Immer mehr Frauen bevölkern Fußball-Stadien

24. Juli 2009, 11:57
  • Artikelbild: 60 Prozent sehen Fußball als beliebteste TV-Sportart - 1991 waren es nur 22 Prozent. - Foto: EPA/PAULO NOVAIS

    60 Prozent sehen Fußball als beliebteste TV-Sportart - 1991 waren es nur 22 Prozent.

"Die Zukunft des Fußballs ist weiblich" - Anteil von Frauen unter den Fußball-Interessierten in Deutschland liegt inzwischen bei 30,5 Prozent

Frankfurt/Main - Noch nie gab es so viele weibliche Fans. Mädchen und Frauen bevölkern immer mehr die Stadien der deutschen Fußball-Bundesliga: Auf etwa 40 Prozent schätzt Mediendirektor Markus Hörwick beim deutschen Rekordmeister FC Bayern München den Anteil: "Früher war es eine Männerdomäne, jetzt kommen die Frauen mit." 13,7 Millionen Frauen sind nach einer Studie des Kölner Marktforschungs-Unternehmens "Sport+Markt" in Deutschland vom Ballfieber infiziert, 1991 waren es nur 5,9 Millionen. Tendenz: weiter steigend.

Sichere Arenen

Bei der bisher letzten Erhebung der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Ende der Saison 2007/2008 waren 23 Prozent der BesucherInnen weiblich. Darunter sind vor allem Frauen, die ein spannendes Fußballspiel sehen wollen und es genießen, dass die Arenen sicherer und komfortabler geworden sind.

Einige Vereine haben sich der neuen KundInnenschaft dankend angenommen, vor allem der konsumfreudigen jüngeren: So vertreibt der VfB Stuttgart in seinem Fanshop ein "Home Damen-Trikot", außerdem Kapuzenpullis, Poloshirts und Fleece-Jacken mit dem Vereinslogo. Werder Bremen verkauft sogar Taschen und Geldbörsen, denn: Mehr als 100 Millionen Euro geben die weiblichen Fans pro Saison in den Bundesliga-Arenen aus, schätzen die ExpertInnen von "Sport+Markt".

Ein Viertel weiblich

Bei der "alten Dame" Hertha BSC sind - wie der Club in einer Studie hat untersuchen lassen - ein Viertel der ZuschauerInnen weiblich. Deshalb haben die Berliner sogar eine eigene Homepage für diese Klientel. Wie viele Mädchen und Frauen inzwischen in Fan-Clubs organisiert sind, hat die Koordination Fanprojekte des DFB noch nicht erfasst. Aber es gibt schon welche ohne männlichen Anteil wie "Die Bande" bei Bayer Leverkusen.

Bei der EURO 2008 saßen in Deutschland mehr Frauen als Männer vor den Bildschirmen. 60 Prozent sehen Fußball als beliebteste TV-Sportart - 1991 waren es nur 22 Prozent. Im fast gleichen Zeitraum hat sich auch die Zahl der weiblichen Mitglieder beim DFB etwa verdoppelt - auf inzwischen über eine Million (bei insgesamt knapp 6,6 Millionen). 

"Die Zukunft des Fußballs ist weiblich"

Nach dem Bundesliga-Report der DFL beträgt der Anteil von Frauen unter den Fußball-Interessierten in Deutschland inzwischen 30,5 Prozent. Das passt zu den Zahlen, die die ARD ermittelt hat: Bei der Sportschau sind 30 Prozent der Zuschauer weiblich. Zwischen den 14- und 19-Jährigen sind Mädchen und Jungs mittlerweile auf gleicher Ballhöhe. "Die Zukunft des Fußballs ist weiblich" - hat auch Joseph Blatter erkannt. Und der Präsident des Weltverbandes FIFA meint damit nicht nur die ebenso stetig wachsende Zahl von Kickerinnen in aller Welt. (APA)

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11 Postings
kmmm
26.07.2009 22:16
Immer mehr Frauen bevölkern Fußball-Stadien ...

warum sollen gerade diese sich der allgemeinen verblödung verwehren ?

MiNeum71 
26.07.2009 21:03


Ich bin gespannt, wann Hertha BSC die erste Klage am Hals hat wegen der Diskriminierung der Frauen, der Männer, der Alten oder der Jungen (da ist für jeden etwas dabei) ;)

gawi  
26.07.2009 17:19

Gut so, irgendwer muß ja das Bier holen!

Ich brech' die Herzen der stolzesten Frau'n
26.07.2009 00:54
Schön, soviele weibliche Fußballfans - aber wenn die Damenmannschaften


gegeneinander antreten bleiben die Zuschauerränge leer.

Männer mag man eben.

Sexiest Hexy
26.07.2009 11:03
Du scheinbar ganz besonders

soledad juntos  
25.07.2009 17:16

"Einige Vereine haben sich der neuen KundInnenschaft dankend angenommen, vor allem der konsumfreudigen jüngeren[...]"

-> in diesem Zusammenhang würde die simple Verwendung des Wortes "Kundinnen" (ohne großes I und ohne -schaft) völlig genügen, da inhaltlich ja ausschließlich die weiblichen Fans gemeint sind.

Fon
24.07.2009 18:01
Und wie ist die Situation in Österreich?

...und wird sich das Marketing der österreichischen Vereine, der Bundesliga und des ÖFB noch in diesem Jahrhundert mit diesem Pähnomen auseinandersetzen. Man vergleiche einmal ein österreichisches Stadion, auch was das Publikum betrifft, und die österreichischen Fanshops mit denen in Deutschland. Das ist noch ein weiter Weg befürchtet ich, bis bei uns Frauen auf die Fußballplätze strömen werden.

keksteig
27.07.2009 07:23
:)

Könnte es an der Attraktivität des österreichischen Fußballs liegen?

bösartiger gutmensch 
25.07.2009 18:26

also bei rapid gibts eigene frauenkollektionen. die halt ich aber tlw für lächerlich (rosa schals trotz der klubfarben grün/weiss bzw blau/rot).

Emil i Lönneberga (advocatus diaboli)
24.07.2009 13:55

Bei solchen Bacchantinnen sollten sich die gegnerischen Fans ruhig verhalten.

Drew R. Man
25.07.2009 22:32
na ja, seit orpheus' zeiten haben sich die sitten

aber auch schon ein bisserl geändert.

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