Neuer Kodex gegen Sexismus

Tombor, 4. Oktober 2009, 16:54
  • "Wir schaffen mit dem neuen Kodex ein Tool,
sexistische und frauendiskriminierende Werbung besser beschreibbar zu
machen und damit erklärbar, dass sie nicht gewollt ist", sagt ÖWR-Präsident Michael Straberger.
    foto: straberger

    "Wir schaffen mit dem neuen Kodex ein Tool, sexistische und frauendiskriminierende Werbung besser beschreibbar zu machen und damit erklärbar, dass sie nicht gewollt ist", sagt ÖWR-Präsident Michael Straberger.

  • Werbung wie diese zum Beispiel: Hier hat der Werberat einen Stopp ausgesprochen, sie wurde nicht verlängert. Laut Straberger würden sich die meisten Unternehmen an die ÖWR-Empfehlungen halten - aber es gibt auch jene, die sie ignorieren. Ob sich das durch den Kodex neu ändert, wird sich zeigen.
    foto: werbung evers

    Werbung wie diese zum Beispiel: Hier hat der Werberat einen Stopp ausgesprochen, sie wurde nicht verlängert. Laut Straberger würden sich die meisten Unternehmen an die ÖWR-Empfehlungen halten - aber es gibt auch jene, die sie ignorieren. Ob sich das durch den Kodex neu ändert, wird sich zeigen.

Gleichbehandlung und Antidiskriminierung sollen in der Werbebranche Fuß fassen, jetzt neu überarbeitete Richtlinien dabei helfen. dieStandard.at hat beim ÖWR nachgehakt, was der aktuelle Kodex alles kann

Der Österreichische Werberat hat den Ruf eines zahnlosen Tigers. Vor eineinhalb Jahren wurde der Verein nun personell und organisatorisch restrukturiert und klar definierte Ziele wurden anvisiert: Man will weg von einer Empfehlungs- hin zu einer Spruchpraxis, die sich weiterhin als werberfreundlich sieht (und damit auch im System der Selbstregulierung bleibt). Andererseits will diese neue Spruchpraxis aber auch vehementer Konsens darüber herstellen, wo die WerbemacherInnen Grenzen setzen sollten - vor allem, was sexistische, frauendiskriminierende und rassistische Darstellungen anbelangt. Ein gesetzliches Verbot von sexistischer bzw. rassistischer Werbung würde da natürlich helfen, aber dafür gibt es derzeit keinen politischen Konsens (dieStandard.at berichtete).

Heuer wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die neue Richtlinien zum Themenkreis Gleichbehandlung definiert hat. Was es mit dem neuen Kodex mit Schwerpunkt Frauengleichstellung in der Werbung auf sich hat und wie das Instrument Beschwerdeverfahren überhaupt funktioniert, wollte Birgit Tombor wissen. ÖWR-Präsident Michael Straberger, seines Zeichens auch Werbeagentur wirz-Geschäftsführer, interimistischer ÖWR-Geschäftsführer Markus Deutsch und ÖWR-Schriftführerin Manuela Raktinik - alle drei selbst keine WerberätInnen - gaben Auskunft.

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dieStandard.at: Die Beschwerdestatistik des Werberats aus dem Vorjahr weist Sexismus und Frauendiskriminierung als am häufigsten genannte Gründe aus. Ist das deshalb, weil es diesbezüglich tatsächlich am meisten zu beanstanden gibt oder weil es "watch dogs" wie z.B. dieStandard.at gibt?

Michael Straberger: Meiner Ansicht nach gibt es hier gesellschaftliche Defizite. Das findet man in vielerlei Ausprägung, dass Frauen eben nicht gleichgestellt sind und das zieht sich natürlich auch in die Kommunikation hinein. Mittel- oder langfristig wäre es wünschenswert, dass die Kommunikation durch Sensibilität einen Beitrag leistet, dass sich das verändert. Man darf nicht gleich zu viel erwarten - das sind langfristige Prozesse, die durch österreichweite und internationale Gesetze stimuliert werden. Wir glauben: Es geht besser über Selbstregulierung.

dieStandard.at: Der bislang aktuelle Kodex des Werberats scheint in Bezug auf Frauendiskriminierung und Sexismus recht eindeutige Formulierungen gefunden zu haben. Der Werberat hat dennoch einen Arbeitskreis beauftragt, der Gleichstellungs- und Antisexismus-Richtlinien für die Werbebranche neu definiert. Was war der Grund dafür?

