Italien: Anstiftung zur Magersucht als Straftat

  •  In Italien möchten 60 Prozent der Mädchen von zwölf bis 14 Jahren weniger wiegen, jede Vierte hat bereits eine Diät hinter sich. Gegen die Essstörungs-"Plage" sollen nun härtere Saiten aufgezogen werden.
    foto: apa/getty images/chris jackson

    In Italien möchten 60 Prozent der Mädchen von zwölf bis 14 Jahren weniger wiegen, jede Vierte hat bereits eine Diät hinter sich. Gegen die Essstörungs-"Plage" sollen nun härtere Saiten aufgezogen werden.

Gesetzesentwurf soll Vorgehen gegen Webseiten, die Essstörungen als Lebensstil inszenieren, ermöglichen

Rom - Die italienische Regierungskoalition plant einen Gesetzesentwurf, der erstmals die "Anstiftung zur Magersucht" unter Strafe stellen soll. Die Debatte um die "Plage" Magersucht brauche "ein starkes Signal", erklärte die für den Entwurf verantwortliche Abgeordnete Beatrice Lorenzin. Magersucht sei die häufigste Todesursache bei Frauen zwischen zwölf und 25 Jahren. In Italien würden 200.000 Frauen an schweren Essstörungen leiden. 60 Prozent der Mädchen von zwölf bis 14 Jahren möchten weniger wiegen, jede Vierte hat bereits eine Diät hinter sich. Nur ein Drittel lässt sich jedoch von einem Arzt/einer Ärztin beraten, ergab eine Studie des Verbands der italienischen KinderärztInnen (SPI).

Der Entwurf soll ein Vorgehen gegen jene rund 300.000 italienischen Webseiten ermöglichen, auf denen der Schlankheitswahn verherrlicht wird. Verhandlungen mit der Internetplattform Google Italia sind im laufen.

Bisher galt Spanien im Kampf gegen den Schlankheitswahn als Vorreiter: 2006 hatten die Behörden "Hungermodels" untersagt, bei der Modewoche Pasarela Cibeles in Madrid aufzutreten. Weltweit für Aufsehen sorgte kurz darauf der Fall des brasilianischen Models Ana Carolina Reston, die 2008 bei 1,70 Meter Körpergröße nur noch 40 Kilo auf die Waage brachte und an ihrer Magersucht starb. (APA)

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