Wenn die Kronen Zeitung den "Unterschied zwischen Formen und Form" erklärt, horten sich die Sexismen - Zitrone für einen Sportbericht
Laura Davies könne den Ball weiter schlagen als viele Männer. Das muss sogar Krone-Redakteur Mödl in seinem Bericht vom 28. Juli 2009 über Frauen in der Golf-Szene zugeben. Immerhin. Aber. Dem knappen Zugeständnis folgt ein umso üppigerer Abwertungsreigen. Wenn die 45-Jährige mehrfach als "sportliches Schwergewicht" bezeichnet wird, macht das den Seitenhieb auf ihre Kilos nicht lustig, sondern degradierend und steigert sich beim Vergleich mit dem Märchen "La Belle et la Bete" zu einer weiteren Diffamierung.
Unter dem Titel "Die Schöne & das Biest. Der Unterschied zwischen Formen und Form: Steffi Michl und Laura Davies" werden die zwei Sportlerinnen nicht bloß in Sexistenmanier miteinander verglichen, sie werden auch - ganz im Sinne des "Teile und herrsche"-Prinzips - gegeneinander ausgespielt. Die Eine hat zwar sportlich was drauf, aber... Die andere habe sogar ein Playboy-Angebot, aber...
Dass Frauen nicht - oder nur äußerst ungern- aufgrund ihrer Leistungen beurteilt werden und ihr Aussehen sowie die Frage nach ihrer "Weiblichkeit" die mediale Berichterstattung dominieren, ist natürlich ein alter Hut. Ein so uralter Hut, dass wir ihn nicht immer und immer wieder vor die Nase gehalten bekommen wollen. Motten wir die alten Dinger endlich ein. Vielleicht dringt das auch zu dem Sport-Redakteur in der Kronen Zeitung durch. (dabu/dieStandard.at, 29.07.2009)