Tiroler Verhältnisse

14. Mai 2009, 13:28
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    foto: apa/robert parigger

    Patrizia Zoller-Frischauf (links) im Beisein ihrer Tiroler RegierungskollegInnen. Seit der Platter-Regierung zeichnet sich ein frauenpolitischer Backlash ab.

Im Westen wird die Frauenpolitik neu ausgerichtet: Die alten ÖVP-Politikerinnen werfen entnervt das Handtuch, die neuen streichen kritischen Einrichtungen wie dem FrauenLesben-Zentrum die Subventionen

Die Tiroler Frauenpolitik kommt in letzter Zeit kaum noch aus den Negativschlagzeilen heraus. Nach diversen Streitereien über die Teilhabe von Frauen in der Tiroler ÖVP in Folge des Abgangs von Elisabeth Zanon vergangenes Jahr folgt nun der jüngste Streich bei der Neuausrichtung der frauenpolitischen Agenden in Tirol: Frauenlandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf streicht dem FrauenLesben-Zentrum in Innsbruck die Subventionen für das laufende Jahr (dieStandard.at berichtete).

"Liebgewonnene Geschenke"

Offiziell aus "Spargründen" wolle man sich von dem einzigen ausdrücklich lesbischen geförderten Frauenprojekt trennen, wobei die Fördersumme für den Verein lediglich 6.000 bis 7.000 Euro ausmacht. In einem Interview mit der Tiroler Tageszeitung kam Zoller-Frischauf dann schon etwas näher auf die eigentlichen Motive für diesen Schritt zu sprechen: "Ich glaube nicht, dass die Situation in Tirol so prekär ist, dass es dafür eine eigene Einrichtung braucht." Und weiter: "Es geht um Dinge, die wirklich im Nutzen der Bevölkerung liegen und nicht um liebgewonnene Geschenke."

Mit "dafür" sind wohl lesbischen Frauen gemeint, die einen eigenen Ort fordern, an dem sie sich treffen können, in dem Veranstaltungen stattfinden und wo beraten wird. So ein Ort war und ist das FrauenLesben-Zentrum in Innsbruck seit nunmehr 25 Jahren. Die 6.000 bis 7.000 Euro Fördersumme stellen die Hälfte ihrer öffentlichen Subventionen dar und sind für die Deckung der Fixkosten reserviert - beraten, organisiert und gearbeitet wird dort seit jeher ehrenamtlich, so die stellvertretende Obfrau Maria Wassermann auf Anfrage von dieStandard.at.

Lesbische Paare unerwünscht

Dass Innsbruck in Sachen Diskriminierung keine Insel der Seligen ist, davon kann auch Wassermann berichten: "In unseren Beratungen hören wir immer wieder, dass lesbische Paare in Lokalen und Restaurants nicht erwünscht sind, wenn sie zeigen, dass sie zusammengehören." Die Maßnahme seitens der Tiroler Landesregierung zeigt für Wassermann deshalb auch, dass die Gesellschaft noch nicht wirklich reif für die Akzeptanz von Homosexualität sei.

Zuletzt wurden Überlegungen angestellt, ob das Vorgehen von Zoller-Frischauf dem Antidiskriminierungsgesetz widerspricht, das Benachteiligung aufgrund der sexuellen Orientierung ausdrücklich verbietet. Angesichts der Tatsache, dass zwar viele Frauen- und Sozialprojekte von Kürzungen betroffen sind, aber nur einem, das dezidiert "lesbisch" und "autonom" auf seine Fahnen geheftet hat, alles gestrichen wird, lässt diesen Rückschluss zu.

Neue Schwerpunkte

Bei der zuständigen Stelle im JUFF-Referat, wo der Frauenfördertopf verwaltet wird, heißt es, dass sich die Förderung zunehmend auf die Schwerpunkte Mädchen und Berufswahl sowie Frauen in Entscheidungspositionen konzentrieren würde. Von Diskriminierung will man dort freilich nicht sprechen, nachdem die Fördervergaberichtlinien offen formuliert seien, so Elisabeth Stögerer-Schwarz, Leiterin der Frauenförderung im JUFF-Referat. Der Spardruck ihrer Abteilung ist allerdings nicht auf eine Kürzung der Mittel im Jahr 2009 zurückzuführen - tatsächlich blieb der Topf 2008 und 2009 mit 278.000 Euro genau gleich hoch -, sondern auf interne Verschiebungen, die wiederum die politischen Prioritäten widerspiegeln.