Straberger: Dass wir gerade einen Fokus auf Antidiskriminierung und Gleichstellung haben, liegt an den anerkannten Diskriminierungsgründen auf EU-Ebene, die im alten Kodex gefehlt haben. Als Werbetreibende/r oder Medienspezialist/in hatte und hat man zu wenig Know-how, in welcher Dimension hier Themen und Begrifflichkeiten definiert sein müssen, dass man für Eventualitäten, die im Tagesbusiness passieren können, gerüstet ist. Es gab im Kodex extreme Defizite in der Beschreibung von Diskriminierung, und zwar von beiden Geschlechtern, aber klarerweise betrifft das Frauen stärker. Das ist ein Faktum, auch was die Beschwerdeanzahl angeht. Es geht um die Fragestellungen Sexismus in der Werbung - wo beginnt Diskriminierung, wo geht's um Gewaltdarstellung. Es gibt in Österreich Wissenschaftler und vor allem Wissenschaftlerinnen, die sich mit diesen Fragen auseinandersetzen. Die haben wir in den Arbeitskreis eingeladen, wie z.B. Frau DSAin Brehm vom Frauenhaus oder Mitarbeiterinnen aus dem Frauenministerium. Das war ein fast sechsmonatiger Arbeitsprozess von Menschen, die sich mit diesen Themen auseinandersetzen und eine andere Wahrnehmung von Problemstellungen haben. Auch der Gewalt gegen Frauen-Aspekt ist im neuen Kodex klar herausgearbeitet.

Markus Deutsch: Der Zeithorizont für die jetzige Bearbeitung des Kodex erklärt sich einerseits national gesehen aus der Umsetzung des Regierungsprogramms 2008-2013, das die politische Forderung nach einer Bekämpfung von Sexismus in der Werbung und in den Medien festlegt. Andererseits wird derzeit die europäische audiovisuelle Mediendiensterichtlinie umgesetzt, wo bestimmt wird, dass die EU-Mitgleidsstaaten Selbstbeschränkungseinrichtungen zu fördern und bis Ende 2009 umzusetzen haben. 

Straberger: Hier geht es um Adaptierungsnotwendigkeiten, die von Seiten der EU und auch Spezialeinrichtungen der UNO an uns herangetragen werden, in denen wir angehalten werden, in Österreich den Kodex zu übernehmen, um erstens Härtefälle - also klar berechtigte Beschwerdefälle - behandeln zu können und zweitens den informativen Charakter im Kodex festzuhalten, um internationale und nationale Entwicklungen in die Werbebranche hineinzutragen. Damit das Wissen vermittelt wird, was eine Problemstellung sein kann, wie z.B. die Frage der Stereotypen. Die Werbung lebt in gewissem Maße von der Arbeit mit Sterotypen. Das hat im Kodex neu eine zentrale Stellung: Wo werden Stereotypen zur Diskriminierung? Hier wird es mehr Bewusstsein geben müssen, und zwar nicht nur, weil's der Werbrat sozusagen "erfunden" hat, sondern weil es hier eine gesellschaftspolitische Tendenz gibt, die man aus einem europäischen politischen Konsens heraus etablieren will.

Wenn Sie bewusst Werbung verfolgen, fällt Ihnen sicher auf, wie multinationale Unternehmen im fast consumer-Bereich mit diesen Fragestellungen umgehen. Waschmittelwerbung z.B. zeigt nur mehr in seltenen Fällen die "typische Hausfrau", sondern vielfach Mann und Frau. Das sind Dinge, die unterschwellig wirken und meiner Meinung nach eine positive Entwicklung mit sich bringen, weil die Stellung der Frau eine andere Wertschätzung erhält.

