Gratis-Disco für Frauen diskriminiert Männer

20. April 2009, 18:15

Wiener erwirkte bahnbrechenden Spruch

Wien - Ein Discoabend ohne Frauen ist nichts Wahres, meinen viele Männer - und damit auch viele Discobetreiber, die im Fall des Ausbleibens weiblicher Gäste um ihr Geschäft fürchten. Also bieten sie Frauen Sonderkonditionen an. So war es - und ist es weiter - auch in einem bekannten Wiener Innenstadt-Tanztempel, den der Wiener Peter Antonitsch (Name geändert) an einem Samstagabend im August 2008 aufsuchte: Ein Umstand, der zu einem bahnbrechenden Prüfungsergebnis des Senats III der Gleichbehandlungsanwaltschaft im Bundeskanzleramt geführt hat. Discorabatte für Frauen sind ungesetzlich - was jetzt noch fehlt, ist ein diesbezügliches Gerichtsurteil. Denn in der Disco gab es statt einer Zugangsmöglichkeit zwei: rechts für Männer, um acht Euro pro Kopf. Links für Frauen, gratis und - mehr noch: Jede Frau bekam beim Betreten des Lokals einen Getränkegutschein über 20 Euro in die Hand gedrückt. "Das fand ich ungerecht. Warum soll ich Eintritt zahlen, nur weil ich ein Mann bin?", fragte sich Antonitsch - zumal das Gleichbehandlungsgesetz ja ausgeweitet worden sei.

"Mädchen verdienen eben weniger" 

Antonitsch wandte sich an eine der Kassierinnen, doch die hatte von der neuen Gesetzeslage noch nichts gehört. Der Betriebsleiter und der Geschäftsführer - beide hinzugerufen - machten geltend, dass der Gratiseintritt doch frauenfreundlich sei: "Mädchen verdienen eben weniger." Gebe es an Samstagabenden keinen freien Eintritt, würden "viel weniger Mädchen kommen"- zumal es "auch nicht mehr üblich ist, dass Burschen Mädchen einladen". 

Diese Meinung vertraten die Discobetreiber auch vor dem Gleichbehandlungssenat, den der erzürnte Antonitsch anrief: Doch das sozialpartnerschaftlich besetzte Gremium gab ihm und nicht ihnen Recht. Von Frauenförderung durch Gratiseintritt könne keine Rede sein, befanden sie. Vielmehr würden hier Frauen als "Lockvögel missbraucht" - und Antonitsch sei "wegen seines Geschlechts diskriminiert worden". 

Seit die Ungleichbehandlung von Frauen und Männern auch beim Zugang zu Dienstleistungen verboten ist, mehrten sich Fälle mit Männern als Beschwerdeführer, meint dazu die zuständige Gleichbehandlungsanwältin Ulrike Salinger. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liege aber weiterhin bei Benachteiligungsfällen von Frauen, etwa bei Friseurpreisen oder Lebensversicherungsprämien. (Irene Brickner, DER STANDARD, Print, 21.4.2009)

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Cassius 
22.04.2009 14:35
Oder aber wir

könnten einfach mal aufhören auf das andere Geschlecht zu schielen und uns darüber aufregen, wo es das jeweilige Geschlecht besser hat als man selbst. Frauen und Männer.

Rosa Stahl
22.04.2009 20:09

jupp- grün.

Cassius 
24.04.2009 13:53
Das bedeutet aber auch

kein schielen auf Prozentsätze die Männer mit Frauen vergleichen.

zimbo 
22.04.2009 12:55
Lebensversicherungsprämien ?

Liegt wohl an der höheren Lebenserwartung.

Lobgesang
22.04.2009 10:33
Bahnbrechender Spruch

Der wirklich bahnbrechende Spruch wird übrigens vom Verfassungsgerichtshof kommen und nicht von der Gleichbehandlungsanwaltschaft. Urteil für Juni 2009 erwartet. Kläger übrigens ein Mann aus NÖ, obwohl der Beklagte eine Wiener Institution ist.

hannah guck in die luft
22.04.2009 20:28
heißt der Kläger Pr*ll?

Ich war nie so jung und dumm wie die
22.04.2009 10:30

Ich meine, eine kleine Alltagssexismus Entgleisung darf frau sich anlaßbezogen gestatten:

Will notgeil in die Disko, zu geizig um € 8,- Eintritt zu bezahlen und redet sich auf Diskriminierung aus: So ein Schrumpfp1mmel-Loser. ;-)

Der Frühstücker
04.05.2009 20:14

Bezugnehmend auf ihren Nick denke ich mir jetzt: will er damit sagen dass er DÜMMER ist als die...

Sie sind sicher ein "ganzer Mann", ein "richtiger Kerl" eben.
Über ihre Schwan*grösse will ich lieber nicht spekulieren
;-)

zimbo 
22.04.2009 13:00
Obwohl die 8Eur gut investiert sein sollten, weil dort offenbar ein hohes Potential and Gratischl*mpen ist.

fahrenheit 451
22.04.2009 10:49

da ist es schon besser gratis in die disco zu gehen, einen 20 euro getränkegutschein zu bekommen und sich dann von "notgeilen" noch einladen zu lassen?

