Vergewaltigung bleibt in Österreich meist straffrei

von Redaktion  |  29. Mai 2009, 15:38

Auch geringe Aufklärungsrate: Nur 17 Prozent der Anzeigen führen zu Verurteilungen, vor allem bei "Fremdtätern"

Wien - Obwohl die Zahl der Anzeigen wegen Vergewaltigung in Österreich in den letzten Jahren leicht gestiegen ist, ist die Zahl der Verurteilungen gesunken. Das geht aus einer aktuellen Studie im Rahmen eines EU-Daphne-Projektes zur Strafverfolgung von Vergewaltigung in allen EU-Ländern hervor, die am Freitag in Wien vorgestellt wurde.

"Dieses Ergebnis beunruhigt uns sehr, denn das bedeutet, dass nicht einmal jede fünfte Anzeige zu einer Verurteilung führt und dass Vergewaltigung ein Delikt ist, das überwiegend straffrei bleibt", so Rosa Logar von der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie.

Nur 17 Prozent verurteilt

Liz Kelly und Corinna Seith von der London Metropolitan University haben für ihre Studie "Different systems, similar outcomes? Tracking attrition in reported rape cases in eleven countries" je hundert Strafakten in elf Ländern, darunter auch Österreich, ausgewertet: Die Zahl der Verurteilungen in Österreich sank von durchschnittlich 22 Prozent in den letzten fünf Jahren auf 17 Prozent im Jahr 2006. 

Nur etwa eine von zehn Vergewaltigungen angezeigt

Dabei müsse auch die niedrige Anzeigenrate berücksichtigt werden: "Nur etwa eine von zehn Vergewaltigungen wird angezeigt", berichtete Kelly. Während Schweden auf 100.000 EinwohnerInnen 46,5 Anzeigen verzeichnet, werden hierzulande statistisch gesehen 8,5 Vergewaltigungen gemeldet. "Die betroffenen Frauen fürchten, dass ihnen nicht geglaubt wird oder dass ihnen sogar die Schuld zugeschoben wird, daher schrecken sie vor einer Anzeige zurück", weiß Logar aus der langjährigen Erfahrung in der Beratung mit Opfern. Frauen scheuen sich in Österreich vor allem dann, eine Vergewaltigung anzuzeigen, wenn der Täter der Partner oder Ex-Partner ist.

"Fremdtäter"-Anteil hoch

"Es ist sehr auffallend, dass in Österreich der Anteil der Fremdtäter mit 41 Prozent viel höher liegt als in anderen Ländern. Hier müssen noch Anstrengungen unternommen werden, um die Erstattung einer Anzeige, die nicht dem Stereotyp des Überfalls durch einen Fremdtäter entspricht, zu erleichtern", so Seith. Dazu gehörten verstärkte Aufklärung und Bewusstseinsbildung, etwa in Form von Kampagnen. 

Geringe Aufklärungsrate

Die genaue Untersuchung von Wiener Strafakten ergab auch, dass ein großer Teil der Täter, nämlich vier von zehn, nicht ausgeforscht werden konnte. Hier stelle sich die Frage, ob nicht noch größere Anstrengungen zur Aufklärung von Vergewaltigungsfällen unternommen werden müssten, meinen die Autorinnen. Europaweit zeige sich bei den Tätern "ein relativ junges Altersprofil".

Anklagerate und Verurteilung

Von den hundert untersuchten Strafakten wegen Vergewaltigung in Wien kam es nur in 30 Fällen zu einer Anklage (mit 18 Fremdtätern und zwölf Partnern/Ex-Partnern als Täter). In 18 Fällen erfolgte eine Verurteilung, in elf Fällen ein Freispruch, ein Fall war bei Fertigstellung der Studie noch anhängig. Auffallend sei auch, dass von den 18 Fremdtätern 15 verurteilt wurden, bei den 12 Vergewaltigungen, die durch Partner/Ex-Partner verübt wurden, kam es aber nur zu drei Verurteilungen. Dies könne ein Indiz dafür sein, dass Vergewaltigung vor allem dann als gravierend gesehen wird, wenn sie durch fremde Täter erfolgt. Eine größere Chance auf eine Verurteilung bestand auch dann, wenn Waffen im Spiel waren oder das Opfer nachweislich verletzt wurde.