Bei dieser Sensibilität gibt es, denke ich, in Österreich noch ziemlichen Aufholbedarf. Im Kodex neu gibt es grundsätzliche Verhaltensregeln, die jetzt auch viel genauer beschrieben sind. Im alten Kodex hatten wir auch eine viel zu weiche Formulierung: "Werbung soll nicht". Jetzt heißt es klar: "Werbung darf nicht". Eben gegen gewisse Grundsätze verstoßen.

Deutsch: Ja, im alten Kodex hat es sehr viele Soll-Bestimmungen gegeben. Unsere Überlegung war: Wenn der Werberat eine Entscheidung trifft, dann ist das nicht nur eine Empfehlung, sondern ein Spruch, der zu befolgen ist. Auch wenn wir das nicht durchsetzen können. Was wir uns zum Ziel gesetzt haben: Es ist sehr schwierig, juristisch einwandfrei zu definieren, was sexuelle Diskriminierung ist. Da haben wir uns mit namhaften Wissenschaftlerinnen zusammengesetzt, die uns wissenschaftlich haltbare und nachvollziehbare Definitionen gegeben haben, auf deren Basis wir den Kodex neu gestaltet haben. Das war im alten Kodex, der auch ein Kind seiner Zeit war, schwammiger. Wir haben hier einen entscheidenen Schritt vorwärts gemacht, indem wir ganz klare Kriterien aufgestellt haben. Damit wollen wir den WerberätInnen ein Instrument in die Hand drücken, mit dem es für sie klar nachvollziehbar ist, wie sie in Zukunft Werbekampagnen und -sujets zu beurteilen haben.

dieStandard.at: Wie sieht die Arbeit des Werberats eigentlich aus?

Straberger: In unseren Statuten ist definiert, dass wir uns zur Zeit auf Wirtschaftswerbung konzentrieren sollen. Wenn jemand aus der Bevölkerung eine Beschwerde an den Werberat richtet - das kann telefonisch oder online gemacht werden -, dann wird geprüft, ob es sich um Wirtschaftswerbung handelt. Ist dem so, wird der Beschwerdeablauf angestoßen und wir überprüfen, ob die Beschwerde berechtigt ist oder nicht.

dieStandard.at: Sie sprechen dann Urteile aus, die im Endeffekt immer Empfehlungen sind.

Straberger: Ja, nach der Prüfung, ob die Beschwerde berechtigt ist, holen wir - das ist neu seit wenigen Monaten - eine Stellungnahme der Arbeiterkammer ein, aus dem Bereich Konsumentenschutz, und eine des betroffenen Unternehmens und/oder der betroffenen Agentur. Die werden dem Gremium der WerberätInnen via E-Mail zugeführt. Dort läuft dann ein demokratischer Prozess ab, der drei Ergebnisse haben kann: Man sieht keinen Grund zum einschreiten, oder es gibt eine Aufforderung zur Sensibilisierung. Oder es gibt eine Empfehlung zum Stopp der Kampagne bzw. Teilen davon - es kann sich ja auch "nur" um ein Sujet einer Multisujetkampagne handeln, ob das jetzt im Print-, Plakat- oder auch elektronischen Bereich ist.

Das Entscheidene ist, dass wir immer mehr die Medien dafür gewinnen, die Sprüche, also die Stopps, zu unterstützen, indem sie diese Sujets einfach nicht mehr schalten. Man hat uns immer wieder vorgeworfen, der Werberat sei zahnlos. Ich persönlich sehe das grundsätzlich schon einmal anders. Ich glaube, wenn eine Organisation wie der Werberat die Wirtschaft in dem Selbstregulierungsmechanismus vertritt, haben solche Sprüche einen edukativen Effekt, einen Lerneffekt.

dieStandard.at: Aber wenn ein Unternehmen sich nicht um den Spruch des Werberats kümmert, dann bleibt Sujet eben Sujet?

Straberger: In 70 oder 80 Prozent der Fälle ziehen die Unternehmen schon im Zuge der Anfrage von Seiten des Werberats, zu einem Sujet Stellung zu beziehen, oder eben nach einem Spruch von sich selbst aus die Sujets zurück. Es gibt schon auch Unternehmen, die da drauf sitzen bleiben, das sind aber wenige. Die Schwierigkeit - das wissen wir von einigen Entscheidungsfällen, die über die Medien breit kommuniziert und diskutiert wurden - ist die Gefahr der wiederholten Abbildung der beanstandeten Sujets - was im schlimmsten Fall noch mehr Werbung für das jeweilige Unternehmen ist.

dieStandard.at: Zur Praxis: Wäre dieses Sujet (*) im Beschwerdefall Grund für den Werberat, einzuschreiten?

