Interview mit Helene Klaar

"For Show können Väter Windeln wechseln"

11. Oktober 2009, 17:19
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    foto: matthias cremer

    Klaar: "Damit sich also die Männer lieber um die Kinder kümmern, musste man ihnen trotz Scheidung die Obsorge lassen."

Haben Trennungen oder Scheidungen diskriminierte Männer zur Folge? "Natürlich nicht" - so Familienrechtsexpertin Helene Klaar im dieStandard.at-Interview

Im September wurde beschlossen, dass Kinder bei Scheidungen einen Rechtsbeistand bekommen sollen und im Jänner 2010 werden einige Neuerungen im Familienrecht in Kraft treten. Die Familienrechtsnovelle soll den Handlungsspielraum für Betroffene im Falle einer Scheidung vergrößern, die Politik will sich so auf veränderte Lebensrealitäten einstellen.

Fakt ist, dass nach wie vor Frauen zum größten Teil die Erziehungsarbeit leisten. Manche Männer fühlen sich allerdings von der Justiz in Familienrechtsfragen diskriminiert, oft gar aufgrund ihres Geschlechtes. Bewältigt das Familienrecht die aktuellen Lebensrealitäten oder spielt es dem immer öfter auftretenden Bild des "Scheidungsopfers Mann" in die Hände? Darüber sprach dieStandard.at mit Familienrechtsexpertin Helene Klaar.

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dieStandard.at: Im September wurde beschlossen, dass im Falle einer Scheidung auch Kinder Anspruch auf einen Rechtsbeistand haben. Ist diese Maßnahme nötig?

Helene Klaar: Natürlich nicht. Es ist aber auch nicht vorgesehen, dass es so einen Beistand in allen Fällen gibt, sondern nur bei besonders heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Eltern bestellt das Gericht einen Kinderbeistand.

dieStandard.at: Warum halten Sie nichts davon, in so einem Fall einen Kinderbeistand zu bestellen?

Klaar: Wer soll dieser Kinderbeistand sein? Das wird ein weiterer Kinderpsychologe oder Sozialarbeiter sein, der in seinen Amtsstunden ein paar Mal das Kind empfängt. Es ist reichlich anmaßend zu glauben, dass der besser erkennt, was das Kind braucht, als derjenige Elternteil, der das Kind ständig betreut, das wird in den überwiegenden Fällen die Mutter sein. Das ist eine weitere Maßnahme zur Unterdrückung und Demütigung der Mütter.

Man muss bedenken, was es heißt, dass der Beistand bei einem heftigen Verfahren eingesetzt wird: Wenn ein Pflegschaftsverfahren beginnt, bei dem sich die Eltern nicht einigen können, wird in der Regel der Akt an das Jugendamt geschickt. Dort redet der zuständige Sozialarbeiter mit Eltern und Kindern, wenn das zu keinem Ergebnis führt, wird der Jugendamtspsychologe hinzugezogen. Wenn die Eltern die Empfehlung des Jugendamtes nicht akzeptieren, wird ein Sachverständiger bestellt und wenn das Kind älter als zehn ist, muss es vom Richter gehört werden. Da haben wir jetzt schon mal vier ExpertInnen, bei denen das Kind einen Spießrutenlauf absolviert. Dann soll jetzt noch der Kinderbeistand dazukommen. Zudem gibt es unterschiedliche Verschwiegenheitspflichten. Alles, was das Kind dem Sachverständigen erzählt, kann im Gutachten Niederschlag finden. Der Kinderbeistand hat hingegen eine Verschwiegenheitspflicht. Das ist für Kinder schwer zu unterscheiden; wer ist der Sachverständige, der alles ins Gutachten schreibt, wer der Beistand. Da wäre ich nicht gerne Kind.

dieStandard.at: Gewinnt die in Österreich zwar nicht sehr große, aber zumindest existente Väterrechtsbewegung Einfluss auf solche familienrechtlichen Maßnahmen?

Klaar: Ich bin mir nicht sicher, ob die Väterbewegung sehr glücklich über den Kinderbeistand ist. Die dort organisierten Väter können sich wahrscheinlich auch vom Kinderbestand nichts für sie förderliches erwarten.

dieStandard.at: Sie nannten den Kinderbeistand eine weitere Maßnahme zur Entmündigung der Mütter. Inwiefern wurden Mütter bisher bereits entmündigt?

