnen Blumen schenken. Das haben Frauen sehr gerne. Sie wollen auch so behandelt werden. Das hat nichts mit diskriminierung zu tun. Und dazu gehört auch die Annahme des Nachnahmens. Und überhaupt: Von wem hat die Frau denn ihren Nachnamen? Von ihrem Vater (meistens). Eigentlich wäre auch das dann ungerecht und sie müsste den Namen der Mutter annehmen, das hieße langfristig dass es nur mehr weibliche Nachnamen und männliche Nachnamen gäbe. Außerdem wäre die Romantik der Familienzusammengehörigkeit zerstört. Und was ist wenn ein Mann mit einem Doppelnachnamen eine Frau mit einem Doppelnachnamen heiratet? Wie heißen sie und wie heißen die Kinder?

z.B.

Mensdorff-Pouilly-Rauch-Kallat :-)

Graf und Gräfin aus der Josefsstadt

Ich darf Ihr idyllisches Klischeebild noch etwas zurechtrücken (Ich nehme an, Sie sind vom Land?):

Und am Sonntag nach der Kirche gehen Männer in den Frühschoppen, saufen sich einen an und der Huberbauer von nebenan verprügelt dann meistens noch seine Frau.

also ich staune wie sehr ich missverstanden werde. ja ich komme vom land, habe aber mit der ländlichen einstellung nichts am hut, das können sie mir glauben. ich habe auch nichts dagegen (im gegenteil) wenn an traditionen gerüttelt wird. aber man muss auch ein bisschen weiter denken. ich habe vielleicht zu sehr verallgemeinert. ich habe grundsätzlich dieselbe "feministische" einstellung (kann man wohl kaum mit der vergleichen, die die meisten haben), denke aber noch einen schritt weiter, das tun hier viele nicht.

Das was er mit dem 12jährigen Töchterl macht nicht zu vergessen

ja genau ich vögle meine tochter. ich habs verstanden.

Ah, Sie sind einer der seine Frau haut


Trifft man ziemlich selten, Sie sind sozusagen ein Exot.

Teilantwort

In manchen Weltgegenden bekommt jedes Kind nicht nur einen Vornamen, sondern auch einen Rufnamen, der statt dem - bei uns vorhandenen - Familiennamen geführt wird. Das heißt das Kind also anders als Vater und Mutter. Dieser Name wird auch bei Heirat beibehalten.
Beispiele: Rwanda und Burundi

Nicht alle Frauen haben es sehr gern, wenn auf den Knien um ihre Hand angehalten wird und sie dann über die Schwelle getragen werden, und es gibt durchaus auch Männer, die sich freuen, wenn sie Blumen geschenkt bekommen - bitte nicht immer "die Frauen" oder "die Männer" als homogene Gruppe hinstellen!
Das mit dem Namen des Vaters für Kinder stammt noch aus einer Zeit, als es keine Vaterschaftstests gab und kein Mann sich sicher sein konnte, ob das Kind auch tatsächlich von ihm ist...
Und wenn alle Kinder nach der Mutter heißen und der Mann bei der Hochzeit den Namen der Frau annimmt, dann wäre ja die "Romantik der Familienzugehörigkeit" auch wieder gegeben - oder wäre das für Sie als Mann vielleicht nicht mehr ganz so romantisch?

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