Wien - Die Grünen Andersrum entschieden sich für eine neue geschlechtersensible Schreibweise. "Zwischen den traditionellen Geschlechtsrollen Mann und Frau muss noch Platz für Anderes sein, dies soll sich auch in der Schreibweise niederschlagen", meint Iris Hajicsek, Sprecherin der Grünen Andersrum Wien." Daher verwenden die Grünen Andersrum Wien schon seit einigen Monaten in ihren Publikationen statt des schon zur Tradition gewordenen Binnen-"I"s die neuere Form der nichtmaskulinen Schreibweise, nämlich den Unterstrich "_": Aus SprecherInnen werden beispielsweise Sprecher_innen, denn der Unterstrich soll die Aufhebung der geschlechlichen Dualität von Mann und Frau symbolisieren und auch die Personen sichtbar machen, die sich abseits der traditionellen Geschlechtsrollen befinden, wie Transgenderpersonen oder Intersexuelle.
"Neuere Ansätze der feministischen Theorie zeigen auf, dass der Faktor Geschlecht nicht so naturwüchsig ist, wie er vielen oft erscheint, der Beschluss der Grünen Andersrum Wien soll dazu beitragen, dass dieses Wissen auch in der politischen und gesellschaftlichen Praxis seinen Niederschlag findet," erklärt Hajicsek. (red)
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der unterstrich sieht besser aus als das binnen-I.
glücklich bin ich mit keiner der beiden reformideen. es kostet zu viel energie so zu schreiben und sieht bürokratisch und schwerfällig aus. inzwischen sind frauen in fast allen berufen und funktionen tätig. die gefahr frauen zu übersehen bzw. sie nur oder gar nicht mitzumeinen nimmt immer mehr ab. die intelligenz des lesers oder zuhörers wird im normalfall ausreichen, um zu erkennen, ob frauen und männer gemeint sind oder männer alleine. in den wenigen fällen, in denen die gefahr real besteht, sollten männliche und weibliche formen verwendet werden. politisch besteht die gefahr, dass das sektierische und puritanische gefördert wird. in letzter konsequenz kostet es stimmen.
wenn wird sich endlich die erkenntnis durchsetzen, dass wir bezeichnungen brauchen, die nicht geschlechtsspezifisch sind?
spreche ich über lehrer und meine sowohl die blonden als auch die dunkelhaarigen lehrer, sage ich "lehrer". keine haarfarbe wird sich unterdrückt fühlen. beim geschlecht ist es genauso: wir brauchen eine neutrale bezeichnung, in der das geschlecht nicht automatisch mitgedacht und mitgefühlt wird.
die generische grammatikalisch maskuline form war mal soetwas. erst durch die gendersprache bekommen berufsbezeichnungen ein geschlecht - und dann wird die sache kompliziert.
Wenn, dann müssten doch erstmal die Artikel "der" und "die" weg - das wäre zumindest hörbar, während dieser Unterstrich akustisch untergeht.
Das ist irgendwie eine unelegante Halblösung, und es stellt sich die Frage, was nicht noch alles von irgendwelchen Individuen als ungerechte Sprache angesehen werden könnte.
Es ist einfach nicht machbar, nur durch etwas Herumändern an einer Uralt-Sprache ein so abstraktes Gebilde zu schaffen, dass sich damit alle theoretischem Möglichkeiten völlig neutral formulieren lassen.
.. fort und wird durch dererlei Blödsinn auch noch absurd dazu. Anglizismen werden zur Sprachnormalität, Allgemeinbegriffe, die letztlich nur eine Gruppe einer bestimmten Tätigkeit beschreiben -etwa Lehrer oder Arbeiter - werden nahezu zwanghaft in Geschlechter aufgeteilt, die effektive Gleichberechtigung darüber aber vergessen. Demnächst wird dann wahrscheinlich aus "Philsosophie" die "Filosofie"? Gedankenlos werden - sogar in Medien - falsche Wörter verwendet, etwa "unakzeptabel" und wegen des Genitivs macht man sich auch keine Gedanken. Hauptsache "Innen"! Welch schwachsinnige Emanzipationsbestrebungen!
die deutsche Sprache durch Benennen der jeweiligen Fakten (oder Beteiligten) ärmer wird, sei dahin gestellt. So ganz verständlich ist mir auch nicht. warum dem Englischen das Lateinische so unhinterfragt vorgezogen wird, denn mit der deutschen Sprache hat doch eher das Englische gemeinsame Wurzeln. Warum stärkst du nicht deine Sinne, bevor du anderer Leute Bestrebungen als schwachsinnig bezeichnest?
Transgender, Transgenderinnen und Transsexuelle fühlen sich doch entweder als Mann oder als Frau, unabhängig von ihrem äußeren Aussehen. Wozu also noch mehr Unterscheidung? Oder hieß es früher: "das Transexuelle"?
Es gibt klare Regeln, wie nach der deutschen Rechtschreibung geschlechtsneutral zu formulieren ist: durch Ausschreiben beider Formen, ohne Kunstgriffe wie Is und _s.
Im Übrigen habe ich noch keine Frau getroffen, die sich durch männliche Anreden diffamiert gefühlt hätte, manche antworteten sogar auf die Frage nach ihrem Beruf mit der männlichen Bezeichnung.
Ist also vielleicht eine Sache von Selbstbewusstsein und -vertrauen? So gesehen hat eine wirklich gleichberechtigte Frau Is und _s gar nicht notwendig!
>Transgender, Transgenderinnen und Transsexuelle
>fühlen sich doch entweder als Mann oder als Frau,
>unabhängig von ihrem äußeren Aussehen.
Nur, um diesen weitverbreiteten Irrtum nicht unkommentiert dastehen zu lassen: Das ist definitiv nicht der Fall. Es gibt Personen, die sich in ihrer Geschlechtsidentität als Mann, als Frau, als irgendetwas dazwischen oder quer dazu oder auch mal so, mal so empfinden. Daher stimmt dieses Cliché nicht - ebensowenig wie jenes verbreitete, das behauptet, alle Transgender-Personen bzw. transsexuellen Menschen wären von ihrer sexuellen Ausrichtung her heterosexuell. Die Welt und ihre Menschen sind nicht so simpel gestrickt. :-)
Aber es kann niemand Rechtschreiben seit 2006 und schon gar nicht grammatikalisch richtig reden und schreiben, was kratzt da wen sonst was?
Und wo ist bitte die/der Unterrichtende als Vorbild, der/die 6 Stunden gegendered unterrichtet? Ich muss so schon so viel denken beim Reden und erst die, welche mir zuhören müssen. Wie soll das praktisch gehen?
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