Klaar: Von 1978 bis 2001 hatten wir folgende Rechtslage: Wenn die Eltern getrennt lebten, hatte der- oder diejenige die volle Obsorge, bei dem oder der das Kind im Haushalt betreut wurde. Das war natürlich eine kleine ideelle Kompensation für alleinerziehende Frauen, dass bei ihnen zumindest die gesamte Machtbefugnis über die Kinder lag. Das wurde schon 2001 durch die Obsorge beider nach der Scheidung unterminiert, denn die führt ja nicht dazu, dass sich beide um das Kind kümmern, sondern nach wie vor erziehen die Mütter allein. Die Väter hätten sich darüber, dass sie nach Trennungen keine Obsorge mehr hatten so gekränkt, dass sie in ihrem Schmerz die Kinder nicht mehr besucht haben. Damit sich also die Männer lieber um die Kinder kümmern, musste man ihnen trotz Scheidung die Obsorge lassen. Das heißt, die Frauen haben noch immer die ganze Arbeit, aber nur mehr die Hälfte der Rechte. In Wirklichkeit ist das ungeheuerlich, denn es war nicht geschlechtsspezifisch: Wenn ein Mann seine Kinder in seinem Haushalt betreut hat, dann hatte er die alleinige Obsorge.

dieStandard.at: Dennoch fühlen sich Väterrechtler in Familienrechtsfragen als Opfer der Justiz und sie sehen sich aufgrund ihres Geschlechts in Familienrechtsfragen benachteiligt.

Klaar: Das sind sie nicht, das ist Blödsinn. Wenn ein obsorgewilliger Vater daherkommt, ist die Frau schon abgemeldet. Die Frauen werden diskriminiert, denn das oberste Ziel der Erziehung muss jetzt offenbar sein, dem Vater möglichst viel Besuchsrecht einzuräumen.

Ich habe ein Lieblingsbeispiel von einer Klientin, die mit einem Mann ein Kind hat, der ihr gegenüber gewalttätig war und dafür auch strafgerichtlich verurteilt wurde. Die Frau lehnte Besuchskontakte ab. Der Vater kann keinen Unterhalt zahlen, die Mutter muss somit voll arbeiten, das Kind ist dennoch eine sehr gute Schülerin und überall beliebt. Dann wurde ein Gutachten eingeholt, weil der Vater immer wieder Anträge auf Besuchsrecht eingebracht hat. Der Gutachtensauftrag bestand darin festzustellen, ob die Mutter durch die Verweigerung des Besuchsrechtes das Wohl des Kindes schädigt. Die Kosten für das Gutachten konnte der Vater nicht bezahlen, das hat die Mutter übernehmen müssen. Das Gutachten hat schließlich ergeben, dass meine Klientin das Wohl des Kindes schädigt. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Sie hat eine so tolle Erziehungsarbeit geleistet, war voll berufstätig weil der Vater nichts zahlt und muss sich mit dem von ihrem Geld bezahlten Gutachten bescheinigen lassen, dass sie das Wohl des Kindes schädigt.

dieStandard.at: Wie kann ein Vater seine Obsorgewilligkeit darlegen? Indem er beispielsweise die Arbeitszeit verkürzt?

Klaar: In dem eben gebrachten Beispiel war die Mutter auch voll berufstätig. Arbeitszeit, Arbeitsweg, Arbeitsort - das muss man sich halt organisieren. Das schaffen zigtausende Mütter in Österreich.

Um für die Obsorge in Frage zu kommen, muss der Vater eine gute Beziehung zum Kind haben und in die Alltagsbetreuung eingebunden sein. Meist schießt die Vaterliebe erst nach der Trennung ein. Solange die Beziehung aufrecht ist, gehören die Kinder der Mutter und der Vater geht mit ihnen am Sonntag Enten füttern. "For Show" wissen die Väter wie man Windeln wechselt und wie man stillt und sie können der Frau auch erklären, was sie falsch macht. Aber grundsätzlich ist die Kinderbetreuung noch immer fest in den Händen der Mütter. Wird die Ehe geschieden, weiß der Vater nicht, zu welchem Zahnarzt das Kind geht und welche Kleidung es am liebsten trägt. Wenn einer das alles weiß und kann, und es sich beruflich einteilt und das auch möchte, hat er durchaus gute Chancen.

dieStandard.at: Welche rechtlichen Regelungen können die Weichen stellen, dass sich auch im Falle einer Trennung beide Elternteile gleichermaßen für das Kinder verantwortlich fühlen?