Fehlende Beweissicherung und gerichtsmedizinische Gutachten

Gründe für die niedrige Anklage- und Verurteilungsrate dürften fehlende Beweise und fehlende Beweissicherung sein. Die Studie ergab, dass in nur 45 Prozent der Fälle ein gerichtsmedizinisches Gutachten vorlag. Die Beweislage sei bei Vergewaltigungen oft schwierig, die Aussage des Opfers alleine reiche oft nicht und meist gäbe es keine ZeugInnen. Daher kommt den Sachbeweisen - dazu gehören DNA-Spurensicherungen und weitere gerichtsmedizinische Untersuchungen - eine besondere Bedeutung zu: "Wir wünschen uns, dass in jedem Fall von Vergewaltigung und auch bei anderen schweren Gewaltdelikten sofort eine gerichtsmedizinische Untersuchung durchgeführt wird, wenn die Betroffenen das wollen", appellierte  Logar. Dies müsse schnell geschehen, da viele Spuren später nicht mehr verfügbar sind. "Wir ersuchen die zuständigen StaatsanwältInnen, im Bedarfsfall sofort den Auftrag für ein gerichtsmedizinisches Gutachten zu geben, damit Spuren nicht verloren gehen", so Logar. 

Geschulte weibliche Gerichtsmediziner

Weiters wünschen sich die Opferschutzeinrichtungen, dass gerichtsmedizinische Untersuchungen unter größtmöglicher Schonung der Opfer in einem vertrauenerweckenden Ambiente und durch geschulte weibliche Gerichtsmediziner durchgeführt werden. "Wir haben hier ein Projekt mit einer Gerichtsmedizinerin, die sich auf dieses Gebiet spezialisiert hat, begonnen, und möchten dieses ausbauen," so Logar. "Für die Realisierung braucht es jedoch noch entsprechende Ressourcen und Kooperationen mit der Strafjustiz."

Positiv: Prozessbegleitung für Opfer von Gewalt

In Österreich wurden in den letzten Jahren viele positive Maßnahmen zum Schutz und zur Unterstützung der Opfer gesetzt, wie zum Beispiel die schonenden Vernehmung über Video, die Installierung von Prozessbegleitung und die Einrichtung von Sonderzuständigkeit für (sexuelle) Gewalt im Bereich größerer Staatsanwaltschaften, betonte Logar: "Wir begrüßen diese Verbesserungen und das 2006 in Kraft getretene Recht von Opfern von Gewalt auf psycho-soziale und juristische Prozessbegleitung im Strafverfahren sehr. Für sehr positiv halten wir auch, dass Opfer ab 1. Juni 2009 auch im Zivilverfahren, z.B. im Rahmen eines Antrags auf eine zivilrechtliche Schutzverfügung, das Recht auf psycho-soziale Prozessbegleitung haben werden."

Fehlende Finanzierung

Das Aber folgte jedoch auf Fuß: Für diese neue Unterstützung der Opfer seien keine finanziellen Mittel vorhanden. "Wir wünschen uns, dass die neue Bundesministerin für Justiz den positiven Weg der Prävention von Gewalt und der Unterstützung von Opfern fortsetzt und dass es ihr gelingt, entsprechende Mittel bereitzustellen. Die neue Regelung der Prozessbegleitung soll nicht totes Recht bleiben, denn nur durch die Unterstützung der Opfer von Gewalt kann ihr Vertrauen in die Behörden gestärkt werden", Logar abschließend.

