EU empfiehlt Strafen für Freier von Opfern

25. März 2009, 12:52
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    foto: reuters/hamad i mohammed

    Die EU-Kommission schätzt, dass jedes Jahr "einige Hunderttausende" Menschen in oder innerhalb der Europäischen Union verschleppt werden. Die Internationale Arbeitsorganisation schätzt, dass es weltweit mehr als 1,2 Milliarden Opfer des Menschenhandels gibt. Davon würden 43 Prozent sexuell ausgebeutet, 32 Prozent wirtschaftlich und der Rest beides. Die Opfer von Zwangsprostitution sind demnach zu 98 Prozent Frauen und Mädchen.

     

Neue Maßnahmen gegen Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung und Kinderpornos: Mehr Polizeibefugnisse und besserer Opferschutz geplant

Brüssel - Die EU-Kommission verschärft den Kampf gegen Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung und Kinderpornografie. EU-Justizkommissar Jacques Barrot legte am Mittwoch in Brüssel Vorschläge für zwei entsprechende EU-Rahmenbeschlüsse der 27 Mitgliedsstaaten vor. Sie sehen mehr Polizeibefugnisse gegen MenschenschlepperInnen, Strafen gegen Freier und Konsumenten von Kinderpornos sowie einen besseren Opferschutz vor.

Die EU-Kommission will damit die seit 2002 bestehenden EU-Gesetzesvorschriften an die sich ändernden Gegebenheiten, etwa durch das Internet, anpassen. So sollen MenschenhändlerInnen in der EU künftig auch vor Gericht gebracht werden, wenn sie ihre Straftaten im Ausland begehen. Die Polizei soll nach EU-Vorschlag mit Telefonüberwachung und Lauschangriff gegen das Organisierte Verbrechen vorgehen können, teilte die Kommission mit. 

Opferschutz ausweiten

Den Opfern soll gesetzlich Unterkunft, medizinische Betreuung und Polizeischutz garantiert werden, damit sie vor Gericht nicht vor ZeugInnenaussagen zurückschrecken. Im Verfahren selbst sollen sie besser vor Traumata im Zusammenhang mit ihren Erfahrungen der sexuellen Ausbeutung geschützt werden. Opfer von SchlepperInnen sollen außerdem Anrecht auf Rechtshilfe erhalten. 

Strafen für Freier und Groomer

In dem Vorschlag Barrots werden auch Strafen für Freier empfohlen, die sexuelle Dienste von verschleppten Menschen wissentlich in Anspruch nehmen. Einige EU-Staaten lehnten dies allerdings ab, heißt es in dem Dokument.

Um Kinder stärker vor sexueller Ausbeutung zu schützen, schlägt Barrot folgendes vor: Annäherungsversuche via Internet ("Grooming") sollen in der gesamten EU erstmals als Straftat eingestuft werden. Sextouristen, die Kinder im Ausland missbrauchen, müssen nach ihrer Rückkehr in der gesamten Europäischen Union mit gerichtlicher Verfolgung rechnen. Bei Aussagen vor Gericht sollen die Kinder nicht mehr gezwungen werden, die Täter zu sehen.

Strafbar soll auch das Ansehen von Kinderpornos im Internet werden, selbst wenn keine Dateien heruntergeladen wurden. Auch wer Kinder dazu bringt, sich in Sexposen vor Webcams zu zeigen, soll gerichtlich in der EU belangt werden. 

98 Prozent der Opfer weiblich

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) schätzt nach Angaben der EU-Kommission, dass es weltweit mehr als 1,2 Milliarden Opfer des Menschenhandels gibt. Davon würden 43 Prozent sexuell ausgebeutet, 32 Prozent wirtschaftlich und der Rest beides. Die Opfer von Zwangsprostitution sind demnach zu 98 Prozent Frauen und Mädchen.