Klaar: Keine, das Besuchsrecht ist ein Recht und keine Pflicht. Da gibt es jetzt nette neue Entscheidungen. Beispielsweise wollte ein Kind seinen Vater kennenlernen. Der Vater hat sich geweigert und hat bis zum obersten Gerichtshof Recht behalten: Er muss das Kind nicht kennenlernen, wenn er nicht will. Man kann einen Mann dazu nicht zwingen, man kann es ihm mit Rechten schmackhaft machen. Auch geht man dazu über den Unterhalt zu kürzen, wenn ein Vater über das übliche Besuchsrecht hinaus das Kind betreut. Man setzt Incentives, damit sich Desinteressierte um ihre Kinder kümmern.

dieStandard.at: Unterhaltszahlungen werden oft als existenzgefährdend eingestuft. Wie ist der Unterhalt geregelt?

Klaar: Natürlich haben all diese Dinge ein Körnchen Wahrheit. Diese Problematik hängt mit der Mehrkindfamilie zusammen. Mehrere Kinder zu haben ist eigentlich eine Sache für ganz Reiche und ganz Arme. Für den sogenannten Mittelstand geht die Mehrkindfamilie sehr ins Geld. Bei ganz armen Familien, wo die Kinder mit 14 oder 15 Hilfsarbeiten nachgehen, sind die Unterhaltspflichten nicht so drückend. Für die Mittelstandsfamilie, in der vielleicht drei Kinder studieren und bis 26, 27 erhalten werden müssen, ist das ein Wahnsinn. Das ist bei aufrechter Ehe so und warum sollte das bei einer Scheidung anders sein. Hingegen sieht bei aufrechter Ehe der Vater die Kosten ein und nach der Scheidung sagt er, dass ihm nichts bleibt.

Man zahlt für ein Kind über fünfzehn 22 Prozent des durchschnittlichen monatlichen Nettoeinkommens - einschließlich 13. und 14. Gehalt - Unterhalt. Das heißt, auf das monatliche Gehalt bezogen ist das dann schon mehr als 22 Prozent. Für jedes weitere Kind kürzt sich das zwar um zwei Prozent, aber bei drei Kindern sind das 18 Prozent pro Kind, insgesamt 54 Prozent. Für jene, die besonders viel verdienen, gibt es eine Obergrenze. Aber der besser verdienende Durchschnittsbürger kommt voll zum Handkuss, derjenige, der das Dreifache verdient, zahlt womöglich genau das gleiche. Das ist natürlich ein Problem. In den letzten Jahren ist viel geschehen, um den sehr gut verdienenden Vätern das Leben zu erleichtern. Beispielsweise wird zur steuerlichen Entlastung die Familienbeihilfe auf den Unterhalt angerechnet, das heißt, wenn der Vater sehr gut verdient und in der höchsten steuerlichen Progressionsklasse ist, wird ihm faktisch die ganze Familienbeihilfe vom Unterhalt abgezogen. Jemand der wenig verdient und nicht viel Steuern zahlt wird weniger begünstigt.

dieStandard.at: Was würde die Situation nach Trennungen verbessern?

Klaar: Es sollte für beide eine dreißig Stunden-Woche geben. Dann könnten sich beide Elternteile um die Kinder und Haushalt kümmern, es könnten beide ihren Berufen nachgehen und eine Trennung wäre keine solche Katastrophe. Das größte Problem für die Familien ist die kapitalistische Produktionsweise. Die Leute schieben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu, in Wirklichkeit kann aber niemand 40 Stunden oder mehr arbeiten und sich gleichzeitig um die Kinder kümmern, ohne Verlust jeglicher Lebensqualität. Unzufriedenheit und völliges Desinteresse an Sex sind die Folgen, da kann die Partnerschaft schnell den Bach runter gehen. (Die Fragen stellte Beate Hausbichler, dieStandard.at, 11.10.2009)

Zur Person: Helene Klaar ist seit 1977 als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Familienrecht in Wien tätig.

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Cerberus303
01
16.12.2009, 12:01
Ich glaub,

der springende Punkt ist, dass es under den Frauen genauso "Gfraster" gibt, wie unter den Männern. Systembedingt ist es allerdings so, dass es eine rechtliche Benachteiligung für Männer gibt. Wenn die Frau keinen Kontakt der Kinder zum Vater will, kann er sich defacto brausen gehen.
Ja, "gute" verantwortungsvolle Männer in diesem Kontext gibt es wenige, aber es werden mehr. Um den Wandel zu einer Gesellschaft mit liebenden, sorgenden Vätern zu unterstützen, muss in dem Punkt Gleichheit in Rechten und Pflichten hergestellt werden.
Zu Frau Klaar, die ist genauso alt in Ihren Vorstellungen, wie das Gesetz und orientiert sich nur nach Ihrem Lieblingsbeispiel - Gegenbeispiele hört die garnicht. Horizont von ein paar Zentimetern.

suga belly
00
12.12.2009, 15:02
for show


for show können mütter die summe der jährlichen alimente mit einem taschenrechner zusammenzählen:

- denn wofür braucht man experten, wenn die lieben muttis am besten wissen was gut fürs kleine baby ist?

