"Eine Frau muss ein Mann sein, um Karriere zu machen"

27. September 2009, 12:42
  • Bei gleichen Startvoraussetzungen geht die Einkommensschere von Jahr zu Jahr weiter auf. Karenzzeiten spielen dabei keine Rolle, sagt Karrierenforscher Guido Strunk.
    foto: standard/heribert corn

    Bei gleichen Startvoraussetzungen geht die Einkommensschere von Jahr zu Jahr weiter auf. Karenzzeiten spielen dabei keine Rolle, sagt Karrierenforscher Guido Strunk.

Frauen verdienen nur deshalb weniger als Männer, weil sie Frauen sind, sagt der Forscher Guido Strunk. Im Interview erklärt er die Faktoren

STANDARD: Sie titeln die Ergebnisse Ihrer Untersuchungen zu Karriereverläufen mit "Eine Frau muss ein Mann sein, um Karriere zu machen". Was steht denn dahinter?

Strunk: Es hat sich klar gezeigt, dass es nicht reicht, wenn eine Frau so gut ist wie ein Mann. Wir haben 50 Frauen und Männer mit 30 identischen Variablen untersucht - von Studienerfolg über soziale Herkunft und Netzwerk bis zu Motivation. Sie bringen Gleiches für die Karriere mit, müssten also vergleichbar erfolgreich sein.

STANDARD: Offenbar nicht ...

Strunk: Kurz gesagt: Die Männer verdienen innerhalb von zehn Jahren in Summe 70.000 Euro mehr als die Frauen.

STANDARD: Karenzzeiten, Versorgungspflichten - was ist die Ursache?

Strunk: Das haben wir untersucht, und es zeigt sich: Elternkarenz hat im Verlauf keinerlei Einfluss auf die Einkommensunterschiede.

STANDARD: Die tatsächlich geleistete Arbeitszeit auch nicht?

Strunk: Es gibt ja diesen Mythos "Männerjob", also 40 Stunden auf dem Papier, aber tatsächlich gearbeitete 60 Stunden pro Woche. Das haben wir uns auch angeschaut, und das Ergebnis ist: Von Überstunden und Mehrarbeit profitieren nur Männer. Frauen nicht.

STANDARD: Vielleicht sind Männer in der Angabe ihrer tatsächlichen Arbeitszeit großzügiger?

Strunk: Das wissen wir nicht genau, kann sein. Wir können nur zeigen, dass Mehrarbeit statistisch für Frauen keine positiven Auswirkungen auf das Einkommen hat.

STANDARD: Verlangen Frauen zu wenig Geld?

Strunk: Kann sein. Vielleicht vermeiden sie den Kampf um jeden Cent. Dazu gibt es Studien - ich bin mir aber nicht sicher, ob das stimmt.

STANDARD: Wählen Frauen zu "kleine" Positionen beim Einstieg?

Strunk: Ja, sie geben sich schneller zufrieden, aber: Auch wenn Frauen in großen Unternehmen besser einsteigen, hilft es ihnen nichts. Die Einkommensschere geht Jahr für Jahr weiter auf. Im Zeitverlauf verdienen Männer 1,5-mal mehr als Frauen.

STANDARD: Haben Sie auch Ermutigenderes?

Strunk: Etwas Interessantes kann ich anbieten: Es hat sich gezeigt, dass, wenn man eine Frauenquote einführt, viel mehr Frauen den Versuch wagen, in Konkurrenz zu treten. Es reicht zu sagen: Ihr habt dieselbe Chance. (DER STANDARD, Print, 26./27.9.2009)

Zur Person:

Guido Strunk ist Senior Scientist an der WU (Forschungsinstitut für Gesundheitsmanagement) und einer der prominenten Wiener Karrierenforscher.

Weiterlesen:

Mehr zur WU-Zwillingsstudie unter "Einfach weil sie Frauen sind"

Link

www.vicapp.at

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Ein Scherz, dem die Grundlage fehlt, geht daneben. Wenn du keine Argumente hast, aber weiter auf deiner Meinung beharrst, tust du etwas anderes als jemand, der zugibt, etwas nicht zu wissen.

Wie kommst du auf die Idee, dass jemand, der hier die Studie gegen die üblichen haarsträubenden Angriffe von antifeministischer Seite verteidigt, gleich aus dem Umfeld des Autors stammen muss? Das zeigt eher eine gewisse Paranoia als Erkenntniswillen.

ich finde es ja irgendwie lustig, wenn studienautoren andere studien anzweifeln. da kann man einfach nur lachen.

