Was fällt Ihnen spontan zum Begriff "Sekretärin" ein? Eine Person, die ihrem zumeist männlichem Chef die zeitaufwendigen und langweiligen Arbeiten abnimmt? Den eintönigen (elektronischen) Papierkram erledigt, seine Diktate in eine druckreife Form bringt? Alle Anrufe entgegen nimmt und ihn soweit abschottet, dass er bei den "wirklich wichtigen" Dingen nicht gestört wird? Ihn zwischendurch mit einem Lächeln und einer Tasse Kaffee aufmuntert? Die Geburtstage seiner Familie im Kalender notiert hat, ihn daran erinnert und nötigenfalls sogar die Geschenke besorgt?
Also eine Person, die neben ihren vielfältigen Sekretariatsagenden noch Psychoarbeit und Sozialdienst leistet? Und fällt Ihnen auch ein, dass diese Person, obwohl sie in den meisten Fällen viel und gut arbeitet, schlecht bezahlt wird? Könnte es sein, dass diese Person männlich ist? Nein?
Wenn Ihre Assoziationen zu einer "Sekretärin" den eben genannten Ausführungen ähneln, dann werden Sie die Telefonservice-Werbung von ebuero AG sicherlich nachvollziehen können. Was liegt also näher als diesen Service weiblich zu konnotieren: "Sekretärin ab 39 Euro/Monat - Jetzt kostenfrei testen"!
Die ebuero AG, die sich peinlicherweise "Büro der Zukunft" nennt, hängt in verwesten Geschlechtszuweisungen fest und kann somit gar nicht anders als ihren Service sexistisch zu bewerben. Denn einen Sekretär gibt es nur im Staatssekretariat oder es handelt sich um einen Schreibtisch. Na also! (dabu/dieStandard.at, 02.06.2009)
Für phallische Fantasien ist Werbemachern nichts zu heilig - Ein Plakat der Disco "empire" verbindet eine Banane lutschende Frau mit Affengeilheit
Mediale Begleiterscheinungen der WM in Südafrika: Wenn Fußball allein nicht reicht, müssen "Babes" den Allerwertesten hinhalten
Die Marke Tally Weijl bedient weibliche Teenager und wirbt mit dem verhängnisvollen Klischee der passiven Verführerin
Bei einer Pressekonferenz über Arbeitsplätze im Tourismus übertrumpften sich Rudolf Hundstorfer und Bernhard Felderer in Sachen Sexismus
Profilierungsversuche gegen einen vermeintlichen Mainstream, dem sexistische Werbung stinkt: "profil"-Chef macht aus Sexismus ein Frauenrecht
Was haben Achselbehaarung und PC-Viren gemeinsam? Das niederösterreichische Internet-Unternehmen kabelsignal wagt den absurden Vergleich
Fleischbeschau und -verzehr als Männersache, orale Peinlichkeiten, kaltblütiger Einkauf und Schnäppchen für Multitasking-Prinzessinnen: Am Zitronenbaum haben diesmal gleich fünf Kandidaten gerüttelt
In traditoneller Herrenmanier wirbt der deutsche Kosmos Verlag "sportlich witzelnd" - Und in der Redaktion fallen überreife Zitronen
Sexistische Werbung ist alltägliche Begleiterin, zeigt eine weitere Bilderstrecke zum Thema - Augen auf und durch
Niki Laudas Botschaft an alle Mütter, Männer zur Beteiligung an der Versorgung ihrer Kinder nicht zu zwingen, zeichnet sich durch machistoide Ignoranz aus - Dafür reichen wir Zitronen
Unsere UserInnen waren in Sachen Zitronen-Nominierungen wieder fleißig - Hier eine Auswahl der dreistesten Sexismus-Schnitzer
Wenn die Kronen Zeitung den "Unterschied zwischen Formen und Form" erklärt, horten sich die Sexismen - Zitrone für einen Sportbericht
Über eBay werden Frauen verkauft? Bei näherem Hinschauen sind es dann doch Musikinstrumente - Eine Zitrone
Was Unilevers duftende Männermarke mit "Muchas Maracas" präsentiert, ist selbst den popoklatschenden Kätzchen-Models sichtlich peinlich
Wenn Telekom Austria mit einer neuen Kampagne auf Lehrlingsuche geht, wirkt das nicht bloß wie ein dümmlicher Actionfilm
Bar jeden Witzes betit(t)elt Stiegl-Bier eines seiner Brau-Kunst-Sujets 2010 mit einem Dirndlbusen
Billas personifizierter Hausverstand ist natürlich männlich, belehrt gerne Frauen und zaubert haarsträubende Rollenklischees aus dem Hut