- und wo kommen wir da hin, wenn die frauen ihre machtbefugnisse über ihre kinder abgeben müssen?

- conclusio: allen männern sollte man klaars lieblingsbeispiel auf die stirn tätowieren ...

- ... denn für die sehr gut verdienenden väter ist in den letzten jahren eh schon viel geschehen um ihnen das leben zu erleichtern.

GreyPaladin
12
7.12.2009, 15:46

Also wenn sowas wie diese Klaar
Die hät nen super Nazi abgegeben mit ihren Hasspredigten und verallgemeinerugnen.
Echt drehts da nur mir den Magen um?

systemfremd
01
18.11.2009, 15:54
Ein Konvolut von Lügen

1) "wenn ein obsorgewilliger Vater daherkommt, ist die Frau schon abgemeldet" - Kommentar überflüssig.

2) gemeinsame Obsorge: "die Frauen haben [...] nur mehr die Hälfte der Rechte" - so etwas nennt sich also Familienrechtsexpertin...

3) "Meist schießt die Vaterliebe erst nach der Trennung ein" - aha, jetzt verstehe ich mich endlich.

4) "[...] weiß der Vater nicht, zu welchem Zahnarzt das Kind geht"- tja, wer behält solche Informationen wohl für sich?

5) Besuchsrecht: "Man setzt Incentives, damit sich Desinteressierte um ihre Kinder kümmern." - tatsächlich sollte es kein "Besuchsrecht" geben, es ist die natürlichste Sache der Welt, sein Kind zu sehen.

mehr Platz habe ich nicht....

systemfremd
00
18.11.2009, 18:23
übrigens...

einer der Gründe, warum Kinder ihre Väter lieben:

http://www.youtube.com/watch?v=P... re=related

:-))

jaqueline pospischil
11
15.10.2009, 23:38
krawuzzi !


da scheint euch diese "väterrechtsbewegung" - die zugegebenermaßen diese site immer dazu benutzt hat um ihre anliegen unters volk zu bringen und tatsächlich in ihrer nähe zu rechts skurril erscheint - wahrlich ernst genug zu werden.

denn wie sonst ist es möglich, dass hier ein derart pathetisches pamphlet gegen männer, getarnt als interview, ins netz gestell wird?
- wohl nur deshalb, um dieser gruppe eins auszuwischen.

die gesellschaftlichen umstände (hohe scheidungsraten, große anzahl von patchwork-families, etc) werden ihnen ganz sicher in die hände spielen und einige veränderungen im unterhalts- und obsorgerecht erwirken, die ihren forderungen entsprechen.
vielleicht nicht bald, aber ganz sicher in den nächsten 1-3 jahrzehnten.

systemfremd
00
18.11.2009, 14:58

Auch die Umweltbewegung war anfangs eine zusammelgewürfelte Truppe teils skurriler Gruppierungen - aus der eine anerkannte Partei hervorging.

Der Versuch der FPÖ, die Väterrechtler politisch zu vereinnahmen, ist zwar gescheitert, aber in der Öffentlichkeit noch gut erinnerlich. Dies wird natürlich vom politischen Gegner für fortwährende Stigmatisierung genützt.

Da der Sachverhalt der rechtlichen und rechtspraktizierten Diskriminierung von getrennt lebenden Vätern aber real erlebte Tatsache ist, wird diese Bewegung trotz aller Diffamierungen tatsächlich weiter wachsen, um den heutigen Kindern eine bessere Welt zu ermöglichen.

Thomas Felder
00
18.10.2009, 23:33

und das is gut

Mäuschen Schlau
10
15.10.2009, 20:42
"Die gesamte MACHTbefugnis ÜBER die Kinder"...


Ach, darum geht's ja wohl: um die "Untertanen", die sich die Herrschereltern selbst gebastelt haben, weil sie anderweitig zu solchen nie gekommen wären, gleichsam als Kompensation dafür, dass sie es ansonsten zu nichts gebracht haben.
Als Eltern sind auch schulabgebrochenhabende Sozialamtsdauergäste die "KommandeurInnen".