Deutsch: Das war der Fall mit der Fliegenklatsche, der auch beim Werberat gelandet ist. Um Ihnen die Entscheidung aufzuschlüsseln: Berührt diese Darstellung die Intimsphäre? Diskriminiert diese Werbung hinsichtlich Geschlecht? Ja oder nein? Enthält das Werbemittel Stereotype, die die Gleichstellung in Frage stellen? Abwertende Darstellungen? Gibt es Nacktheit ohne Bezug zum Produkt? Eine unangemessene Darstellung der Sexualität? Wird hier Gewalt gegen Frauen impliziert? Anhand dieser Checkliste kann man gut selber beurteilen, ob das Sujet zu beanstanden ist.

Rakitnik: Die Entscheidung des Werberats zu diesem Sujet war ein eindeutiger Stopp. Die Gründe waren Gewalt gegen Frauen, Stereotype, Verstoß gegen die Würde der Frau, kein Produktzusammenhang mit Nacktheit - es wurde hier ja ein Tanzclub beworben. Und natürlich Aufforderung zur Gewalt durch Fliegenklatsche und Slogan, auch wenn man glaubte, es sei humoristisch dargestellt. Die Kampagne war beendet am 28.8. und ist nicht verlängert worden. Zusätzlich hieß es von Unternehmensseite, man werde sich sensibilisieren.

dieStandard.at: Und das (*) hier...?

Deutsch: Wenn sie hier die erwähnten Kriterien anlegen, ist es ein ziemlich eindeutiges Ergebnis. Dazu hat es aber keine Beschwerde gegeben.

dieStandard.at: Der Werberat schreitet nicht von sich aus ein?

Deutsch: Von den Statuten her kann der Werberat von sich aus tätig werden. Das ist aber noch nie passiert. In gravierenden Fällen, wo der Werberat gemeint hat, man sollte eine Aktivität starten, hat eines der Trägermitglieder offiziell die Beschwerde eingebracht. Das war in der Vergangenheit der Fall. Aber prinzipiell ist unser System so: es gibt eine Beschwerde, die Beschwerde wird behandelt. Mit dem sind wir sehr gut gefahren, das behalten wir so bei.

Straberger: Es könnte ja sein, dass einer/m der 90 WerberätInnen derartiges zu gespielt wird - soll vorkommen, habe ich gehört. Dann könnte auch ein/e Werberätin/rat eine Eingabe machen. Jede Privatperson kann das.

dieStandard.at: Wer sitzt im Gremium des Werberats?

Straberger: Wir haben 90 Menschen, die in einer unabhängigen Wahl letztes Jahr zu Werberätinnen und Werberäten nominiert wurden, Personen aus den Bereichen Auftraggeber, Agenturen, Medien und unabhängige Organsiationen sowie Berufsgruppen wie Psychologen, Ärzte. Warum? Weil wir der festen Überzeugung sind, dass das Profis sind, die im wirtschaftlichen Leben Erfahrungen gesammelt haben und aufgrund ihres Fachwissens sowie der Beschäftigung mit dem Thema auf Basis des Kodex gute Entscheidungen treffen können. Im Rat zählt nicht die Einzelmeinung, das ist eine Mehrheitsentscheidung, die wir durch die sicherlich komplexen Checklisten abgesichert haben. Es gibt dennoch immer wieder Sujets, wo es Diskussionsbedarf gibt, eine knappe Entscheidung oder das Betroffene Unternehmen Einspruch erhebt. Dann gibt es eine zweite Runde. Wir haben dazu auch für die kommende Zeit ein internes Internetforum angelegt, wo es auch Austausch geben kann und die RätInnen sich selber an den Beschwerdefällen weiterentwickeln können. Diese 90 Personen wissen meiner Einschätzung nach recht genau, wie sie mit den Fragestellungen umgehen und haben kein wirkliches Entscheidungsproblem.

dieStandard.at: Wird bei der WerberätInnen-Wahl auf Geschlechterparität geachtet?