Wenn der Ministerpräsident über "hübsche Frauen witzelt", empört das nicht nur die albanische Journalistin Elvira Dones
Ein Programm, das das Binnen-I entfernt, sorgt für eine "persönliche Note" und für eine Zitrone
So klingen Weisheiten vom absteigenden Ast: Ein von ATV als Reportage getarnter Sozialporno lässt einsame Männer von "Ostfrauen" phantasieren - eine Zitrone für diesen neuen TV-Tiefpunkt
Die männliche Spezies muss vor den bösen Feministinnen beschützt werden, lautet die Botschaft des neuen Buches der US-Kolumnistin Kathleen Parker
Thai Airways versucht ihr Image mit "jüngeren Stewardessen" zu polieren, dafür sollen Über-45-Jährige gehen - Männer trifft diese Firmenpolitik dagegen nicht
Zuwenig Pepp in der aktuellen WIFI-Kampagne? Die Kronen-Zeitung hilft weiter! Zitrone für das WIFI wegen einer Kursbuch-Anzeige
Eine Kampagne der Tiroler Landesregierung packt alte Geschlechtermythen auf neue Plakate und will damit das "Gemeinwohl" vorantreiben
Da schrammt eine Kommunikationskampagne nicht mal knapp an der Intelligenz vorbei: Eine Zitrone für die "Mancademy" von Burger King
Von Pussies und echten Kerlen: Frauen sind nur nackt Motorrad-tauglich, witzelt eine Branchenzeitschrift - humorresistent wie wir sind, gibt's eine Zitrone
Führen uns Kinder in eine Zukunft, die uns geradewegs in die Vergangenheit verfrachtet? Ein Blick auf ein Möbelhaus-Prospekt will uns das glauben machen - Zitrone
"Schweinegeil" sollte es im Tanzpalast hergehen, wenn Frauen zur Sau gemacht werden
Wie Männer trotz Unlust "ihrer" Frauen zu Sex kommen, dafür hält FirstAffair einige Zitronen trächtige Tipps parat
Beim Pons-Verlag versteht man unter geschlechtergerechten Textaufgaben, Mädchen ja nicht mit Technik oder anderem Bubenkram abzuschrecken
Vielerorts stoßen UserInnen auf sexistische Sujets, die sie sogleich an dieStandard.at weiterleiten - Hier eine Auswahl von "gemeldeten" Sujets der letzten Zeit in einer Zitronen-Ansichtssache
Der Ex-Wimbledon-Sieger Michael Stich mag keine stöhnenden Tennisdamen, weil das Geächze deren eigentlicher Daseinsberechtigung am Court Abbruch tut: Sexy zu sein
Das "Triff der Anna ihre Äpfel"-Online-Spiel: Beispielloser Sexismus und Rassismus bei den "Ursprung Buam"
Das Geschäft mit dem Abnehmen boomt wie nie zuvor - Die einzigen, die davon profitieren, sind AnbieterInnen verschiedener Kuren und die Pharmaindustrie - Zitrone für ein besonders dummes Exempel
Eine Prager Klinik versucht mit kostenlosen "Schönheits-OPs" neue Arbeitskräfte zu werben - Dafür gibt es eine Zitrone
Die Salzburger wollen die Gemeinderatswahlen mit sexistischen E-Cards gewinnen - Welche Kultur soll hier nochmal "bewahrt" werden? - Zitrone
Wenn Sie ein echtes "Steinzeit-Pin-up" mit "scharfen Kurven" sehen wollen, beeilen Sie sich: Im Naturhistorischen Museum ist es noch bis 1. Februar zu be-gaffen - Wir verteilen inzwischen Zitronen für die Präsentation des "Venusjahres"
Jetzt geht es auch der Restaurantkette Raschhofer Rossbräu in Salzburg an den Kragen, denn der Vergleich von Schweinsstelzen mit Frauenbeinen und Knödeln mit Brüsten ist eindeutig sexistisch
Klappt's im echten Leben nicht, holt mann sich's virtuell: Online-Action-RPG "Age of Conan" bietet Entertainment für "erwachsene" Gamer
Spar möchte mit seiner aktuellen Kampagne durch frühzeitige Verankerung von Geschlechterstereotypien Jobsuchende für Spar begeistern
Air Berlin fliegt mit Erotikmagazinen - Ob dies richtig oder falsch ist, wird neuerdings kulturell geklärt - Zitrone
Eine ausgesprochen sexistische Baumax-Werbung wirbt für Verbilligtes und lässt eine sauer aufstoßen
Natürlich mag dieser Artikel für manche Leute übertrieben erscheinen, ich kenne das Problem aber nur zu gut.