Die EU-Kommission schätzt, dass jedes Jahr "einige Hunderttausende" Menschen in oder innerhalb der Europäischen Union verschleppt werden. Vor allem seit der EU-Erweiterung 2004 würden neue Routen benutzt. 2006 fanden nach Schätzungen der EU-Behörde trotzdem nur etwa 1.500 gerichtliche Verfahren gegen MenschenhändlerInnen statt. Rund 3.000 Opfer sei in der EU Beistand geleistet worden, davon den meisten in Italien, Belgien und Österreich. (APA)

Kommentar posten
10 Postings
Angela Engel
00
26.3.2009, 10:42

Welche EU-Staaten lehnen dies ab?

sixela
00
16.4.2009, 22:55

Diejenigen, die die Hetze auf die Dienstleistung Prostitution nicht mitmachen

Schweinebärmensch
00
25.3.2009, 19:18

1,2 milliarden?

Dr. Muffel
41
25.3.2009, 14:22
"EU empfiehlt Strafen für Freier von Opfern"

Gut so. Man sollte aber imho auch die "Strafen für Opfer von Freiern" nicht vergessen.

Zanta T.
00
26.3.2009, 23:11

Können Sie erklären, wie Sie das genau meinen?

Dr. Muffel
10
27.3.2009, 10:03
Dada !

Sie haben sicherlich erkannt, dass mein posting reiner Unsinn ist. Dieses Stilmittel verwende ich manchmal, um Mitmenschen dazu zu provozieren, sich mit der eigentlichen message kritisch auseinanderzusetzen.

Im konkreten Fall mögen Sie bitte mit mir nachdenken, ob eingeschleppten Frauen wirklich dadurch geholfen wird, dass man ihre Freier nun auch kriminalisiert (Ich meine, man wird ihnen dadurch noch mehr schaden).

MfG, M.

AlBundyFan
 
00
27.3.2009, 10:45
das macht man übrigens eh

prostituierte werden festgenommen und wie verbrecher behandelt....liest man immer wieder (auch hier in diestandard)

in italien zb.wurde eine landesweite razzia unternommen und man hat sich damit gebrüstet knapp 10.000 prostituierte festgenommen zu haben (kein wort wurde über deren zuhälter gesagt, welche die eigentlichen verbrecher sind)

übrigens:freien zu bestrafen bringt etwas, denn mit weniger freiern werden weniger mädchen verschleppt, weil es im zielgebiet keine verwendung für deren körper gibt.
und allein damit wäre tausenden geholfen.

andreas lamers
 
00
30.3.2009, 14:45
Nichts gelernt?

Drogen sind illegal und der Konsum wir teilweise bestraft, in der Prohibition war der genuss von Alkohol auch Strafbar nicht nur der Verkauf. Aber das einfachste Beispiel ist wohl Kinderprostitution. Sex mit Kindern ist in AT verboten. Schon fuer den Kunden. Wiens Babystrich ist werder klein noch unbekannt. Also sind das wohl die falschen Wege. Andere Laender haben dieses Problem nicht. Australien wo Prostituierte legale Dienstgeber sind, mit Rechtssicherheit und Gesetzlicher grundlage. Warum geht das in AT nicht? Warum nicht den Frauen den Ruecken staerken und so denen die Aussteigen moechten es leichter machen? Weil der Staat daran verdient oder weil Polzei und Justiz sich gratis bedienen koennen?

AlBundyFan
 
00
30.3.2009, 15:46
wiens babystrich ist weder klein noch unbekannt. warum wird dagegen nichts getan?

- weil es immer weniger polizisten gibt
- weil das leben von prostutuierten(auch kindern) in der gesellschaft nichts wert ist und auf das leben dieser menschen geschissen wird. sie werden tlw. bespuckt und man weicht ihnen aus, wenn man sie irgendwo sieht(wird auch vor allem von "normallen" frauen gemacht)
- ihre 2 gründe im letzen absatz

Colette
00
26.3.2009, 15:24

hä??

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