Straberger: Ja, aber es ist uns noch nicht ganz gelungen, weil es nicht in allen Bereichen genug Frauen gibt. Zur Zeit ist das Verhältnis bei knapp 40 zu 60. Im Vergleich zum alten Werberat ist das allerdings schon eine gravierende Verbesserung.

Deutsch: Es gibt Personen, die ausscheiden aus dem Rat, das Berufsfeld ändern, ins Ausland ziehen. Bei den Nachbesetzungen steht die Geschelchterparität an oberster Stelle. (bto/dieStandard.at, 2.10.2009)

(*) Beide Werbeplakate dieStandard.at bereits zitroniert: Siehe hier.

Hintergrund

Der Österreichische Werberat ist ein unabhängiges Organ des Vereines "Gesellschaft zur Selbstkontrolle der Werbewirtschaft", der die Aufgabe hat, Fehlentwicklungen bzw. Mißbräuche in der Werbung zu korrigieren. Der Werberat sieht sich nicht als "Verhinderungsverein"; es geht ihm darum, über funktionierende Selbstregulierung Werbeverbote zu verhindern. Branchenintern soll der Werberat für eine Bewusstseinsmachung sorgen. Im Laufe will der Rat seine "Informationspolitik" verstärken, vor allem beim Mediennachwuchs.

 

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Link

Österreichischer Werberat - Sobald der Autorisierungsprozess abgeschlossen ist, wird der Kodex neu mit Schwerpunkt Gleichbehandlung auf der Seite des Werberats zum Download bereit stehen.

Weiterlesen:

Grazer Frauenstadträtin Maggie Jansenberger im Interview: "Werber sehen nicht, was sie fabrizieren"

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Ich glaub, Sie verwechseln da Rassismus mit Sexismus, aber wurscht.

Andere Länder

In Sachen Feminismus ist es interessant, sich die Lage in anderen Ländern anzuschauen. Hier in Südfrankreich z. B. finden es Studentinnen in Ordnung, in Minirock und High Heels Simone de Beauvoir zu lesen. Als Mann fällt es einem hier auch gleich leichter, über wirkliche Probleme wie z. B. Gehältergleichstellung mitzudiskutieren, da der Faktor moralinsaure Lustfeindlichkeit hier völlig fehlt. Dementsprechend sind freizügige Werbungen hier auch nicht so peinlich verkrampft wie die oben abgebildete.

Feminismus ist doch keine Frage der Kleidung!

Jede Frau sollte das tragen können, was sie will. Und zwar ohne sich Gedanken machen zu müssen, dass sich diese oder jene Kleidung vielleicht negativ für sie auswirken könnte. Und da sind wir eben leider noch nicht!

Sexismus in der Werbung hat auch nicht primär etwas mit 1 cm mehr oder weniger Stoff zu tun. Es geht um die Gesamtaussage der Werbung und um das was sie auslöst. Und da brauchen mir die ganzen Werbefritzen nicht erzählen, sie wüssten nicht was sie tun. Die machen das mit voller Absicht eine Frau sexistisch in Szene zu setzen.

die Beispiele

sind schlicht schlechte Werbung; auf denen herumzureiten ist wie, Rapid hin u. Salzburg her, auf den oest. Fusball hinzupecken.
Ich kenn die franz. Werbung nicht, ist sie aber aehnlich wie die italienische, dann ist sie sicher viel "sexueller" u. viel lustiger als die in D o. Aut

Zum Glück

wurde kein Kodex gegen das Lügen und Betrügen entwickelt.

Korrekte Werbung wäre: "Sie können sich natürlich unser Produkt voller Phantasieinhaltsstoffe die wir uns aus Lateinlexika zusammengeklaut oder selbst erfunden haben, die genau nichts bedeuten und nichts bewirken, ins Gesicht schmieren und Unsummen dafür ausgeben, Sie werden aber trotzdem immer älter und häßlicher!"

