Diskussion mit ExpertInnen diverser Einrichtungen: Schutzzonen, Entkriminalisierung und massives Investieren in Prävention dringend nötig
Wien - Die Grünen Wien sehen sich durch ExpertInnen in der Dringlichkeit ihren Forderungen zum Schwangerschaftsabbruch bestätigt. Bei einem Runden Tisch diskutierte Monika Vana, Stadträtin und Frauensprecherin der Grünen Wien, am Mittwoch mit VertreterInnen der Gynmed Ambulanz, des Isis-Frauengesundheitszentrums, des Pro:Woman Ambulatoriums, des VenusMed‐Zentrums für Sexualmedizin sowie des
Vereins Österreichischer Juristinnen die "mehr als unbefriedigende Situation in der praktischen Umsetzung der Fristenregelung", wie es in einer Aussendung heißt. Mit dem Ergebnis, dass die Runde darüber einig war, dass sowohl Bund als auch Stadt Wien "dringenden Handlungsbedarf" habe.
Auf Basis des Europarat-Beschlusses aus dem Jahr 2008, der alle
EU-Mitgliedsstaaten auffordert, Frauen einen ungehinderten Zugang
zu einem sicheren Schwangerschaftsabbruch zu ermöglichen, sowie der
beruflichen Erfahrung von Fachkräften und dem Erleben von
betroffenen Frauen formulierten die ExpertInnen umzusetzende Begleitmaßnahmen: So wurde insistiert, dass Frauen gegen die Gewalt und den Psychoterror radikaler AbtreibungsgegnerInnen vor Frauengesundheitseinrichtungen geschützt werden müssten, was entweder durch die strafgesetzliche
Verankerung des Verbots, eine Frau von einem
Schwangerschaftsabbruch oder den notwendigen
Voruntersuchungen abzubringen (Regelung nach französischem
Vorbild, Anm.) oder gesetzlich definierte Schutzzonen vor
Einrichtungen geregelt werden sollte.
Des weiteren plädiert man für die Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs, die Kostenübernahme sowie Möglichkeit des Schwangerschaftsabbruchs an allen öffentlichen Spitälern nach in ganz Westeuropa selbstverständlichem Standard. Auch in die Prävention ungewollter Schwangerschaften müsse massiv investiert werden: Verhütungsmittel auf Krankenschein, Rezeptfreiheit der "Pille danach" sowie qualitätsgesicherte Sexualpädagogik an Schulen fordern die ExpertInnen. Vorallem müsse ein Ausbau der Familienplanungseinrichtungen in ländlichen
Regionen erfolgen, mehrsprachige Beratung inklusive.
Außerdem forderte die Runde die langfristige finanzielle Absicherung von bestehenden
Frauengesundheits/beratungszentren als
"qualitätsgesicherte Beratungseinrichtungen". (red)