Das "Museum für feministische Alltagskultur Rosa's Place" setzt sich mit der dokumentarischen Repräsentation von frauenbewegter Geschichte und Gegenwart in Tirol auseinander. Für Oktober 2009 ist eine Ausstellung geplant, zu der Frauen mit feministischen Hintergrund und Engagement in einer Frauenorganisation etwas beitragen können, indem sie einen persönlichen Alltagsgegenstand dem Museum überlassen. Dieser repräsentiert sie mittels der musealen Inszenierung wie Beschriftung und Sockel - frau wird dadurch Teil von Rosa's Place. Dem großgewürdigten Gedenkjahr zur Person Andreas Hofer soll damit eine subkulturelle feministische Widerstandsbewegung entgegengesetzt werden.
Hintergrund
Das Ziel des Museums ist, entlang der Entstehungsprozesse feministischer Institutionen vielfältigste Geschichten aus unterschiedlichen Perspektiven heraus zu erzählen: so sind neben der Sichtbarmachung von Institutionen auch Aktionen, wahrgenommene oder unbeachtete, genauso bedeutend wie die einzelnen Frauen, die mitgewirkt haben.
Das Archfem - Interdisziplinäres Archiv für feministische Dokumentation - archiviert seit 16 Jahren die Geschichte der autonomen Tiroler Frauenbewegung. Das Archiv ist öffentlich zugänglich, wird aber vorwiegend als Veranstaltungsort für politische Bildungsarbeit wahrgenommen. Rosa's Place möchte das Archiv öffnen, die Exponate historisch, politisch kontextualisieren und so feministische Handlungspraxen sichtbar machen.
Offener Raum für heterogenes Publikum
Die Ausstellung findet an unterschiedlichen Orten in Innsbruck statt. Es sollen niederschwellige Ausstellungsorte geschaffen werden, die ein heterogenes Publikum erreichen. Die Herausforderung besteht darin, nicht exklusive Orte zu bespielen, sondern in den Alltag hineinzugehen. Dieser findet u.a. im Lebensmittelgeschäft, im Cafe, in der Einkaufspassage statt. Diese einzelnen Stationen, bestehend aus drei Sockeln auf einer Grundfläche von einem Quadratmeter werden zur Finnisage an einem Ort zusammengeführt. Die Seitenflächen der Sockel dienen zur grafischen Präsentation der Inhalte.
Wer ist Rosa?
"Rosa" steht in erster Linie für einen beliebigen weiblichen Vornamen und verweist im weiteren auch auf eine queere Dimension. "Rosa's Place" bezieht sich auf die Notwendigkeit von einem autonomen Raum für Frauen. Virginia Woolf skizziert diesen in ihrem politischen Essay "A Room of One‘s Own". Der eigene Raum kann als realer 3D-Raum verstanden werden, der die Aufgabe hat, Ungestörtheit und Selbstbestimmtheit zu ermöglichen.
Das Medium Museum wurde gewählt, da hier dauerhaft ein bestimmter Gesellschaftsentwurf vermittelt werden kann. Das Interesse gilt den alltäglichen feministischen Handlungspraxen, ihrer Ausformungen und Konsequenzen. Die "feministische Alltagskultur" wird buchstäblich auf den Sockel gestellt und fokussiert das wenig Beachtete, da Alltägliche. (red)
Ein Archiv + fehlende Repräsentation von politisch aktiven Frauen im Museum + Partizipation von und mit Feministinnen = Eine Ausstellung
Gegenstände können beim ArchFem, Interdisziplinäres Archiv für feministische Dokumentation Zollerstraße 7, 6020 Innsbruck, montags zwischen 17 Uhr und 19 Uhr abgegeben werden. Die Sammlung läuft bis Ende Juli.
Link
Detaillierte Informationen unter www.rosasplace.at; E-Mail
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