Frauenministerin will Ursachenforschung betreiben

Die Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek kündigte angesichts der Ergebnisse indes Gespräche mit Justizministerin Claudia Bandion-Ortner an, um die Gründe für die sinkende Anzahl der Verurteilungen bei gleichzeitigem Anstieg der Anzeigen zu erforschen. Bei ihr "schrillen die Alarmglocken" angesichts dieses Widerspruches, so Heinisch-Hosek: "Frauen müssen sich darauf verlassen können, dass alles getan wird, damit es auch zu Verurteilungen bei Vergewaltigung kommt", betonte die Ministerin. 

Grüne für Ausbau des klinisch-forensischen Ambulanz-Modells

Die Frauensprecherin der Grünen Judith Schwentner sieht im Mangel in der Spurensicherung einen Grund für die niedrigen Verurteilungsraten. "Derzeit fehlen sogar noch bundesweit einheitliche Standards für die Dokumentation von Verletzungen nach Gewaltverbrechen. Hier herrscht dringender Handlungsbedarf", urgierte sie in einer Aussendung. Der Bereich der Beweissicherung müsse schnellstmöglich optimiert und ausgebaut werden, forderte Schwentner. Eine Klinisch-Forensische Ambulanz, die auf die Sicherung von Spuren, spezialisiert ist, gibt es derzeit nur in Graz. Dieses Modell sollte ausgebaut werden und in allen Bundesländern Schule machen.

"Die Ergebnisse der Konferenz zeigen, dass die Mittel für die Prozessbegleitung von Opfern nicht unter Budgetvorbehalt stehen dürfen. Es bleibt auch weiterhin unverständlich, warum die angekündigte Prozessbegleitung im Zivilverfahren, wenn dieses an ein Strafverfahren geknüpft ist, bei der Verabschiedung des Zweiten Gewaltschutzpaketes nicht mitbeschlossen wurde", so Schwenter abschließend. (APA/red)

******

Hintergrund

Vergewaltigung war in den 1970er und 1980er Jahren in vielen Ländern Gegenstand öffentlicher Debatten. Reformbedarf bestand auf mehreren Ebenen und Polizei und Justiz sahen sich aufgrund einseitiger Beweisführungsverfahren und diskriminierender Behandlung im Umgang mit den Opfern wiederholt Kritik ausgesetzt.

Erste Reformen führten zu einer erhöhten Anzeigenbereitschaft und Verbesserungen in der Strafverfolgung, in den 1990er Jahren kam es zu einer zweiten Reformwelle, die in Österreich unter anderem zur Gleichstellung von Vergewaltigung außerhalb und innerhalb der Ehe mündete.

Gleichzeitig konnte in einigen Ländern eine Ausweitung des Themas auf die Bereiche häusliche Gewalt und Menschenhandel beobachtet werden. Auf gesamteuropäischem Gebiet konnten bereits frühere Studien komplexe Mechanismen im Zusammenhang mit der Strafverfolgung von Vergewaltigungen nachweisen.

Link

Im Rahmen des EU-Daphne-Projekts "Different systems, similar outcomes? Tracking attrition in reported rape cases in eleven countries" (.pdf) wurden die aktuellen Entwicklungen erhoben. Zusätzlich wurde in elf Ländern der Verlauf von hundert Vergewaltigungsakten von der Meldung bei der Polizei bis zum Abschluss des Falles quantitativ ausgewertet.

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StVO1 
20.11.2009 20:10
Ernsthafte Untersuchungen

die rasch nach einer Anzeige durchgeführt werden, könnten zu einer sichereren Überführung von Vergewaltigern führen und Opfer müssten sich weniger fürchten als Lügnerinnen hingestellt zu werden. Besonders perfid finde ich auch die meist angewandte Methode der Verteidiger, die möglicherweise offenherzigere Kleidung des Ofers als Auslöser, bzw. als Zeichen eines Einverständnisses des Opfers anzusehen.

Pyotr Alexeyevich
03.06.2009 18:21
Nur etwa eine von zehn Vergewaltigungen angezeigt

Das ist die Rechnung für die vielen katholischen Jahrhunderte, und die abartigen Tabuisierung die das mit sich gebracht hat.