Als ich als Sachbearbeiterin gearbeitet und jemandem (egal ob der/die meine Ausbildung gekannt hat oder nicht) erzählt habe, dass ich im Büro, in der Firma und Abteilung "so und so" tätig bin, war sehr oft (fast immer) die Feststellung: "Aha, als Sekretärin." Natürlich ist am Sekretärinnensein nichts auszusetzen, Fakt ist aber: Ich war keine.
Es ist einfach diese Verallgemeinerung, die mich stört: weiblich + Büro = Sekretärin
Ich hätte genau so technische Zeichnerin, Ingenieurin, Buchhalterin oder sonst was sein können...
der artikel zu dieser werbung macht die zitrone lächerlich, weil es auch lächerlich ist. Alleine schon reinzuinterpretieren, dass die chefs männer sind und die sekräterin also quasi männern dient macht den artikel als ganzes lächerlich.
es ist nicht alles gold was glänzt, es ist aber auch nicht alles dreck was stinkt!
Der Artikel geht nur so über vor Vorurteilen über einen Berufsstand - zum Glück kann man all diese Unterstellungen aber einem anderen Unternehmen unterschieben, aus dessen - relativ harmloser - Werbung diese Einstellungen vermeintlich extrapoliert wurden. Da hat sich ein einfaches Gemüt ausgetobt.
1. nenne sich solche jobs assistant (engl. daher kein "In")
2. die angeführten aufgaben mögen evtl vor 30 jahren gegolten haben heute ist das ein beinhater job, der geschicktes zeitmanagement, ausgezeichnete SW kenntnisse (nicht nur wie öffne ich word und knall moorhühner ab, solche gibts natürlich auch) einige bei uns in der firma können auch gut mit vba umgehen (wasn dassss...?) um sich einiges an arbeit zu sparen.
3. das bild der sekretärin vom autor/in ist in meinen augen 6istischer als die werbung.
basta
nix verstanden. der artikel spricht das klischee von sekretärinnen an, das manche haben, schließt keineswegs aus, dass die arbeit anspruchsvoll ist, und läuft nur daraufhinaus, dass der sekretärsberuf nicht zwanghaft weiblich ist, während in der werbung explizit von einer sekretärin die rede.
du kannst es gern auch als benachteiligung von männern sehen, dass hier suggeriert wird, diese arbeit würde nur von männern erledigt werden (vermutlich nimmt die firma auch tatsächlich nur weibliche telefonistinnen an), in jedem fall ist es sexismus, wenn einem beruf ein geschlecht zugewiesen wird, und darum geht es hier, nicht um frauenbenachteiligung oder was immer du hier fehlinterpretiert hast.
Wäre ein Mann dargestellt, und würde die Bezeichnung "Sekretär" lauten, wäre die Aufregung wegen Sexismus gleich groß?
Wohl kaum.
Das Problem für die Zitronisten liegt darin, dass sie selbst sexistisch rezipieren ( man betrachte nur die Einfälle von dabu zum Thema Sekretariatswesen) beziehungsweise eine solche Rezeption der Gesellschaft unterstellen.
denn für 39 EUR hätte ich die Sekräterin auch gerne ein Monat getestet.
