Fraktionschef der Regierungspartei für radikalen Schritt, wenn "sechsmonatige Phase des Dialogs, der Erklärungen und der Warnungen" fruchtlos bleibt
Paris - Jean-Francois Cope, Fraktionschef der französischen Regierungspartei "Union für eine Volksbewegung" (UMP) in der Nationalversammlung, hat sich dafür ausgesprochen, dass das Tragen der muslimischen Burka in Frankreich gesetzlich verboten werden soll.
Erst Dialog, dann, wenn nötig, Verbot
Cope leitet eine 70-köpfige Arbeitsgruppe, die sich mit der Frage des Ganzkörperschleiers befasst.
"Ich bin für eine gesetzliche Antwort in zwei Abschnitten", betonte der ehemalige Regierungssprecher gegenüber der Tageszeitung "Le Parisien" (Mittwoch-Ausgabe). Zunächst solle eine "sechsmonatige Phase des Dialogs, der Erklärungen und der Warnungen" vorgesehen werden. Sollte diese Phase fruchtlos bleiben, dann solle das gesetzliche Verbot in Kraft treten. Man müsse mit dem Gesetz "auf die Extremisten reagieren, die unsere Republik testen und auf unsere Gegner, die uns Fallen stellen", betonte Cope.
Verbreitung wird erhoben
Mit der Frage der Burka befasst sich auch ein Parlamentsausschuss, der vom kommunistischen Abgeordneten Adre Gerin (PCF) geleitet wird. Dieser soll bis Jahresende klären, wie weit die Ganzkörperverschleierung in Frankreich verbreitet ist. ExpertInnen gehen davon aus, dass nur etwa 5.000 von fünf Millionen MuslimInnen in Frankreich die Vollverschleierung befürworten.
Risiko der Einschränkung
Für die Möglichkeit eines Gesetzes gegen die Verschleierung hatte sich zuvor bereits Regierungssprecher Luc Chatel (UMP) ausgesprochen, während der Ex-Sozialist und Immigrationsminister Eric Besson betonte, dass es ein "Risiko" sei, die Bekleidungsfreiheit in Frankreich einzuschränken. Der Rektor der Moschee von Paris, Dalil Boubekeur, erinnerte daran, dass die Burka keine religiöse Verpflichtung für die Frauen darstelle. (APA)