83% der Schweden (vs. 42% der Österreicher) halten laut Gallup Religion nicht für wichtig, 5 mal so viele Vergewaltigungen werden angezeigt.

http://en.wikipedia.org/wiki/Irreligion

Mork vom Ork
31.10.2009 18:33

eine ziemliche schweinchen dick logik

in schweden wird auch weniger schnitzel gegessen. vielleicht ist das ja der grund ...

chelene chirsch
03.06.2009 20:05

ihrer theorie zufolge dürfte es auch nur ehen auf ewig geben, und keine einzige scheidung (da tabuisiert).

die realität sieht da ein wenig anders aus.

Pyotr Alexeyevich
04.06.2009 04:53

1. Scheidung ist nicht annähernd so starkes Tabu wie Vergewaltigung.

2. 42% der Österreicher haben sich ja offenbar schon vom unsichtbaren Mann und seiner irdischen Vertretung befreit, warum sollt's also keine Scheidungen geben?

In Schweden ham eben schon ein wenig mehr Leute diese bronzezeitlichen Sitten hinter sich gelassen.

chelene chirsch
04.06.2009 15:05

ad 1, liegt vielleicht auch daran, dass damit schindluder getrieben wurde und wird ?

als mann kann man sich eigentlich nicht alleine mit einer frau in einem raum aufhalten - im fall des falles steht es aussage gegen aussage (und die frau gewinnt).
wenn sie mal den onna daigaku lesen sollten - da steht ziemlich wortwörtlich drinnen, dass eine anständige frau sich nicht lebend vergewaltigen lässt. andere länder, andere sitten...

ad 2, wie sieht es eigentlich bei anderen religionsgemeinschaften, etwa moslems, aus ? wie machen die das so gut ?



in der bronzezeit hätte man ihnen wegen ketzerei den schädel eingeschlagen; in nicht aufgeklärten staaten macht man das wegen gotteslästerung noch heute. also führen sie ruhig aus !

StVO1 
20.11.2009 20:00
Wirklich?

"im fall des falles steht es aussage gegen aussage und die FRau gewinnt". Nach dem Prozentsatz der Verurteilungen, insbesonder beo Partnen und Ex-Partnern, kann Ihre ausage so nicht stimmen, sondern müsste lauten "... und der Mann gewinnt", lauten.

MarioV 
03.06.2009 08:24

Vielleicht liegt der hohe Fremdtäter-Anteil auch daran, dass es so viel Beleuchtung gibt. Und Beleuchtung macht die poteniellen Opfer sichtbar und damit leichter angreifbar.

benkt
03.06.2009 18:34

Motiv "die Straßenbeleuchtung war so gut"?
Ich bin mir nicht ganz sicher ob ich deiner Logik da folgen kann ...

MarioV 
04.06.2009 07:04

Nicht Motiv, Gelegenheit. Was ist daran schwer zu verstehen?

miranda7
05.06.2009 09:03
Sehr schwer zu verstehen...

... ist tatsächlich Ihr Ansatz, die Straßenbeleuchtung zu dimmen oder gar abzuschalten, damit sich Frauen heimlich im Dunkeln davonschleichen können, um nicht zu potenziellen Opfern eines Vergewaltigers zu werden. Als nächstes empfehlen Sie dann Tarnanzüge für Frauen oder überhaupt - daheim zu bleiben. Solange es Männer gibt, die Frauen zu Opfern machen, ihre Würde und körperliche Unversehrtheit angreifen und solange der Umgang mit diesbezüglichen Anzeigen offensichtlich dazu führt, dass viele Vergewaltigungsopfer aus Angst und/oder Scham eine Anzeige scheuen, bleibt nur der Weg gezielter Selbstverteidigung. Ich empfehle flächendeckend Kurse zu Selbstwert und Selbstverteidigung für Mädchen und Frauen.