Selbst die *angeblich* nackte Haut war immer nur eine gestretchte Silhouette, gefüllt mit 200+ Photoshop-Layern und tausendfach verflüssigt, umgefärbt, abgewedelt und übermalt, porenlos, haarlos, faltenlos, flecklos, mit den optischen Eigenschaften von Plastik versehen, also praktisch: *angezogen*.

Nacktheit war so gesehen immer schon *verboten*!

Ich sehe es viel verwerfenswerter an, wenn in Werbung Sachen versprochen werden, die unsinnig sind oder Menschen in die Irre fuehren

z.B. ist auf riesigen Plakaten zu sehen: Null - Euro Handytelefonieren.
Trotzdem kommen immer mehr in Schulden gerade wegen Handyschulden.
Wie kann das sein, wenn es ja gratis ist, wie der Masse vorgegaukelt wird?

Aber Verdummung ist leider kein Straftatbestand....

abgesehen davon dass in den meisten Fällen "Sexismus" immer eine gewisse Grauzone und damit subjektiv bleibt, warum sollte dieser verboten oder von selbst "wegreguliert" werden?
Wem sexistische Werbung nicht gefällt, braucht sie sich nich anzusehen (ähnlich wie Karikaturen über Religionen), da Bedarf es eigentlich keines Kodex!


BTW: Sexismus ist eigentlich in der Werbung was schönes!

klar, dass sexsistische werbung gut ankommt

sind ja zu 99% frauen, die da gezeigt werden. ich hätte den vorschlag für eine gegenwerbung, dass männer da auch mal wissen um was es geht: ich würd 10 nackte männer hinstellen, die ihre schwänze vergleichen und alles unter 17cm wird runter gemacht....und am schluss ist es eine würstchenwerbung. LOL das wär mal was!

genau der gleiche schas

das

kommt auch nur bei Männern gut an.

hätte da nichts dagegen, es gibt auch ein paar wenige Werbungen, die männliche Klischees bedienen, sind aber eher in der Minderheit, ist schon richtig.

Aber zB bei Pornofilmen müssten sich demnach Männer auch unter Druck gesetzt fühlen, die dortig dargestellten Männer sind meisten über dem Durchschnitt ausgestattet, von der dargestellten "Kondition" ganz zu schweigen ...

nur bloed, dasz

Maenner u. Frauen verschieden ticken. Typisch. maennl. Reaktion waere " Eh ich so deppert ausschau wie der auf dem Plakat, bin ich lieber impotent"

Ihnen ist offensichtlich der Begriff Sexismus überhaupt nicht geläufig, bzw. stellen Sie sich eher etwas wie Pornografie vor. Bitte erst informieren, dann Postings absondern. Dazu gibt es ein Lexikon im Überländernetz.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sexismus

ich wüsste nicht, was ich geschrieben habe, was Ihnen die Vermutung nahe legt, ich hätte nicht gewusst was Sexismus bedeutet...

Aber danke für den Link, vielleicht lesen Sie sich den selbst mal durch den ziemlich weit am Anfang steht da auch, dass es verschiedenen Definitionen nebeneinander gibt ...

Also bitte, bevor Sie Leute belehren wollen oder ihnen Uninformiertheit vorwerfen wollen, informieren Sie sich mal selbst und üben Sie auch mal "lesen und verstehen" ...


und die Verbloedung

der Betreiber steht auch schon drinn
"Im postfeministischen Diskurs wird Sexismus sehr viel weitgehender definiert. Hier wird es bereits als Sexismus betrachtet von anderen zu erwarten oder zu verlangen, dass sie Geschlechternormen verkörpern. Verwandt mit diesem Ansatz sind die Diskussionen um die Diskriminierung von Schwulen, Lesben und Menschen, die nicht ins gängige Geschlechterkonzept passen (Heterosexismus).

Die Äußerung "Informieren Sie sich, bevor Sie posten" zeigt mir, dass Sie das Wesen der freien Meinungsäußerung nicht verstanden haben.

Es gibt einen drastischen Unterschied

zwischen einer Meinung und einer Beleidigung.
Auch hier: erst mal informieren und dann posten.