Es reicht:
KINDER AN DIE MACHT !


paul strobinger
712
14.10.2009, 17:17
also

das wütende gesabbel der angeblichen "väterrechtler" hier im forum zeigt eigentlich, dass frau dr. klaar offenbar den nagel auf den kopf trifft. anscheinend geht es diesen typen mit dem kinderbeistand wirklich in erster linie darum, ihren ex-frauen eins auszuwischen. anders ist ja dieser emotionsausbruch gegen frau dr. klaar und die frauenwelt an sich, die man hier im forum lesen muss, nicht wirklich erklärbar. der umgang mit diesen vätern kann nicht gut fürs kind sein...

systemfremd
00
18.11.2009, 14:41
re: also

Ihr dümliches Gesabbel hier im Forum zeigt eigentlich nur, daß Sie der tatsachenverdrehenden Agitation der Interviewten voll auf den Leim gegangen sind.

Anscheinend fehlt Ihnen jede Empathiefähigkeit zu menschlichen Schicksalen, sonst würden Sie das verlogene und menschenverachtende Bild das hier über die Väter ausgebreitet wird, nicht goutieren und auch die emotionalen Antworten aus dem Kontext der realen Lebensumstände heraus verstehen.

Die Interviewte hat lediglich in der Beschreibung der hierzulande üblichen öffentlichen Diffamierung von Vätern den Nagel auf den Kopf getroffen, der Aufschrei ist mehr als nur verständlich.

Und welcher Umgang gut für Kinder ist, überlassen Sie besser den betreffenden Kindern selbst.

Lectrice
32
16.10.2009, 21:41

Eben - nur die sehen das selbst nicht so. Und glücklicherweise gibt es auch noch andere Männer, wie auch Sie einer zu sein scheinen.

# it's all in mr. magic's wand #
56
15.10.2009, 16:14
Dabei übersehen Sie aber etwas Wesentliches.


Genau solche "Familienexperten" sind überhaupt erst der Grund, warum es "Väterrechtler" geben muss.

Einfach nur zusehen, wie da so manche ihre eigenen Traumen auf kosten der Väter abarbeiten, spielt es nicht mehr.

Roman Seidl
04
14.10.2009, 14:16
das dumme ist nur

wenn ich das nur "for show" (was auch immer das sein soll?) mache dann passt ja alles. wenn ich aber dann am ende jemand bin der sein leben anders gestalten will dann bin ich in der shizophrenen falle der frau klaar gefangen. denn ich bin ja ein mann und selbst wenn ich es tue dann nur "for show" und wenn nicht dann ist sowieso alles klar. somit ist so oder so endlich klar das ich ein trottel bin - weil mann eh klar.

t-bonesteak
02
16.10.2009, 01:14
korrekt

als mann, der seine verantwortung für seine kinder/familie anders definiert als noch unsere väter, fühle ich mich von solchen anwürfen zu unrecht in den dreck gezogen.

fersuchung
34
12.10.2009, 23:29
kleiner willy

"Und was hindert Sie die gleichen gesellschaftlichen Pflichten von Frauen zu fordern?"

ganz einfach - frauen sind von ihrer erziehung her meist nicht in der lage, so wenig pflichten zu übernehmen wie männer. *g*

Little Willy
10
22.10.2009, 06:37
Sind Frauen allesamt nicht besser ausgebildet?


Stimmt es also, dass das alles ein Fake ist. Geschenkte Benotungen, getürkte Med-Uni-Tests usw

Aber bei den Ausreden bleiben sie Spitze.

Adam Markus
316
12.10.2009, 19:37

Das ist ja echt der dümmste Sexismus den ich seit langem gelesen habe. Verallgemeinender Blödsinn einer "Familienexpertin" die eigentlich Scheidungsanwältin ist.

Ein Satz ist mir förlich auf der Zunge zergangen:

"Das war natürlich eine kleine ideelle Kompensation für alleinerziehende Frauen, dass bei ihnen zumindest die gesamte Machtbefugnis über die Kinder lag."

Es regen sich diese Väterverbände ja gerade deswegen auf weil anscheinend einige Mütter ihre Streitigkeiten mit dem Exmann an den Kindern ausleben und überhaupt nicht an das Wohl der Kinder denken.