MarioV 
08.06.2009 08:23

Das ist nicht mein Ansatz, ich sage nur das dies eine Wirkung ist.
Es gibt ja auch Untersuchungen der Polizei dazu. Nirgendwo ist eine Frau so sicher, wie in einer dunklen Gasse(was jeder logisch erkennt, der mal versucht hat in der Dunkelheit Abfangen zu spielen)
Die größte Gefahr ist vor der eigenen Haustür. Nämlich in dem Moment, in dem die Frau kurz abgelenkt ist, weil sie den Schlüssel in der Tasche sucht, die Beleuchtung ein Sicherheitsgefühl vermittelt das zusätzlich unaufmerksam macht, obwohl sie dadurch gut sichtbar ist.
Gegen diesen Überraschungsmoment ist auch jeder Selbstverteidungskurs wirkungslos.
Weil das Problem zu kompliziert ist und einfache Lösung nicht möglich wird darüber halt geschwiegen.

Netter Chef
05.06.2009 09:12
Waffenpass beantragen, Problem gelöst.

miranda7
05.06.2009 11:26
Das halte ich...

...für den falschen Weg. Es gibt bessere Methoden zur Selbstverteidigung und dabei ergibt sich auch nicht das nächste Problem, nämlich dass Waffen dann in die falschen Hände geraten, v.a. in die Hände von Kindern. In den USA ein Riesenproblem. Selbstverteidigung fängt schon bei der Stärkung des Selbstbewusstseins an und bewegt sich hin zu brauchbaren, recht leicht erlernbaren Techniken der Abwehr. Die Betonung liegt dabei auf Verteidigung.

Netter Chef
05.06.2009 12:47
Sportschuhe kaufen anstatt der Pumps ständig tragen und 100-Meter-Sprint trainieren, Problem gelöst.

A.B. Artig 
18.06.2009 11:55

Mit derselben Logik: anwachsende Unterhosen für Vergewaltiger. So a Schas. Ist die Frau jetzt für die Tat verantwortlich, oder was meinen Sie bitte?!
Idixxot.

A. E. Neumann 
01.06.2009 17:44
"...geringe Aufklärungsrate: Nur 17 Prozent der Anzeigen führen zu Verurteilungen..."

Hm. Wenn nur 17% der Anzeigen zu Verurteilungen führen, leitet der Autor daraus eine geringe Aufklärungsrate ab? Warum wird nicht ein hoher Anteil an Anzeigen abgeleitet, die eventuell zu Unrecht getätigt wurden? Immerhin (und glücklicherweise) urteilt ein unabhängiges Gericht über den Fall und es reicht nicht nur eine Anzeige, um den Verdächtigen ins Gefängnis zu werfen. Auf der anderen Seite gehen Leute 100 Tage in U-Haft, denen vorgeworfen wird, ein Auto beschädigt zu haben. Dafür werden sogar Sonderkommissionen gebildet und das BVT ist mit im Boot. Allerdings passiert das nicht bei jeder Autobeschädigung. Vielleicht sollte man trotzdem innerhalb des Sicherheitsapparates ab und an die Prioritäten ein bisschen überdenken.

Richtige Männer jammern nicht
03.06.2009 15:49
"Die Beweislage sei bei Vergewaltigungen oft schwierig, die Aussage des Opfers alleine reiche oft nicht und meist gäbe es keine ZeugInnen."


Wie willst du auch eine Vergewaltigung beweisen?
Du kannst für gewöhnlich bloß beweisen, dass eine Penetration stattgefunden hat, nicht aber, dass diese unfreiwillig war.

DAHER die niedrige Verurteilungsrate. Und daher auch die hohen Dunkelziffern, weil sich viele Opfer ein Verfahren bei einer solchen Ausgangslage lieber gleich ersparen.