Das Innenleben Ihres Kopfes erinnert mich an eine Almhütte im Winter:

Hoch droben und nix drin.

machen Sie bloss nicht die Hand auf, sonst fallen Sie vom Baum runter !

Finde ich super.
Ist jetzt der Coke-Light-Mann arbeitslos oder sind nackte Kerle eh nicht sexistisch?

Wenn sich...

.. so etwas wie ein Werberat mit etnischen Dingen auseinandersetzt dann müsste er jede Werbung missbilligen.

Seht es endlich ein:
Werbung ist dazu da um eine Zielgruppe anzusprechen. Und wenn man diese Zielgruppe mit "anscheinend" rassistischen und sexistischen Spots erreicht, dann hat diese Werbung seine Existenzberechtigung.

das stimmt:
werbung ist generell nicht zum nutzen der menschen und meistens das gegenteil von wahrheit.
die werbung zb die seinerzeit für meinl european land gemacht wurde, hat tausende menschen um ihr erspartes gebracht und war moralisch viel verwerflicher als ein paar nackte frauenpo´s und busen.

werbung hat den zweck uns zu täuschen. sie ist blendwerk und manipulation, und sie wird auch auf unmündige kinder losgelassen.
wäre ein produkt wirklich das beste für uns, würden wir es auch ohne werbung kaufen.
aber wir konsumenten bezahlen mit dem produktpreis den aufwand mit dass wir uns einreden lassen produkte zu kaufen, nach denen wir zuvor überhaupt kein bedürfnis hatten.

Wenn diese Werbung NUR die Zielgruppe erreichen würde,

könnte ich dir eventuell recht geben. Das tut sie aber nicht. Sie gießt sich über alle drüber. Und da gelten eben die Spielregeln die für alle gelten. Und da haben Rassismus und Sexismus einfach nichts verloren.

problem

der aderen, ernsthaft, wer Werbung sieht, die nicht fuer ihn gedacht ist, ist selber schuld

Mache alles, so lange die Knete stimmt - das wollten Sie damit doch sagen, gell?

Das älteste Gewerbe der Welt hat verglichen mit der Werbebranche direkt noch eine gewisse Ethik aufzuweisen!

Das älteste Geblahblah...
Entführung und Erpressung sind älter als Prostitution.

haben sie dafür beweise oder ist das wie so oft einfach nur dahingesagt?

plötzlich gefällt mir opel doch wieder besser... ;-)

wenn "für dolme" drinn ist

sollte auch "für dolme" drauf stehen.

Wenn, dann bitte auch konsequent "drauff" schreiben.

vor allem, was sexistische, frauendiskriminierende und rassistische Darstellungen anbelangt.

Hier ist "frauendiskriminierend" wegzulassen, da bereits "sexistisch" enthalten ist, und wir ja von Gleichberechtigung sprechen, ansonsten ist "männerdiskriminierend" anzufügen, da wir ja von Gleichberechtigung sprechen. : )

stimmt nicht

man kann frauendiskriminierend sein, ohne dabei sexistisch zu sein und man kann sexistisch sein z.B. Männern gegenüber ohne dabei frauendiskriminierend zu sein. männerdiskriminierend fehlt, da gebe ich Ihnen recht.

Unter Sexismus versteht man die Diskriminierung eines Menschen allein wegen ihres/seines Geschlechts.

Sprich: Frauendiskriminierung, Männerdiskriminierung;

Das "Sex" in Sexismus bezieht sich also nicht auf Sex im klassischen Sinne, sondern auf den lateinischen Wortursprung "sexus" was "Geschlecht" bedeutet.

Ihre Aussage ist somit falsch.

Sie haben nicht recht.

Im postfeministischen Diskurs wird Sexismus sehr viel weitgehender definiert. Hier wird es bereits als Sexismus betrachtet von anderen zu erwarten oder zu verlangen, dass sie Geschlechternormen verkörpern.
z.B. einen Homosexuellen zu diskriminieren ist sexistisch aber nicht männerdiskriminierend.

