
Nachdem alle Kindergeld-Varianten nicht wirklich zufriedenstellend sind, sollten die Gratis-Betreuung der Kleinsten angegangen werden, meint die AK.
Linz - Der Gratis-Kindergarten entlaste nicht nur die Eltern, er bringt auch gerechtere Bildungschancen für alle Kinder, gab AK-Präsident Johann Kalliauer in einer Aussendung bekannt. Allerdings ist die Betreuung erst ab dem 30. Lebensmonat des Kindes kostenlos. "Der nächste Schritt muss kostenlose Betreuung auch für kleinere Kinder in Krabbelstuben sein", fordert er.
Dass die Betreuung im Kindergarten erst ab einem Alter von zweieinhalb Jahren kostenlos ist, ist vor allem für berufstätige Frauen kein wirklich aufbauendes Signal: Sie müssen nämlich, wenn sie ihren Job nicht riskieren wollen, nach spätestens zwei Jahren Karenz wieder arbeiten gehen.
Problematische Kindergeld-Varianten
Egal, welche Kinderbetreuungsgeld-Variante Eltern wählen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bleibt schwierig: Bei der Variante 15 + 3 (ein Elternteil bezieht 15 Monate Kinderbetreuungsgeld, der andere drei Monate) bleiben noch 15 bzw. 12 Monate bis zum 30. Lebensmonat des Kindes. Während dieser Zeit ist die Betreuung nicht kostenfrei. Bei der Variante 20 + 4 bleiben 10 bzw. 6 Monate bis zum 30. Lebensmonat des Kindes.
Die dritte Variante 30 + 6 ist für viele ArbeitnehmerInnen wegen des Entfalls des besonderen Kündigungsschutzes nach 24 Monaten ohnehin sehr riskant, da danach möglicherweise eine Kündigung droht. Und selbst wenn sich der Arbeitgeber bereit erklärt, eine längere kündigungsgeschützte Karenz zu gewähren, muss man sich diese Variante erst einmal leisten können. Das Kinderbetreuungsgeld beträgt dabei rund 436 Euro im Monat bzw. 14,53 pro Tag.
Mangel an Betreuungsplätzen
Darüber hinaus muss aber auch die Zahl der Betreuungsplätze ausgebaut werden. In Oberösterreich waren im Jahr 2008 gerade einmal 6,7 Prozent der Kinder im Alter bis zu zwei Jahren in einer institutionellen Betreuungseinrichtung. Zum Vergleich: Im Bundes-Durchschnitt waren es 14 Prozent, in Wien sogar 25,5 Prozent. Laut AK-Kinderbetreuungsatlas 2008 gab es im vergangenen Jahr in 48 Prozent der oberösterreichischen Gemeinden keine Betreuung für Unter-Dreijährige. (red)
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Allerdings ist Linz als Landeshauptstadt in dieser Hinsicht vorbildlich: bei ausreichend früher Anmeldung bekommt man problemlos einen Platz in einem städtischen Kindergarten, die Kosten sind sehr moderat, und die Qualität der Betreuung hervorragend. Zumindest dort, wo meine Tochter war.
Außerhalb davon gibt es auch noch einige Privatkindergärten, die aber teurer sind und Mitarbeit verlangen.
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