Mit der Frauenlandesrätin Zoller-Frischauf scheinen neue Zeiten in der Fördervergabe aufzubrechen. Nun werden Anliegen von gesellschaftlichen Minderheiten als  nicht mehr tragbar dargestellt für die gesellschaftliche Mitte - das ist selbst für die gesellschaftspolitisch verknöcherte ÖVP ein Rückschritt. Die Vorgängerin der Frauenlandesrätin, Elisabeth Zanon, warf letztes Jahr nach parteiinternen Machtspielen das Handtuch, ihre Nachfolgerin als Chefin bei den Tiroler ÖVP-Frauen Margarete Patscheider quittierte im März 2009 ihren Dienst mit der Begründung, die Frauen würden in der Partei "nicht ernst genommen". Um im Wirtschaftssprech zu bleiben, die von der ÖVP sonst so gerne angewendet wird: Bei der frauenpolitischen Performance der Tiroler ÖVP hapert es in letzter Zeit - gewaltig. (freu, dieStandard.at, 14.05.2009)

Zum Thema:

Chefin der Tiroler ÖVP-Frauen trat zurück

Nachlese:

Als "Zugpferde" ausgemustert: Nach Elisabeth Zanons Abgang wollen die Tiroler ÖVP-Frauen kein "Stimmvieh" mehr sein: Die neue Frauenchefin Margarete Patscheider im dieStandard.at-Gespräch

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Posting 1 bis 25 von 66
1 2
Ö Card täglich
 
00
26.7.2009, 13:16
OÖ Verhältnisse

Im Salzkammergut sind fast alle Post, ÖBB Arbeits Plätze vernichtet, ist arbeiten nur mit Auto,
100 Km pendeln möglich, wir haben kein Geld für ein Auto, gut ziehen wir nach Wien,
verkaufen, tauschen unsere Haus gegen eine
Eigentumswohnung.
Wäre da nicht unsere fast 90 Jährige Mutter, die ein
Wohnrecht, als Reallast im Grundbuch eingetragen hat.
Das Land OÖ, die ÖVP kann ruhig das Haus für unsere Mutter haben, uns genügen 50 000 Euro für
eine neue Wohnung, nur in Wien ist leben, arbeiten ohne Auto möglich.
Leider blockiert das Land OÖ, die ÖVP den Verkauf (Sachwalter),
wir sollen bleiben, das Haus ist der ÖVP zu wenig,
die OÖ ÖVP braucht Sklaven, Bauern, Knechte die
Tag u. Nacht umsonst Arbeiten!
http://www.mikesdesign.at

Feindbild
01
20.5.2009, 15:21
Ohne weitere Hintergrundinformationen kann wohl kaum jemand in diesem Forum darüber urteilen ob Subventionen für ein Lesbenzentrum in Innsbruck wirklich sinnvoll sind!


Möglicherweise ja, möglicherweise nein. Rein ideologisch ist diese Frage einfach nicht zu beantworten.

Dimple
00
20.5.2009, 12:07
Es kann wirklich überlegt werden

ob der Staat Österreich bzw. die Länder mittels Steuergeld irgendeine Art von privater Vereinstätigkeit unbedingt fördern und subventionieren muß - aber das hat dann für alle Vereine zu gelten, für lesbische Kommunikationszentren genauso wie für Schützen-Vereine.

lg
Dimple

Susi Stattnam
00
29.5.2009, 17:24
wollt mich nur hier verabschieden, jemand hat mein passwort gestohlen, also nicht wunder in naechster Zeit ;0)

Ich hol mir ein neues alias... dacht aber, ich verabschied mich von den guten alten MitposterInnen ;0)

L. Bogen
00
22.5.2009, 21:59
das aflz ist nicht privat sondern gemeinnützig

es geht um die nachhaltige förderung von personen, die im heterozentristischen österreich marginalisiert und als "anders" abgestempelt werden. dies ist kein privatvergnügen, sondern ein dienst an der gesellschaft, die durch die offenheit, randgruppen nicht tot zu schweigen, sondern einzubinden, an stabilität gewinnt.

Messalina
12
16.5.2009, 03:46
Tirol-Wien

also an alle vernünftigen - bzw positiven postings.
Glaubt ihr wirklich dass ihr in einem glückseligen raum lebt? Was heute in tirol passiert, passiert übermorgen auch in wien. wir bitten um unterstützung: www.frauenlesbenzentrum.at - da sind die adressen von unserem geliebten LH und von der noch viel beliebteren Z-F. SCHREIBts - weil wir sind nur DIE ersten; DIE ZERSTÖRT WERDEN WAS HEUTE IN TIROL psiert -IST MORGEN IN WIEN DRAN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

after chef
00
15.5.2009, 17:10

Also ich bin echt schockiert, die övp war doch immer die Frauenpartei! Überhaupt gibt`s in Tirol Lesben??