Ein Schelm ist, wer hier schelmisch denkt ;)
Aber noch schelmischer ist da, der Zusatz 'Testsieger 2006 im Vergleichstest' Würde mich echt interessieren, wie da ein Monat ein Vergleichstest abgelaufen ist. Ich wäre auch gerne dabei gewesen ;D)))
Die Werbung hat für mich gute Chancen zur Zitrone 2009 aufzusteigen.
Und zwecks Sprache, wäre ja auch möglich von 'Sekrätariatstätigkeiten', 'Unterstützung im Sekrätaritat', oder ähnlichem zu sprechen. Das hätte zumindest die Schärfe rausgenommen.
Die Werbung ist extrem sexistisch, keine Frage.
Aber irgendwoher müssen ja die Jobs für ein Callcenter kommen.
Letztendlich schafft die Werbung also Aufträge und Arbeitsplätze und vorallem PR.
Mit Sex kann man immer gut provozieren und auffallen, deshalb wird es verwendet.
Sie gestalten ein Plakat und möchten einen Menschen abbilden - also müssen Sie sich entscheiden, ob Sie eine Frau oder einen Mann darstellen.
Wofür werden Sie sich entscheiden, wenn für die beschriebene Positon in Ihrem Unternehmen überwiegend mit Frauen besetzt ist?
Schon mal daran gedacht, dass dieses Unternehmen vielleicht wirklich nur Frauen für den Telefondienst angestellt hat? Vielleicht bewerben sich fast nur Frauen für diesen Beruf? Vielleicht wünschen die Kunden weibliche Sekretärinnen?
Aber Hauptsache gleich laut "Sexismus" schreien!
Hier handelt es sich um eine ganz normale Dienstleistung, die man anscheinend zeitlich begrenzt gratis testen kann. Wo liegt jetzt der Sexismus?
Dieser Sekräterinnen-Dienst beschränkt sich übrigens auf reine Telefondienste - eine Art externe Hotline - nicht mehr.
österreich ist leider noch nicht so weit um diese werbung als sexistisch zu erkennen.
wenn ich unten so lese: schwächste zitrone seit langem, das ist nicht so spektakulär,... usw.
muss denn unbedingt eine nakte frau sein, damit es empört?
gerade diese darstellung ist gesellschaftlich viel tiefgreifender. es zeigt geschlechtsspezifische arbeitsteilung, hierarchie und ist ein hinweis für schlecht bewertete frauenarbeit...
dies sind aber solche bestandteile unseres denkens, dass wir sie nicht mal als sexismus entlarven. es fällt nicht mal auf und wenn man darauf hinweist, berührt es keinen...
traurig, wirklich traurig...
Das ist die Realität und kein Vorurteil - und bitte bedenken Sie: Wenn man einen Menschen auf einem Plakat abbilden will hat man in der Regel nur 2 Geschlechter zur Auswahl!
der punkt ist: es ist auch gezielt von sekretärIN die rede. und da es hier nicht wirklich um sekretäre, sondern um telefondienste geht, und in callcentern männer üblicherweise sehr gut vertreten sind, ist diese werbung eindeutig sexistisch (oder die einstellungspolitik des unternehmens, falls tatsächlich nur frauen angeheuert werden).
außerdem gibt es auch sehr viele sekretäre, die jedoch oft genug stattdessen "assistent" genannt werden. "sekretär" scheint für manche vor lauter klischees ein ebenso komisches wort zu sein wie "host" als männliche form für "hostess", obwohl im sekretärsberuf längst nicht mehr so deutlich mehr frauen arbeiten bzw. eingestellt werden wie als hostessen.
Assistenten gibts, ja - aber keine Assistentinnen?
Mit Sekräter verbinden die meisten Österreicher übringens ein Möbelstück - auch nicht sehr nett, oder?
Wissen Sie wieviele Frauen in DIESEM Callcenter arbeiten oder gehen Sie einfach davon aus, dass hier auch Männer gut vertreten sind? Und selbst wenn es so wäre, hier gezielten Sexismus zu unterstellen ist einfach nur paranoid.
Es gibt auch keinen Krankenbruder und keinen Hebammer.
Dass der Begriff Assistent höherwertiger sein soll, als am Begriff Sekräter, kann ich nicht nachvollziehen.
Doch dieses Beispiel illustriert sehr gut: Sprachliche Diskriminierung (ob als Opfer oder Täter) entsteht im Kopf.
Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.