Südafrika

Jeder dritte Mann ist ein Vergewaltiger

18. Juni 2009, 18:27

Südafrika als Hochburg sexueller Gewalt: Eine Studie belegt nun, wie tief verwurzelt das Problem ist. 31 Prozent der Männer geben zu, bereits vergewaltigt zu haben

Wien/Johannesburg – Sexuelle Gewalt dürfte in Südafrika noch weiter verbreitet sein, als MenschenrechtsaktivistInnen und Frauenorganisationen seit langem beklagen.

Der britische Guardian berichtet von einer Studie des südafrikanischen Medizinischen Forschungsrates, der zufolge fast jeder dritte Mann zugibt, bereits vergewaltigt zu haben. Viele Männer bekannten sich dazu, sich öfter an anderen Menschen vergangen zu haben. Im Zuge der Studie wurden 1738 Männer in zwei Provinzen befragt. Die Männer wurden dabei aufgefordert, ihre Antworten in einen Palm-Taschencomputer zu tippen. Die dadurch garantierte Anonymität dürfte mit dazu beigetragen haben, dass die Studie sogar für südafrikanische Verhältnisse erschreckende Ergebnisse liefert: Das Land gilt als Hochburg sexueller Gewalt – nur ein Bruchteil der Vergewaltigungen wird überhaupt angezeigt. Und wiederum nur ein Bruchteil der Anzeigen führt zu einer Verurteilung.

Wie weit verbreitet Vergewaltigungen und Missbrauch allem Anschein nach in der Bevölkerung sind, erschüttert auch die StudienautorInnen: 28 Prozent der Befragten gaben an, schon Frauen oder Mädchen vergewaltigt zu haben. Drei Prozent bekannten sich zu Vergewaltigungen von Buben oder Männern. Fast die Hälfte aller Bekenner, zitiert der Guardian die Studie, gab zu, Mehrfachtäter zu sein. Jeder Fünfte bekannte sich dazu, sich im Laufe der letzten zwölf Monate an einem anderen Menschen vergangen zu haben. Drei Viertel der Täter will den ersten sexuellen Übergriff vor dem eigenen 20. Geburtstag begangen haben.

So zynisch es klingt: Je jünger die Täter sind, umso geringer ist das Risiko der Opfer, mit HIV infiziert zu werden. Denn, so ein begleitendes Studienergebnis, von den über 25-jährigen Vergewaltigern ist jeder Vierte HIV-positiv. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mann, der Frauen Gewalt antut, das HI-Virus in sich trägt, ist im Übrigen doppelt so hoch wie bei Nichtvergewaltigern. Gewalttätige Männer neigen auch eher dazu, für Sex zu bezahlen – und dabei keine Kondome zu verwenden.

Tabuisierung

Auch der sexuelle Missbrauch von Männern wurde in der Umfrage thematisiert: Jeder zehnte Mann gab an, schon zu Sex mit anderen Männern gezwungen worden zu sein. Diese Übergriffe anzuzeigen wagt kaum jemand – dafür sorge die totale Tabuisierung von Homosexualität in vielen regionalen Kulturen, so die Studie.

Die Weigerung, sich mit dem Thema intensiv auseinanderzusetzen, beschert Südafrikas Regierung seit Jahren massive internationale Kritik: Nur rund sieben Prozent aller angezeigten Vergewaltigungen führen zu Verurteilungen. Als symptomatisch für die immer noch gängige Täter-Opfer-Umkehr in Südafrika dürfte der Prozess gelten, in dem Südafrikas nunmehriger Präsident Jacob Zuma wegen der Vergewaltigung einer Bekannten vor Gericht stand: Vor dem Gerichtsgebäude versammelten sich Zumas Anhänger und riefen: "Verbrennt die Hure! Verbrennt die Hure!" Zuma wurde freigesprochen – und gewann die Wahlen.

Studienautorin Rachel Jewkes nimmt deshalb im Guardian die Politik in die Pflicht: "Es ist an der Regierung, durch politische Maßnahmen eine Haltungsänderung zu bewirken." (Thomas Rottenberg/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.6. 2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 164
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g'stieß
24
20.6.2009, 17:51
statstical illiteracy oder innumeracy - ein problem des österreichischen jourmnalismus (oder doch nur von herrn rottenberg)?

statistisch ist es völlig unzulässig, die 28% und die 3% einfach zu addieren.

obwohl ich die fakten empörend finde, kann ich herrn r. als journo nicht ernst nehmen, wenn er nicht mal mit vorgegebenem zahlenmaterial intelligent umgehen kann.

epep
42
20.6.2009, 18:28
und was aendert nun 28% gegenueber 31% am inhalt?

ich kann leute nicht ernst nehmen, die den kontext nicht beachten und wegen einen fehler von 1/10 (3% gegenuber 31%) den ganzen artikel verwerfen.

in der stochaistik zb auf der TU lernt man auch, wichtige inhalte herauszufiltern und kleine fehler, die nichts oder kaum etwas zum gesamtergebnis beitragen, nihct zu beachten.

keine pers. Befindlichkeiten, nur Fakten
12
22.6.2009, 12:13
3% also 28% gegenueber 31%

ändern so wenig, wie 3% also 25% gegenüber 28%.
28% gegenüber 33,333% sind aber etwas mehr.

Mit dieser zweimaligen Afrundung hat man aus jeder viert Mann, jeder dritte Mann gemacht.