L. Bogen
00
18.4.2010, 19:09
in tirol und in der tiroler övp garantiert auch

MacErik
 
02
15.5.2009, 15:54

wirklich schade. Die Rechte inklusive ÖVP dreht das Rad der Geschichte wirklich immer schneller rückwärts.

eh´wurscht
02
15.5.2009, 18:40

Die övp ist "die Rechte".

karl der postler
01
15.5.2009, 11:51
schade wäre die streichung dieser subvention!

ich finde diese geplante streichung der suvention nicht in ordnung!

Hafniumcarbid
02
15.5.2009, 11:32
Es ist herrlich zu sehen,...

...wie den ach so toleranten und weltoffenen Lesern dieses Forums nichts besseres einfällt, als die Bevölkerung eines Bundeslands (in dem die meisten noch nicht mal waren) als provinzielle Bauernschädeln (denen von Wien aus gezeigt werden muß, wie Zivilisation aussieht) über einen Kamm zu scheren... Vorurteile und Pauschalisierungspolemik in Reinkultur, würd ich mal sagen. Um nichts besser als die "rechten Recken", die sich ähnlich über gewisse Volksgruppen und Länder äußern. Nur hier offensichtlich als "politisch korrekt" akzeptiert.

Reijo
10
15.5.2009, 15:22
als exil tiroler...

... muß ich ihnen leider sagen, dass das mit den provinziellen bauernschädel in tirol sehr oft seine richtigkeit hat!
wien IST anders!

Hafniumcarbid
03
15.5.2009, 16:06
Ich kenn ebenfalls schon einige Jahre lang beide Seiten,...

...Wien und Tirol, und ich würd mal sagen, am Land geht's in Tirol eben zu wie am Land (und das nicht mal so wild wie in manchen Landstrichen zB. Niederösterreichs, dazu gibts in Tirol zuviel Tourismus), aber ich kenn Innsbruck sehr gut, auch die dortige Gay- und Alternativ-Szene. Und ich würd mal behaupten, daß sich dort gerechnet auf die Einwohnerzahl diesbezüglich mehr tut als in Wien. Daß letzteres als 15-20mal größere Stadt natürlich in einer eigenen Liga spielt, ist unbestritten. Aber vergleich mal Innsbruck mit Städten wie zB. Salzburg und Klagenfurt - und du verstehst was ich meine. Und deswegen verwehre ich mich gegen dieses dumpfe "Land"-Bashing von Leuten, die sich nicht auskennen.

Al Berto
00
25.5.2009, 09:58

die politische "elite" in tirol ist halt schon sehr rückständig.

Gernot Wechselberger
01
17.5.2009, 04:49

Da geb ich Ihnen recht. Kenn auch beide Städte sehr gut und geb persönlich Innsbruck jederzeit den Vorzug. Aber pssst! - Nicht weitersagen, damit die ganzen ***** hier bleiben wo sie sind...

powerpack
02
15.5.2009, 10:10

wenn man sich die damen am bild so anschaut ... tja bilder sagen da mehr als tausend worte.

bibi von blox
03
15.5.2009, 09:39
hauptsache

fürs hofer gedenkjahr ist die kohle da...


Roter Baron
05
15.5.2009, 09:09
aber die tyrolerInnen wollen das doch so mehrheitlich

a hoppla ich hab vergessen
platter wurde ja gar nicht durch volksentscheid
lh.


roter baron

Heinz Anderle
 
04
15.5.2009, 06:58
"Auch die Toleranz muß einmal ein Ende haben",...

... so der einstige LHStv. Prior vor 25 Jahren im Tiroler Landtag über die aufmüpfige Gaismair-Gesellschaft und ihr Eintreten für Fristenlösung und Kirchenaustritt.

Das muß Österreich sein. (Fremdenverkehrswerbung)

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

ai1
01
14.5.2009, 20:48
heiliges land tirol

da gibts praktisch keine lesben oder schwule.

eh´wurscht
00
15.5.2009, 18:42

und geförderte Heiligenzentren haben sie ja schon...

Ava Tar
36
14.5.2009, 20:25
zwei Olympiaden hat die Welt investiert

aber das Land ist immer noch rückständig, echt hoffnungslos

das letzte Land das ein gelernter Dorfgendarm regiert hat war glaube ich Albanien 1920 oder 1925, kann das sein ?

joeman
08
14.5.2009, 20:09
Aber für das neue Andreas Hofer Museum scheint...

...das Geld ja wohl noch zu reichen auch.

Helmut Hagen Plakolmer
03
14.5.2009, 22:52
die muessen....

ihren landestaliban natuerlich in ehren halten. dass die urbanen und auch viele tiroler vom lande ziemlich rasch von ihm die schnauze vollhatten, davon will man natuerlich nichts wissen.

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