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Bratislava - Die Slowakei wählt am 4. April womöglich eine Frau ins höchste Staatsamt. Zwei KandidatInnen sind nach dem ersten Durchgang im Rennen geblieben. Der amtierende Präsident und Kandidat der Regierungsparteien, Ivan Gasparovic (67), tritt gegen die christlichliberale Ex-Sozialministerin Iveta Radicova (52) an.
Im ersten Wahlgang hatte Gasparovic zwar 46,08 Prozent der Stimmen erhalten und die Kandidatin der Mitte-Rechts-Opposition 38,05 Prozent. Angesichts der niedrigen Wahlbeteiligung von 43,6 Prozent ist der Vorsprung aber zu klein, um Gasparovic einen sicheren Sieg zu garantieren.
Die ausgeschiedenen Kandidaten lehnten es indes ab, ihren WählerInnen eine Wahlempfehlung zu geben. Diese WählerInnen dürften tendenziell für Radicova stimmen. Zudem ist die Kampagne von Radicova intensiver und effektiver, wie BeobachterInnen meinen. Gasparovic verlasse sich dagegen auf seinen Amtsbonus. Für das amtierende Staatsoberhaupt eingesetzt hat sich auch Regierungschef Robert Fico (Smer).
Veränderung politischer Kräfteverhältnisse
Die Chefs der oppositionellen SDKU, KDH und der Ungarnpartei SMK, die die Gegenkandidatin unterstützen, zeigten sich indes eher zurückhaltend. Eine Erklärung lautet, dass sie in den Augen potenzieller WählerInnen eher eine Belastung für Radicova darstellen könnten. Denn Gasparovic und Fico lassen keine Gelegenheit aus zu betonen, dass eine Stimme für Radicova auch eine Stimme für SDKU-Chef Mikulas Dzurinda und den SMK-Vorsitzenden Pal Csaky ist.
Ein Dorn im Auge ist Gasparovic, dass auch SMK-SympathisantInnen auf der Seite Radicovas sind. Mehrfach fielen Andeutungen, sie sei im Tausch bereit, die Idee einer Autonomie für die ungarische Minderheit zu unterstützen. Die Präsidentschaftskandidatin wies dies vehement zu und ersuchte ihren Konkurrenten, das Spiel mit der "ungarischen Karte" zu beenden.
Ein Sieg Radicovas in der Stichwahl würde die politischen Kräfteverhältnisse verändern. Derzeit haben die regierende linksgerichtete Smer und die Slowakische Nationalpartei (SNS) alle wichtigen Positionen inne. Zöge Radicova in den Präsidentenpalast ein, könnten sich die Aussichten der Opposition für die Parlamentswahlen 2010 radikal verbessern. (APA)
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