E.B.
22.04.2009 03:31

bin gespannt wann der erste mann klagt, weil er nicht in die damenumkleideräume oder damensauna darf.

knurrhoernchen
24.04.2009 10:50
Die Zeiten haben sich geändert

Den Mann schau ich mir an, der in Damenumkleideräume oder Damensaunas gehen will. Auch Frauen haben Internetzugang. Die sind nicht mehr schockiert, sonder da folgen schon eher Sprüche wie "Moi so klein und so spät noch auf!" oder sie pfeifen und summen einfach das folgende Lied
www.myvideo.de/watch/140... _Spongebob

E.B.
24.04.2009 18:51

naja, um mal was unverfängliches rauszugreifen: einmal die nase reinstecken genügt um zu wissen daß es dort deutlich besser riecht.

Feindbild
23.04.2009 11:21
In Zeiten, in denen Feministinnen diktieren, wie ein Pissoire auszusehen hat, wäre das im Sinne der Gendermainstreaming-Gleichberechtigung fast angebracht. ;-)


http://derstandard.at/?url=/?id... 26_seite=1

jetzt ernsthaft: Zur Wahrung der Privatsphäre macht es durchaus Sinn Toilette nach Geschlechtern zu trennen auch wenn es nicht unbedingt notwendig ist.

Sollte für die Damentoilette 10 Euro Eintritt verlangt werden(inkl. 20 Euro-Gutschein für Toilettenpapier ;-) und für die Herrentoilette nicht, wäre es doch angebracht sich als Frau darüber zu beschweren, oder?

Zur Verdeutlichung: Es geht nicht um verwehrten Eintitt, sondern um den deutlich höheren Eintrittspreis. Wenn stichhaltig begründet werden kann warum, ist es durchaus legitim Menschen auf Grund ihres Geschlechts den Eintritt zu verwehren.

E.B.
24.04.2009 19:01

seit wann ist rauscher ein feministIn? in der angelegenheit bin ich ausnahmsweise mal seiner meinung: dieses kussmundpissoir ist geschmacklos und inakzeptabel. ich kann mich dort wahrscheinlich kaum überwinden, das vorgesehene ziel zu treffen.

beim friseur gibts auch verschiedene preise. durch den schneideaufwand ist das nur selten gerechtfertigt, weil locken, pflegeprodukte, styling etc. sowieso extra verrechnet werden.

Feindbild
25.04.2009 18:52
Der Herr Rauscher hat den Ball auch nicht ins rollen gebracht sondern ist nur auf den fahrenden Zug aufgesprungen.


http://wien.gruene.at/weitere_t... sen/10221/

Das Thema "unterschiedliche Preise beim Friseur für die selbe Leistung" wurde ebenfalls berechtigterweise schon in Angriff genommen (solange wirklich die gleiche Leistung gemeint ist)

knurrhoernchen
24.04.2009 10:56
Zum Url: Ich würde meinem Sohn nicht diesen Fetisch anerziehen

Ab ernsthaft: Volle Zustimmung!

Mr. Kretek
22.04.2009 01:03
... das nächste Mal verschaffe ich mir Eintritt aufs Frauenklo und

aufs Behindertenklo (weil nie wer dort ist). Und wenn sie nicht nachgeben dann mit Gerichtsurteil. Wirklich pervers...

fruling
22.04.2009 15:56
Wenn Sie das wirklich einklagen bekommen Sie ohnehin einen Behindertenausweis

knurrhoernchen
22.04.2009 12:43
Du witzelst aber so unrecht hast du nicht

Wir werden alle älter. Ziemlich oft sind Herrenkisterl nur über Stufen erreichbar, während Frauen- und Behindertentoiletten barrierefrei erreichbar sind.

haudi
22.04.2009 09:44
Lieber Kretek

Es ist genau umgekehrt: Frauen verschaffen sich Zugang zu der Herrentoilette, da die Warteschlange um einiges kürzer ist.

Jessas Na
26.04.2009 13:15

und das nicht zu selten... dafür wurde ich einmal von einem türlsteher ausm damenklo gezerrt, weil sich ein mädl von meiner anwesenheit belästigt gefühlt hat, als ich einer zusammengebrochenen freundin ausm klo helfen wollte... da war ich dann auch etwas verdutzt...

Mr. Kretek
22.04.2009 01:00
Da sieht man wie pervers diese

"Ungleichbehandlung" ist...

Zarathustra  
20.04.2009 23:25
Der Schwachsinn nimmt kein Ende...

..Schafft endlich diesen staatlich aufoktroyierten gender-Sozialismus ab. Ein Disco-Betreiber kann selbst entscheiden wer zu welchen Konditionen sein Eigentum als Gast betreten darf.

Feindbild
22.04.2009 07:17
Stimmt, solange er damit niemanden auf Grund seines Geschlechts, seiner Religion oder ethischen Herkunft diskriminiert, darf er das!


Wenn ein Mann für einen Discobesuch 10 Euro Eintritt + Getränke bezahlen muss, während eine Frau gratis eintreten darf und 20 Euro Getränkegutscheine erhält, ist das kein Genderschwachsinn, sondern finanziell relevante Diskriminierung.

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