Wenn ein Mann sich solche Verallgemeinerungen über Frauen erlauben würde wäre er zu Recht ein Sexist.

knuffelfuchs
27
12.10.2009, 21:48

super kommentar...gerade das wort machtbefugnis ist ja auch schon ein ziemlich negatives, vor allem wenns um kinder geht, und schreit geradezu nach widerspruch.

accuser
24
12.10.2009, 19:13
Mir kommt vor, die werte Dame vergisst, wer die eigentlichen Opfer sind.

Ich kenne in meinem näheren (gleichaltrigen, relativ jungen) Freundes- und Bekanntenkreis viele Scheidungen.

Leider gab es zahlreiche unschöne Geschichten, die ich so mitbekommen habe - und immer haben die Kinder draufgezahlt. Sie wurden manipuliert und instrumentalisiert, ihnen wurde Hass und Missgunst auf niedrigster Stufe vorgelebt, Gier und Habsucht in jungen Jahren aufs Furchtbarste demonstriert.

Und immer hatten beide Elternteile eigensüchtig ihre Finger mit drinnen. Ich kenne Fälle, in denen ist die Mutter einfach abgerauscht, ich kenne auch zahlreiche andere. Immer haben beide "Täter" - also die Eltern - sich gegenseitig zerfleischt. Die Universalschuld der Männer des Interviews konnte ich noch nie finden.

Roman Seidl
22
12.10.2009, 18:39
leider

kommt mir die debatte über die probleme im kontext von trennung, sorgerecht, besuchsrechten etc. von feministischer seite oft so vor wie die von jenen, die sich über die primitiven proleten beschweren die konflikte mit ausländern hätten - sprich es sind immer die guten frauen - alles andere existiert gar nicht.

in wahrheit fürchte ich ist in einem konflikt, der über gerichte geregelt wird oft diejenige partei, die sich nix scheisst die gewinnerin. und das ist am ende wohl die neurotischere und nicht das was für das kind gut ist. so kommt es das sich wie im erwähnten beispiel eine frau nicht wehren kann und in leider zu zahlreichen mir bekannten männer die sich nichts zu schulden kommen lassen haben. nicht alle frauen sind gesund, leider.

Gefräßige Gebärmutter
00
23.10.2009, 13:42
"nicht alle frauen sind gesund, leider."

Das sind auch nicht alle Männer.

Seltsam aber, dass sich gerade Maskulisten offenbar die wenigen psychisch kranken Frauen aussuchen, um mit ihnen Kinder zu bekommen ;)

Roman Seidl
00
23.10.2009, 16:11
und?

wo habe ich:
1. mich als "maskulist" (sollte wohl "maskulinist" heissen aber auch da würde ich mich sicher nicht dazu rechnen) deklariert?
2. behauptet alle männer wären gesund? sicher nicht - und es kann auch gut sein, dass in der überwiegenden anzahl der fälle frauen verliere, weil die männer bis aufs letzte kämpfen etc.

mit geht es darum, dass diese ganze "for show"-attitüde von vorurteilen zerfressen ist, die dann auch etwa vor den gerichten wenn es um das sorgerecht geht angewandt werden. das trifft dann jene die sich nicht den vorurteilen entsprechend verhalten.

ihre projektionen zeigen, dass sie wohl mit diesen vorurteilen ganz gut können.

Gefräßige Gebärmutter
00
23.10.2009, 16:54
Wo habe ich

dich als Maskulist ( http://www.maennerrat.de/maskulismus.htm ) bezeichnet?

Es fällt mir nur auf, dass die deklarierten Maskulisten hier im Forum am meisten über ihre Exen - und Frauen im Allgemeinen - raunzen.

Von welchen Projektionen du sprichst, ist mir unklar.

Roman Seidl
00
23.10.2009, 20:49
jetzt wirds lustig

weil nun kann ich argumentieren wie ich zu meinen annahmen über annahmen gekommen bin...

ist ja denke ich klar, wie es kommt, dass ich eine reaktion, die sagt "nicht alle männer sind gesund" als unterstellung ich hätte dies nicht klargestellt und damit implizit behauptet nehmen kann.

aber im kern ist das egal. ich würde mir mehr streit darüber wünschen wie sich eben gegen den neokoservativen backlash kämpfen lässt ohne in platte vorurteile zu verfallen - auch wenn die welt verkommen ist und wohl die mehrheit der männer was solche fragen betrifft schwierig ist. mit provokation erreicht man verunsicherung. wohin sich das dann bewegt ist aber nicht gesagt.

und leider bewegt es sich gerade in eine unschöne richtung...

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