War denn jeder viert Mann nicht schon schlimm genug?

rant-a-bit
01
20.6.2009, 13:36
ein paar links

link zu executive summary der aktuellen studie:

http://www.mrc.ac.za/gender/me... c_smry.pdf

internationale berichterstattung -man bemerke die überschriften ;) :

http://www.google.at/search?hl... uche&meta=

eine weitere quantitative studie über vergewaltigungen in südafrika:

http://www.statssa.gov.za/publicati... e/Rape.pdf

LCMSMS2
86
19.6.2009, 20:50
FRAUEN TREIBEN MEHR KINDER AB ALS SIE GEBÄREN

Kleine Überschrift dazu: Russland

FRAUEN PRAKTISCH ALLEINTÄTER BEI WEIBLICHER GENITALVERSTÜMMELUNG

(Horn von Afrika)

etc.

A.B. Artig
 
73
21.6.2009, 19:43

Aha. Was hat das mit dem inkriminierten Problem in Südafrika zu tun? Bitte um Querverbindungsnachweis.

p.s. Das mit den Beschneidungen weisens mir bitte nach. Und vor allem beachten Sie die Chancen, ohne Beschneidung verheiratet zu werden- was dem Wunsch der Männer entspricht, beschnittene Bräute zu bekommen.

g'stieß
76
20.6.2009, 17:52
und? das macht gealt gegen frauen in südafrika ein bisschen besser?

leute wie sind sind eine schande für jeden versuch einer intelligenten diskussion.

LCMSMS2
53
20.6.2009, 18:01
Wohl vor dem Spiegel gepostet, hm?

Aber trotzdem Gratulation zu ihrem verwegenen Angriff auf den selbst aufgestellten Strohmann, wie sie den niedergeritten haben, erstklassig. Schon mal an eine politische Karriere gedacht?

Dennoch, für die kognitiv etwas Herausgeforderten: ich habe die Überschrift dieses Artikels kritisiert. Wer das nicht kapiert, sollte im Interesse einer gedeihlichen Entwicklung Österreichs freiwillig auf die Ausübung seines Wahlrechts verzichten.

A.B. Artig
 
24
21.6.2009, 19:44

Uhuhuuuu. Fallert Ihnen auch was an echtem Argument ein? Die posterin hat recht.

WeirdST
30
20.6.2009, 11:23

Was gibt es bei schlichten Wahrheiten (habe mir gerade die betreffenden Artikel auf Wikipedia durchgelesen) rot zu stricheln?

Und jetzt bitte nicht mit "Kultur", "Opfer des Systems" o.ä. argumentieren, denn das trifft auf die südafrikanischen Täter genauso zu.

missjaneausten
75
20.6.2009, 08:44
erbärmlich

Soll das jetzt eine Entschudigung sein für die Gewalt, die von Männern ausgeübt wird????

A.B. Artig
 
24
21.6.2009, 19:45

für unseren werten Multinicker natürlich schon. Den erkennt man an der xakt sechs Strichis breiten Grünbewertung zu jedem Schas und abgesehen davon an den exakt gleichen Rotbewertungen der gegner., egal welche stichfesten Argumente sie auch bringen.

LCMSMS2
52
20.6.2009, 18:04
Sinnerfassendes Lesen im Kontext

Probieren Sie es doch einfach mal.

A.B. Artig
 
15
21.6.2009, 19:46

Wo ist denn eine Querverbindungen zu dem Behaupteten? Und was haben Abtreibungen mit Vergewaltigungen zu tun? Eine Abtreibung ist kein krimineller Akt, eine Vergewaltigung schon.

Samantha Mulder
53
20.6.2009, 05:36

Kinder kann man nicht abtreiben, nur Zellhaufen

Lesko Powiatem
24
20.6.2009, 10:59
Sind wir nicht alle ein bißchen Zellhaufen?

A.B. Artig
 
22
21.6.2009, 19:46

Sie schon.

Feindbild
00
22.6.2009, 09:59
Sie nicht?

Lesko Powiatem
00
21.6.2009, 20:32
Na geh!

Immer noch böse?:(

... zoroaster
20
19.6.2009, 18:32
NOCHMAL!

für das beleidigte leberwürstchen aus dem akademischen gymnasium:

Bin ich nun etwa abnorm, weil ich so ganz und gar keine Vergewaltigertendenzen an mir erkennen kann?

mfg,
-zoroaster-

Umerziehungs Resistent
 
22
19.6.2009, 17:03
Partik-Pablé hatte Ähnliches schon vor Jahren kundgetan und wurde dafür in diesem Medium massiv gebasht - nona.

A.B. Artig
 
04
21.6.2009, 19:48

Die hat was anderes gesagt, bämlich das ALLE Schwarzen aggressiv und Vergewaltiger sind (natürlich ohne Verweis auf irgendwelche Statistiken, Beweisstudien oder ähnliches). Dafür wird man zu recht gebasht.

g'stieß
03
20.6.2009, 17:53
hm- der unterschied sit, dass p.-p. ihre vorurteile aus dem bauch herausgelassen hat,

während die studie aus südafrika auf validen zahlen beruht - und im übrigen keinen utnerschied zwischen schwarzen und weißen macht.

Rosa Stahl
11
21.6.2009, 23:59

der unterschied wär aber interessant...

friedrich wilhelm voigt
03
20.6.2009, 12:23

es geht hier um gesellschaftliche probleme in südafrika, nicht um "rassische eigenheiten" von schwarzen.

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