Mir ist ein ehrlicher Wissenschaftler deutlich lieber als einer jener Dampfplauderer die an österreichischen Unis so zahlreich sind.

Worum es in dieser Studie geht: um die Widerlegung jener Lügen dass die Gehaltsunterschiede am Beruf, an den Arbeitsstunden, usw. liegen -- man sieht dass sie daran eben nicht liegen. Diskriminierung. Darum gehts.

Und diese Erkenntnis wollen Sie diesem Interview entnehmen?

Der Equal Pay Day Mythos von 25% weniger Verdienst, der notwendig wäre um den mit dem 27 September festzulegen ist jedenfalls schon im ersten Artikel vor einigen Tagen von den Authoren widerlegt worden.

ich will wissen, wie ers berechnet hat...

...bis heute gibt es kein berechnungsmodell, bei dem sich nicht sofort jeder mathematiker an den kopf greifen müsste...die daten sind einfach derzeit nicht verfügbar...
mir ist schon klar, dass er nicht rausgefunden hat, woran der gehaltsunterschied lieg, sondern nur, worans nicht liegt --> nämlich, dass es den unterschied (zumindest in vermuteter höhe) nicht gibt

"Das wissen wir nicht genau, kann sein."
(...)
"Kann sein (...) ich bin mir aber nicht sicher, ob das stimmt."
(...)
"Etwas Interessantes kann ich anbieten"

na endlich !

"Es reicht zu sagen: Ihr habt dieselbe Chance."

also was jetzt? Quote oder selbe Chance???

Die Quote ist ein Instrument zur Herstellung der gleichen Chance, die durch andere Faktoren ohne Quote verwehrt bleiben.

Geschlechterquoten sind se*istisches

Vorbeischwindeln am Wettbewerb.

Das geht halt nicht. Gleichberechtigung - nicht Bevorzugung - lautet die zentrale Forderung von uns Feministen!

Quoten sind weder sexistisch, noch ein "Vorbeischwindeln am Wettbewerb".

Sie sind nicht sexistisch, weil sie nicht davon ausgehen, dass Männer irgendwie schlechter wären und weil sie nur bis zum erreichen eines akzeptblen Frauenanteils vorgesehen sind.

Sie sind kein "Vorbeischwindeln am Wettbewerb", weil es eben keinen gerechten Wettbewerb mit gleichen Chancen gibt. Quoten versuchen diesen erst herzustellen. Auch sind die Quoten in Österreich so formuliert, dass Frauen nur dann bevorzugt werden, wenn sie mindestens gleich gut für die Stelle geeignet sind. Es werden also besser qualifizierte Männer immer noch den Vorzug bekommen.

Aber gleich qualifizierte Männer benachteiligt - lupenreiner Se*ismus!


Diskriminierung wie aus dem Lehrbuch - das können Sie sich schönreden wie Sie wollen. :-)

Du gehst auf mein Argument nicht ein und wiederholst nur deine Behauptung. Also ein weiteres unnötiges Posting.

Gefällt Ihnen wohl nicht dass man

Ihnen Se*ismus nachweist, wo Sie doch so für "das Gute" eintreten. :-)

Benachteiligung im Arbeitsleben? Dafür haben wir die Gleichbehandlunganwaltschaft ins Leben gerufen.
Allein, die hat ganz andere Sorgen: http://preview.tinyurl.com/mv2vup - da schaut der Georg. :-)

Und wieder das gleiche.

Geschlechterquoten sind solange das kleinere Uebel, solange Frauen automatisch von einem fairen Wettbewerb ausgeschlossen sind.

Auf jede gleich qualifizierte 'Quotenfrau' kommen zahlreiche minderqualifizierte Quotenmaenner.

Allerdings

ist der Ausschluß aus dem Wettbewerb nicht gegeben. Vielleicht in den Köpfen mancher Frauen, die einfach nicht gut genug waren, und jetzt ausreden suchen warum sie es nicht geschafft haben.

Es gibt keine Männerquoten, schon gar keine gesetzlichen - Sie müssen sich irren.

Es nützt nichts: Geschlechterquoten sind in sich se*istisch. Sowas wollen wir nicht. Nicht im Jahre 2009.

Willkommen im 3. Jahrtausend!

wer ist wir?

Na wenigstens ist Ihnen der Rest klar.

ey man, ihr schreibt unfug. wisst ihr ned was a studie ist ? der mann hat so präzies wie möglich geantwortet und ich fands interessant

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