"Im postfeministischen Diskurs wird Sexismus sehr viel weitgehender definiert. Hier wird es bereits als Sexismus betrachtet von anderen zu erwarten oder zu verlangen, dass sie Geschlechternormen verkörpern. " (Wikipedia - Sexismus). Männer- oder Frauendiskriminierung würde ich nicht so weitgehend definieren, so gesehen ist Sexismus nicht einfach ein Sammelbegriff für Männer- und Frauendiskriminierung

aufgrund der bisherigen, langen Diskussionen neige ich dazu, die Welt sich selbst zu überlassen. Sie wird noch an ihren Ungereimtheiten zugrunde gehen, aber es ist ihre eigene Angelegenheit.

ein wenig versteh ich den herren

als mann muss ich

muskulös sein
volles haar und einen +20cm sch*** haben
den neuesten wagen fahren
eine grosse wohnung besitzen
die karriereleiter emporklettern
dabei immer für die familie da sein
etc etc

das alles wird mir als mann in der werbung eingeredet.

und nun?

ganz einfach, nicht ernstnehmen und endlich verstehen, dass werbung dafür da ist, der zielgruppe ein produkt zu verkaufen.

und wenn man die alterklasse 19-50 der männer anspricht, dann kann es passieren, dass man es mit den vorzügen des weiblichen körpers tun muss.

das ist in der werbung für frauen nicht anders (coke light, zeitung miss (?), wienerin, etc)

Lächerliches Getue

rund um die Uhr trommelt die Werbung auf Kinder und Erwachsene ein für Schokoriegel, Zuckerlimonade und sonstigen Shice. 8 Millionen Österreicher und 600.000 Diabetiker, explodierende Zahlen bei "Altersdiabetes" ab 20-jährige aufwärts, Fettleibigkeit, Haltungsschäden - und ihr macht euch Sorgen wegen ein paar nackter Beine oder Brüste ?

Wie wäre es, wenn man sich einmal EHRLICH der PROBLEME annehmen täte ?

sexismus ist also für sie kein problem?

aha...

Sexismus ist

per se nur ein erfundenes Problem

In der Form die einige gerne von den USA kopieren möchten (Nacktheit ist das Schlimmste überhaupt. Sexualität gehört unterdrückt), nicht. Denn das ist lächerlich.

was hat prüderie mit sexismus zu tun?

Also in den USA so gut wie alles. Oder kennen Sie auch nur eine Sängerin/junge Schauspielerin die in den USA den Durchbruch geschafft hat ohne fast nackt aufzutreten/sich (fast) nackt fotografieren zu lassen?
Das ist nur die reinste Scheinheiligkeit.

Saengerinnen:
- Courtney Love
- Alanis Morisette

Schauspielerinnen:
- Bette Middler?
- Diane Keaton?
- Goldie Hawn?

ok, sind alle nicht mehr so jung

Also Courtney Love werte ich als ironische Antwort von Ihnen. Gibt es von der überhaupt Fotos auf denen sie ausreichend bekleidet ist? ;)

Außer von Bette Midler gibt es von diesen von Ihnen aufgezählten Frauen offensichtlich von allen Na*cktfotos aus jungen Jahren.

Najo, zw. halbnackt und erotisch is schon noch ein Unterschied. Wenn jetzt die Courtney mit Lady Gaga, Britney, Agiliera, Beyonce, ... vergleichts. Courtney macht Musik und ist nebenbei wenig bekleidet, die anderen haben wenig an und die Show ist im Vordergrund.

Courtney hat fuer mich aehnlich viel Sexappeal wie Marylin Manson.

Das kann ich nicht ganz gelten lassen. Es ist ja bekannt, dass Courtney Love oft keine Unterwäsche trägt und das dann auch "deutlich" allen zeigt. Was hat das mit ihrer Musik zu tun? Für mich ist bei ihr schon sehr lange nicht mehr ihre Musik im Vordergrund.

alles, das eine

funktioniert nicht ohne das andere. Wobei Pruederie wie auch das erfundene Sexismusproblem im gleichen faden puritanischen Lebensstil ihre Wurzeln haben.

Bleibt am Manne hängen...keine Zeit zum zurücklehnen. :-)

Das, werte Freundinnen und Freunde

ist aber sowas von politisch korrekt, dass es mir beinahe die Söckchen auszieht.

Gut so, weiter so.

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