Mork vom Ork
31.10.2009 18:41

bei penetration mit körperlicher gewalt gibts meist spuren. jeder fall für siuch, aber ich kenne alleine 2 Fälle vorgetäuschter Vergewaltigung (einmal scheidungsprozess, einmal schlichtweg die gier nach Schadenersatz)

Hafniumcarbid
01.06.2009 17:13
"Dieses Ergebnis beunruhigt uns sehr, denn das bedeutet, dass nicht einmal jede fünfte Anzeige zu einer Verurteilung führt und dass Vergewaltigung ein Delikt ist, das überwiegend straffrei bleibt"

Haarsträubende Logik. Ein normal denkender Mensch käme aufgrund der Faktenlage zu dem Schluß, daß über 80% der Anzeigen nicht gerechtfertigt sind. Durch solche "Argumentation" disqualifizieren sich diese Frauenrechtlerinnen nachhaltig als seriöse Gesprächspartner.

dunkelelfe
03.06.2009 20:20
Ist Ihnen klar was sie damit sagen?!

Sie behaupten damit dass 80% der Frauen die sagen vergewaltigt worden zu sein zu lügen!

Vielleicht wird dieses Thema in einem von männern dominierten Justiz und Polizeisystem auch einfach nicht so ernst genommen..

Hafniumcarbid
03.06.2009 23:20
Und wenns so wäre?

Kannst du den Gegenbeweis erbringen? In meinem Umfeld waren bisher 100% der Anzeigen diesbezüglich Lügen. Ich will nicht behaupten, daß insgesamt 80% der Anzeigen gelogen sind, sondern nur, daß die Hemmschwelle, jemandem auf diese Weise zu schaden (sei's aus Rache oder sonstigen Motiven) auch aufgrund vieler Vereine, die z. B. die Anwaltskosten übernehmen, relativ gering ist. Darüberhinaus wird den Frauen dort erzählt, daß man besser "einmal mehr" Anzeige erstatten soll als einmal zuwenig. Das ist sicher auch ein Grund für die vielen Anzeigen, die im Sand verlaufen. Diese Praxis schadet nicht zuletzt wirklichen Vergewaltigungsopfern, die dann oft nicht mehr in entsprechendem Maße ernst genommen werden.

Gefräßige Gebärmutter
04.06.2009 12:58
In deinem Umfeld?

Bedeutet das, dass du Frauen kennst, von denen du mit Sicherheit weißt, dass sie falsche Anzeigen getätigt haben?

Oder bedeutet es, dass du Männer kennst, die angezeigt, aber nicht verurteilt wurden, weil die anzeigenden Frauen gerichtlich der Lüge überführt wurden?

Falls es bedeutet, dass du angezeigte Männer kennst, die im Zweifelsfalle freigesprochen wurden bzw in deren Fällen es nicht zu einer Verhandlung kam - vergiss es. Vergewaltigungen sind nun mal kaum zu beweisen, wenn es keine gröberen Verletzungen und keine Zeugen gibt (was der Normalfall ist).

Hafniumcarbid
04.06.2009 13:32
Sowohl als auch.

Es wurden sowohl Anzeigen von der anzeigenden Frau selbst wieder zurückgezogen als auch ein anzeigendes Mädchen explizit der Lüge überführt. (In zweiterem Fall hat die Geschichte allerdings sonst keine negativen Folgen gehabt, da die Anzeige gegen unbekannt ging). In beiden Fällen war der behauptete Grund für die Anzeige eine "persönliche Lebenskrise" beziehungsweise "psychische Instabilität". Ausbaden konnte diese "Krise" dann in einem Fall weiter unten genannter Bekannter.

Gefräßige Gebärmutter
12.06.2009 15:15
Zwei Fälle also,

wobei die eine Anzeigerin ihre Anzeige ja wieder zurückgezogen hat (was im Übrigen auch andere Gründe haben kann, als dass gar keine Vergewaltigung stattgefunden hat) und die andere niemand Konkreten beschuldigt hat.

Dem gegenüber stehen x Fälle von Vergewaltigten, die keine Anzeige erstattet haben (zu denen auch ich gehöre).

Vielleicht sollte es eigene Stellen mit weiblichen oder zumindest besonders geschulten Beamten/Beamtinnen geben, an die sich Frauen in solchen Situationen wenden können, um diese höchst unbefriedigende Situation zu verbessern.

PS: das rote Stricherl ist nicht von mir.

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