Was fällt Ihnen spontan zum Begriff "Sekretärin" ein? Eine Person, die ihrem zumeist männlichem Chef die zeitaufwendigen und langweiligen Arbeiten abnimmt? Den eintönigen (elektronischen) Papierkram erledigt, seine Diktate in eine druckreife Form bringt? Alle Anrufe entgegen nimmt und ihn soweit abschottet, dass er bei den "wirklich wichtigen" Dingen nicht gestört wird? Ihn zwischendurch mit einem Lächeln und einer Tasse Kaffee aufmuntert? Die Geburtstage seiner Familie im Kalender notiert hat, ihn daran erinnert und nötigenfalls sogar die Geschenke besorgt?
Also eine Person, die neben ihren vielfältigen Sekretariatsagenden noch Psychoarbeit und Sozialdienst leistet? Und fällt Ihnen auch ein, dass diese Person, obwohl sie in den meisten Fällen viel und gut arbeitet, schlecht bezahlt wird? Könnte es sein, dass diese Person männlich ist? Nein?
Wenn Ihre Assoziationen zu einer "Sekretärin" den eben genannten Ausführungen ähneln, dann werden Sie die Telefonservice-Werbung von ebuero AG sicherlich nachvollziehen können. Was liegt also näher als diesen Service weiblich zu konnotieren: "Sekretärin ab 39 Euro/Monat - Jetzt kostenfrei testen"!
Die ebuero AG, die sich peinlicherweise "Büro der Zukunft" nennt, hängt in verwesten Geschlechtszuweisungen fest und kann somit gar nicht anders als ihren Service sexistisch zu bewerben. Denn einen Sekretär gibt es nur im Staatssekretariat oder es handelt sich um einen Schreibtisch. Na also! (dabu/dieStandard.at, 02.06.2009)
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