Frauenquote

"Nicht elegant, aber sie wirkt"

7. Oktober 2009, 18:14

Nur 67 von 183 Nationalratsabgeordneten sind weiblich, bei einer parlamentarischen Enquete debattierte man über Auswege - Anzeige nach Gewaltdrohungen gegen Prammer

Wien - An wenig schmeichelhaften Adjektiven fehlte es an diesem Mittwoch nicht: Unsexy sei sie, nicht besonders elegant - und vor allem für Männer ziemlich unangenehm. "Aber sie wirkt." Zu dieser Schlussfolgerung kam ein Großteil der Rednerinnen bei einer Enquete im Parlament zum Thema "Frauen in der Politik - mehr Frauen in die Politik!". Die Rede ist von der Quotenregelung, einem Instrument, das zu den gewünschten Effekten führen könnte.
Untermauert wurde das von Monika Jarosch, Universitätslektorin für Frauen- und Geschlechterforschung und Verfasserin zahlreicher Publikationen zum Thema Frauenquoten anhand einer ganzen Reihe von Zahlen.

Vorbild Ruanda

So sind aktuell etwa 36.362 von insgesamt 44.672 Parlamentariern weltweit Männer - das sind über 80 Prozent. Dabei gebe es „große regionale Unterschiede" zwischen den nordischen Staaten, dem sonstigen Europa, Afrika, Asien und den arabischen Staaten. Das geht von der völligen Absenz der parlamentarisch tätigen Frauen in Saudi-Arabien, bis zum Vorzeigebeispiel in Sachen Frauenbeteiligung - Ruanda. Der afrikanische Staat liegt mit über 56 Prozent Frauen laut Inter Parliamentary Union, der Internationalen Organisation der Parlamente souveräner Staaten, sogar vor dem europäischen Vorzeigeland Schweden. Ähnlich gut und vor allem weiblich besetzt sind die Parlamente in Burundi, Uganda, Mozambique und Südafrika. Ihnen gemein ist ein Demokratisierungsprozess, wo mit Hilfe von internationalen Frauenorganisationen und der UNO die politische Beteiligung von Frauen mittels Quoten gesetzlich verankert wurde. Diese Staaten hätten im "fast-Track" das erreicht, wofür viele Länder der Europäischen Union mehr als 50 Jahre gebraucht hätten, sagt Jarosch - und wo sie oft noch immer nicht angelangt sind. Wie Österreich etwa.

Nachzügler Österreich

Österreich liegt heute auf Platz 30. Was die Expertin bedauert, denn immerhin war man hierzulande schon besser unterwegs: 2006 lag der Frauenanteil kurzfristig bei 33,9 Prozent - machte Platz 12. Aber selbst im Vorjahr erreichte man in der alten Besetzung des Nationalrates noch Platz 16. Seit der letzten Wahl sind von den 183 Abgeordneten nur 27,9 Prozent weiblich.

Was machen Länder mit einer höheren Frauenbeteiligung anders? Von jenen 25 Staaten mit mehr als 30 Prozent Frauenanteil haben 20 Länder eine gesetzliche Quotenregelung und auf Parteienebene eine freiwillige Verpflichtung. 19 Staaten haben ein Verhältniswahlrecht, das ebenfalls Einfluss auf den höheren Repräsentationsgrad von Frauen hat.

Die Bilanz der Enquete-Teilnehmerinnen: Für Ursula Plassnik (ÖVP) gibt es "überhaupt keine Rechtfertigung für diese ernüchternde österreichische Situation", eine Einschätzung, die auch Klubchef Karlheinz Kopf teilte: "Unser Ziel muss eine fünfzigprozentige Repräsentanz von Männern und Frauen sein" - allerdings bei der Quote bleibe er "skeptisch".

Um die 50 Prozent zu erreichen, dafür ist Nationalratspräsidentin Barbara Prammer "fast jedes Mittel recht". Ein Satz, für den sie auf der Neonazi-Seite alpendonau.info mit folgenden Worten bedroht wurde: "Solche Weiber brauchen vermutlich eine tüchtige Tracht Prügel." Der grüne Abgeordnete Karl Öllinger hat Anzeige erstattet. (Karin Moser, DER STANDARD, Print, 8.10.2009)

Markus H.
 
00
8.10.2009, 11:50

"Nur 67 von 183 Nationalratsabgeordneten sind weiblich ..."

Entweder mal richtig zählen lernen, oder rechnen!

67 von 183 Abgeordneten würde einen Frauenanteil von 36,6% machen.

Da es aber 51 weibliche Abgeordnete sind, sollte Karin Moser, als Autorin des Artikels, besser doch nochmal in der Volksschule anfrage, ob es ihr ermöglicht würde das Zählen nachzulernen!

hurchzua
21
8.10.2009, 09:00

Solche Forderungen widersprechen Rechts+ staat und Menschen+ rechten!
In jahrhundertedauerndem Kampf wurden erstritten,

1.das RECHT AUF FREIE WAHL DURCH DAS VOLK – unabhängig von Stand, Einkommen etc. und insbesondere auch Geschlecht
und
2. die GLEICHHEIT ALLER VOR DEM GESETZ- unabhängig von Rasse, Religion, etc. und insbesondere auch Geschlecht.

Gegen die Beschneidung dieser Prinzipien, sollte man sich wehren.

epep
11
8.10.2009, 11:22
es liegt aber an den parteien..

..kandidatInnen aufzustellen. sie muessen diese partei ja dann nicht waehlen.

also was widerspricht da dem rechtsstaat ider den menschenrechten, sie werden ja nicht zur wahl gezwungen und was politische parteien beschliessen, das geht den jeweiligen entscheidungstraegerInnen in den parteien an, wollen sie da mitentscheiden werden sie parteimitglied und aendern die die parteilinie.

und hoeren sie auf zu schreien (grossschrift), das gilt im web als unhoeflich.

hurchzua
00
8.10.2009, 11:54
so weit sind wir noch nicht

Auch wenn das in der Gedankenwelt radikaler "Innen" anders ausschauen mag:

Nicht die Parteien, sondern die Bürger wählen ihre Vertreter (siehe § 1 BVG). Dazu gibt es etwa auch das Mittel der Vozugsstimme.

Eben weil es so ist, braucht es keinen Zwang zu Bevorzungung eines Geschlechts.

PS: Großbuchstaben dienen - mangels anderer Formatierungsmöglichkeit- zur Hervorhebung wichtiger Passagen und damit der leichteren Lesbarkeit. Ob sie das als unhöflich empfinden, ist mir völlig ...

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